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Die Erfindung betrifft einen Heizstab zur Entfeuchtung bzw. (Aus) Trocknung insbesonde- re von feuchtem Mauerwerk Feuchtes Mauerwerk stellt insbesondere bei alten Gebäuden oder nach Überschwemmun- gen ein grosses Problem dar. Bei andauernder Feuchte verschlechtert sich die Bausubstanz zunehmend, zum anderen werden Gebäude aufgrund von Schimmelbildung und/oder Ge- ruchsbildung unbewohnbar. Eine effiziente Methode zur Austrocknung bzw. Entfeuchtung von Mauerwerk unterschiedlichster Art - dazu zählen Vollziegel-, Hohlziegelmauern, Mischmauerwerk, Steinmauerwerk und in speziellen Fällen auch Betonwände - stellt das Erwärmen des Mauerwerks von innen her dar. Dabei werden Heizstäbe mit kreisrundem Durchmesser in bevorzugt horizontal in die Wand gebohrte Löcher eingesetzt und mit Strom versorgt.
Die Temperatur des unmittelbar an den Heizstab angrenzenden Mauer- werks kann bis zu 200 C betragen, an der Maueroberfläche sind Temperaturen bis zu 50 C zu erwarten. Der Abstand zwischen einzelnen Heizstäben wird je nach Feuchtigkeitsgehalt und Dicke der Mauern bemessen und liegt gewöhnlich im Bereich von 20 cm bis 50 cm.
Um die Heizwendeln der einzelnen Heizstäbe mit Strom versorgen zu können, ist jeder Heizstab mit einem Anschluss bzw. einem Versorgungskabel versehen. Über Schukoste- cker ist jeder einzelne Heizstab mit einem Verteiler, beispielsweise einer Steckerleiste, verbunden. Für grossflächige Mauerentfeuchtung erfordert dies einerseits eine Vielzahl langer Versorgungskabeln und andererseits eine Vielzahl von feuchtraumtauglichen und daher teuren Verteilern. Das Anbringen und Entfernen der Heizstäbe ist aufgrund des dabei entstehenden Kabelsalats und der Unüberschaubarkeit der Kabelverbindungen mit grossem Aufwand verbunden. Insbesondere auf Baustellen kann es zu unbeabsichtigtem Herauszie- hen eines oder mehrerer Stecker führen.
Irrtümlicher Zusammenschluss anderer elektri- scher Geräte mit dem Heizstabsystem kann zu Kurzschluss und in weiterer Folge zur Zer- störung von Heizstäben führen. Durch Herumsteigen auf Versorgungskabel, wie dies auf Baustellen unvermeidlich ist, können Heizstäbe aus Ihren Löchern oder die Kabeln aus Ihrer Verankerung am Heizstab herausgerissen werden. In feuchter Umgebung, in denen Heizstäbe ja vorwiegend eingesetzt werden, birgt dies eine grosse Gefahr für das mit der Mauerentfeuchtung betraute Personal. Heizstabsysteme gemäss dem Stand der Technik
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können auch im Wohnbereich nicht eingesetzt werden, da sie einerseits viel Platz bean- spruchen, andererseits eine Gefahr für unbeaufsichtigt im oder neben dem Kabelsalat spie- lende Kinder darstellt.
Es besteht somit der Bedarf an einer Lösung der sich aus dem Stand der Technik ergeben- den Probleme, die einerseits erhöhten Sicherheitsauflagen genügt, andererseits eine einfa- che Montage und Demontage der Heizstäbe ermöglicht.
Erfindungsgemäss werden diese Ziele mittels eines Heizstabes gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1 erreicht, der dadurch gekennzeichnet ist, dass zumindest ein weiterer An- schluss für die Stromversorgung der Heizwendel vorgesehen ist.
Zwei oder mehrere Anschlüsse ermöglichen das Zusammenstecken bzw. elektrische Ver- binden benachbarter Heizstäbe. Die Stromversorgung erfolgt nun von einem Heizstab zum anderen. Der grosse Vorteil des erfindungsgemässen Heizstabes liegt darin, dass das Verle- gen langer Kabel überflüssig wird. Die Versorgungskabel benachbarter Heizstäbe können über einfach handzuhabende Steckverbindungen miteinander verbunden werden, wodurch sich eine übersichtliche Verkabelung ergibt.
Das durch elektrisches Verbinden mehrerer Heizstäbe entstehende Netzwerk ist dadurch gekennzeichnet, dass das Netzwerk mehrere Heizstäbe nach einem der Ansprüche 1 bis 8 umfasst und dass die Anschlüsse benachbarter Heizstäbe direkt miteinander elektrisch ver- bunden sind.
Erfindungsgemässe Heizstäbe bzw. aus ihnen gebildete erfindungsgemässe Netzwerke kön- nen auch im Wohnbereich gefahrlos angewendet werden. Unbeabsichtigtes Herausreissen der Heizstäbe oder der Versorgungskabel aus deren Verankerung ist nicht mehr möglich und die Verkabelung nimmt kaum zusätzlichen Raum in Anspruch.
Der Einsatz wasserdichter Kabelanschlüsse und Steckverbindungen bringt weitere Sicher- heit, insbesondere auf Baustellen, mit sich. Das Hantieren mit Wasser, Mörtel, Beton etc., das unter anderen Umständen lebensgefährlich wäre, stellt nunmehr kein Problem dar.
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Beim Einsatz erfindungsgemässer Heizstäbe und spezieller Steckerformen kann ausge- schlossen werden, dass irrtümlicherweise andere Baugeräte, Maschinen etc. an den Ver- sorgungskreis der Heizstäbe angeschlossen werden, was beispielsweise infolge Überlas- tung zu einem Ausfall der Stromversorgung führen kann.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt die Fig. 1 zwei miteinander verbundene erfindungsgemässen Heizstäbe und die Fig. 2 mehrere zu einem Netzwerk verbundene Heizstäbe.
Die Fig. 1 zeigt zwei erfindungsgemässe Heizstäbe 1 mit einer zylindrischen Ummantelung 2, die an einem Verteilerkasten 3 befestigt ist. Prinzipiell wären auch ovale, rechteckig ausgebildete Ummantelungen 2 möglich. Die Heizwendel (nicht gezeigt) befindet sich im Inneren der Ummantelung 2. Sie ist vorzugsweise von einer Keramik umgeben, die wie- derum in Quarzsand eingebettet ist, wodurch einem Durchbrennen der Heizwendel effi- zient vorgebeugt werden kann. In bevorzugter Ausgestaltung erstreckt sich die Heizwendel entlang der ganzen dem Verteilerkasten 3 abgewandten Hälfte des Stabes. Dadurch wird verstärkt das Innere des Mauerwerks aufgeheizt. Erfindungsgemäss führen zwei Anschlüsse 4 in den Verteilerkasten 3, wo sie miteinander und mit den Drähten der Heizwendel elekt- risch verbunden sind.
Die Anschlüsse 4 können Buchsen oder Stecker sein. Die Verbindung zwischen diesen Buchsen oder Steckern benachbarter Heizstäbe erfolgt mittels eigens dafür vorgesehenen Verbindungskabel. In besonders vorteilhafter Ausführung sind die Anschlüsse 4 in Form von am Heizstab befestigten bzw. verankerten Versorgungskabeln ausgebildet, die an ihren Enden Stecker 5 aufweisen können. Dadurch wird ein schnelles Verbinden benachbarter Heizstäbe ermöglicht.
Die Versorgungskabel sind 3-polig (P/E/N), beispielsweise als Baustellenkabel K 35 aus- geführt mit 3 x 1.5mm oder grösserem Querschnitt, wodurch der Anschluss an die Netz- spannung (von 230 V) ermöglicht wird. Die Erdleitung ist mit dem Verteilerkastengehäu- se 3 elektrisch verbunden. Denkbar wäre auch ein 1- oder 2-poliges Kabel und eine Ver- sorgung der Heizstäbe mit Gleichspannung. In bevorzugter Ausführung sind die Versor-
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gungskabel dick isolierte Baustellenkabel und genügen den Sicherheitserfordemissen am Bau.
Um den Heizstab 1 in der zu trocknenden Wand fest zu verankern und vor dem Herausrei- #en zu schützen ist am Verteilerkasten 3 oder am Ende der Ummantelung 2 eine Befesti- gungsvorrichtung 6, beispielsweise eine Befestigungslasche, angebracht, die beispielsweise mit Schrauben und Dübeln an der Wand fixiert werden kann.
Aus Sicherheitsgründen kann in einem Fenster des Verteilerkastens 3 eine mit den Versor- gungskabeln 5 verbundene, den Betriebszustand des Heizstabes 1 anzeigende Lampe 7, z.B. eine Leuchtdiode (LED), vorgesehen sein.
Fig. 2 zeigt, wie die erfindungsgemässen Heizstäbe im Betrieb zu einem Netzwerk verbun- den sind. Dabei sind am verteilerkastenfernen Ende der Versorgungskabel 4 Stecker 5 vor- gesehen, die im zusammengesteckten Zustand eine feste, vorzugsweise wasserdichte Steckverbindung bilden. Die Steckverbindung kann aus Steckern identischer Form, aber in spiegelbildlicher Anordnung, gebildet sein oder aus weiblicher Buchse und dazupassendem männlichem Stecker bestehen. In bevorzugter Ausführungsform weicht die Form der Ste- cker 5 von der Form der Schukostecker ab, um das unbeabsichtigte Anschliessen anderer Geräte zu verhindern.
In besonders bevorzugter Ausführung weisen die Stecker 5 einen Verschraub- und/oder einen Einrastmechanismus auf, wodurch einerseits integrierte Dichtungsprofile zusam- mengepresst und dadurch wasserdicht werden, andererseits ein unbefugtes Öffnen der Ste- ckerverbindung, beispielsweise durch spielende Kinder, nur schwer möglich ist. Zu Ver- sorgungskabel 4 gehörige Stecker 5, die im Netzwerk der Heizstäbe nicht benötigt werden, können mit einem Deckel 8 wasserdicht verschlossen werden, beispielsweise durch Ver- schrauben.
Wie bei einigen Heizstäben 1 in Fig. 2 dargestellt, können auch mehr als zwei Anschlüsse 4 pro Heizstab vorgesehen sein. Dadurch werden Verzweigungen im Netzwerk möglich, beispielsweise wenn ein Fenster in der Wand oder ein Hindernis im Wandbereich vorhan-
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den ist und das Netzwerk aus Heizstäben oberhalb und unterhalb fortgesetzt wird. Denkbar wäre auch ein vorgefertigtes Netzwerk aus Heizstäben, die fix, d. h. ohne Steckverbindun- gen, über Kabeln miteinander verbunden sind, ähnlich wie die vorgefertigt über Kabeln verbundene Christbaumleuchten. Dies stellt jedoch aufgrund mangelnder Flexibilität eine weniger bevorzugte Ausführungsform dar.
Selbstverständlich können erfindungsgemässe Heizstäbe auch ohne Verteilerkasten 3 aus- gebildet sein, beispielsweise um Platz oder Gewicht zu sparen. Die Anschlüsse 4 sind in diesem Fall direkt an der Ummantelung 2 befestigt oder ragen aus dieser heraus. Aller- dings bietet ein Verteilerkasten 3, wie er in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist mehrere Vortei- le. In wasserdichter Ausgestaltung des Verteilerkastens 3 kann es zu keinen feuchtigkeits- bedingten Kurzschlüssen kommen. Weiters können die Heizstäbe bzw. die Ummantelung 2 im Wandloch aufgrund lockerer Steinchen oder Mörtelteile beim Herausziehen einge- klemmt sein. Der Verteilerkasten 3 bietet dabei einen festen Angriffspunkt für das bedie- nende Personal.
Grosse Vorteile bietet ein modularer Aufbau des erfindungsgemässen Heizstabes. Im Falle von Beschädigungen einzelner Teile, insbesondere des Heizstabes, beispielsweise durch Überhitzung, aber auch der Anschlussverankerungen oder Versorgungskabel, reicht es, den beschädigten Teil auszuwechseln. Die einzelnen Teile können im Fall eines modularen Aufbaus durch Schraubverbindungen oder Klemmen miteinander verbunden sein. Wenn der Verteilerkasten 3 mit einem beispielsweise abschraubbaren Deckel versehen ist, lassen sich die Anschlüsse 4, deren Litzen über Klemmen oder Steckerleisten miteinander und mit den Drähten der Heizwendel verbunden sind, leicht entfernen bzw. austauschen. Die Ummantelung 2 samt Heizwendel lässt sich dann durch Abschrauben vom Verteilerkasten 3 entfernen und ersetzen.