AT87580B - Verfahren zur Erzeugung von Roheisen oder Stahl im Elektrohochofen. - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von Roheisen oder Stahl im Elektrohochofen.

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Fritz Dr Hansgirg
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  Verfahren zur Erzeugung von Roheisen oder Stahl im   Elektrohochofen.   



   Es ist bisher nicht gelungen, Braunkohle oder Braunkohlenkoks für den Hochofen- betrieb zu verwenden, da die Kleinstückigkeit des Braunkohlenkoks, eine Folge seines ge- ringen Backungsvermögens, eine gute Windführung nicht erlaubt, so dass die zur Reduktion des Erzes notwendige Temperatur mit Braunkohlenkoks nicht erreicht werden kann. 



   Man hat wohl schon vor Jahren Versuche nach dieser Richtung hin angestellt, aber diese haben keine Resultate gezeitigt, welche die praktische Durchführung des Hochofen- betriebes mit Braunkohle ermöglicht hätten. Man hat auch schon versucht, im Elektro- hochofen Eisen unter Benutzung von aus Holzmehl gebildeter Holzkohle zu erschmelzen, aber auch auf dieser Basis konnte kein industrieller Betrieb erfolgen. Für die Verwendung von Braunkohlenkoks zur Erschmelzung von Eisen im Elektrohochofen waren diese voran- gegangenen Arbeiten keineswegs einladend, woraus sich erklärt, dass bisher keine Schritte in dieser Richtung unternommen wurden. 



   Nach vorliegender Erfindung erfolgt die Erzeugung von Roheisen oder Stahl im
Elektrohochofen mit Braunkohlenkoks ; es wird hiebei die zur Reduktion erforderliche
Temperatur durch elektrische Energie erzeugt, während der in Form von Braunkohlenkoks zugesetzte Kohlenstoff sich ausschliesslich chemisch an der Reduktion beteiligt. 



   Man kann ferner gemäss der Erfindung der Beschickung eine grössere Menge Braun- kohlenkoks zusetzen, als der zur Reduktion notwendigen Menge Kohlenstoff entspricht, wobei man das beim Prozesse entstehende Kohlenoxydgas in bekannter Weise wieder in den Elektrohochofen zurückführt, dabei aber mittels Mischdüsen Luft den in den Schmelzraum einströmenden Gichtgasen zusetzt, wodurch em Teil der zur Erzielung der Reduktionstemperatur notwendigen Wärmemenge durch Verbrennung dieser vom Kohlenstoffüberschuss herrührenden Gasmenge erzeugt wird, so dass derart bedeutend an elektrischer Energie gespart werden kann. Hiebei hat man es auch in der Hand, den Kohlungsgrad des Eisens in beliebiger Weise einzustellen, ohne die Gichtsätze jedesmal ändern zu müssen, da man durch die Regulierung der Luftzufuhr mehr oder weniger Kohlenstoff verbrennen kann. 



   Eine weitere Ausführungsform des Verfahrens besteht darin, dass die Beschickung nicht mit Braunkohlenkoks, sondern mit grubenfeuchter oder vorgetrockneter Braunkohle, auch Lignit, derart erfolgt, dass diese in den oberen Teilen des Elektrohochofens durch die heissen Abgase. eventuell bei gleichzeitigem Einblasen von gewöhnlichem oder überhitztem Wasserdampf, eine Tieftemperaturverkokung erleidet, wobei die Braunkohle von dem sulfidisch gebundenen Schwefel befreit wird und aus derselben ein hochwertiger Tieftemperaturteer und Gase mit hohem Heizwert und Ammoniakgehalt gewonnen werden, die in einem sich an den Elektrohochofen anschliessenden System von Luftkühlern, Kühl-und Waschvorrichtungen kondensiert und aufgefangen werden.

   Auf diese Weise ist die wirtschaftlich höchst bedeutsame Möglichkeit gegeben, Roheisen oder Stahl, hochwertigen Tieftemperaturteer, Gase und Ammoniak in einer Apparatur und in einem Prozesse zu gewinnen. Man hat wohl schon Elektrohochöfen mit Torf oder Briketts beschickt, aber sie hiebei nur der gewöhnlichen Destillation unterworfen, ohne die Möglichkeit für eine Tieftemperaturverkokung zu schaffen. 



   Die Konstruktion des elektrischen Teiles des Ofens kann bei vorliegendem Verfahren so gewählt sein, dass die durch die elektrische Energie erzeugte Wärme durch Lichtbogenheizung oder Widerstandsheizung hervorgebracht wird.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : I. Verfahren zur Erzeugung von Roheisen oder Stahl im Elektrohochofen unter Zusatz des zur Reduktion des Erzes notwendigen Kohlenstoffes in Form von jungem Brennstoff, dadurch gekennzeichnet, dass als letzterer Braunkohlenkoks verwendet wird.
    2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch i unter Rückleitung der Gichtgase in den Ofenschacht, dadurch gekennzeichnet, dass eine grössere als zur Reduktion des Erzes theoretisch erforderliche Menge Braunkohlenkoks der Beschickung zugesetzt wird und das beim Prozesse entstehende, in die Reduktionszone des Ofens zurückgeleitete Kohlenoxydgas vor dem Eintritt in den Ofen mit Luft gemischt wird, um durch dessen Verbrennung eine Ersparnis an elektrischer Energie zu erzielen, 3.
    Abänderung des Verfahrens nach Anspruch i oder 2 unter Beschickung des Hochofens mit feuchtem oder unverkoktem Brennstoff, dadurch gekennzeichnet, dass die anstatt des Braunkohlenkoks als Beschickung verwendete grubenfeuchte oder vorgetrocknete Braunkohle oder Lignit im oberen Teil des Ofens durch die heissen Abgase auch im Vereine mit gewöhnlichem oder überhitztem Wasserdampf bei tiefer Temperatur verkokt wird so dass in demselben Ofen und in einem Prozesse neben Roheisen oder Stahl gleichzeitig aus der Braunkohle die hochwertigsten Nebenprodukte, wie Tieftemperaturteer, Gase mit hohem EMI2.1
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