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Vorrichtung zum Entnehmen bemessener Gasmengen aus einem Schmelzofen.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung, mittels welcher einem Glasschmelzofen kleine regelbare Mengen geschmolzenen Glases entnommen werden können und ist insbesondere zur Herstellung von Hohlglaskörpern, wie Flaschen und dergl. bestimmt, deren Erzeugung dadurch möglichst vereinfacht werden soll.
Die den Eriindungsgegenstand bildende Vorrichtung besteht aus einem in dem Glasschmelzofen oder einem Ausbau du von derart aufgestellten Zwischenbehälter, dass das Glas unmittelbar aus dem Ofen in dieses Zwischengefäss eintreten und durch einen Auslauf mittels Druckluft oder mittels eines Kolbens herausgedrückt und der zu füllenden Form zugefügt weiden kann.
Durch Aufhörenlassen des Druckes bezw. durch Erzeugung eines Unteldluckes im Zwischen- behälter kann das Auslaufen des Glases nach Belieben unterbrochen werden.
Es ist vorteilhaft, den Zwischenbehälter aus einem Block herzustellen, so dass er leicht ohne Kaltstellen des Ofens ausgewechselt werden kann. zu welchem Zwecke der Ofen bezw. der Ausbau mit einer durch eine abnehmbar Platte verschliessbaren Öffnung versehen ist.
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Kammer ist der Zwischenbehälter so untergebracht, dass der Kanal. der das flüssige Glas aus dem Behälter der zu füllenden Form zuführt, einschliesslich seiner Mündung sich im Innern des
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unter den Behälterauslauf gebracht bezw. auf den Auslauf gesetzt und mit dem auszudrückenden Glase gefüllt werden kann. Durch diese Einrichtung wird das Einfrieren des Zwischenbehälter-
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Fig. 4 ist die schaubildliche Ansicht des von 11 der Vorform abgenommenen, zum Abschneiden des Glaaatromee und zum Verschliessen der Vorform dienenden Messers.
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diesem selbst eine Wand 37 aus Chamotte oder dgl. angebracht, welche das Ausfliessen des Glases aus dem Ausbau bezw. aus dem Ofen verhindert. Vor der Wand 37 ist ein Block 2 ebenfalls aus feuerfestem Material aufgestellt, welcher aus einem oben offenen Gefässe besteht, in welches das Glas einfliessen kann. Vom Boden des Gefässes 2 zweigt ein schräg nach oben gerichteter Kanal 39 ab, welcher mit einem nach unten gerichteten Auslaufende 40 versehen ist.
In dem Hohlraum 36 des Blockes 2 bewegt sich ein Kolben 5, welcher in der Wand des Ausbaues geführt ist. Der Ausbau ist durch eine oder mehrere abnehmbare Platten 41 geschlossen.
42 ist der Zugang für die zu füllende Form oder dgl.
Die Vorrichtung wirkt wie folgt : Wird der Kolben 5 genügend gehoben, so fliesst Glasmasse in den Hohlraum 36 des Zwischenbehälters 2 ein. Beim Abwärtsgehen des Kolbens 5 wird die in dem Hohlraum 36 befindliche Glasmasse durch den aufsteigenden Kanal 39 und den senkrecht ablaufenden Kanal 40 in die durch Öffnung 42 darunter gebrachte (nicht dargestellte) Füllform oder dgl. gedrückt. Wird der Kolben 5 angehalten bezw. zurückgezogen, so wird dadurch das Ausfliessen der Glasmasse sofort unterbrochen.
Der Ausbau steht mit dem Glasschmelzofen in ungehinderter Verbindung, so dass die Heizgase sämtliche Teile der Abfüllvorrichtung bespülen und sie auf der erforderlichen Temperatur erhalten, damit die Glasmasse möglichst flüssig aus den Kanälen 39,40 austritt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 ist der Kolben 5 der Fig. 1 durch einen Stempel 43 von grösserem Querschnitt als der Hohlraum 36 ersetzt, der mit einer Aushöhlung 44 und einer
Durchbohrung 45 versehen ist, die mit einer nicht dargestellten Druck-oder Saugpumpe in Verbindung gebracht werden kann. Lässt man den Stempel 43, nachdem sich der Hohlraum 36 mit
Glasmasse gefüllt hat, sich senken, so schliesst er die Hohlräume 36 und 44 ab. Wird nun durch
Kanal 45 Pressluft eingeleitet, so wird die in dem Hohlraum 36 befindliche Glasmasse durch die Kanäle 39, 40 herausgedrückt. Bringt man den Kanal 45 mit einer Saugpumpe in Verbindung oder sperrt die Druckluftleitung ab, so kann man das Ausfliessen des Glases im gewünschten Augenblick unterbrechen.
Während die Fig. 1 und 2 solche Zwischenbehälter betreffen, bei denen die Ausflussöffnung für das Glas nach unten gerichtet ist, so dass demgemäss die zu füllende Form durch eine im Boden des Schmelzofen bezw. des Ausbaues befindliche Öffnung zugeführt werden muss, ist in Fig. 3 eine Einrichtung dargestellt, bei welcher die Ausflussöffnung des Zwischenbehälters nach oben gerichtet ist und die zu füllende Form durch eine in der Decke des Ofens bezw. des Ausbaues angebrachte Öffnung eingeführt und direkt auf die Steigrohrmündung des Zwischenbehälters aufgesetzt wird.
In dem Ofen bezw. einem geeigneten Ausbau 1 ist der die Entnahme des Glases vermittelnde Block 2 aus feuerfestem Material auswechselbar aufgestellt, welcher mit einer Zuflussöffnung für das geschmolzene Glas, einem zylindrischen oder sonstwie gestalteten Hohlraum-36 und einem aufsteigenden Kanal 4 versehen ist, durch den das Glas in die darüber zu bringende Vorform 14 mittels des in den Hohlraum 36 geführten Stempels 5 gedrückt wird. Der obere, den Kanal 4 umgebende Teil des Blockes 2 ist bei 6 abgeschrägt, so dass das durch das Messer abgeschnittene im Erstarren begriffene Glas an den Abschrägungen in die flüssige Glasmasse zurückfällt und wieder geschmolzen wird.
Die Decke des Schmelzofen ist oberhalb des Kanals 4 zum Einführen der Form mit einer Öffnung 7 versehen, die in irgend einer geeigneten Weise, z. B. durch eine Schamotteplatte. abgeschlossen werden kann, wenn die Form sich ausserhalb des Ofens befindet.
Vor dem Glasschmelzofen ist eine das Glas verarbeitende Maschine so aufgestellt, dass deren Vorform über die Mündung 7 geschwungen und sodann gesenkt'werden kann. Die Maschine bestellt aus einer in dem Fusse 10 drehbaren und heb-und senkbaren Welle 9, die am oberen Ende einen Arm 8 trägt. Durch Zuleitung von Pressluft oder einem anderen Druckmittel durch die mit Ventil 12 versehene Leitung 11 wird die Welle 9 gehoben und durch Ablassen der Luft gesenkt. An dem freien Ende des Armes s sind um die Zapfen 13 die beiden Vorformlälften 14 drehbar
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oder verschliessendes Messer 25 drehbar angeordnet ist, welches mit einer unteren, das Einfüllen de Glases in die Vorfonn vermittelnden Öffnung 26 versehen ist.
An dem Messer ist ein Hand-
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man z. B. auch die anderen Hebel mechanisch bewegen könnte. Mit Hilfe dieser Maschine gestaltet sich das Verfahren der Herstellung von Flaschen wie folgt :
Nachdem der Arm 8 in die in Fig. 3 dargestellte Stellung gebracht ist, die untere Öffnung der Vorform 14 sich also über dem Kanal 4 des Blockes 2 befindet und das Messer 26 so gedreht ist, dass der Durchlass 26 sich mit der Ofnung der Vorform deckt, werden die Welle 9 und damit die Vorform 14 so weit gesenkt, dass diese sich auf die Mündung des Kanals 4 aufsetzt. Durch
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fällt an den schrägen Seiten 6 des Blockes 2 in den Ofen zurück, wo es wieder eingeschmolzen wird und von Neuem dem Blocke oder Zwischenbehälter zufliesst.
Die Vorform wird nunmehr vollständig angehoben, der Kopfstempel in die Höhe gezogen und der Arm 8 zur Seite über eine in bekannter Weise angebrachte Fertigform geschwungen ; das Messer 25 wird nach oben gedreht, das Külbel in die Fertigform eingehängt und die Flasche in bekannter Weise fertig geblasen.
Nachdem die gefüllte Vorform aus dem Glasschmelzofen herausgehoben ist, lässt man den Druck vorteilhafterweise noch weiter wirken, um die im oberen Teil des Kanals 4 befindliche Glasmasse ebenfalls herauszudrücken und dadurch die Mündung des Kanals 4 vollständig frei
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kann. Nach jedesmaligem Füllen der Vorform tritt also gut durchgeschmolzenes, unabgekühltes Glas in den Block 2 ein.
Wie aus Fig. 5 hervorgeht, können an Stelle einer Fertigform deren zwei und dementsprechend auch zwei Vorformen angewendet werden. Zu diesem Zwecke wird an der Welle 9 ausser dem Arme 8 ein zweiter, eine Vorform 32 tragender Arm 31 angeordnet. Auf einem mit dem Fusse 10 der Maschine verbundenen Tische 35 werden entsprechend den beiden Vorformen 14 und 32 zwei Fertigformen 33 und 34 angeordnet. Dadurch wird erreicht, dass die Vorform 14 neu gefüllt und das vorher in der Vorform 32 gebildete Külbel gleichzeitig in der Fertigform 34 fertig geblasen werden kann, oder umgekehrt : und dass demnach an derselben Maschine gleichzeitig zwei Flaschensorten verschiedener Grösse und Gestalt hergestellt werden können.
Die Bewegungen des Messers, der Vorformhälften, des Kopfstempels sowie der Hebel können auch selbsttätig unter Vermittlung von auf der Hauptantriebswelle der Maschine a) t7enden Exzentern und Wellen erfolgen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Entnehmen bemessener Gasmengen aus einem Schmelzofen mittels eines im Ofen angeordneten, aus dem Ofen unmittelbar gespeisten, mit einer Ausdrück- Vorrichtung und Glasein-und-auslauf versehenen Zwischenbehälters, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenbehälter einschliesslich seines Auslaufes in einem mit einem Zugang von aussen für die zu füllende Form oder dgl. versehenen Teil des Ofenraumes aufgestellt ist.