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Verfahren zur Herstellung von bifokalen Linsen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von bifokalen Linsenscheiben und bezieht sich insbesondere auf die Vereinigung von zwei oder mehreren Schichten bzw. Glaskörpern, welche in ihrer Beschaffenheit oder bezuglich ihres Brechungsindx voneinander abweichen. Durch diese Vereinigung wird die Scheibe gebildet, von welcher die Linse geschliffen und in der gewöhnlichen Weise zugeschnitten wird.
Das Verfahren besteht in der Verbindung von zwei oder mehreren Glasschichten von ver- schiedenem Brechungsvermögen (z. B. Bleiglas und Crownglas) durch Einblasen einer plastischen Schicht gegen die gekrümmten Flächen der Formzapfen einer Blasform, worauf die zweite plastische Schicht gegen die erste in solcher Weite geblasen wird, dass nur ein verhältnismässig kleiner Teil des Bleigases mit dem Crownglas untrennbar verbunden wird ; der Rest wird weggebrochen, wodurch eine wesentliche Ersparnis beim Schleifen und Polieren der Scheibe auf die gewünschte Linsenform erzielt wird.
Das genannte Resultat wird nun dadurch erzielt, dass eine der dünnen Schichten, z. B. das Bleiglas, gegen die innere Fläche der Blasform geblasen wird und unmittelbar darauf, während die erste'Schicht noch immer unter dem Einfluss der Wärme plastisch geblieben ist, wird eine zweite Schicht von Crownglas, weiches unter Anwendung einer von der des Bleiglases ver- schiedenen Temperatur erhitzt worden ist, gegen die innere Fläche der erstgenannten Schicht geblasen, wodurch die beiden Schichten an ihren Berührungsstellen sich ,,verschweissen"; um
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der äusseren Schicht beim Blasen abgelenkt werden, so dass sie über die Berührungsebene der Crownglasschicht mit den höchsten Punkten der Glasform hinausragen ;
dadurch wird ein Zwischenraum zwischen diesen Berührungspunkten geschaffen, welcher ein leichtes Wegbrechen der dünnen Schicht von Bleiglas gestattet und nur verhältnismässig geringe Teile des Bleiglases mit dem Grownglas sich vereinigen lässt.
]) -r hauptsächlichste Zweck der Erfindung ist, die beiden Glasschichten zu vereinigen, während sie eine verschiedene Temperatur aufweisen, und zwar geschieht dies durch Luftdruck in einer Blasform, z. B. durch Blasen einer Schicht gegen die Oberfläche oder die Oberflächen von einem oder mehreren Formzapfen von geeignet gekrümmter Fläche und durch Blasen oder Pressen der anderen Schicht gegen die vorstehenden Stellen der ersten Schicht, solange sich diese letztere noch immer in plastischem Zustande befindet ;
dadurch wird die Luft in einem
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untrennbar mit dem Crownglas verbunden ist, wodurch ein grosser Teil überflüssige Glases von der Scheibe abgetrennt wird und die Zeit und der Arbeitsaufwand beim Schleifen der Scheibe auf die gewünschte Kontur der fertigen Linse ausserordentlich verringert wird.
Die Zeichnung zeigt eine beispielsweise Ausführungsform der zur Durchführung des Verfahrens dienenden Einrichtung.
Fig. 1 stellt eine teilweise geschnittene Horizontalansicht einer mehrseitigen Blasform dar und zeigt. die zwei zylindrischen Glasschichten an den vorspringenden Punkten der Blasform vereinigt, in dem Augenblick, in dem dieselben fertig zum Entfernen für den Kühlprozess sied.
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überschüssige Glas weggebrochen worden ist. Fig. 6 ist ein Querschnitt durch die fertige Linse, bei welchem die in gestrichelten Linien gezeichnete Figur den Schnitt nach der Linie 6-6 gemäss Fig. 5 bezeichnet.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Blasform umfasst eine Anzahl von Formteilen oder Sektionen 1, die aneinanderstossend, um einen gemeinsamen Mittelpunkt herum angeordnet sind und an ihren aneinanderstossenden Rändern durch Scharnierbolzen 2 miteinander verbunden sind ; diese Scharnierbolzen 2 können herausgenommen werden, um die einzelnen Formteile voneinander soweit zu trennen, dass die eingeblasenen zylindrischen Glasschichten entfernt werden können.
Jeder Formteil ist mit einem oder mehreren (in der Figur zwei), nach innen vorspringenden Fortsätzen, Formzapfen 3 versehen, welche eine glatte konvexe innere Fläche 4 von ganz bestimmtem Radius bzw. eine bestimmte Begrenzungsfläche besitzen, die von der Krümmung der fertigen Linse abhängt. Jeder Zapfen ist von dem anderen durch eine denselben umgebende Kammer 5 getrennt, die ihrerseits durch einen Flansch oder eine Zwisehenwand 6 gebildet wird : der Flansch besitzt eine scharfe Kante, die in ungefähr derselben Ebene liegt wie die gekrümmte Fläche 4 des Formzapfens.
Auf diese Weise ist jeder Formzapfen von einem Gehäuse 6 umgeben, das in einer gewissen Entfernung davon angeordnet ist, um so die Trennungskammer 5 zu bilden. Dieses Gehäuse kann entweder kreisförmig, wie z. B. in der Mitte oder auf der linken Seite der Fig. 2 dargestellt. oder rechteckig, wie rechts in der Fig. 2, ausgebildet sein. Die Grösse des Gehäuses bestimmt die Grösse der Linsenscheibe.
Die Formza. pfen 3 können entweder in der Mitte der zugehörigen Kammern, wie links i 11 Fig. 2 angedeutet, angeordnet sein oder exzentrisch, wie in der Mitte und rechts derselben Figur, zu den Kammern liegen. Die Lage des Formzapfens besummt die Verbindungsstelle der zwei Schichten, welche die Llnscl18cheibe bilden.
Die Formteile 7 können aus Gusseisen oder einem anderen geeigneten Material hergestellt sein ; die Formzapfen 3 aber bestehen gewöhnlich aus getrennten Metallstücken und ihre Innenflächen sind glatt poliert oder auf die gewünschte Begrenzungsfläche geschliffen, um den einzelnen Teilen der Scheibe die gewünschte Krümmung in der fertigen Linse zu geben.
Die Grundfläche eines jeden Gehäuses ist mit einem oder mehreren Luftkanälen 7 versehen. die mit den Kammern 5 in Verbindung stehen, um das Ausströmen der Luft während des Einblasens des Bleiglases gegen die Oberfläche der Formzapfen 3 zu gestatten.
Das Verfahren besteht nun dann, dass zuerst auf die Glasblaserpfeife eine geelssnet < ' Menge von geschmolzenem Bleiglas gebracht wird, reiche hierauf in die Btaforni eingeführt und nul rasch gegen die innere Seite der Form mit genugendem Druck geblasen wird, um Teile des Glases gegen die Flächen 4 der Formzapfen J zu drücken, so dass sie die Form der Oberfläche derselben annehmen ; gleichzeitig legen sich andere Teile gegen die messerartigen Ränder der Scheidewand 6, wobei diejenigen Teile des Glases, welche zwischen dem Formzapfen und dem umgebenden
Gehäuse liegen, in die Kammern 5 hineingepresst werden; dieser Vorgang kann um so leichter stattfinden, als die Luft durch die Öffnungen 7 aus den Kammern entweichen kann.
Durch diese
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besteht aus jenem Teile des Glases, welches sich über die Fläche 4 des Formzapfens erstreckt, während die Seitenteile 9 aus jenen Glasteilen bestehen, welche zwischen der Scheidewand 6 und dem Umfang des Formzapfens liegen.
Sobald nun die erste Schicht von Bleiglas auf der inneren Fläche der Formzapfen und der Gehäuse der Blasform in richtiger Weise verteilt ist, wird der oben an der Glasbläserpfeife hängende Teil in bekannter Weise abgebroch so dass der obere Teil des Glaszylinders offen bleibt.
Unmittelbar nach dem Abbrechen des oberen Teiles des Bleiglaszylinders, solange derselbe noch in weichem Zustande sich befindet, wird ein zweiter Glaskörper aus geschmolzenem Crownglass auf einer anderen Bläserpfeife aufgenommen, in den Bleiglaszylinder gebracht und gegen die Seiten desselben geblasen, so dass er sich eben gegen die vorstehenden Teile desselben legt, d. h. gegen die den Scheiben 8 und den messerartigen Rändern des Gehäuses oder der Zwischen- wände 6 unmittelbar benachbarten Teile.
Während dieser letzten Operation kommt der Crownglaszylinder, welcher zuerst eine zylindrische Form aufwies, zunächst mit den höchsten Punkten der Teile der Scheibe 8 in Be- rührung, erweitert aber dann seine Berührungsflächen vom Mittelpunkt gegen den Umfang zu, wobei er nach und nach die Luft austreibt und zwischen den beiden Schichten eine glatte und
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vollkommene Verbindung (Verschweissung) herstellt ; sowie der innere Zylinder aus Crownglas sich weiter ausdehnt, kommt er in Berührung mit den hervorragenden Punkten der inneren Ränder der Scheidewände 6, wodurch die Luft eingeschlossen wird und zwischen Teilen der auieinanderliegenden Schichten Luftkammern, welche mit den Kammern 5 korrespondieren, gebildet werden.
Nachdem der innere Zylinder aus Crownglas durch das Blasen gegen die hervorragenden Punkte der äusseren zylindrischen Schicht aus Bleiglas gepresst worden ist, sind diese beiden Schichten in den genannten Punkten untrennbar miteinander verschweisst ; durch Trennen der Formteile 1 der Blasform in der früher beschriebenen Weise können die zylindrischen Teile entfernt werden, während der innere Zylinder noch immer an der Glasbl serpfeife hängt ; hierauf können dieselben dem Abkühlungsprozess unterworfen werden ; die nicht verschweissten Teile des Blei- glases, welche von dem Crownglas durch die Zwischenräume 9 getrennt sind, werden nun weg- gebrochen, so dass nur die untrennbar mit dem Crownglas verschweissten Teile übrigbleiben.
Die einigermassen scharfen inneren Ränder der Zwischenwände 6 bilden mehr oder weniger V-förmige Kanäle, die die Kontur der Linsenseheibe bestimmen, wodurch diese Scheibe leicht aus dem gesamten Körper nach diesen Linien herausgebrochen werden kann, worauf sie dann geschliffen und in die Form von Linsen gebracht wird, wie dies bei A in Fig. 6 dargestellt ist.
Es ist dabei selbstverständlich, dass derjenige Teil des Bleiglases, weicher in unmittelbarer Nähe
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zur Herstellung der Linse nötig ist, jm der fertigen Linse die nötigen optischen Qualitäten zu verleihen.
Durch dieses Verfahren werden die Oberflächen der Linsenteile durch die einfache Operation des Blasens fertiggestellt, wodurch eine vollkommene, blasen- und schlierenfreie Verbindung der beiden Teile erreicht wird, ohne dass ein übermässiger Verlust durch Brechen wahrend des Schleifens entsteht ; der Bruch wird auf ein Minimum reduziert, da die Scheiben miteinander vereinigt werden, nachdem sie unter verschiedenen Temperaturen in den plastischen Zustand gebracht worden sind ; dadurch wird die ungleichmässige Ausdehnung und Zusammenziehung vermieden, die oft bei der Verbindung von Glasinsenteilen entsteht, wenn dieselben bei gleicher Temperatur in den plastischen Zustand übergeführt werden.
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l.
Verfahren zur Herstellung von Glasplatten, aus weichen Linsen mit zwei Brennpunkten geschliffen werden können, durch Vereinigung zweier Glasschichten im bildsamen Zustande und in solcher Weise, dass die Berührungsfläche der Glasschichten in der Platte eine vorausbestimmte Krümmung erhält, dadurch gekennzeichnet. dass in eine Form (l. 1) mit nach innen vorspringenden Flächen (J. 4) von der vorausbestimmten Krümmung ein Glashohlkurper ein- geblasen und darauf, noch in der Form befindlich, oben so geöffnet wird, dass em zweiter Glashohlkörper in den ersten noch bildsamen Körper hineingeblasen werden kann, so dass er sich zum mindesten an den nach innen vorspringenden gewölbten Flächen (8) des ersten Körpers ohne Lufteinschlüsse anlegt und anschmilzt.