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Die Erfindung betrifft einen schienenverfahrbaren Wagen zum Abziehen langverschweisster Schienen von Transportwagen, mit einem auf Schienenfahrwerken abgestützten Wagenrahmen, mit einem formschlüssig in einer linearen, in Wagenlängsrichtung verlaufenden und mit dem Wagenrahmen verbundenen Führung gelagerten Kranschlitten auf dem wenigstens zwei bezüglich einer Wagenquerrichtung voneinander distanzierte, durch Antriebe längenveränderbare Kranausleger mit im freien Endbereich angeordneten Schienengreifvorrichtungen angeordnet sind.
Durch die DE 12 08 326 B bzw. DE 27 34 748 B sind bereits aus einer Vielzahl von miteinander gekuppelten Schienenverladewagen gebildete Schienenverladezüge bekannt. Zur Lagerung der zu transportierenden Langschienen sind am Wagenrahmen befestigte und in Wagen- bzw. Zuglängsrichtung voneinander distanzierte Schienenauflager mit in Wagenquerrichtung hintereinander angeordneten Abstützrollen bekannt.
Der zugendseitig zum Abziehen der langverschweissten Schienen vorgesehene Wagen, auch als Rutschenwagen bezeichnet, weist ebenso wie die angrenzenden Schienenverladewagen im Bereich jeder Wagenlängsseite in Wagenlängsrichtung verlaufende Kranschienen zur Verfahrbarkeit eines Schienenverladekranes auf.
Dieser ist durch eine portalrahmenartige Konstruktion über die gelagerten Langschienen verfahrbar und kann mit Hilfe zweier Kranausleger jeweils zwei Langschienen erfassen und in Richtung zum Rutschenwagen verschieben. Die in diesem Endbereich mittels Rollen geführten Schienen werden in weiterer Folge bis zur Bodenberührung verschoben und schliesslich am Gleis verankert. Der weitere Abzug der beiden Langschienen erfolgt durch ein Vorfahren des Schienenverladezuges.
Ein derartig ausgebildeter Wagen zum Abziehen langverschweisster Schienen mit Hilfe eines Schienenverladekranes erfordert jedoch speziell ausgebildete Schienenverladewagen.
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Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung eines schienenverfahrbaren Wagens der gattungsgemässen Art, der universell für Schienenverladewagen der unterschiedlichsten Bauart einsetzbar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss mit einem Wagen der gattungsgemässen Art dadurch gelöst, dass der Kranschlitten durch einen Verschiebeantrieb für eine form- schlüssige Leistungsübertragung längsverschiebbar ausgebildet ist.
Ein derartig ausgebildeter Wagen ist an jede bekannte Bauart von Schienenverladewagen anschliessbar und ermöglicht ohne jedwede Umrüstarbeiten den Abzug der langverschweissten Schienen. Dabei ist von besonderem Vorteil, dass durch die Kombination von formschlüssiger Leistungsübertragung mit längenveränderbaren Kranausiegern eine hohe Zugkraft in Verbindung mit einer problemlosen Erreichbarkeit der am angrenzenden Verladewagen befindlichen Schienenenden erzielbar ist. Insbesondere können durch die Erfindung auch Langschienen abgezogen werden, die bei einem besonders hohen Reibungswiderstand lediglich durch Holzzwischenlagen abgestützt sind.
Gemäss einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann die Kransäule mitsamt den Kranausiegern durch einen Drehantrieb um eine vertikale Achse in bezug auf den Kranschlitten verdrehbar ausgebildet sein. Dadurch können die Kranausleger bei Beginn des Abzuges in Richtung zum angrenzenden Schienenverladewagen positioniert werden, um problemlos die erfassten Langschienen in Richtung zur Wagenmitte abziehen zu können. Zur Erleichterung des Ablagevorganges sind die beiden Kranausleger anschlie- ssend um 1800 verdrehbar, so dass die Kranausleger problemlos über das Stirnende des Wagens vorkragend einsetzbar sind.
Sind gemäss einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform insgesamt vier durch Antriebe unabhänig voneinander verstellbare Kranausleger vorgesehen, die bezüglich einer senkrecht zur Wagenlängsrichtung verlaufenden vertikalen Ebene paarweise und symmetrisch angeordnet sind, so ist ein vereinfachtes und rascheres Abziehen der Langschienen gewährleistet.
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Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und den Zeichnungen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben.
Es zeigen :
Fig. 1 eine schematisch dargestellte Seitenansicht eines schienenverfahrbaren Wagens zum Abziehen langver- schweisster Schienen,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Wagen,
Fig. 3 und 4 stark vergrösserte Detailansichten einer form- schlüssigen Führung eines Kranschlittens, und
Fig. 5 eine vereinfachte Seitenansicht eines weiteren Aus- führungsbeispieles.
Ein in Fig. 1 und 2 dargestellter Wagen 1 zum Abziehen langverschweisster Schienen 2 setzt sich im wesentlichen aus einem Wagenrahmen 3 mit Schienenfahrwerken 4 sowie Kranauslegern 5 zusammen. Diese durch Antriebe 6 längenveränderbaren und am freien Ende jeweils mit einer Schienengreifvorrichtung 7 verbundenen Kranausleger 5 sind auf einer vertikalen Kransäule 8 befestigt. Diese ist ihrerseits mit einem Kranschlitten 9 verbunden, der in mit dem Wagenrahmen 3 verbundenen und in Wagenlängsrichtung verlaufenden Führungen 10 längsverschiebbar gelagert ist.
Wie insbesondere in Fig. 2 ersichtlich, sind insgesamt vier durch Antriebe 6 unabhängig voneinander verstellbare Kranausleger 5 vorgesehen, die bezüglich einer senkrecht zur Wagenlängsrichtung verlaufenden vertikalen Ebene paarweise und symmetrisch angeordnet sind. Zur Beaufschlagung der verschiedenen Antriebe des Wagens 1 ist ein Verbrennungsmotor 11 sowie eine Hydraulikanlage 12 vorgesehen. Ausserdem sind an einem Stirnende
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des Wagens 1 Rutschen 13 zur Ablage und Führung der Schienen 2 angeordnet. Das gegenüberliegende Stirnende des Wagens 1 ist mit Kupplungeinrichtungen 14 zum Ankuppeln an einen nicht näher dargestellten Schienenverladezug ausgestattet.
Wie in Fig. 3 und 4 dargestellt, ist der Kranschlitten 9 durch Führungsrollen 15 mit einer horizontalen, querverlaufenden Achse sowie durch weitere Führungsrollen 16 mit einer vertikalen Achse formschlüssig in der Führung 10 für eine lineare Bewegung in Wagenlängsrichtung geführt. Die Leistungsübertragung bzw. die Übertragung der Vorschubkraft für den Kranschlitten 9 erfolgt ebenfalls formschlüssig durch einen am Kranschlitten 9 befestigten Verschiebeantrieb 17 (in Fig. 4 der besseren Übersicht halber nicht dargestellt) mit einem Zahnrad 18. Dieses ist zum Eingriff in eine in Wagenlängsrichtung verlaufende und mit der Führung 10 verbundene Zahnstange 19 ausgebildet.
Durch diese formschlüssige Führung 10 und den formschlüssigen Verschiebeantrieb 17 ist es möglich, auch ausserordentlich hohe Zugkräfte zum Abzug der Schienen 2 aufzubringen.
Der Wagen 1 kann in vorteilhafter Weise an Schienenverladezüge unterschiedlicher Bauart mit Hilfe der Kupplungseinrichtung 14 angekuppelt werden. Durch vorzugsweise ferngesteuerte Beaufschlagung der Verschiebeantriebe 17 wird der Kranschlitten 9 mitsamt den Kranauslegern 5 in Richtung zum anschliessenden, nicht näher dargestellten Schienenverladezug bewegt, bis die beiden angrenzenden Schienengreifvorrichtungen 7 zwei Schienen 2 erfassen können. Durch gegensinnige Beaufschlagung der Verschiebeantriebe 17 erfolgt anschliessend ein Abziehen der beiden Schienen 2 vom Schienenverladezug in Richtung zu den beiden Rutschen 13. Sind die Schienen 2 beispielsweise auf Zwischenlagen aus Holz gelagert, so sind für den Abzug sehr hohe Zugkräfte von etwa 36000 N pro Schiene erforderlich. Bei Verwendung von 120-Meter-Schienen können diese Zugkräfte noch höher sein.
Sobald die Enden der beiden Schienen 2 die zweite Hälfte des Wagens 1 erreicht haben, werden die beiden in Fig. 1 links dargestellten Schienengreifvorrichtungen 7 geöffnet und der Kranschlitten 9 entgegen der durch einen Pfeil 20 dargestellten Abzugsrichtung verfahren, bis die Schienenenden durch die beiden anderen Schienengreifvorrichtungen 7 erfassbar sind. Durch diesen
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Wechsel der Kranausleger 5 können die Schienenenden problemlos in die beiden Rutschen 13 abgelegt und weiter abgezogen werden, bis die Schienenenden in bekannter Weise mit den Schienen des Gleises 21 verankerbar sind.
Alternativ zu der dargestellten Ausführung wäre es auch möglich, lediglich ein einziges Paar von Kranauslegern 5 (s. dazu Fig. 5) vorzusehen, die zum Einlegen der Schienenenden in die Rutschen 13 durch eine Verdrehung der Kransäule 8 um 1800 verdrehbar ausgebildet sind.
Der in Fig. 5 ersichtliche Wagen 1 zum Abziehen langverschweisster Schienen weist zwei gelenkig miteinander verbundene Wagenrahmen 3 auf, wobei jedem Wagenenrahmen 3 ein Kranschlitten 9 mit einem Paar von Kranauslegern 5 zugeordnet ist. Diese beiden Kranschlitten 9 weisen jeweils eigene Verschiebeantriebe 17 auf und sind voneinander unabhängig in Wagenlängsrichtung verschiebbar. Jede Kransäule 8 ist mitsamt den Kranauslegern 5 durch einen Drehantrieb 22 um eine vertikale Achse 23 in bezug auf den Kranschlitten 9 verdrehbar ausgebildet. Der Wagen 1 ist sowohl mit Strassenfahrwerken 24 als auch mit durch Antriebe 25 höhenverstellbaren Schienenfahrwerken 26 ausgestattet.