AT77664B - Verfahren zur Erhöhung der Deckkraft von Farbkörpern, die aus amorphen Titansauerstoffverbindungen bestehen. - Google Patents

Verfahren zur Erhöhung der Deckkraft von Farbkörpern, die aus amorphen Titansauerstoffverbindungen bestehen.

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AT77664B
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  Verfahren zur Erhöhung der Deckkraft von Farbkörpern, die aus amorphen Titan- eauerstoffverblndungenbestehen. 



   Die Erfindung betrifft Pigmente jener Art, welche aus Titansauerstoffverbindungen bestehen-oder solche enthalten, und zwar entweder in freier Form oder in chemisch verbundener Form und bezweckt die Schaffung eines verbesserten Pigmentes dieser Art sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung. 



   Bekanntlich hat man sich seit einiger Zeit bemüht, aus Titanverbindungen weisse oder hellfarbige Pigmente herzustellen. Trotz aller Bemühungen nach dieser Richtung ist es jedoch nicht gelungen, die Fabrikation derartiger Pigmente in industriellem Massstabe einzuführen. Der Erfinder hat nun die hier in Betracht kommenden Probleme studiert, um aufzuklären, aus welchen Gründen die Verwendung von Titanverbindungen zu diesem Zwecke auf Schwierigkeiten stösst. Um verständlich zu machen, um welches Problem es sich hier handelt, wird nachstehend eine allgemeine Erklärung des Charakters der Pigmente gegeben.

   Ein weisses oder hellfarbiges Pigment muss, um wirksam zu sein, folgende Eigenschaften besitzen : a) Es muss starke   Dckkraft baben,   d. h. eine Unterlage verdecken oder verbergen, selbst wenn es in ganz dünner Schicht aufgetragen    wird ;'.   b) seine mechanische Beschaffenheit hinsichtlich Form und Grösse der Teilchen muss derartig sein, dass es sich mit Öl oder einem anderen Vehikel innig mischen lässt, so dass es leicht verteilt werden kann, selbst wenn man es über grosse Flächen streicht. 



   Die erwähnte Eigenschaft, nämlich die Deckkraft eines Pigmentes, wird   hauptsächlich   durch dessen optische Eigenschaften   bestimmt und bangt   bei weissep   Pigmentss vom  
Brechungsquotienten b. Die Deckkraft eines Pigmentes kann   nämlich a ! s ein Bpechungs-   prozess betrachtet werden, indem das durch das Vehikel auf ein Teilchen des Pigmentes auftreffende Licht von dessen oberer Flache reflektiert und gegebenenfalls von dessen unterer Fläche total reflektiert wird. Vom Brechungsquotienten des   Pigmentes hängt   es ab, wie viel von dem einfallenden Lichte bei jedem Durchgang durch die Trennungsfläche zwischen 
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 dem Unterschiede zwischen dem Brechungsquotienten des Pigmentes und jenem des Vehikels ab.

   Je grösser dieser Unterschied wird ein umso grösserer Anteil des Lichtes wird bei jedem Durchgang durch eine Trennungsflache zurückgeworfen und umso grösser ist dann die Deckkraft des Pigmentes. Bei sonst gleichen Verhältnissen zeigt daher jenes Pigment die beste Deckkraft, dessen Breckungsquotient   \1)   n dem Brechungsquotienten des Vehikels am stärksten abweicht. Die nachstehenden Ziffern veranschaulichen diese Erscheinung. Diese Ziffern sind teilweise der Literatur entnommen und, wo die Literatur keine Auskunft gegeben hat, sind sie das Ergebnis eigener Untersuchungen und Messungen. Sämtliche Ziffern be-   ziehen sich anf den Brechungsquotienten des untersuchten Stoffes gegenüber Luft und mit Natriunilicht.   
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<tb> 
<tb> 



  Unterschiede
<tb> gegenüber <SEP> dem
<tb> BrechungB-Shungaindex <SEP> index
<tb> von <SEP> Leinöl
<tb> Leinöl <SEP> (nach <SEP> dem <SEP> Trocknen <SEP> des <SEP> Überzuges) <SEP> 1#50
<tb> Schwerspat................ <SEP> 1-64 <SEP> 0#14
<tb> ! <SEP> Amorphes <SEP> Titansäurehydrat <SEP> Ti <SEP> (0H) <SEP> 4 <SEP> 1'9 <SEP> 0'4'
<tb> Amorphen <SEP> Titandioxyd <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 2#23 <SEP> 0#73
<tb> Kristallinisches <SEP> Titandioxyd <SEP> :
<tb> a) <SEP> in <SEP> der <SEP> Form <SEP> von <SEP> Anatas.......... <SEP> 2#52 <SEP> 1#02
<tb> b) <SEP> in <SEP> der <SEP> Form <SEP> von <SEP> Brookit,. <SEP> 2"64 <SEP> 1"14
<tb> c) <SEP> in <SEP> der <SEP> Form <SEP> von <SEP> Ruti.......... <SEP> 2-71 <SEP> 1-21
<tb> 
 
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 EMI2.1 
 muss.

   Ein   Beispiel dafter   bieten die sogenannten flüssigen Kristalle, die ein opakes, trübes Aussehen annehmen und 80 die Eigenschaft haben, das Licht durch ihre ganze Masse zu reflektieren und zu verteilen,   selbst wenn die-doppelbrechenden   Teilchen verschiedene Lage haben. 
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   index für Natriumlicht.   
 EMI2.3 
 
<tb> 
<tb> 



  Amorphes <SEP> Titansäurehydrat <SEP> Ti <SEP> (OH) <SEP> 4., <SEP> 0'00
<tb> Amorphes <SEP> Titandioxyd <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0#00
<tb> Titandioxyd <SEP> in <SEP> Form <SEP> von <SEP> Anatas...... <SEP> 0#07
<tb> ,, <SEP> @ <SEP> ,, <SEP> ,, <SEP> ,, <SEP> Brookit <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0#16
<tb> ,,, <SEP> Rutil...... <SEP> 029
<tb> 
 
Hieraus ist ersichtlich, dass die kristallinischen Abarten, insbesondere Rutil, auch hinsichtlich der Doppelbrachung überlegen sind. 



   Die Ergebnisse dieser Untersuchungen und   Uberlegungen   können dahin zusammengefasst werden, dass in den optischen Eigenschaften die   kristallinischen Titansauerstoff-   verbindungen in der Anwendung als Pigment die amorphen Sauerstoffverbindungen weitaus   übertreffen. Eine andere Frage ist wie es mit den mechanischen Eigenschaften,   
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   dass sich kristallinische Substanzen als Pigmente nicht eignen. Die ungleiche Grösse und   die kantige, eckige Form lassen sie'ungeeignet erscheinen, mit dem Vehikel innig gemischt zu werden, so dass man sie als. einen glatten Überzug auftragen kann.

   Die kristallinischen Substanzen werden gewöhnlich noch ungeeigneter, wenn man sie auf mechanischem Wege gepulvert hat, weil sich dabei scharfkantige Bruchstücke von ungleicher Grösse bilden, die zur Verwendung als Pigment   sehr\wenig passen,  
Hierin liegt offenbar der Grund, warum frühere Erfindungen - eine solche ist in der amerikanischen Patentschrift Nr.   503A24   von   Kiewell niedergelegt #, gemäss welchem   gepulverte Kristalle von natürlichen titanhältigen Mineralien als Pigment verwendet werden sollen, nicht zu praktischen Ergebnissen geführt haben. Ausserdem weisen die natürlichen 
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 einem   Vehikel wie Leinöl,   gleichmässig verwischen lassen und sich sehr gut dazu eignen, auf grosse Flachen aufgestrichen zu werden.

   Dies trifft besonders bei amorphem   Tit1insäure-   hydrat zu   sowie   bei amorphem Titandioxyd, das man aus ersterem durch Erhitzen gewinnt. 



   Es   Ist ftttitt worden,   dass kristallinische sauerstoffhältige Titanpigmente starke Deckkraft   besit@en, aber wegen   ihres Gefüges angeeignet sind, während andererseits die   amorphen Titansau@@@@offverbindungen   niedrigere Deckkraft aufweisen, jedoch hinsichtlich ihres   Gefti' ute'len   erscheinen. Es sind daher Bemühungen angestrengt worden, Pigmente herzustellen. welche die vorstehend angegebenen, notwendigen Bedingungen in sich   vereinig@@ Dem F@@inder   ist es gelungen, dieses Problem zu lösen. Die Erfindung 
 EMI2.7 
 kleiner   Kristalle in thera@odynamische@ Hinsicht   weniger beständig ist, als eine grössere AnzahlgrössererKrstalle. 



   Zur   gleichen Ze@t wird die Deckkraft   des Pigmentes sehr bedeutend erhöht, wobei es seine   ursprung@     @en. vorteilhaften Gefügeeigenschaften beibehält.   Es hat sich gezeigt, dass ein geeignetes Verfahren zur Hervorrufung einer Kristallisation von amorphen Titan-   sauerstoffverbindungen dar@ besteht, dass man   ein Erhitzen in einem bestimmten Temperatur- 
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 erhitzt, wobei die Katalysatoren auf die Ingangsetzung des Kristallisationsvorganges günstig einwirken. 



   Nach diesen Verfahren sind Pigmente mit viel höherer Deckkraft als amorphe Titansauerstoffverbindungen hergestellt worden, wobei die neuen Pigmente keine jener nachteiligen Eigenschaften des Gefüges aufweisen, welche den natürlichen kristallinischen Titanverbindungen anhaften. 



   Der angedeutete Vorgang der Umwandlung von amorphen Titansauerstoffverbindungen in    kristallinische Verbindungen   kann so weit getrieben werden, dass die Umwandlung eine vollständige ist oder man kann den Vorgang auch früher abbrechen, wenn die   Dehandlang   nur eine schwache war oder kurze Zeit gedauert hat. 



   Es ist   nämlich   gefunden worden, dass es nicht nötig ist, die ganze   Titanverbindung   in kristallinische Form umzuwandeln, indem eine, beträchtliche Verbesserung des Produktes bereits beobachtet wird, sobald ein merklicher Anteil, über   100/0'des   Titangehaltes in kristallinische Form übergeführt ist. 



   Ferner hat sich gezeigt, dass der angegebene Vorgang zur Gewinnung verbesserter, titanhaltiger Pigmente nicht nur auf reine Titauverbindungen, welche keine anderen Metalle enthalten, Anwendung finden kann, sondern dass man auch von Pigmenten ausgehen kann, die neben Titan andere Stoffe enthalten.

   Es ist beobachtet worden, dass der   Kristallisations-   vorgang eine sehr günstige Wirkung in der Richtung ausübt, dass die Beständigkeit der   titanhaltigen Pigmente   gegen die Einwirkung des Lichtes eine Erhöhung erfährt, indem die kristallinischen, titanhaltigen   Pigmente,   praktisch genommen, gegen die Einwirkung von Licht bei Gegenwart organischer   Stoff,. absolut beständig   sind, wogegen amorphe, titanbaltige Pigmente einem besonderen   Stabilisierverfahren   unterworfen werden müssen, um zu verhindern, dass sie in Gegenwart organischer Stoffe unter dem Einflusse des Lichtes zu dreiwertigen Titanverbindungen reduziert werden. 



   Die angegebene Beschaffenheit der kristallinischen und der amorphen Titansauerstoffverbindungen ist in der Zeichnung veranschaulicht, welche Teilchen der verschiedenen titanhaltigen Substanzen in vergrössertem Massstabe darstellen, so wie sie bei der mikroskopischen Untersuchung erscheinen. 



   Fig. 1 zeigt Rutilkristalle, Fig. 2 gepulverte Rutilkristalle ; Fig. 3 zeigt amorphes   Titansäurebydrat,   Fig. 4   amorphe T) t : msiiure   ; Fig 5 zeigt das   kristallinisebe   Pigment. 



    PATENT-ANSPRÜCHE:  
1. Verfahren zur Erhöhung   de : I'cckkraft von Farbkorpern,   die aus amorphen Titansauerstoffen bestehen oder derartige Verbindungen nebst anderen Metallverbindungen ent-   haven,   dadurch gekennzeichnet, dass die amorphen Stoffe in kristallinische Verbindungen umgewandelt werden, wobei das Gtfuge der ursprünglichen amorphen Verbindungen int wesentlichen unverändert bleibt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das amorphe Ausgangs- material bei einer vorher bestimmten'1 cmperatur erhitzt wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umwandlung des amorphen Materiales in kristaHinisth Fnrm nur teilweise durchgeführt wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Erhitzen in Gegenwart eines Katalysators, z. B. einer Halogenverbindung, stattfindet.
AT77664D 1916-10-14 1917-05-07 Verfahren zur Erhöhung der Deckkraft von Farbkörpern, die aus amorphen Titansauerstoffverbindungen bestehen. AT77664B (de)

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