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Verfahren zur Herstellung von Falzplatten aus Fa8erstotl'und einem hydrauli8chen Bindemittel und Einrichtung zu deren Verlegung.
Seit einer Reihe von Jahren werden künstliche Platten für Dachdeckungs-und Wandverkleidungszwecke unter verschiedenen Benennungen aus Faserstoffen und hydraulischen Bindemitteln, z. B. Magnesit, Portlandzement, hergestellt, welche rein plattenförmige Gestalt haben. Sie werden fast durchwegs auf Pappenmaschinen oder denselben ähnlichen Maschinen oder durch Pressen in Formen erzeugt. Erst das in jüngster Zeit zu hoher Vervollkommnung ausgebildete und verbesserte Pressverfahren zur Herstellung von Asbestzementplatten bietet nun die Möglichkeit, ausser plattenförmigen auch fassonierte Gegenstände beliebiger Form herzustellen und ist nun damit technisch die Möglichkeit geschaffen, auch Falzplatten unmittelbar in der Erzeugungsmaschine zu bilden.
Um nun bei einer Deckung mit solchen Kunstschieferplatten Wasserundurchlässigkeit zu erzielen, werden die Platten mit Überdeckung derart übereinandergelegt, dass je eine Platte die darunterliegende um 5,8, 10 cm und eventuell mehr überdeckt, so dass das Regenwasser je von einer Platte auf die darunterbefindliche ohne die Gefahr abfliessen kann, dass Wasser zwischen die Platten gelangt. Diese je nach der Dachneigung grösser oder geringer zu wählende Überdeckung bedeutet einen wesentlichen Mehraufwand an Material im Verhältnis zu der zu deckenden Fläche.
Wird nun zufolge ungenügender Kenntnis der örtlichen Windverhältnisse und Lage eine unzureichende Überdeckung in Anwendung gebracht, so kann der Fall eintreten, dass durch die peitschende Kraft des Windes, oder bei lange anhaltendem Dauerregen das Regenwasser vermöge seiner Kapillarität zwischen die Platten dringt und Schaden anrichtet.
Die vorerwähnten Übelstände sollen durch die gemäss nachstehendem Verfahren hergestellten künstlichen Schieferplatten mit Falzbildung behoben werden, indem nebst absoluter Wasserundurchlä. ssigkeit der Deckung auch erreicht wird, dass die Überdeckungen der einzelnen
Platten auf ein kleinstes und feststehendes Mass zurückgeführt werden können. Dieser Falz kann in sehr verschiedenen Arten ausgebildet sein, so in Form einer Erhöhung als einfacher oder als mehrfacher Falz, als ein-oder beidseitiger Falz, ganz am Rand der Platten oder in passendem
Abstand von demselben.
Die Falzleisten werden am einfachsten und zweckentsprechendsten aus der gleichen Masse gebildet, wie die Platte selbst ; es können aber auch Falze aus anderen passenden Kunststein- massen geformt und auf die Platten aufgebracht werden, so z. B. Streifen aus einer Mischung aus Schlackenwolle mit einem hydraulischen Bindemittel.
Vorliegendes Verfahren zur Herstellung von Asbestzementplatten fassonierter Form ermöglicht es, den fassonierten Stellen eine mehrfache Stärke der einfachen Platte zu geben, wobei die um das Doppelte und mehr verstärkten Plattenstellen genau demselben Pressdruck ausgesetzt werden und somit die gleiche Materialdichte, Härte und Festigkeit erhalten, wie die Pir. ttc splbst.
Während zum Formen von plastischen Materialien, wie Ton usw., die Pressform genau den Inhalt des zu pressenden Gegenstandes erhalten muss, sei es, dass die Wandung überall gleichbleibende oder verschiedene Stärke aufweist, ist dies bei der Erzeugung von Gegenständen aus Asbestzement nicht der Fall, und zwar um so weniger, je mehr das Verhältnis der Höhe und Grösse der fassonierten Stellen zur minimalen Wandstärke zunimmt. Der Grund dafür liegt darin, dass der Asbestzement in hohem Masse unplastisch ist, nämlich insofern, als diese Masse, sobald ihr ein gewisser Prozentsatz Wasser entzogen worden ist, selbst unter hohem und höchstem Druck sich nicht mehr in der Pressform verteilen lii't, sondern lediglich unter noch weiterem Austreiben von Wasser noch mehr verdichtet werden kann.
Eine Folge hievon ist, dass die dünnwandigen Stellen des zu erzeugenden Gegenstandes eine weit stärkere Materialpressung erhalten als Stellen grösserer Wandstärke, indem jene erweiterten Teile der Form während des Pressvorganges gewissermassen als Wasserreservoir dienen, wo sich das aus den dünnwandigen Teilen der Form zuerst ausgetriebene Wasser zum Teil ansammelt ; ein anderer Teil des Wassers fliesst durch die durchlässigen Wandungen aus der Pressform aus. An den dünnwandigen Stellen lässt sich das Wasser rascher austreiben, weil quantitativ hier weniger vorhanden ist.
Während somit die dünnwandigen Stellen des Erzeugungsgegenstandes bereits den grössten Teil Wasser abgeben und dadurch eine dickbreiartige, bereits kompakte Gestalt angenommen haben, welche nun die Eigenschaft besitzt, dass sie sich wohl noch weiter verdichten lässt, und dabei noch weiter einen geringen Prozentsatz an Wasser abgibt, jedoch sich selbst unter höchstem Druck nicht mehr weiter in der Form verteilen lässt, d. h. jedem, auch dem höchsten Druck nicht mehr aus-
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gegenstandes verteilt. Die dickwandigen Stellen sind somit am fertigen Gegenstand weit weniger dicht, daher poröser, weicher, besitzen geringere Festigkeit und sind somit qualitativ bedeutend geringwertiger. Ein so angefertigter fassonierter Gegenstand wird'somit unhomogen.
Um nun trotz der vorstehend beschriebenen, dieser Kunststeinmasse eigentümlichen Eigenschaft Gegenstände mit beliebig variabler Wandstärke und durchwegs gleichförmiger
Beschaffenheit erzielen zu können, wird die Pressform an jenen Stellen, wo die Materialstärke des Erzeugungsgegenstandes von der minimalen Wandstärke abweicht, mit vorgepressten Masse- streifen entsprechender Starke belegt, und zwar derart, dass die hernach in die Form eingegossene
Kunststeinmasse durchwegs in gleicher Stärke verteilt bleibt. Über den Vorgang des gegens- stündlichen Verfahrens, welches insbesondere für die Verarbeitung von Asbestzement gelten soll, geben die Fig. 1, 2 und 3 übersichtlichen Aufschluss :
Fig. 1 zeigt. den die Form nach oben schliessenden Pressstempel im Querschnitt, Fig. 2 einen Querschnitt der Pressform nach Linie A-A, in Fig. 3, Fig. 3 die Pressform im Grundriss.
Die Form besitzt auf zwei benachbarten Seiten die Aussparungen R, in welche vorgepresste
Massestreifen 0 eingelegt werden. Dann wird die breiige Masse M zur Bildung der Platte in die
Form gefüllt, und darauf die oberen Streifen 0 aufgelegt. Die vorgepressten Maaseatreifen 0 werden in besonderen Formen hergestellt und besitzen immerhin einen noch etwas grösseren Prozentsatz
Wasser, als die in der Form fertigzupressende Platte. Während des Pressens werden aus diesen
Massestreifen 0 noch etwa 10% Wasser ausgepresst, während aus der ungepressten Masse M über 60% Wasser ausgetrieben werden.
Durch das Auspressen des Wassers in vertikal abwärts- verlaufender Richtung aus diesen beiden, hinsichtlich des Wassergehaltes verschiedenartig zusammengesetzten Massen, ergibt sich eine vollkommene innige Verbindung derselben mit nachträglich gleichem Prozentgehalt an Wasser.
Zur Erleichterung der Darstellung ist in den Fig. 2 und 3 der Filtereinrichtung der Form keine Rechnung getragen, die Form also in schematischer Weise massiv angedeutet. Zur Erzielung noch grösserer Dichte können die so gepressten Platten in passenden Formen einer Nachpressung unterzogen werden. Nach dem gleichen Verfahren können auch Falzplatten mit Doppelfalz und solche rechteckiger und anderer Form aus Asbestzement hergestellt werden.
Die Falzplatten, insbesondere solche aus Asbestzement, lassen sich auf Verschalungen oder
Lattungen zwar durch Nägeln festlegen, eine vermehrt Sicherheit gegen Wassereindringen erreicht man jedoch urch Anwendung von Blechstreifen, welche dem Plattenfalz entsprechend gestaltet sind und diesen übergreifen, wobei das Wegnehmen der Platten z. B. bei provisorischen
Bauten, ausserordentlich erleichtert wird.
Diese Befeatigungsweise von Fa. lzplatten lRt 10 den Fig. 4 bis 6 zur Darstellung gebracht.
Die Bleche sind bei x, y oder z der Gestalt des Plattenfalzes angepasst und enden entweder in einem nagelartigen Teil N, welcher in die Latte eingetragen wird (Fig. 6), oder aber in einem flachen Blechteile (Fig. 4 und 5), der mittels Nägeln oder Schrauben seitlich oder auf der Latte befestigt wird.
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