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Die Erfindung betrifft ein Diaphragma zur Empfängnisverhütung für Frauen. Ein Diaphragma besteht üblicherweise aus einer gummielastischen Hülle, welche vor dem Geschlechtsverkehr in die Gebärmutter eingebracht wird und bei richtiger Anwendung den Muttermund abdeckt. Dadurch wirkt das Diaphragma beim Geschlechtsverkehr wie eine Membran gegen das Eindringen von Spermatozoen, sodass eine unerwünschte Schwangerschaft vermieden werden kann.
Diese Methode zur Geburtenkontrolle bietet sich für jene Frauen an, welche einer Geburtenkontrolle durch Einnahme von Hormonpräparaten kritisch gegenüberstehen. Des weiteren bietet sich diese Methode zur Geburtenkontrolle für jene Frauen in der Dritten Welt an, für welche Hormonpräparate nicht oder nur schwer verfügbar sind. Somit erlaubt die Verwendung eines Scheidendiaphragmas die Vermeidung einer ungewollten Schwangerschaft auch in jenen Fällen, in welchen der männliche Partner keiner Empfängnisverhütung zugänglich ist. So ist die Anwendung eines Scheidendiaphragmas unter anderem in jenen Kulturkreisen von Vorteil, in welchen der männliche Partner jede Form der Empfängnisverhütung ablehnt, da das Scheidendiaphragma diskret, d. h. ohne Kenntnis des Partners verwendet werden kann.
Um die Sicherheit dieser Kontrollmethode zusätzlich zu erhöhen, wird ein Scheidendiaphragma vorteilhafterweise in Verbindung mit einer spermiziden Substanz eingesetzt. Diese ist jedoch mitunter nicht besonders hautverträglich und insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr relativ unangenehm, da es zum Ausrinnen der Substanz auch noch Stunden nach dem Geschlechtsverkehr kommen kann.
Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen.
Erfindungsgemäss wird ein Diaphragma zur Empfängnnisverhütung für Frauen vorgeschlagen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass das Diaphragma aus einer gummielastischen Hülle mit gummielastischem Kragen und einem in der Hülle eingebetteten, saugfähigen Einsatz besteht.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemässen Diaphragmas sind gemäss Unteransprüche offenbart.
Die Erfindung betrifft weiterhin die erfindungsgemässe Verwendung eines Diaphragmas zur Empfängnisverhütung der vorgenannten Art, wobei vor dem Einsetzen des Diaphragmas in die Gebärmutter der saugfähige Einsatz mit einer spermiziden und/oder antibakteriell und/oder antiviral wirkenden Substanz getränkt wird. Besonders vorteilhaft sind spermizide Substanzen, welche natürlich vorkommende saure Verbindungen, wie Essigsäure oder Zitronensäure sind. Diese sind für Frauen insbesondere in
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der Dritten Welt leicht verfügbar und haben weiters den Vorteil, dass das unerwünschte Austreten der an sich bekannten spermiziden Cremes, welche im übrigen in der Dritten Welt schwer verfügbar sind, vermieden werden kann.
Zusätzlich zur spermiziden Wirkung der vorgenannten natürlich vorkommenden Säureverbindungen kann in vorteilhafter Weise eine 10% ige alkoholische Lösung eingesetzt werden, um ebenso die antivirale und auch antibakterielle Wirkung zu erhöhen.
Dadurch ist gewährleistet, dass unabhängig von der Empfängnisverhütung gleichzeitig einer möglichen Ansteckung mit einer durch Geschlechtsverkehr übertragbaren Krankheit vorgebeugt wird.
Die Erfindung wird in der Folge anhand der Figuren 1 bis 3 näher erläutert, wobei Fig. 1 eine Schrägansicht des erfindungsgemässen Diaphragmas 1 mit dem saugfähigen Einsatz 4, Fig. 2 eine Schnittdarstellung des erfindungsgemässen Diaphragmas und Fig. 3 den saugfähigen Einsatz 4 zeigen.
In Fig. 1 ist das erfindungsgemässe Diaphragma 1 dargestellt, desssen gummielastische Hülle 2 beispielsweise aus Silikon besteht. Die gummielastische Hülle 2 zeigt weiters den gummielastischen Kragen 3, in welchem ein flexibler Ring 5 integriert ist. Dieser flexible Ring 5 verleiht dem Diaphragma trotz dessen gummielastischer Eigenschaften einerseits die notwendige Festigkeit aber auch die erforderliche Flexibilität. In der Hülle des Diaphragmas 2 ist nunmehr der saugfähige Einsatz 4 vorgesehen. Dieser besteht beispielsweise aus einem hautverträglichen Schaumstoff, welcher durch übliche Formpressverfahren der gummielastischen Hülle 2 des Diaphragmas angepasst wird. Die vorteilhafte Form des saugfähigen Einsatzes 4 ist in Fig. 3 dargestellt.
Der saugfähige Einsatz 4 wird erfindungsgemäss ohne zusätzliche Klebemittel in der gummielastischen Hülle 2 des Diaphragmas passgenau eingebettet, wobei der in den Diaphragmahohlraum weisende Kragenteil in Form der Lippe 6 die Fixierung des saugfähigen Einsatzes 4 ermöglicht, sodass der Einsatz in der Hülle 2 passgenau und stabil eingebettet ist. Durch Massgabe der Fugen 7 im gummielastischen Kragen klappt die Lippe 6 durch relativ niedrige Druckanwendung nach aussen, sodass der saugfähige Einsatz 4 in einfacher Weise entnommen oder wieder eingesetzt werden kann.
Dadurch ist die erfindungsgemässe Verwendung des erfindungsgemässen Diaphragmas 1 insoferne erleichtert, dass vor dem Geschlechtsverkehr der saugfähige Einsatz 4 mit einer spermiziden Substanz, welche gleichzeitig auch antibakteriell und/oder antiviral wirken kann, getränkt wird. Diese spermizide Substanz besteht beispielsweise aus einer in der
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Natur vorkommenden sauren Verbindung, wie Essigsäure oder Zitronensäure, oder aus Mischungen daraus. Zusätzlich kann eine antivirale und/oder antibakterielle Wirkung erzielt werden, wenn dieser sauren Lösung aus
Essigsäure und/oder Zitronensäure eine 10% ige alkoholische Lösung zu- gesetzt wird.
Die für die Frauen dennoch angenehme Wirkung kann durch blosses Verkosten geprüft werden, da der saure ph-Wert im Vaginalbereich, welcher zwischen 3 und 4 liegt, in etwa jenem ph-Wert auf der Zungen- oberfläche entspricht. Nach dem Tränken wird der Einsatz durch Hinein- drücken in die gummielastische Hülle 2 eingesetzt und kann zusammmen mit dieser für den Geschlechtsverkehr verwendet werden. Nach dem Ge- schlechtsverkehr kann dieser Einsatz 4 ebenso in einfacher Weise aus der gummielastischen Hülle 2 entfernt und dadurch mit vorzugsweise heissem
Wasser gründlich gereinigt werden.
Die Verwendung des erfindungsgemässen Diaphragmas 1 wurde in einer
5-jährigen Studie an zwei Gruppen von Frauen mit einem mittleren Alters- durchschnitt von 28 Jahren durchgeführt, wobei die ethischen Prinzipien gemäss der Deklaration von Helsinki eingehalten wurden. So bestand die erste Gruppe von Frauen aus sechs Personen, welche innerhalb eines
Zeitraumes von fünf Jahren die sogenannte Kalendermethode nach Knaus-
Ogino anwandten und daher in den fruchtbaren Tagen, d. h. im Zeitraum zwischen dem 11. und dem 18. Tag zwischen dem Zyklus das erfindungs- gemässe Diaphragma 1 verwendet hatten. Dabei trat bei den vorgenannten sechs Personen innerhalb der fünf Jahre bei einer Person eine Schwanger- schaft ein.
Weiters wurde im Rahmen dieser Studien festgestellt, dass durch Verwendung des erfindungsgemässen Diaphragmas die Fälle an durch
Geschlechtsverkehr übertragbaren Krankheiten drastisch reduziert werden konnten. Dies ist insbesondere auf den Einsatz der antiviral wirksamen
Substanz, vorzugsweise Essigsäure, mit welcher der saugfähige Einsatz 4 des Diaphragmas getränkt ist, zurückzuführen.
Bei einer zweiten Gruppe von neun Frauen wurde im selben Zeitraum das erfindungsgemässe Diaphragma getestet, wobei jedoch keinerlei Unter- scheidung nach fruchtbaren oder unfruchtbaren Tagen getätigt wurde, sohin das Diaphragma regelmässig und ohne Anwendung der vorgenannten
Kalendermethode eingesetzt wurde. In diesem Fall trat ebenso bei einer der vorgenannten neun Frauen eine Schwangerschaft ein.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das erfindungsgemässe
Diaphragma eine Möglichkeit zur Empfängnisverhütung für Fauen, die kritisch gegenüber Hormonpräparaten eingestellt sind, aber auch für
Frauen in der Dritten Welt, für welche derartige Hormonpräparate nur schwer verfügbar sind, darstellt. Zusätzlich zu der empfängnisverhüten-
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den Funktion des Diaphragmas wird durch den erfindungsgemässen, saugfähigen Einsatz, welcher mit spermiziden Substanzen getränkt ist, ein weiterer Faktor zur Geburtenkontrolle ermöglicht. Abgesehen davon kann der saugfähige Einsatz durch Tränken mit antiviral und/oder antibakteriell wirkenden Substanzen eine Vorbeugung gegenüber Erkrankungen, welche beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können, darstellen.