AT63069B - Verfahren und Vorrichtung zur Neutralisierung der bei der Herstellung oder Bearbeitung von Faserstoffen auf diesen sich ansammelnden Elektrizität. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Neutralisierung der bei der Herstellung oder Bearbeitung von Faserstoffen auf diesen sich ansammelnden Elektrizität.

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  Verfahren und Vorrichtung zur Neutralisierung der bei der Herstellung oder Bearbeitung von Faserstoffen auf diesen sich ansammelnden Elektrizität. 



   Um die Elektrizität zu neutralisieren, die sich in Faserstoffen bei deren Herstellung oder Verarbeitung ansammelt, wie z. B. in Fasern und Fäden während des Spinnens oder Webens, im Papier während seiner Herstellung, wendet man zwei verschiedene Methoden an. Entweder führt man dem elektrisierten Stoff Ladungen entgegengesetzten Vorzeichens in gleichwertigen Mengen zu, welche die auf dem Stoff befindliche elektrische Ladung aufheben, oder man setzt den zu neutralisierenden Stoff einem elektrischen Feld aus, in welchem   Spitzenausströmungen   stattfinden. Mit der erstgenannten Methode lässt sich eine vollständige Neutralisierung nicht erzielen, weil die Menge der sich in den Faserstoffen ansammelnden Elektrizität veränderlich und demzufolge nicht genau bekannt ist.

   Es hat dies zur Folge, dass der Faserstoff nach Vollendung des   Neutralisierungsprozesses   entweder noch mit einer Teilladung oder im Falle, dass eine   Cber-   kompensation stattgefunden hat, mit einer elektrischen Ladung entgegengesetzten Vorzeichens versehen sein wird. Die in zweiter Linie genannte Methode ist insofern unvorteilhaft, als sich der zu neutralisierende Stoff in einem elektrischen Felde grossen Potentialgefälles befindet, so dass die mit der Bearbeitung des Stoffes beschäftigten Personen sich ganz oder teilweise innerhalb eines hochgespannten elektrischen Feldes bewegen   müssen   und demzufolge einer Lebensgefahr ausgesetzt sind.

   Auch wird bei dieser Methode als nachteilig empfunden, dass eine vorzügliche Isolation der hochgespannten Leitungen in den in Frage kommenden Betrieben wegen des in diesen stets vorhandenen, grossen Feuchtigkeitsgehaltes der Luft nicht gut durchführbar ist. 



   Gemäss der Erfindung wird die Neutralisierung des elektrisch geladenen Stoffes durch ein Medium mit künstlich erhöhter elektrischer Leitungsfähigkeit, zweckmässigerweise durch ein stark ionisiertes Gas, namentlich Luft bewirkt, das sich lediglich zwischen dem zu neutralisierenden Stoffe und einem in dessen Nähe angeordneten und ihn ganz oder teilweise umgebenden zweckmässig geerdeten Leiter befindet, so dass die elektrische Ladung des Faserstoffes durch das ionisierte Medium unmittelbar zu diesem Leiter oder der Erde abgeleitet wird.

   Durch dieses   Verfahren   werden die obengenannten Nachteile der früheren Methoden vermieden, denn erstens wird in allen Fällen eine vollkommene Neutralisierung der elektrischen Ladung, wie gross und welchen Vorzeichens sie auch sein mag,   erzielt : zweitens können die   zur   Ionisierung des Mediums ver-   wendeten elektrischen Energiequellen für sich abgeschlossen oder an einer vom Orte der 
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 gefährliche Hochspannung herrscht. 



   Das neue Verfahren lässt sich in der Weise ausführen, dass man in der Nähe des zu neutralisierenden Faserstoffes einen geerdeten Leiter in Form einer Platte, eines Netzes oder dgl. anordnet, oder den Stoff mit   kästen-oder rohrförmigen,   kompakten, durchlochten oder sieb- artigen geerdeten Leitern umgibt und die zwischen Stoff und geerdetem Leiter   befindliche   Luft auf künstlichem Wege leitend macht. 



   Zur Ionisierung der Luft können z. B. ultraviolette Strahlen, Kathoden-und Röntgen- strahlen zur Anwendung gelangen. Zur Erzeugung der ultravioletten   Strahlen kön :'.  n elektrische  
Funken benutzt werden, die man zweckmässigerweise zwischen Aluminiumelektroden, die von einer
Hochspannungsquelle, z. B. einem Hochspannungstransformator oder Induktor, gespeist werden, übertreten lässt. Noch vorteilhafter ist es, zur Erzeugung des ultravioletten Lichtes Quecksilber- dampflampe, z. B. Quarzlampen, zu verwenden, zumal zu ihrem Betriebe niedriggespannte
Ströme verwendet werden können. Sehr kräftige ultraviolette Strahlen lassen sich auch mit
Hilfe eines zwischen Eisenelektroden   hindurchtretenden   Lichtbogens erzielen.

   Auch   können  
Kathodenstrahlen oder die aus einer Kathodenröhre durch ein   Aluminiumfenster   hindurch- tretenden   Lenardstrahlen   verwendet werden. Sehr wirksame   Ionisatoren   sind   weiterhin Röntgen-   strahlen, von welchen vorzugsweise die weichen Strahlengattungen in Betracht kommen : fernerhin die durch das Aufprallen der primären   Röntgenstrahlen   auf feste Körper auftretenden sekundären Röntgenstrahlen. 



   Zweckmässig wird die Strahlungsquelle (Funkenstrecke, Lichtbogen, Kathoden-oder   Röntgenröhre)   nahe dem elektrisierten Faserstoff angeordnet, so dass sie diesen oder den zwischen dem Stoff und dem geerdeten Leiter befindlichen Raum   unmittelbar bestrahlt. Die S. trahlen-   erzeuger werden hiebei vorteilhaft in einem für sich abgeschlossenen Raum angeordnet, um sie   vor ungewollter oder mutwilliger Berührung zu schützen. So kann man die zur Erzeugung ultravioletten Lichtes dienende Funkenstrecke samt dem Generator in ein Gehäuse einschliessen, das   
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   Strahlen nach aussen treten lässt.

   Ebenso können   die   Kathoden-oder Röntgenröhren samt   der speisenden Stromquelle in einem allseitig geschlossenen Gehäuse untergebracht werden, welches zum Durchtritt der wirksamen Strahlen Blendenöffnungen enthält und gleichzeitig   zur'Ab-   blendung der für das Personal schädlichen Strahlen dient. 



   In Fig. 1 der Zeichnung ist ein   Ausführungsbeispiel   der beschriebenen Anordnung dargestellt. 



  Hierin bedeutet F. den zu neutralisierenden Faserstoff, E eine geerdete plattenförmige Elektrode, die auch von einem Konstruktionsteil der Arbeitsmaschine gebildet werden kann, und Keinen Kasten, in welchem der Strahlenerzeuger angeordnet ist, der durch ein oder mehrere am Boden angeordnete Fenster, die zur Ionisierung der Luft dienenden Strahlen aussendet. 



   Vorteilhafter ist es, nicht den Faserstoff selbst, sondern nur die zwischen ihm und der geerdeten Elektrode befindliche Luft zu bestrahlen. Eine solche Anordnung zeigt beispielsweise Fig. 2. Hierin ist der Faserstoff F, der aus einzelnen Fäden oder einer zusammenhängenden Bahn bestehen kann. im Schnitt dargestellt.   E   ist die geerdete Elektrode und Q sind die Querschnitte von Quarzlampen, welche beispielsweise zwischen dem Isolierstoff und der Elektrode in gleich- mässiger Verteilung angeordnet sind und ihr Licht in den durch den Faserstoff und die Elektrode begrenzten Luftraum   liineinsenden,   während sie nach allen anderen Richtungen hin abgeblendet sind. Die Lampen können auch quer zur Bewegungsrichtung des   Isolieratones   angeordnet sein. 



   An Stelle der plattenförmigen Elektrode E können auch gemäss Fig. 3 kastenförmige oder   rohrflrmige, den Faserstoff ringsherum   oder zum Teil umhüllende Elektroden angewandt werden, innerhalb welcher die ionisierenden Strahlen. z. B. ultraviolette Strahlen, erzeugt werden. Auch können diese kastenförmigen   oder rohrförmigen   Elektroden aus Drahtnetzen bestehen und die
Ionisatoren ausserhalb dieser angeordnet werden. Ein solche Anordnung zeigt beispielsweise
Fig. 4, wonach der Faserstoff unterteilt durch eine Reihe   rohrförmiger   Netzwerke geleitet wird und die Strahlungsquellen, z. B. Quarzlampen Q, ausserhalb der Netze angeordnet sind. 



   Eine weitere Anwendungsart des Verfahrens besteht darin, dass man den Faserstoff mit   kasten-oder rohfrörmigen   geerdeten Elektroden umgibt und in die Kästen oder Rohre an einer ausserhalb dieser, gegebenenfalls weiter entfernten Stelle ionisierte Luft eintreten und durch sie   hindurchströmen lässt. Man kann auch bei porösen oder aus einzelnen voneinander getrennten Fasern bestehenden Stoffen die ionisierte Luft quer durch diese hindurch nach einer Elektrode   hinblasen. 



   Als den zu neutralisierenden Stoff umgebende Elektroden   können   auch vorhandene Konstruktionsteile der Arbeitsmaschine verwendet werden. 



   In Fig. 5 ist ein Ausführungsbeispiel solcher Art für die Neutralisierung eines gesponnenen Fadens   dargestellt. 11,   ist eine Spindel. von welcher der Faden F abgewickelt wird, um durch 
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   gesammelt hat.   durch eine geerdete Röhre R gleitet, die in ihrem Innern mit einer Belegung radioaktiver Substanzen versehen ist. Diese Röhre kann einteilig oder zweiteilig ausgebildet werden, 
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   Man kann auch die in der Nähe des Fadens oder Faserstoffes angeordnete Elektrode, beispielsweise die Röhre R, zweckmässig auf ein vom Erdpotential verschiedenes Potential bringen, das ao gewählt wird, dass der angestrebte Entladungsvorgang eine Beschleunigung erfährt. 



   Auch kann man den Faserstoff mit den radioaktiven Substanzen unmittelbar in Berührung bringen,   so dass der Ston e) bst radioaktiv wird. So kann   man   z.   B. im Streckwalzenzug   (Ut im     Ausfuhrungsbeispiel Fig. 5)   einer Spinnmaschine einen Teil der   Streckwalzen   mit   eines   Belegung   von radioaktiven Substanzen versehen, so dass   die durch die Walzen hindurchgeleiteten Fäden selbst radioaktiv werden. 



   Als radioaktive Substanzen eignen sich am besten diejenigen. welche der Hauptsache nach   out-strahlen   aussenden, da diese Strahlen die stärkste Ionisation hervorbringen. Zur Anwendung können gelangen : radioaktive Mineralien, wie z. B. Pechblende,   Chalkolit,   Carnotit, Antunit,   Monazit und dgl., die aus diesen gewonnenen Uran-, Thor- und Aktilliumsalze, wie auch metallisches Aktinium, Polonium, Uran, Thor und Radium, und die verschiedenen Abkömmlinge dieser,   wie z. B. das sehr haltbare Radium   D   oder Radium F. Ausser diesen starkionisierenden Medien können auch schwächer radioaktive Substanzen, wie z.

   B. radioaktive Bodenarten   (Fango-     schlamm, Radiumschlamm), fernerhin die bei der Herstellung der obenbezeichneten Stoffe entstehenden Abfallprodukte wie auch die auf elektrolytischem oder chemischem Wege niedergeschlagenen radioaktiven Substanzen zur Verwendung gelangen. 



  Bei der Verwendung von der Hauptsache nach a-Strahlen aussendenden radioaktiven Substanzen ist darauf zu achten, dass ihr Abstand vom Isolierato grösser oder mindestens an   
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Die   lomsierung   der zur Neutralisierung des elektrisierten Isolierstoffes dienenden Luft braucht nicht in der unmittelbaren Umgebung des Isolierstoffes, sondern kann auch in grösserer Entfernung von diesem vorgenommen werden, indem man die in einem besonderen Raum ionisierte   Luft zu den Arbeitsmaschinen leitet und entlang des zu neutralisierenden Stoffes, den man zweckmässig mit einer oder mehreren kasten-oder rohrförmigen Elektroden umgibt, strömen lässt.   



  Die Ionisierung der Luft kann mit Hilfe der genannten Ionisatoren erfolgen, wobei man den Luft-   stromauch noch eine ionisierende. Emanation beimengen kann.   



   Die Dauer der Einwirkung der ionisierten Luft auf den Faserstoff, d. h. die Wegstrecke, längs welcher sie auf ihn einwirkt und die Fortschreitungsgeschwindigkeit des Stoffes oder die Geschwindigkeit des strömenden ionisierten Gases wie auch die Stärke der Ionisierung ist nach Massgabe der zu neutralisierenden Ladung zu wählen. 



    PATENT ANSPRÜCHE :  
1. Verfahren zur Neutralisierung der sich in Faserstoffen (Rohmaterial von   Gespinsten.   



    Gespinsten, Fäden, Geweben, Papier und dgl. ) bei deren Herstellung oder Bearbeitung an-   sammelnden elektrischen Ladungen, dadurch gekennzeichnet. dass der zu neutralisierende Stoff, in dessen Nähe eine zweckmässig geerdete Elektrode angeordnet ist, der Einwirkung eines in Ruhe befindlichen oder strömenden, durch ultraviolette Strahlen einer Quecksilberdampflampe. eines Eisenlichtbogens oder dgl., Kathodenstrahlen oder   Röntgenstrahlen   ionisierten Mediums (Gas. Luft) ausgesetzt ist, welches die   elektrische Ladung des Faserstoffes nach der Elektrode   hin ableitet.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Strahlenerzeugung verwendeten Vorrichtungen in geschlossenen Gehäusen angeordnet sind, aus welchen die wirksamen Strahlen durch in der Nähe des zu neutralisierenden Stones befindliche Fenster nach aussen treten.
    3. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet. dass die Erzeuger der ionisierenden Strahlen derart angeordnet sind, dass die Strahlen lediglich den zwischen dem Faserstoff und einer in dessen Nähe angeordneten flächenförmigen oder einer diesen umgebenden, kasten- oder röhrenförmigen Elektrode befindlichen Raum anfüllen.
    4. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet. dass die Erzeuger der ionisierenden Strahlen zwischen dem Faserstoff und einer in dessen Nähe angeordneten, flächenförmigen oder einer ihn umgebenden kasten-oder rohrförmigen Elektrode angeordnet sind.
    5. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet. dass der Faserstoff mit einer netzartigen, kästen-oder rohrförmigen Elektrode zum Teil oder ganz umgeben ist und die Erzeuger der ionisierenden Strahlen ausserhalb dieser angeordnet sind.
    6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an einem von der Neutralisierungsstelle entfernten Orte ionisiertes Gas (Luft) längs des zweckmässig mIt einer kastenoder rohrförmigen Elektrode umgebenen Isolierstoffes geleitet wird.
    7. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ionisierung der den zu neutralisierenden Stoff umgebenden Atmosphäre der Hauptsache nach at-Strahlen oder langsame ,-Strahlen aussendende Substanzen verwendet werden.
    8. Verfahren nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der radin- aktiven Substanzen von dem Faserstoff grösser oder mindestens gleich der Reichweite der ius- aesandten x-Ssrahlen gewahlt zird.
    9. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die radioaktiven Substanzen derart angeordnet sind, dass das zur. Neutralisierung des Faser- stoffes dienende ionisierte Medium sich in dem Raum zwischen dem Faserstoff und einem als Elektrode ausgebildeten Körper befindet.
    10. Vorrichtung zul AusÏbung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekenn- zeichnet. dass die radioaktiven Substanzen in dem Raum zwischen dem zu neutralisierenden Faserstoff und dem als Elektrode dienenden Körper zweckmässig auf letzterem angeordnet sind.
    11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man ein mittels radioaktiver Substanzen bereits ionisiertes Gas (Luft), dem vorzugsweise auch Emanationen beigemengt werden, durch einen den zu neutralisierenden Faserstoff umgebenden, als Elektrode dienenden Körper hindurchströmen lässt.
    12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroden durch Konstruktionsteile der Arbeitsmaschine dargestellt werden.
    13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Nähe des Faser- stokes angeordneten Elektroden auf ein derartiges elektrisches Potential gebracht werden, dass es zu einer Beschleunigung des Entladungsvorganges verhilft.
AT63069D 1912-01-16 1913-01-13 Verfahren und Vorrichtung zur Neutralisierung der bei der Herstellung oder Bearbeitung von Faserstoffen auf diesen sich ansammelnden Elektrizität. AT63069B (de)

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