<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zum Sterilisieren von Wasser.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine zu seiner Durchführung dienende Vor- richtung ZUM Sterilisieren von Wasser und besteht arir, Chlor in bestimmten Mengen m einer geringeren Menge fliessenden Wassers gleichmässig zu verteilen und absorbieren zu lassen, worauf diese Wassermenge in der zu sterilisierenden Hauptwassermenge gleichmässig verteilt wird.
Alle diese Vorgänge spielen sich ohne längere zeitliche Unterbrechung ab, so dass kein Chlor in erheblicher Menge als freies Chlor entweichen kann, bevor es seine sterilisierende Wirkung ausgeübt hat. Die den Gegenstand der Erfindung bildende Vorrichtung umfasst eine Chlorgasquelle, Mittel zum Mischen und Absorbieren bestimmter oder im bestimmten Verhältnis festgelegter Chlormenge mit einer geringeren Menge fliessenden Wassers ur. d ferner Mittel zur Mischung dieser Wassermenge mit der zu sterilisierenden Hauptwasseimenge.
Chlor ist bekanntlich eines der besten Desinfektionsmittel, denn durch eine geringe Menge freien Chlors von etwa 0-1 bis 0'4 Teilen auf eine Million, können die meisten Fluss- oder Seewässer sterilisiert werden. Für stärker verunreinigte Wässer, wie Abwasser. ist natürlich ein verhältnismässig grösserer Zusatz von Chlor erforderlich. Die Verwendung des Chlors leidet jedoch an dem Übelstand, dass es schnell verschwindet, indem das freie Element Verbindungen eingeht und seine bakterientötende Kraft verliert. Licht begünstigt dieses Verschwinden ; ferner enthalten die meisten Wässer, z.
B. sämtliche Abwässer, mit Chlor ehemisch reagiererde Bestandteile in ge- nügenden Mengen, um erheblich mehr freies Chlor zum Verschwinden zu bringen, als die sehr geringe, zur fast vollständigen Sterilisierung erforderliche Menge beträgt. Organische Bestand- teile, Schwefelverbindungen usw., gehen chemische Verbindungen mit freiem Chlor ein. Indessen ist für dieses Verschwinden des Chlors durch chemische Bindung eine gewisse Zeit erforderlich, während seine bakterientötende Kraft praktisch augenblicklich wirkt. Es ist praktisch ratsam, nur so wenig Chlor zu verwenden, wie zum Sterilisieren des Wassers ausreicht, und zwar aus wirtschaftlichen Gründen und deshalb, weil grössere Mengen Chlor dem Wasser einen gewissen Geschmack geben können.
Es bietet jedoch grosse Schwierigkeiten, die ausserordentlich geringen, zur Sterilisierung nötigen Chlormengen in Wasser durchaus gleichmässig zu verteilen, zumal diese Verteilung sehr schnell vor sich gehen muss, jedenfalls schneller, als das freie Chlor durch chemische Bindung zum Verschwinden gebracht werden kann.
Die Erfindung bezweckt, eine schnelle, wirksame und wirtschaftliche Verteilung kleiner Chlormengen in verhältnismässig grossen Wassermengen zu erzielen, beispielsweise zum Zwecke des Sterilisierens fliessenden Wassers in städtischen Wasserversorgungsanlagen. Zu diesem Zwecke wird freies Chlor verwendet, und zwar zweckmässig das handelsübliche verdichtete Gas, wenn
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
Die unmittelbare Einführung von Chlor in die damit zu behandelnde Waasermasse ist aus verschiedenen Gtüuden praktisch kaum durchführbar.
Ein Grund hiefür liegt darin, dass die erforderliche Chlor menge verhältnismässig so gering ist, dass ihre gleichmässige Verteilung schwierig wird und auch mehr Zeit in Anspruch nimmt, als für den vorliegenden Zweck zur Verfügung steht. In jedem Falle werden bei unmittelbarer Einführung des Chlors zeitweise Stellen oder Zonen'im Wasser entstehen, die mehr Chlor enthalten, als für die Sterilisierung erforderlich ist ; ein grosser Teil dieses örtlichen Chlorüberschusses kann dann verschwinden, ehe das Chlor im Wasser gleichmässig verteilt ist. Eine andere Schwierigkeit besteht darin, dass die Absorption von Chlorgas ziemlich langsam vor sich geht und bei seiner Einführung in eine Wassermasse erhebliche Mengen als Gasblasen emporsteigen und nutzlos entweichen.
Ferner bringen zeitweise Schwankungen in der Höhe des Wasserspiegels, wie sie bei einem fliessenden Wasserstrom unvermeidlich sind, Schwierigkeiten bei der Regelung der Gaszufuhr mit sich, insofern, als die in das Wasser überzuführenden Gasmengen Schwankungen unterliegen. Dies hat seinen Grund in der Verschiedenheit des auf der Austrittsöffnung des Gases lastenden Flüssigkeitsdruckes.
Nach der Erfindung wird deshalb an Stelle der unmittelbaren Behandlung der Wasser- masse mit Chlor zuerst Chlorgas in einer geringeren Wassermenge zui Absorption gebracht, um eine gleichmässig starke bzw. konzentrierte Sterilisierlösung zu erhalten, und dann wird diese Lösung mit der zu behandelnden Hauptwassermenge gemischt. Die schnelle Mischung einer beliebig grossen Wassermasse mit einer anderen Wassetmenge lässt sich natürlich viel einfacher durchführen, als etw & einen Teil Gas auf eine Million Teile Wasser gleichmässig verteilen. Wie bemerkt, erfolgt die Absorption von Chlor verhältnismässig langsam, sie findet jedoch im Verhältnis der Berührungsflächen zwischen Gas und Flüssigkeit statt.
Deshalb wird bei der Herstellung der Sterilisierlösung-anstatt das Gas durch die Flüssigkeit hindurchperlen zu
EMI2.1
Gas mit dieser grossen Flüssigkeitsoberfläche in Berührung gebracht wird. Praktisch wird die Flüssigkeit zweckmässig schleierartig ausgebreitet und einem Gasstrom entgegengeführt. Die kugelförmigen Gasblasen bieten natürlich der Flüssigkeit bei glösstem Inhalt die kleinste Oberfläche. Dieses schleierartige Ausbreiten der Flüssigkeit unter Verwendung des Gegenstromverfahrens ermöglicht ferner die Erzielung eines genauen Mengenverhältnisses zwischen Gas und Flüssigkeit. Beim Sterilisieren von Wasser mittels Chlor ist aber aus den angeführten Gründen wünschenswert, hinsichtlich der zugeführten Mengen grösstmögliche Genauigkeit zu erreichen.
Die Mittel zur Verteilung und Mengenbemessung des Wassers sind natürlich mannigfaltig.
Bei der praktischen Durchführung des Verfahrens, z. B. zum Zwecke der Behandlung des in der Leitung einer städtischen Wasserversorgungsanlage enthaltenen Wassers, wird ein besonderer Nebenwasserstrom hergestellt, der beispielsweise etwa 0'1 bis 0'2% der Haupt-
EMI2.2
Dieser Zweigstrom kann durch einen Turm oder dgl. abwärtsgeleitet werden, der mit Koks, btem brocken oder anderem Material gefüllt ist, um das Wasser schleierartig auf eine grosse OberSäche auszubreiten. Durch diesen Turm wird von unten nach oben ein Chlorgasstrom geführt.
Das Chlor wird zweckmässig einer Flasche mit handelsüblichem flüssigem Gas entnommen.
Zwischen der Flasche und dem Absorptionsturm sind Druckregelungsvorrichtungen eingeschaltet, um eine genaue Kontrolle der dem Turm zugeführten Gasmenge und infolgedessen der Stärke der Sterilisierlösung bzw. der Menge des absorbierten Chlors zu ermöglichen, das aus dem Absorptionsturm in die zu behandelnde Wassermasse gelangt.
Durch die schleierartige Ausbreitung des Wassers und durch die Führung von Wasser und Gas im Gegenstrom kann eine starke Absorption bei so hoher Geschwindigkeit erreicht werden. dass in der zur Herstellung der Sterilisierlösung erforderlichen Zeit so gut wie kein Verschwinden von Chlor durch chemische Bindung stattfindet. Natürlich ist in jedem Fall die absolute Chlor menge, die in dieser Weise verschwinden kann, um so geringer, je kleiner die zur Absorption benutzte Wassermenge ist. Praktische Gründe (z. B. Verlust an Chlor durch Entweichen aus dem Entlüftungsstutzen des Absorptionsgefässes oder aus dem Chlorwasser, bevor dieses die zu behandelnde Wassermasse erreicht) lassen es wünschenswert erscheinen, lieber den Konzentrationsgrad der Sterilisierlösung zu beschränken, als das Höchstmass der Absorption anzustreben.
Der von dem Absorptionsgefäss kommende Flüssigkeitsstrom wird in die zu behandelnde Flüssigkeitsmasse so schnell und gleichmässig wie möglich eingeleitet und damit geDÙ8cht.
In den Zeichnungen sind einige Ausführungsbeispiele einer zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung geeigneten Vorrichtung teilweise schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt eine einfache, aber wirksame Ausführungsform einer solchen Vorrichtung, Fig. 2, 3 und 4 zeigen andere Ausführungsformen.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung ist ein Absorptionsturm Z0 vorgesehen, den die zur Herstellung der Sterilisierlösung dienende Wassermenge von oben nach unten durchzieht, um einen aufwärtsgerichteten Chlorgaastrom zu absorbieren. Das Chlor wird bei der dargestellten
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
Dem Turan 10 wird Wasser von irgend eiser Quelle zugeführt, die einen gleichmässigen oder annähernd gleichmässigen hydrostatischen Druck gibt, beispielsweise aus einem Behälter 16, von, dem eint, Leitung 17 oben in den Turm führt. Die Wasserzuleitung 17 ist mit einem Absperrventil 18, einem Regelventil19 und ausserdem mit einer Vorrichtung zum Messen des in den Turm fliessenden Wassers versehen.
Zu diesem Zwecke kann ein Waasermesser zum Anzeigen der Durchflussmenge Verwendung finden, es ist jedoch zweelcmässig, einen Geschwindigkeitsmesser zu verwenden, der die Strömungsgeschwindigkeit und die in gegebener Zeit durchfliessende Wassermenge anzeigt. Ein solcher fesser 20 ist zwischen dem Abspeirventil- und dem Regelventil 19 eingeschaltet, jedoch ist diese Lage unwesentlich-Das mit Chlor durchsetzte Wasser wild aus dem Turm durch ein Rohr 21 abgeleitet, um mit der zu behandelnden Hauptwasser- menge vereinigt zu werden. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, kann das Rohr 21 unmittelbar in die Leitung 22 führen, durch welche das zu behandelnde Wasser fliesst.
Der Absorptionstmm 10 kann aus einem stehenden Behälter aus Steingut oder anderem Stoff bestehen, der von Chlor nicht angegriffen wird ; der Turm ist ganz oder annähernd ganz mit Steinbrocken, Koks cder anderem Verteilungsmaterial gefüllt, durch welches das Wasser schleierartig ausgebreitet wild.
Der Turm ist mit einem Entlüftungsstutzen 22a versehen, um den Druck innerhalb des Turmes auf oder annähernd auf Atmosphärendruck zu halten.
Die beschriebene Vorrichtung wird zur Durchführung des Verfahrens in folgender Weise benutzt :
Angenommen, die Regelventile 15, 19 sind nc-h nicht eingestellt, dann werden bei Schliessung dieser Ventile die Absperrventile zuerst geöffnet und das Druckminderventil 14 so eingestellt, dass etwa der DMiC* : erreiche wird, bei dem daa Gas das Regelventil15 erreichen soll. Hierauf werden die Regelventile 15, 19 geöffnet und unter Berücksichtigung der gewünschten Stärke der herzustellenden Lösung und der dem Wasser zuzusetzenden Chlormenge eingestellt.
Da das in den Turm geleitete Gas durch das abwärtsfliessende Wasser vollständig absorbiert und dauernd durch das Rohr 21 abgeführt wird, um m das zu behandelnde Wasser überzutreten. wird diesem das Chlor in dem Masse zugesetzt, wie Chlorgas in den Turm eintritt. Die zuzuführende Chlormenge kann deshalb mittels des Regevlentiles 15 überwacht werden. Die dem zu behandelnden Wasser jederzeit zuzuführende Chlormenge oder das Mass der Zufuhr kann nach der Konzentration des aus dem Turm austretenden, mit Chlor durchsetzten Wassers und nach der Strömunss- geschwindigkeit des den Turm durchfliessenden Wassers bestimmt weiden.
Die Stärke der Lösung kann durch Entnahme von Proben genau festgestellt werden ; zur Entnahme solcher Proben kann ein Probierhahn 23 vorgesehen sein. Die Strömungsgeschwindigkeit der Menge des den Turm durchfliessenden Wassers wird durch den Geschwindigkeitsmesser 20 angegeben. Durch Versuchsproben des mit Chlor durchsetzten, aus dem Turm austretenden Wassers und durch Beobachtung der Strömungsgeschwindigkeit des Wassers zu dieser Zeit kann deshalb die Menge des dem zu behandelnden Wasser zugeführten Chlors bestimmt werden, während durch Regelung der Gaszufuhr- zu dem Turm mittels des Ventiles 15 und durch Probeentnahme nach vollzogener Einstellung jede beliebige Chlorzufuhr zu dem zu behandelnden Wasser mit genügender Genauigkeit erreicht werden kann, um alle praktischen Anforderungen zu erfüllen.
Die Menge des den Turm durchfliessenden Wassers muss natürlich wenigstens ausreichend sein, um die Höchstmenge des in den Turm eintretenden Chlorgases aufzunehmen. Praktisch wird zweckmässig eine diese Mindestmenge beträchtlich überschreitende Wassermenge verwendet, beispielsweise eine solche Menge, die eine Konzentration der Sterilisierlösung von etwa 1 g Chlor auf 1 l Wasser ergibt. Sind die Ventile , Jf5, J9 einmal so eingestellt, dass die Zufuhr von Chlor zu dem zu behandelnden Wasser im gewünschten Masse gesichert ist, so wild unter sonst gleichen Bedingungen die Zuleitung von Chlor in diesem Masse dauernd aufrechterhalten.
Ist die Vorrichtung zu irgend einer Zeit durch Abschluss der Absperrventile 13, 18 ausser Betrieb gewesen. so brauchen zur
Wiederinbetriebsetzung nur die Absperrventile voll geöffnet zu werden, damit Chlor dem zu behandelnden Wasser wieder in gleichem Masse zugeführt wird.
Statt die kleinere Wassermenge zu messen, bevor sie mit dem Gas in Berührung gebracht wird, kann das Chlorwasser nach Verlassen des Absorptionsturmes und vor Eintritt in das zu behandelnde Wasser gemessen werden. In beiden Fällen wird die Zufuhr der gewünschten Menge an Chlor oder von Chlor im gewünschten Mengenverhältnis zu dem zu behandelnden Wasser dadurch gesichert, dass diesem Wasser in vorher bestimmtem Masse die Sterilisierlosung
Von bekannter oder vorher bestimmter Stärke zugesetzt wird. Wird das Wasser vor
Eintritt in den Turm oder dgl. gemessen, dann muss zur Sicherung der gleichmässigen
Zufuhr von Chlor zu dem zu behandelnden Wasser dafür gesorgt werden, dass das Chlor-
EMI3.2
<Desc/Clms Page number 4>
EMI4.1
Behandlung verhältnismässig geringer Mengen fliessenden Wassers geeignet ist.
Der Absorptionsturm 10 dieser Vorrichtung entspricht dem Turm 10 der Fig. 1. In den Boden dieses Turmes
EMI4.2
und dem Regelventil 15 kann in der durch Fig. 1 veranschaulichten Weise ein Druckminderventil eingeschaltet sein ; wenn jedoch der Chlorstrom verhältnismässig gering ist oder nicht lange anhält, können hinreichend genaue Ergebnisse für alle praktischen Zwecke auch ohne Druckminderventil erzielt werden. Das Wasser kann in den Turm, wie bei der vorher beschriebenen Vorrichtung. von einem Behälter 16 oder einer anderen Quelle durch eine Leitung 17 zugeführt werden, die in das obere Ende des Turmes mündet und mit einem Absperrventil. M sowie einem Regelventil 19 versehen ist. Der Turm wird zweckmässig mit einem Entlüftungsstutzen 22b ausgerüstet.
Das Chlorwasser wird. wie vorher, durch ein Rohr 21 abgelassen, das jedoch, anstatt unmittelbar in das zu behandelnde fliessende Wasser zu führen, in einen Messbehälter 30 mündet, der zur Vermeidung von Chlor Verlusten bis auf einen Entlüftungsstutzen geschlossen ist und mit einem Wasserstardisanzeiger 31 versehen sein kann. Das Abflussrohr 2 wird zweckmässig bis dicht an den Boden des Behalters geführt, wie durch gestrichelte Lumn angegeben ist, damit das Umherspritzen des Wassers beim Eintritt in den Behälter vermieden wird.
Aus dem Messbehälter 30 fliesst das Chlorwasser durch einen Auslass, der mit einem mittels Schwimmer gesteuerten Ventil 33 versehen ist, in einen kleineren Behälter 32, in dem somit das Wasser dauernd in gleicher Höhe erhalten wird. Aus dem Behälter 32 fliesst das Wasser unter gleichmässigem hydrostatischem Druck durch eine Messöftnung zu der Hauptleitung bzw. zu der zu behandelnden Hauptwassermenge. Die MessÏflnung kann mit einer Stellvorrichtung versehen sein, um das Mass des Austrittes von Wasser durch Einstellung des Durchflussquerschnittes der Austritts- öffnung ändern zu können. Bei der in Fig. 2 dargestellten Vorrichtung dient hiezu ein einstellbares Messventil 34, das in ein an den Behälter 32 angeschlossenes Auslassrohr 35 eingeschaltet ist.
Das aus dem Rohr 35 austretende Chlorwasser kann mit der zu behandelnden Wassermenge auf beliebige Weise vereinigt werden. In Fig. 2 ist ein Abflussrohr 36 dargestellt, welches das Chlorwasser aus dem Rohr 35 aufnimmt und nach unten in einen Ausgleich behälter 37 führt, der als Teil der Leitung angesehen werden kann, durch die das zu behandelnde Wasser fliesst.
Das Auslassende des Rohres 36 liegt dem Einlassende der Hauptleitung 38 gegenüber, wodurch eine innige Mischung des aus dem Rohr 36 kommenden Chlorwassers mit dem den Ausgleichbehälter durchfliessenden Wasser erzielt wird. Um Schwankungen in der Wasserzuatrömung vom Behälter. ? zu vermeiden, die von Änderungen des auf dem Auslassrohr 36 lastenden Rückdruckes herrühren, der durch das Steigen und Fallen des Wasserspiegels in dem Behälter 37 hervorgerufen werden kann, steht das Rohr 36 zweckmässig mit der Atmosphäre in Verbindung, beispielsweise mittels eines Standrohres 39. Ferner ist zweckmässig, eine weitere Wasserzuführung anzubringen, deren Zussussmenge sich mit dein Chlorwasser an dessen Eintrittsstelle in das Abflussrohr 36 bzw.
Standrohr 39 vereinigt. Zu diesem Zwecke führt bei der in Fig. 2 dargestellten
Vorrichtung in das Standrohr 39 oberhalb seiner Verbindungsstelle mit dem Rohr 35 ein Wasserzuflussrohr 40. Dieser zusätzliche Wasserstrom dient einerseits zur Aufnahme der Chlorgasmengen, die etwa aus dem von dem Rohr 35 in das Abflussrohr 36 eintretenden Wasser abziehen, andererseits zur Verdünnung und Vermehrung des in die Hauptwassermenge eintretenden Chlorwassers, wodurch eine bessere Verteilung des Chlors gewährleistet wird.
Die in Fig. 2 veranschaulichte Vorrichtung wird in folgender Weise benutzt :
Sind die Regelventile 15, 19 noch nicht eingestellt, so werden bei geschlossener Stellung
EMI4.3
Nach Erreichen der gewünschten Konzentration können die Regelventile im Bedarfsfälle verriegelt oder in anderer Weise gegen zufällige oder unbefugte Änderung ihrer Einstellung ge-
EMI4.4
<Desc/Clms Page number 5>
EMI5.1
wirtschaftlich sehr in Betracht kommt.
Die genaue Menge Chlorwasser, die durch das Abflussrohr 36 während eines bestimmten Zeitraumes zugeführt wird, kann durch Messen der aus dem Behälter 30 während dieser Zeit entnommenen Wassermenge bestimmt werden, wobei der Messer 31 dazu dient. das Sinken des Wasserspiegels in dem Behälter anzugeben, indem seine Skala entweder die Menge oder den Höhenunterschied der Wasserspiegel angibt. Hieraus kann die Menge berechnet weiden, wenn
EMI5.2
Einstellung des Ventiles 34 festgestellt werden.
Zur Vermeidung dieser jeweilig auszuführenden Messungen können das Ventil und die Flüssigkeitssäule in dem Behälter 32 bei gleichbleibendem Wasserstande 80 bemessen sein, dass durch einfache Einstellung des Ventiles nach seiner Skala eine bestimmte Ausflussmenge erzielt und somit die gewünschte Chlormenge der zu behandelnden Wassermasse zugesetzt wird. Natürlich ist nicht erforderlich, dass das in den Behalter 30 geleitete Wasser genau eine ganz bestimmte Konzentration hat. Es genügt vielmehr, dass es annähernd diese Konzentration hat und der Konzentrationsgrad bekannt ist, so dass dann das Ventil 34
EMI5.3
zustellenden Lösung erforderlich ist.
Sind die Regelventile J ! 5, 29 einmal eingestellt urd ist die Stärke der dem Behälter 30 zugeführten Lösung bestimmt, dann wird bei dem weiteren Betriebe des Absorptionsturmes diese vorher bestimmte Konzentration aufrechterhalten. Dies setzt vroaus, dass der Druck, unter dem das Gas das Regelventil 15 erreicht. gleichmässig ist, und dieses Bedingung trifft bei Verwendung einer verdichtetes, flüssiges Chlorgas enthaltenden Flasche zu, wenn die Gasentnahme aus dieser Flasche nicht zu gross ist und die Temperaturwechsel nicht zu beträchtlich sind.
Zur Erzielung der genauesten Ergebnisse und in Fällen, in denen ein verhältnismässig grosser Betrag an Chlor verwendet werden soll, ist die Anordnung eines Druckminder-und Regelventiles zwischen dem Regelventil 15 und dem Absperrventil 13 zweckmässig, wie in Fig. 1 angegeben ist.
Soll die Zufuhr von Chlor zu dem zu behandelnden Wasser in bestimmter Menge oder in bestimmtem Mengenverhältnis gesichert werden, ohne von der Einführung von Chlorwaaser in bekannter bzw. vorher bestimmter Stärke und in bestimmter Menge abhängig zu sein, kann auch so verfahren werden, dass das Chlorgas gemessen wird, bevor es mit der geringeren Wassermenge in Berührung kommt, und dass dann die so hergestellte Sterilisierlösung unmittelbar in die Hauptwassermasse geführt wird. Wird in dieser Weise verfahren, so braucht die geringere Wassermenge nicht gemessen zu werden und auch in keinem bestimmten Verhältnis zu dem zugeführten, zu absorbierenden Chlorgas zu stehen, es ist vielmehr nur erforderlich, dass diese Wassermenge gross genug ist, um alles in Berührung mit ihr gebrachte Chlor zu absorbieren.
In Fig. 3 ist eine Ausführungsform der Vorrichtung dargestellt, die zur Durchführung des Verfahrens in dieser We : se dient.
EMI5.4
versorgungsstelle kommt und mit einem Abspe @ventil 18 verschen ist sowie zweckmässig ein Regelventil J9 enthält. Der Turm 10 hat einen Entlüftungsstutzen 22a, der oben angebracht
EMI5.5
<Desc/Clms Page number 6>
selbst bei erheblichen Druckschwankungen des zu dem Ventil 60 gelangenden Gases praktisch aufrechtzuerhalten. Die Leitung 12 enthält ausserdem zwischen dem zweiten Druckminder- ventil zu und dem Turm eine Drosselvorrichtung 52, z. B. eine Drollse1scheibe mit einer Onnung von bestimmtem Durchgangsquerschnitt.
Zwischen dem Druckminderventil 51 und der Drossel-
EMI6.1
saure oder eine andere Flüssigkeit befindet, die mit Chlorgas keine Verbindung eingeht. Das von dem Boden des Turmes 10 ausgehende Auslassrohr 2J kann unmittelbar mit der Leitung verbunden sein, durch welche die Hauptmenge des zu sterilisierenden Wassers fliesst, oder es können andere Mittel vorgesehen sein, um die unmittelbare und dauernde Überführung des Cblorwassers aus dem Turm in das zu sterilisierende Wasser zu bewirken. Wie in Fig. 3 dargestellt ist, wird das Chlorwasser in eine Leitung 55 übergeführt, wobei das Rohr 21 so angeordnet isf, dass die Lage seiner Mündung innerhalb dieser Leitung die Durchmischung der Flüssigkeiten gewährleistet.
Um die Feuchtigkeit aus dem Absorptionsturm daran zu hindern, dass sie durch die Leitung 12 zu den Mess-und Regelvorrichtungen übertritt, wird zweckmässig ein nach oben gerichtetes Rohr von hinreichend. r Länge zwischen den Messvorrichtungen und dem Turm angeoidnet, z. B. das Rohr 56, das in Fig. 3 als Schlange von grosser Weite dargestellt ist. Solange dieses Rohr eine hinreichende Steigung in Richtung vom Turm zu den Messvorrichtungen hat, ist seine Länge wichtiger als der Grad seiner Steigung, obgleich die Länge mit der Verringerung der Steigung etwas vergrössert werden sollte. Dieses Rohr verhütet, dass die Feuchtigkeit aus dem Turm die Messvorrichtungen erreicht, weil die Ftüsaigkeitsdämpfe durch ein solches Rohr grösserer Länge nicht diffundieren können.
Im allgemeinen bietet eine Schlange aus engem Rohr gemäss der dargestellten Ausführung in einer Länge von etwa 2 in hinre : chenden Schutz.
Bei der Verwendung der in Fig. 3 dargestellten Vorrichtung wird das Druckminderventil 50 so eingestellt, dass es das Gas unter einem Druck abgibt, der mehr oder weniger über dem Druck liegt, bei dem das Gas die Drosselvorrichtung 52 erreichen soll. Bei geöffnetem Absperrventil13 wird dann das zweite Druckminderventil 5J eingestellt, so dass das Gas die Vorrichtung 52 mit dem gewünschten Druck erreicht, der der Chlormenge entspricht, welche dem Absorptionsturm zugeführt werden soll. Der an der Drosselvorrichtung herrschende Druck wird durch den Messer 53 genau angezeigt. Da die Durchgangsöffnung der Drosselvorrichtung 52 eine bekannte Grösse hat, hängt die Geschwindigkeit des Gasdurchflusses von dem Druck ab, unter dem das Gas zu jener Öffnung gelangt.
Es ist also lediglich nötig, das Gas der Öffnung unter dem richtigen Druck zuzuführen, damit es in der vorher bestimmten Menge oder mit einer bestimmten Stiömungsgeschwindigkeit m den Turm übertritt. Die Einhaltung dieses Druckes an der Drosselvorrichtung ist durch Einstellung des Ventils 51 nach den Angaben des Messers 53 ohneweiters möglich. E n einzelnes Druckminderventil, das zur besseren Einstellung in der aus Fig. 1 er- sichtlichen Weise zweckmässig durch e-in Regelventil ergänzt wird, kann statt der beiden in Fig. 3 veranschaulichten Druckminderventile dazu benutzt werden, nach einmal erfolgter Einstellung den Druck an der Drosselvorrichtung zu regeln und konstant zu halten.
Die Verwendung eines solchen Druckminderventiles gibt gute Ergebnisse, wenn die Verhältnisse so liegen, dass keine grossen Druckschwankungen in der Gaszuleitung auftreten. Um jedoch einen praktisch gleichmässigen Druck an der Drosselvorrichtung auch bei erheblichen Druckschwankungen in der Gaszuleitung zu erzielen, wie sie beispielsweise auftreten können, wenn das Chlorgas in beträchtlicher Menge aus einer Gasflasche für verhältnismässig lange Zeit fortdauernd entnommen wird, ist die Verwendung zweier einstellbarer Druckminderventile zweckmässig. Mit einer derartigen Einrichtung kann die gewünschte Einstellung dauernd und vollkommen genau aufrechterhalten werden.
Die Wasserzufuhr zu dem Turm durch die Leitung 17 ist so einzustellen, dass genug Wasser den Turm durchfliesst, um das gesamte eintretende Chlorgas zu absorbieren ; die Wassermenge kann so bemessen sein, dass je nach Wunsch eine Lösung von grösserer oder geringer er Stärke erzielt wird. Natürlich ist die genaue Menge des den Turm durchfliessenden Wassers,
EMI6.2
Chlorzuführung in das zu behandelnde Wasser hängt in diesem Falle von dem Mass der Chlorzufuhr zu dem Absorptionsturm ab.
In Fig. 4 ist eine geänderte Ausführungsform des Absorptionstuimes dargestellt, in der die geringere Wassermenge nicht schleierartige ausgebreitet und das 80 ausgebreitete Wasser mit dem Gase im Gegenstrom in Berührung gebracht wird, sondern Wasser und Gas in den unteren Teil eines Turmes oder einer Kammer eingeführt werden, die Stembrceken oder anderes Verteilungsmaterial enthä't. In dieser Kammer steigt das Wasser bis zu einer UberlaufoSnung empor. Da das Wasser in der Kammer durch deren Fülluns lancpam empolsteigt, bietet, es dem
<Desc/Clms Page number 7>
EMI7.1
aufrecht in einem Ausgleichbehälter 61, der einen Teil der Leitung bildet, durch die das zu sterilisierende Wasser fliesst.
Das Wasser wird durch eine Leitung 62 urd das Chlorgas durch eine Leitung 63 zugeführt ; beide Leitungen münden dicht am Boden der Kammer. Ein überlauf- rohr 64 führt von einer nahe am oberen Ende der Kammer und über dem Wasserspiegel im Behälter 61 gelegenen Stelle nach unten. Durch das Rohr 64 wird das überfliessende Chlorwasser aus der Kammer 60 in die Hauptleitung des zu behandelnden Wassers geführt. Die Wasser-und Chlorgaszufuhr zur Absorptionskammer kann durch Einrichtungen überwacht werden, wie sie in den anderen Figuren dargestellt sind, damit die gewünschte Chlorzufuhr zu dem zu behandelnden
Wasser gesichert ist.
Wenn jedoch die Absorptionskammer unzugängig ist, und Probeentnahmen zur Untersuchung schwierig sein würden, wird das Gas zweckmässig in abgemessenen Mengen zugeführt, wie dies bei der in Fig. 3 dargestellten Vorrichtung geschieht.
Das beschriebene Verfahren ist zur Behandlung aller Arten von Wasser geeignet, die durch Behandlung mit Chlor verbessert werden können. Der Ausdruck "Wasser" ist so zu verstehen, dass alle Arten von Wasser und wässerigen Flüssigkeiten darunterfallen, beispielsweise Wasser aus städtischen oder anderen Versorgungsanlagen, Abwässer usw. Die richtige Menge des dem zu behandelnden Wasser zuzusetzenden Chlors wird natürlich in jedem Falle unter Berücksichtigung der Beschaffenheit des Wassers bestimmt.
PATENTANSPRüCHE :
1. Verfahren zum Sterilisieren von Wasser, insbesondere von fliessendem. Wasser, mittels Chlorgases, dadurch gekennzeichnet, dass das Chlorgas zunächst in einer kleinen Menge fliessenden Wassers zu einer einheitlichen Lösung von bestimmtem Chlorgehalt gelöst und diese Lösung dann unmittelbar mit der Hauptmenge des zu sterilisieierden fliessenden Wassers vereinigt wird.