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Vorrichtung zum Abbremsen von Hochdruckwasserkräften.
Wenn das Arbeits- oder Wirkungsvermögen einer Wasserkraftanlage nicht in nützliche Leistung umgesetzt, also das Wasser nicht zum Betriebe der Kraftmaschine verwertet werden soll, so pflegt man es entweder aufzuspeichern oder, woferne dies nicht möglich ist, zu verschweden, ins Leere ablaufen zu lassen. Leerläufe einfachster Art, die bei Niederdruckwasserkräften allgemein üblichen Leerschützen, sind bei Hochdruckwasserkräften nur dann verwendbar, wenn man das Wasser abseits vom Kraftwerk ohne Schaden, etwa in eine Schlucht, abstürzen lassen kann, wie dies z. B. am Brennerwerk bei Steinach oder am Eggenthalerwerk bei Karneid in Tirol geschieht. Lässt dies aber die Örtlichkeit nicht zu, so muss man, vom Wasserschlosse weg, Leerläufe von besonderer Bauart anlegen, worin man z.
B. trachtet, das Wirkungsvermögen nach und nach zu vernichten, indem man das Wasser über eine eigenartige Treppenanlage, eine regelmässige Folge von Sturzwehren zum Unterwassergraben stufenweise hinabstürzen lässt. Da aber solche Leerläufe, wie sich unter anderem zuerst am Sillweik bei Schönberg nächst Innsbruck zeigte, durch Spritzwasser und Spritzeis lästig werden, so hat man zunächst die Stufen mit förmlichen Bretterhütten überdeckt. Allein die unvermeidlichen Erschütterungen, welche gefährlich werden können, namentlich, wenn der Leerlauf in der Nähe der Druckrohrstränge liegt, haben schliesslich dazu geführt, die ganze kostspielige Anlage aufzulassen und sie durch eine andere, den sogenannten"Blaser"zu ersetzen. Er besteht in einem Becken, welches durch eine eigene Druckrohrleitung mit dem Wasserschlosse verbunden ist.
Der aus dem Rohr losgelassene Wasserstrahl findet im Becken Abflusshindernisse, z. B. einen Aufbau aus mehreren sich kreuzenden Schichten von Eisenbahnschienen, woran er zerschellt. Indessen treten auch hier, abgesehen von betäubendem Getöse heftige Erschütterungen auf und an eine auch nur rohe Berechnung der im gegebenen Falle nötigen Abmessungen der Anlage ist kaum zu denken.
Der Erfolg bleibt dem Zufall überlassen.
Die Erfindung beruht darauf, in einem Becken Wasserwalzen von bestimmter, regelmässiger Gestalt, Lage, Grösse und mittlerer Geschwindigkeit hervorzurufen, zwischen welchen der aus dem Druckrohr schiessende Wasserstrahl ohne Geräusch und Erschütterung gebremst und das
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Wasser über den Rand ruhig, ohne Zuflussgeschwindigkeit abfliesst und in einer geeigneten Rinne gesammelt und abgeleitet werden kann. Die Wasserwalzen, eine Erscheinung, so alt wie das Wasser selbst, hat erst in den letzten Jahren Professor Rehbock in Karls : uhe ihrem Wesen, ihrer Entstehung und Wirkung nach erforscht und erklärt. In der hydraulischen Bremse gemäss der Erfindung werden für den gegebenen Zweck Wasserwalzen'besonderer Art hervorgerufen und ausgenutzt.
In der Zeichnung ist in Fig. i und 2 die Gesamtanordnung der Anlage in Draufsicht und Höhenschnitt dargestellt, während die Fig. 3 und 4 den Düsenkranz in Querschnitten und die Fig. 5 in wagrechtem Schnitt und Draufsicht veranschaulichen.
Die Vorrichtung besteht in einem runden Becken 1, auf dessen Boden in der Mitte das Druckrohr 2 mittels eines ringförmigen Kranzes 3 ausmündet, der aussen mit zahlreichen Düsen 4 in gleichen Abständen besetzt ist, welche den Wasserstrahl in Gestalt einer wagrechten Scheibe gegen die Wände des Beckens hin aussenden.
Während der Füllung des Beckens beginnt dieser über dem Boden sich ausbreitende und an der Beckenwand emporsteigende Wasserstrahl das im Innern des Beckens entstehende tote Wasser in regelmässige, wulstförmige Walzen umzubilden und diese in drehende Bewegung zu versetzen, wodurch die beabsichtigte Wirkung hervorgebracht wird. Wenn, wie in der Figur, die Ebene der Düsen oberhalb des Bodens liegt, so bildet sich, ausser der Deckwalze über der Düsenebene, noch eine Grundwalze zwischen Düsenebene und Boden.
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