AT528482A2 - Streichinstrument - Google Patents

Streichinstrument

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AT528482A2
AT528482A2 ATA50536/2024A AT505362024A AT528482A2 AT 528482 A2 AT528482 A2 AT 528482A2 AT 505362024 A AT505362024 A AT 505362024A AT 528482 A2 AT528482 A2 AT 528482A2
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AT
Austria
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string
soundpost
reed
stringed instrument
bass bar
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Application number
ATA50536/2024A
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English (en)
Inventor
Rath Josef
Original Assignee
Rath Josef
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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10DSTRINGED MUSICAL INSTRUMENTS; WIND MUSICAL INSTRUMENTS; ACCORDIONS OR CONCERTINAS; PERCUSSION MUSICAL INSTRUMENTS; AEOLIAN HARPS; SINGING-FLAME MUSICAL INSTRUMENTS; MUSICAL INSTRUMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G10D3/00Details of, or accessories for, stringed musical instruments, e.g. slide-bars
    • G10D3/02Resonating means, horns or diaphragms

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Stringed Musical Instruments (AREA)

Abstract

Die Erfindung betriff ein Streichinstrument umfassend einen Korpus (1), wobei der Korpus (1) eine Decke (2), einen der Decke (2) gegenüberliegenden Boden (3), einen zwischen der Decke (2) und dem Boden (3) an einem oberen Ende des Korpus (1) angeordneten Oberklotz (4), einen zwischen der Decke (2) und dem Boden (3) an einem unteren Ende des Korpus (1) angeordneten Unterklotz (5) und den seitlichen Rand des Korpus (1) bildende Zargen (6) aufweist, umfassen weiters einen im unteren Endbereich des Korpus (1) angebrachten Saitenhalter (7) zum Befestigen von Saiten (8), und einen am oberen Ende des Korpus (1) angeordneten Hals (9), einen am oberen Ende des Halses (9) angeordneten Wirbelkasten, wobei in dem Wirbelkasten drehbare Wirbel zum Stimmen des Streichinstruments aufgenommen sind, und umfassend weiters einen auf dem Korpus (1) aufliegenden Steg (10) und einen im Inneren des Korpus (1) angeordneten Stimmstock (12). Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass im Inneren des Korpus (1) zumindest eine den Boden (3) in Richtung der Decke (2) ziehende Stimmstocksaite (13) befestigbar ist, wobei zur Befestigung der zumindest einen Stimmstocksaite (13) am oberen Ende des Korpus (1) eine erste Stimmstocksaitenhalterung (14) angeordnet ist und am unteren Ende des Korpus (1) eine zweite Stimmstocksaitenhalterungen (15) angeordnet ist, und wobei am Boden (3) eine Stimmstocksaitenumlenkung (16) zum Durchführen der zumindest einen Stimmstocksaite (13) angeordnet ist.

Description

x bes AT 528 482 A2 2026-01-15
Ss N
Beschreibung
STREICHINSTRUMENT [0001] Die Erfindung betrifft ein Streichinstrument.
[0002] Streichinstrumente sind bereits seit langer Zeit bekannt und werden in vielen Variationen gebaut. Das Grundprinzip beruht darauf, dass gespannte Saiten in Schwingung versetzt werden und diese Schwingungen durch einen Hohlkörper, den Korpus, als Resonator verstärkt werden. Dazu werden die Saiten über einen auf dem Korpus aufliegenden Steg geführt. Die äußere Form dieser Streichinstrumente ist meist symmetrisch zur Längsmittelachse des Korpus. Die Saiten verlaufen parallel zu dieser Längsmittelachse. Der Korpus weist eine Decke und einen der Decke gegenüberliegenden Boden auf. Zwischen der Decke und dem Boden ist an einem oberen Ende des Korpus ein Oberklotz angeordnet und an einem unteren Ende des Korpus ein Unterklotz. Um einen vollen Klang zu erzeugen, ist die Decke üblicherweise etwas nach oben gewölbt. Unterhalb des Steges befindet sich die höchste Stelle der Deckenwölbung die sich bei den traditionellen europäischen Streichinstrumenten in einer gleichmäßigen Wölbung und mit einem leichten Gegenschwung zum Oberklotz und zum Unterklotz abflacht. Seitlich wird der Korpus von Zargen begrenzt.
[0003] Über den Korpus sind die Saiten des Streichinstruments gespannt. Dazu ist am unteren Ende des Korpus ein Saitenhalter angeordnet. Am oberen Ende des Korpus ist in Verlängerung der Längsmittelachse des Korpus ein Hals angeordnet, der üblicherweise ein Griffbrett trägt über dem die Saiten bis zu einem am oberen Ende des Halses angeordneten Wirbelkasten verlaufen, in dem drehbare Wirbel aufgenommen sind. Durch Drehen der Wirbel können die Saiten gespannt werden, sodass das Streichinstrument gestimmt werden kann.
[0004] Zwischen der Decke und den Saiten ist ein Steg eingelegt, damit der Abstand der Saiten zum Korpus ausreichend groß ist, um die Saiten einzeln mit einem Bogen zu spielen. Der Steg besitzt zwei Füße. Unterhalb des Bass-Stegfußes befindet sich üblicherweise ein an die Decke geleimter Bassbalken. Dieser verläuft in Längsrichtung über einen Großteil der Länge der Decke und leitet die Schwingungen vom Steg auf die oberen- und unteren Bereiche der Decke ab. Im Bereich des Diskant-Stegfußes befindet sich der Stimmstock. Er ist zwischen Decke und Boden eingeklemmt und überträgt die Schwingungen auf den Boden. Der Stimmstock steht üblicherweise nicht genau unterhalb des Stegfußes, sondern etwas dahinter, wobei durch den Abstand des Stimmstocks zum Stegfuß der Klang beeinflusst werden kann.
[0005] Einen solchen Aufbau haben beispielsweise Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Viola da Gamba, Lira da Gamba, Lira da Braccio, Baryton, Viola d’amore, Hardangerfiedel und deren Bauvariationen.
[0006] Durch die Spannung der Saiten entstehen starke Belastungen an unterschiedlichen Stellen im Korpus. Zunächst wird der Wirbelkasten in Richtung des Saitenhalters gezogen, wodurch die Decke gestaucht und der Boden, insbesondere der Ansatz des Halses gedehnt wird. Zudem üben die Saiten einen Druck auf den Steg aus, der dadurch von oben auf die Decke gedrückt wird. Der Stimmstock wiederrum drückt von unten gegen die Decke. Im Bereich des Bassbalkens wird die Wölbung etwas abgeflacht. Langfristig kommt es so zu starken Verformungen des Korpus, und insbesondere der Decke, die den Klang negativ beeinflussen.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, diesen Verformungen entgegenzuwirken und die Klangqualität eines Streichinstruments langfristig zu erhalten bzw. sogar zu verbessern.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass im Inneren des Korpus eines Streichinstruments zumindest eine den Boden in Richtung der Decke ziehende Stimmstocksaite befestigbar ist, wobei zur Befestigung der Stimmstocksaite am oberen Ende des Korpus eine erste Stimmstocksaitenhalterung angeordnet ist und am unteren Ende des Korpus eine zweite Stimmstocksaitenhalterungen angeordnet ist, und wobei am Boden eine Stimmstocksaitenumlenkung zum Durchführen der Stimmstocksaite angeordnet ist.
[0009] Durch das Befestigen einer Stimmstocksaite im Inneren des Korpus kann dem Zug der
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Saiten, und insbesondere der Stauchung der Decke bzw. der Dehnung des Bodens entgegengewirkt werden. Der Korpus wird dadurch entlastet und ein freieres Schwingen ermöglicht.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich durch die folgenden Merkmale:
[0011] Die Stimmstocksaitenumlenkung kann auf unterschiedliche Arten ausgeführt sein, beispielsweise als durchgehende Ausnehmung im Stimmstock, als Öse, als Haken oder als Führungskanal. Zur Befestigung am Boden, kann die Stimmstocksaitenumlenkung je nach Ausführungsform unterschiedlich befestigt werden, beispielsweise durch Einstecken in eine Öffnung im Boden oder durch Aufleimen an der Innenseite des Bodens.
[0012] Um den Korpus besonders effektiv zu entlasten und ein freies Schwingen der Decke zu ermöglichen, kann die erste Stimmstocksaitenhalterung im Oberklotz befestigt sein und die zweite Stimmstocksaitenhalterung im Unterklotz befestigt sein. Besonders effektiv ist die Entlastung des Korpus, wenn die Stimmstocksaitenhalterungen nahe der Decke, also in einem oberen der Decke nahen Bereich des Oberklotzes bzw. des Unterklotzes, angeordnet sind.
[0013] Damit die Stimmstocksaite einfach nachgespannt werden kann, kann das Streichinstrument eine Stimmvorrichtung zum Stimmen der Stimmstocksaite aufweisen.
[0014] Um die auf den Korpus wirkenden Kräfte besonders gut ausgleichen zu können, sollte die Stimmstocksaitenumlenkung vorzugsweise im Bereich des Stimmstocks angeordnet sein.
[0015] Als besonders geeignet hat es sich erwiesen, wenn der Abstand der Stimmstocksaitenumlenkung zum Stimmstock höchstens einem Drittel des Abstandes vom Stimmstock zur nächstgelegenen Zarge entspricht. Ebenso ist es vorteilhaft, wenn der Abstand der Stimmstocksaitenumlenkung von dem Stimmstock höchstens dem Vierfachen des Durchmessers des Stimmstocks entspricht. Weiters können die auf den Korpus wirkenden Kräfte besonders gut ausgeglichen werden, wenn der Abstand der Stimmstocksaitenumlenkung vom Stimmstock höchstens dem Sechsfachen der Dicke des Bodens entspricht.
[0016] Um einen vorzeitigen Verschleiß der Stimmstocksaite zu vermeiden, kann die Stimmstocksaitenumlenkung eine Führung zur Ausrichtung der Stimmstocksaite parallel zu den Saiten aufweisen, wobei die Längsachse der Führung parallel zur Längsachse des Halses angeordnet ist.
[0017] Das Streichinstrument kann auch für das Anbringen mehrerer Stimmstocksaiten ausgebildet sein. Vorteilhaft sind dabei zwei bis sechszehn Stimmstocksaiten Die Stimmstocksaitenumlenkung kann dazu zumindest zwei, insbesondere genau zwei, Durchführungen für Stimmstocksaiten in der Stimmstocksaitenumlenkung aufweisen. Vorteilhaft ist eine Anordnung der Stimmstocksaiten symmetrisch zum Stimmstock.
[0018] Als weitere Möglichkeit den Korpus zu entlasten können bei Streichinstrumenten, die einen Bassbalken aufweisen, parallel zum Bassbalken Bassbalkensaiten anordenbar sein. Dazu kann an dem Bassbalken ein parallel zum Steg angeordneter Bassbalkensteg angeordnet sein, und zur Befestigung der Bassbalkensaite kann am oberen Ende des Korpus eine erste Bassbalkensaitenhalterung und am unteren Ende des Korpus eine zweite Bassbalkensaitenhalterung angeordnet sein.
[0019] Durch die Bassbalkensaiten kann die Krümmung des Bassbalkens und damit der Decke unterstützt werden. Die Bassbalkensaiten stabilisieren somit bereits für sich allein die Wölbung der Decke. Wenn Bassbalkensaiten zusätzlich zu einer Stimmstocksaite eingebaut werden, kann die Symmetrie des Streichinstruments auch langfristig erhalten werden, da sich die entstehenden Kräfte so ergänzen, dass keine ungewollten Zugkräfte auftreten.
[0020] Als besonders geeignet hat es sich erwiesen, wenn eine bis vierundzwanzig, vorzugsweise zwei bis zwölf, Bassbalkensaiten vorgesehen sind.
[0021] Um die Wölbung der Decke besonders effektiv unterstützen zu können, ist es vorteilhaft, wenn die Bassbalkensaitenhalterungen nahe der Decke geführt angeordnet sind. Besonders stabil ist das Streichinstrument, wenn die zweite Bassbalkensaitenhalterung im Unterklotz befes-
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tigt ist, insbesondere in einem oberen der Decke nahen Bereich des Unterklotzes.
[0022] Um einen besonders vollen Klang zu erzeugen, kann die erste Bassbalkensaitenhalterung an dem Wirbelkasten angeordnet sein, sodass die Bassbalkensaiten parallel zu den Saiten verlaufend anordenbar sind. Dadurch können die Bassbalkensaiten freiliegend angeordnet sein, so dass sie mit den Fingern gezupft werden können. Um einen ausgewogenen Klang zu erhalten, kann die Bassbalkensaitenhalterung eine Dämpfung aufweisen.
[0023] Um die Bassbalkensaiten einfach nachspannen zu können, kann an der ersten Bassbalkensaitenhalterungen oder an der zweiten Bassbalkensaitenhalterungen eine Bassbalkensaitenstimmvorrichtung angeordnet sein.
[0024] Eine weitere Möglichkeit den Korpus zu entlasten besteht darin, zumindest eine HalsFußSaite oder eine Zugstange von dem bodennahen Bereich des Oberklotzes zu dem deckennahen Bereich des Unterklotzes einzuziehen. Dadurch kann der Entstehung eines Spalts zwischen Korpus und Hals entgegengewirkt werden. Wenn eine Gewindestange als Zugstange verwendet wird, kann durch eine Stellschraube die Zugkraft reguliert werden. Wenn das Streichinstrument ein Kontrabass mit abnehmbarem Hals ist, so kann durch diese Stellschraube auch die Saitenlage, also der Abstand der Saiten zum Griffbrett reguliert werden.
[0025] Gerade bei Streichinstrumenten mit einem großen Korpus kann zusätzlich eine Druckstange im Inneren des Korpus, insbesondere unterhalb der Decke, eingezogen sein, um den Korpus zu stabilisieren.
[0026] Um ein freies Schwingen der Decke zu unterstützen, kann vorgesehen sein, dass der Steg mit zwei seitlich angeordneten Stegfüßen auf der Decke aufliegt, wobei der erste Stegfuß oberhalb des Bassbalkens angeordnet ist, wobei der zweite Stegfuß im Bereich des Stimmstocks, insbesondere in Verlängerung des Stimmstocks, angeordnet ist, und wobei zwischen dem ersten Stegfuß und dem zweiten Stegfuß eine Schallöffnung ausgebildet ist. Dadurch kann ungewollten Schwingungen zwischen den Stegfüßen entgegengewirkt werden und ein klarer Klang kann erreicht werden.
[0027] Gerade in Verbindung mit Stimmstocksaiten kann eine zusätzliche Belastung der Decke durch den Druck des Stimmstocks auf die Unterseite der Decke vermieden werden, wenn der Stimmstock in Verlängerung des Stegfußes angeordnet ist. Die klanglichen Nachteile durch die Anordnung des Stimmstocks direkt unterhalb des Stegfußes können durch die Schallöffnung ausgeglichen werden, so dass insgesamt ein verbessertes Klangbild entsteht. Unerwünschte Schwingungen zwischen den Stegfüßen können besonders gut vermieden werden, wenn eine bogenförmige Schallöffnung ausgebildet ist, die vorzugsweise den zweiten Stegfuß bogenförmig umgibt.
[0028] Um das Streichinstrument spielen zu können, können zwischen den Wirbeln und dem Saitenhalter über den Steg verlaufende Saiten eingespannt sein, wobei der Steg durch die Spannung der Saiten gegen die Decke gedrückt ist und der Stimmstock durch den auf die Decke ausgeübten Druck zwischen Decke und Boden geklemmt ist.
[0029] Um die Haltbarkeit des Streichinstruments und die Klangqualität zu verbessern kann im Inneren des Korpus zwischen der ersten und der zweiten Stimmstocksaitenhalterung zumindest eine durch die Durchführung der Stimmstocksaitenumlenkung verlaufende Stimmstocksaite eingezogen sein, wobei durch den Zug der Stimmstocksaite der Boden in Richtung der Decke gezogen ist.
[0030] Weiters kann im Inneren des Korpus zwischen der ersten und der zweiten Bassbalkensaitenhalterung zumindest eine über den Bassbalkensteg verlaufende Bassbalkensaite eingespannt sein, wobei durch die Spannung der Bassbalkensaite ein Druck von Innen gegen die Decke ausgeübt ist.
[0031] Mehrere Ausführungsformen der Erfindung sind anhand der folgenden Zeichnungen beschrieben:
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[0032] Fig. 1 zeigt den Grundriss eines beispielhaften Streichinstruments mit einer Stimmstocksaite.
[0033] Fig. 2 zeigt den Querschnitt des Streichinstruments mit einer Stimmstocksaite. [0034] Fig. 3 zeigt den Längsschnitt des Streichinstruments mit einer Stimmstocksaite.
[0035] Fig. 4 zeigt den Grundriss eines beispielhaften Streichinstruments mit zwei Stimmstocksaiten.
[0036] Fig. 5 zeigt den Querschnitt des Streichinstruments mit zwei Stimmstocksaiten. [0037] Fig. 6 zeigt den Grundriss eines beispielhaften Streichinstruments mit Bassbalkensaiten.
[0038] Fig. 7 zeigt ein beispielhaftes Streichinstrument mit einer zusätzlichen Schallöffnung zwischen den Stegfüßen.
[0039] Fig. 1 bis 3 zeigen eine erste beispielhafte Ausführungsform eines Streichinstruments. Der Korpus 1 weist eine Decke 2 und einen der Decke 2 gegenüberliegenden Boden 3 auf. Zwischen der Decke 2 und dem Boden 3 ist an einem oberen Ende des Korpus 1 ein Oberklotz 4 angeordnet. Am unteren Ende des Korpus 1 ist ein Unterklotz 5 angeordnet. Der Oberklotz 4 und der Unterklotz 5 geben den Abstand zwischen Decke 2 und Boden 3 im Randbereich des Korpus 1 vor. Im Mittelbereich ist die Decke 2 nach oben gewölbt, wobei sich unterhalb eines Stegs 10 die höchste Stelle der Deckenwölbung befindet. Seitlich wird der Korpus 1 von Zargen 6 begrenzt.
[0040] Über den Korpus 1 sind die Saiten 8 des Streichinstruments gespannt. Dazu ist am unteren Ende des Korpus 1 ein Saitenhalter 7 angeordnet. Am oberen Ende des Korpus 1 ist in Verlängerung der Längsmittelachse des Korpus 1 ein Hals 9 angeordnet. Am oberen Ende des Halses 9 ist ein nicht dargestellter Wirbelkasten angeordnet, an dem die Saiten 8 eingespannt sind.
[0041] Zwischen der Decke 2 und den Saiten 8 ist der Steg 10 eingelegt. Der Steg 10 liegt mit zwei Stegfüßen 11 auf der Decke 2 auf. Unterhalb des Bass-Stegfußes 11 befindet sich in der dargestellten Ausführungsform ein an die Decke 2 geleimter Bassbalken 17. Dieser verläuft in Längsrichtung über einen Großteil der Länge der Decke 2 und leitet die Schwingungen vom Steg 10 auf die oberen und unteren Bereiche der Decke 2 ab. Im Bereich des Diskant-Stegfußes 11 befindet sich der Stimmstock 12. Der Stimmstock 12 ist zwischen Decke 2 und Boden 3 eingeklemmt und überträgt die Schwingungen auf den Boden 3. Der Stimmstock 12 steht in dieser Ausführungsform nicht genau unterhalb des Stegfußes 11, sondern etwas dahinter.
[0042] Fig. 1 zeigt das Streichinstrument, wobei auf der linken Seite die Decke 2 nicht dargestellt ist, sodass das Innere des Korpus 1 sichtbar ist. In dieser Ausführungsform ist eine Stimmstocksaite 13 vorgesehen, die durch den Stimmstock 12 verläuft. Die Stimmstocksaite 13 ist zwischen einer ersten Stimmstocksaitenhalterung 14, die in dieser Ausführungsform als Knopf ausgebildet ist und im Oberklotz 4 angeordnet ist, und einer zweiten Stimmstocksaitenhalterung 15, die in dem Unterklotz 5 angeordnet ist, gespannt. Die Stimmstocksaitenhalterungen 14, 15 sind nahe der Decke 2 angeordnet.
[0043] Fig. 2 zeigt, dass in dieser Ausführungsform eine Stimmstockumlenkung 16 mit einer Durchführung 19 im Boden 3 eingesteckt ist. Die Stimmstocksaitenumlenkung 16 ist als Knopf ausgeführt, der in den Stimmstock 12 ragt. Der Stimmstock 12 und die Stimmstocksaitenumlenkung 16 weisen eine Durchführung auf, durch die eine Stimmstocksaite 13 eingezogen werden kann. Die Durchführung ist parallel zur Längsmittelachse des Korpus ausgerichtet, sodass die Stimmstocksaite 13 parallel zu den Saiten 8 angeordnet werden kann.
[0044] Fig. 3 zeigt den Aufbau eines Streichinstruments mit Stimmstocksaite 13 im Querschnitt. Die Stimmstocksaite 13 kann durch die Stimmvorrichtung 18, die im Unterklotz gehalten ist, gestimmt werden.
[0045] Fig. 4 und 5 zeigen eine alternative Ausführungsform eines beispielhaften Streichinstruments. Der Aufbau entspricht dem zu Fig. 1 bis 3 beschriebenen Aufbau, wobei jedoch statt einer einzelnen Stimmstocksaite 13 in dieser Ausführungsform zwei Stimmstocksaiten 13 vorgesehen sind. Die Stimmstocksaiten 13 sind in Haken 19 eingehängt die seitlich des Stimmstocks 12 aus
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dem Boden 3 in das Innere des Korpus 1 ragen. Der Stimmstock 12 kann dadurch frei positioniert werden.
[0046] Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform mit im Inneren des Korpus 1 angeordneten Bassbalkenseiten 20. In der Darstellung ist auf der linken Seite die Decke 2 nicht gezeigt. Die Bassbalkenseiten 20 sind über einen Bassbalkensteg 21, der am Bassbalken 17 aufliegt gezogen und zwischen einer ersten Bassbalkensaitenhalterung 22 im Oberklotz 4 und einer zweiten Bassbalkensaitenhalterung 23 im Unterklotz 5 gehalten. Die Bassbalkensaitenhalterungen 22, 23 sind dabei nahe der Decke 2 angeordnet. Der Bassbalkensteg 21 ist unterhalb des Stegs 10 angeordnet.
[0047] Fig. 7 zeigt ein beispielhaftes Streichinstrument mit einer Schallöffnung 24 zwischen den Stegfüßen 11. Die Schallöffnung 24 ist bogenförmig um den Diskant-Stegfuß 11 angeordnet. In dieser Ausführungsform steht der Stimmstock 12 direkt unter dem Diskant-Stegfuß 11.
[0048] Die dargestellten Ausführungsformen weisen eine hohe Stabilität auf und ermöglichen gleichzeitig ein freieres Schwingen der Decke. Dadurch kann langfristig eine besonders gute Klangqualität erreicht werden.

Claims (15)

x bes AT 528 482 A2 2026-01-15 Ss N Patentansprüche
1. Streichinstrument umfassend einen Korpus (1), wobei der Korpus (1) eine Decke (2), einen der Decke (2) gegenüberliegenden Boden (3), einen zwischen der Decke (2) und dem Boden (3) an einem oberen Ende des Korpus (1) angeordneten Oberklotz (4), einen zwischen der Decke (2) und dem Boden (3) an einem unteren Ende des Korpus (1) angeordneten Unterklotz (5) und den seitlichen Rand des Korpus (1) bildende Zargen (6) aufweist, umfassen weiters einen im unteren Endbereich des Korpus (1) angebrachten Saitenhalter (7) zum Befestigen von Saiten (8), und einen am oberen Ende des Korpus (1) angeordneten Hals (9), einen am oberen Ende des Halses (9) angeordneten Wirbelkasten, wobei in dem Wirbelkasten drehbare Wirbel zum Stimmen des Streichinstruments aufgenommen sind, und umfassend weiters einen auf dem Korpus (1) aufliegenden Steg (10) und einen im Inneren des Korpus (1) angeordneten Stimmstock (12), dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren des Korpus (1) zumindest eine den Boden (3) in Richtung der Decke (2) ziehende Stimmstocksaite (13) befestigbar ist, wobei zur Befestigung der zumindest einen Stimmstocksaite (13) am oberen Ende des Korpus (1) eine erste Stimmstocksaitenhalterung (14) angeordnet ist und am unteren Ende des Korpus (1) eine zweite Stimmstocksaitenhalterungen (15) angeordnet ist, und wobei am Boden (3) eine Stimmstocksaitenumlenkung (16) zum Durchführen der zumindest einen Stimmstocksaite (13) angeordnet ist.
2. Streichinstrument nach Anspruch 1, wobei die erste Stimmstocksaitenhalterung (14) im Oberklotz (4) befestigt ist und die zweite Stimmstocksaitenhalterung (15) im Unterklotz (5) befestigt ist, wobei insbesondere vorgesehen ist, dass die Stimmstocksaitenhalterungen (14,15) nahe der Decke (2) angeordnet sind.
3. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das Streichinstrument eine Stimmvorrichtung (18) zum Stimmen der Stimmstocksaite (13) aufweist.
4. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Abstand der Stimmstocksaitenumlenkung (16) zum Stimmstock (12) höchstens einem Drittel des Abstandes vom Stimmstock (12) zur Zarge (6) entspricht.
5. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Stimmstocksaitenumlenkung (16) im Bereich des Stimmstocks (12) angeordnet ist, wobei insbesondere vorgesehen ist, dass der Abstand der Stimmstocksaitenumlenkung (16) von dem Stimmstock (12) höchstens dem Vierfachen des Durchmessers des Stimmstocks (12) entspricht.
6. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Abstand der Stimmstocksaitenumlenkung (16) vom Stimmstock (12) höchstens dem Sechsfachen der Dicke des Bodens (3) entspricht.
7. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei zumindest zwei, insbesondere genau zwei, Durchführungen (19) für Stimmstocksaiten (13) in der Stimmstocksaitenumlenkung (16) ausgebildet sind.
8. Streichinstrument, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei im Inneren des Korpus an der Decke (2) ein Bassbalken (17) angeordnet ist, wobei parallel zum Bassbalken (17) Bassbalkensaiten (20) anordenbar sind, wobei an dem Bassbalken (17) ein parallel zum Steg (10) angeordneter Bassbalkensteg (21) angeordnet, und wobei am oberen Ende des Korpus (1) eine erste Bassbalkensaitenhalterung (22) angeordnet ist und am unteren Ende des Korpus (1) eine zweite Bassbalkensaitenhalterung (23) angeordnet ist, wobei insbesondere vorgesehen ist, dass an der ersten Bassbalkensaitenhalterung (22) oder an der zweiten Bassbalkensaitenhalterung (23) eine Bassbalkensaitenstimmvorrichtung angeordnet ist.
9. Streichinstrument nach Anspruch 8, wobei die Bassbalkensaiten (20) nahe der Decke (2) führbar sind, wobei die zweite Bassbalkensaitenhalterung (23) insbesondere im Unterklotz (5) befestigt ist.
10. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei die erste Bassbalkensaitenhalterung (22) an dem Wirbelkasten angeordnet ist, sodass die Bassbalkensaiten (20) parallel zu Saiten (8) verlaufend anordenbar sind.
11. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei eine bis vierundzwanzig, vorzugsweise zwei bis zwölf, Bassbalkensaiten (20) vorgesehen sind.
12. Streichinstrument, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der Steg (10) mit zwei seitlich angeordneten Stegfüßen (11) auf der Decke (2) aufliegt, wobei der erste Stegfuß (11) oberhalb des Bassbalkens (17) angeordnet ist, wobei der zweite Stegfuß (11) in einem dem Stimmstock (12) gegenüberliegenden Bereich, insbesondere in Verlängerung des Stimmstocks (12), angeordnet ist, und wobei zwischen dem ersten Stegfuß (11) und dem zweiten Stegfuß (11) eine Schallöffnung (24) ausgebildet ist, insbesondere eine bogenförmige Schallöffnung (24), die vorzugsweise den zweiten Stegfuß (11) bogenförmig umgibt.
13. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei zwischen den Wirbeln und dem Saitenhalter (7) über den Steg (10) verlaufende Saiten (8) eingespannt sind, wobei der Steg (10) durch die Spannung der Saiten (8) gegen die Decke (2) gedrückt ist und der Stimmstock (12) durch den auf die Decke (2) ausgeübten Druck zwischen Decke (2) und Boden (3) geklemmt ist.
14. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei im Inneren des Korpus (1) zwischen der ersten und der zweiten Stimmstocksaitenhalterung (14, 15) zumindest eine durch die Durchführung (19) der Stimmstocksaitenumlenkung (16) verlaufende Stimmstocksaite (13) eingezogen ist, wobei durch den Zug der Stimmstocksaite (13) der Boden (3) in Richtung der Decke (2) gezogen ist.
15. Streichinstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei im Inneren des Korpus (1) zwischen der ersten Bassbalkensaitenhalterung (22) und der zweiten Bassbalkensaitenhalterung (23) zumindest eine über den Bassbalkensteg (21) verlaufende Bassbalkensaite (20) eingespannt ist, wobei durch die Spannung der Bassbalkensaite (20) ein Druck von Innen gegen die Decke (2) ausgeübt ist.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
ATA50536/2024A 2024-06-28 2024-06-28 Streichinstrument AT528482A2 (de)

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