AT5034U1 - Verfahren zur herstellung von mit einer wärme- und/oder schallschutzdämmung ausgestatteten stahlbetondecken - Google Patents
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Abstract
Bei einem Verfahren zur Herstellung von mit einer Wärme- und/oder Schallschutzdämmung ausgestatteten Stahlbetondecken werden auf eine Schalung eine Dämmplatte, Bewehrungsstahlmatten und Beton aufgebracht, wobei als Dämmplatte eine Platte aus zementleimgebundenen expandierten Polystyrolteilchen eingesetzt wird.
Description
AT 005 034 Ul
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von mit einer Wärme- und/oder Schallschutzdämmung ausgestatteten Stahlbetondecken, bei welchem auf eine Schalung, eine Dämmplatte, Bewehrungsstahlmatten und Beton aufgebracht fr/ircjt
Bei der Herstellung von Stahlbetondecken, welche mit einer Wärme- und/oder Schallschutzdämmung ausgestattet werden sollen, ist es üblich an derartige Stahlbetondecken entsprechende Dämmplatten mit Dübeln zu befestigen. Ähnlich wie bei der nachträglichen Wärmedämmung von Fassaden werden hiebei zumeist Glasfaser- oder Steinwollematten eingesetzt, welche nachträglich an der erhärteten Decke festgelegt werden können. Wenn derartige Glasfaser- oder Steinwollematten oder auch andere bekannte Dämmplatten in einem Arbeitsgang unmittelbar bei der Herstellung der Stahlbetondecke bereits eingebracht werden sollen, müssen in aller Regel entsprechende Anker vorgesehen sein, welche nachträglich mit Ortbeton umspült werden, sodaß sie im Beton verankert sind. Derartige Anker behindern aber die Einbringung von Bewehrungsstahlmatten und es besteht beim Einbringen von Bewehrungsstahlmatten immer die Gefahr, daß derartige Anker zur Festlegung von Dämmplatten abgebogen oder abgebrochen werden, sodaß der erforderliche Halt der Dämmplatten unter ihrem Eigengewicht nicht gewährleistet ist. Glasfaser- oder Steinwollematten haben darüberhinaus die Tendenz Feuchtigkeit aufzunehmen, wodurch sie ein relativ hohes Flächengewicht aufweisen können, was wiederum hohe Anforderungen an die Verankerung stellt. Für Wärmedämmungen an Fassaden sind Polystyrolhartschaumplatten oder extrudierte Schaumplatten bekanntgeworden, welche an Fassaden geklebt und dann beschichtet werden. Aus der EP 672 216 Bl ist schließlich eine derartige Fassadendämmplatte aus Polystyrolschaumstoff-Leichtbeton bekanntgeworden, welche eine Rohdichte zwischen 0,2 und 0,35 kg/1 aufweist und mit welchen bei Materialstärken von 16 bis 18 cm K-Werte von ca. 0,4 W/m^ κ erzielt werden können. Derartige bekannte Dämmplatten enthalten zementleimgebundene zerkleinerte Polystyrolschaumabfälle, deren Korngröße zwischen 2 und 15 mm betragen, um die geforderte Rohdichte zu erzielen. Im Ergebnis stellen derartige Wärmedämmplatten, wie sie für Fassaden bekannt sind und in der 2 AT 005 034 Ul
Regel nachträglich unter Verwendung von Lattenrosten festgelegt werden, eine wasserbeständige und gegen Feuchtigkeitsaufnahme weitgehend resistente offenporige Struktur dar, in welcher die Polystyrolschaumabfälle homogen eingebettet sind. Derartige Platten lassen sich leicht bearbeiten und mit üblichen Werkzeugen formgebend bearbeiten.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, ein Verfahren der eingangs genannten Art zur Herstellung von mit Bewehrungsstahl“ matten versehenen Stahlbetondecken zu schaffen, bei welcher die Einbringung einer Wärme- und/oder Schallschutzdämmung ohne Zuhilfenahme von Ankern erfolgen kann, sodaß in einem einzigen Arbeitsgang unmittelbar eine Stahlbetondecke geschaffen wird, an welcher eine Dämmplatte ohne Zwischenschaltung von Klebern oder Ankern hochfest festgelegt ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe besteht das erfindungsgemäße Verfahren im wesentlichen darin, daß als Dämmplatte eine Platte aus zementleimgebundenen expandierten Polystyrolteilchen eingesetzt wird. Dadurch, daß als Dämmplatte eine für Fassadenplatten an sich bekannte Platte aus zementleimgebundenen expandierten Polystyrolteilchen eingesetzt wird, kann nun überraschenderweise auf die Verwendung von Ankern verzichtet werden. Für die Herstellung einer derartigen Stahlbetondecke genügt esfauf die Dämmplatte die entsprechenden Bewehrungsstahlmatten aufzubringen und unmittelbar Ortsbeton aufzugießen. Aufgrund der offenporigen Struktur und der Zementleimbindung der Polystyrolteilchen der Platten dringt Wasser und Beton teilweise in die dem Beton benachbarte Grenzfläche der Dämmplatten ein, wobei mit Zementresten und dem Ortsbeton eine hochfeste sichere Verankerung gelingt, welche auch hohen Scherbeanspruchungen und Zugbeanspruchungen standhält. Entsprechende Versuche haben ein hohes Maß an Feuchtigkeitsunempfindlichkeit und bei Versuchen einer mechanischen Ablösung ergeben, daß Bruchstellen, wie sie durch Einwirkung von Werkzeugen erzielt werden können, lediglich in der Dämmmaterialschicht, nicht aber in der Grenzschicht zum Beton auftreten, sodaß auch eine hohe Scherbeanspruchung gewährleistet ist. Eine zusätzliche Verklebung kann ebenso entfallen, wie in de$ meisten Fällen auch auf eine Schalung verzichtet 3 AT 005 034 Ul werden kann, da derartige Jeowohirwngφρlatten selbst als verlorene Schalung verwendbar sind. Bevorzugt wird daher die erfindungsgemäße Stahlbetondecke so aufgebaut, daß die Dämmplatten als verlorene Schalung eingesetzt werden.
Eine besonders hohe Haftfähigkeit und Integration der Dämmplatte in die Grenzschicht zum Beton gelingt mit Vorteil dann, wenn so vorgegangen wird, daß der Zementleim der Dämmplatten vor dem Aufbringen des Ortsbetons unvollständig hydratisiert ist.
Da im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens auf Anker jedwelcher Art verzichtet werden kann, kann mit Vorteil so vorgegangen werden, daß die Bewehrungsstahlmatten unmittelbar auf die Dämmplatten aufgelegt werden, ohne daß hiebei die Gefahr besteht, daß die üblicherweise verwendeten Anker durch Verbiegen oder Zerstören beim Einbringen der Bewehrungsstahlmatten unwirksam werden.
Eine entsprechende Wärme- und/oder Schallschutzdämmung läßt sich in einfacher Weise dadurch erzielen, daß die Dämmplatten mit einer Stärke von 50 bis 250 mm eingesetzt werden.
Insgesamt ergibt sich durch die erfindungsgemäße Ausbildung ein problemloses Verlegen der Bewehrung ohne Beschädigung der Platten, wobei in vielen Fällen insbesondere im Bereich von Aufkantungen derartige Dämmplatten als verlorene Schalung verwendet werden können. Neben einer leichten Ver- und Bearbeitung mit üblichen Werkzeugen, wie z.B. Kreissägen, gelingt auch ein exaktes Anarbeiten an Baubestand. Neben dem eigenen geringen Gewicht der im Rahmen der Erfindung zum Einsatz gelangenden Dämmplatten wird auch ein gutes optisches Erscheinungsbild, geringer Verschnitt und eine rasche und unkomplizierte Verarbeitung erzielt. Aufgrund der Zementleimbindung wird gleichzeitig ein hohes Maß an Feuchtigkeitsunempfindlichkeit erzielt. 4
Claims (5)
- AT 005 034 Ul Ansprüche : 1. Verfahren zur Herstellung von mit einer Wärme- und/oder Schallschutzdämmung ausgestatteten Stahlbetondecken, bei welchem auf eine Schalung eine Dämmplatte, Bewehrungsstahlmatten und Beton aufgebracht (κτττφ, dadurch gekennzeichnet, daß als Dämmplatte eine Platte aus zementleimgebundenen expandierten Polystyrolteilchen eingesetzt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zementleim der Dämmplatten vor dem Aufbringen des Ortsbetons unvollständig hydratisiert ist.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrungsstahlmatten unmittelbar auf die Dämmplatten aufgelegt werden.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämmplatten als verlorene Schalung eingesetzt werden.
- 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämmplatten mit einer Stärke von 50 bis 250 mm eingesetzt werden. 5
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