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Die Erfindung betrifft ein flexibles Profilschleifwerkzeug, welches, in Verbindung mit einem elektrisch oder pneumatisch betriebenen Handschleifgerät, mit linear oszillierender Werkzeugaufnahmeplatte, zum Schleifen von Oberflächen gefräster oder durch andere Verfahren hergestellter Längsprofile, vorwiegend an Werkstücken aus Holzwerkstoffen, welche im Möbel- und Innenausbau Verwendung finden, eingesetzt wird und das sich rasch allen möglichen Profilformen, anpassen lässt.
Beim Schleifen gerader profilierter Werkstücke, mittels Linearhandschleifgeräten, kommen zur Bearbeitung relativ einfacher Profilformen, wie konkaver und konvexer Rundungen oder Ecken, vordefinierte Schleifklötze aus Kunststoff, an welchen ein Klettverschluss zur Befestigung des Schleifmittels, wie Schleifpapier oder Schleifleinen, angebracht ist, zum Einsatz.
Das Schleifen komplexer Profilformen, geschieht auch mit speziell angefertigten Schleifschuhen, wobei hiefür beispielsweise Rohlinge aus Hartschaum Verwendung finden. Darin wird vorerst das entsprechende Gegenprofil, mit relativ hohem handwerklichem Aufwand eingearbeitet und auf die Fläche der so erzeugte Kontur ein Klettverschluss geklebt, daran das Schleifmittel, ein Schleifpapier mit entsprechender Körnung befestigt wird und womit nun, montiert an einem linearen Handschleifgerät, das Werkstück geschliffen wird.
Solche Schleifschuhe können jedoch jeweils nur für eine Profilform verwendet werden und daher setzt dessen wirtschaftlicher Einsatz, das Schleifen entsprechender Werkstückmengen gleicher Profilform voraus. Ausserdem werden bei der Verwendung solcher Schleifschuhe, bedingt durch die ungenaue Anpassung des Schleifmittels an die Profilform, Kanten unerwünscht abgerundet und Ecken nicht ausreichend geschliffen.
Da in herkömmlichen Tischlerei- und Innenausbaubetrieben meist jedoch nur kleinere Chargen verschiedenster Profilformen verarbeitet werden, ist eine Anwendung der genannten Verfahren, aus Kostengründen, somit nur in eingeschränktem Ausmass möglich. Bekannt ist auch ein einstellbares Schleifkissen, mit in einem Gehäuse verschiebbarer Lamellen, welche nach dem Abformen auf ein bestimmtes Profil, in dieser Stellung durch ein Spannelement über die Stirnseite fixiert werden, bei welchem das Schleifmittel mittels beidseitig am Gehäuse angebrachten Klettverschlussstreifen befestigt wird.
(AT 0200003) Dieses ist für den Einsatz in dem beschriebenen Handschleifgerät jedoch nicht geeignet, da die, durch dessen schnelle Oszillationsbewegung verursachte, auf das Schleifwerkzeug einwirkende, mechanische Schwingung, den sicheren Halt der Lamellen in der eingestellten Profilform nicht gewährleistet. Auch ist damit, bedingt durch die nur seitliche Befestigung des Schleifmittels am Gehäuse, kein, bei dieser Oszillationsgeschwindigkeit erforderlicher Reibungsschluss, zwischen Werkzeug und Schleifmittel gegeben.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, für den Einsatz mit einem elektrisch oder pneumatisch betriebenen Linearhandschleifgerät, ein Schleifwerkzeug zu schaffen, welches sich einerseits, einfachen Profilformen, wie grösseren, konvexen und konkaven Rundungen, sowie geraden Bereichen, während der Schleifoperation selbsttätig anpasst und andererseits, rasch und mit geringem Umrüstaufwand, auf die unterschiedlich ausgebildeten Elemente, wie enge Radien, Ecken, Kanten oder Auskehlungen des Profils, voreingestellt und sicher fixiert werden kann und damit, ein qualitativ einwandfreies Schleifen deren Oberflächen ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine exakte, reibschlüssige, für die erforderliche Funktion jedoch genügend flexible Verbindung, zwischen dem Schleifwerkzeug und dem Schleifmittel zu schaffen.
Diese Aufgaben werden erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass in einem Gehäuse geführt, eine Anzahl, nebeneinander angeordneter und gegeneinander verschiebbarer, in geeigneter Form ausgebildeter Lamellen, welche von einem darin eingeschlossenen, elastischem Material gefedert, horizontal gegen einen Anschlagbolzen gehalten werden und welche zum Schleifen grösserer Radien vertikal frei beweglich sind und sich dabei selbsttätig, während des Schleifvorganges der Form des Profils anpassen und- oder, für die separate Bearbeitung von Kanten, Ecken und Auskehlungen, einzelne oder mehrere Lamellen fallweise, mittels geeigneter Vorrichtungen, beispielsweise über justierbare Anschlagschrauben, in der erforderlichen Stellung arretiert werden können.
Auch können, mittels Spannelement, welches über die Gesamtbreite der Lamellen wirkt, bestimmte Einstellungen auf ein gegebenes Profil fixiert werden.
Zur Befestigung eines entsprechenden Schleifmittels, Schleipapier oder Schleifleinen, dient ein Klettverschluss, welcher in Streifenform, in bestimmten Abständen, an den, dem Werkstück
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zugewandten unteren Längskanten der Lamellen, sowie im unteren Bereich an der Aussenseite der äussern Lamellen, durch Verkleben angebracht wird. Diese Art der Befestigung gewährleistet eine reibschlüssige Verbindung des Schleifmittels mit dem Werkzeug, sowie eine, durch die unterschiedlichen Profilformen und Anwendungsmöglichkeiten bedingte, notwendige Flexibilität desselben.
Durch längsgerichtetes, senkrechtes Aufsetzen und Andrücken des erfindungsgemässen, an der Werkzeugaufnahme eines Linearschleifgerätes montierten, flexiblen Profilschleifwerkzeuges, an ein gegebenes Längsprofil, verschieben sich die Lamellen, gegen den federnden Wiederstand des elastischen Materials, gemäss der Profilform gegeneinander und bilden somit das für den Schleifvorgang notwendige Gegenprofil. Grösseren, konvexen und konkaven Radien passt sich das Werkzeug während des Schleifvorganges somit stufenlos, selbsttätig an.
Zur Durchführung verschiedener Schleifaufgaben, an komplexen Profilformen ist es zweckmä- #ig, jeweils nur einen Teilschliff des Profils auszuführen.
Soll z. B.: eine Ecke und ein daran anschliessender Radius einer Profilleiste geschliffen werden, können mittels Anschlag, wahlweise eine der jeweils äusseren Lamellen in ihrer Grundstellung arretiert und diese dann an die Ecke herangeführt werden, wobei sich einem gegebenenfalls angrenzenden Radius die danebenliegenden frei federnden Lamellen, während des Schleifvorganges stufenlos anpassen. Durch blockieren der mittig liegenden Lamellen, mittels Anschlag und das Andrücken des so voreingestellten Werkzeuges, an eine im Profilverlauf zu bearbeitende, runde Auskehlung, kann diese Einstellung gegebenenfalls mittels Spannelement, welches durch festziehen einer Druckschraube das Lamellenpaket seitlich zusammenpresst, in der eingestellten Form gespannt werden.
Die angeführten Anschläge, beispielsweise in Form von Gewindebolzen mit zylindrischem Kopf, in einer Gewindebuchse welche seitlich und hinten, mittig im Gehäuse angeordnet sind, können mittels Rändelmuttern rasch in die erforderlichen Stellungen gebracht werden. Eine beispielhafte Ausführungsform gemäss der Erfindung ist im folgenden, anhand der Figuren näher beschrieben.
Es zeigt:
Fig. 1 die Seitenansicht einer mögliche Ausführung des erfindungsgemässen Werkzeuges, im
Schnitt,
Fig. 2 eine teilgeschnittene Draufsicht des Werkzeuges, bei abgenommener Deckplatte,
Fig. 3 Vorderansicht, des Werkzeuges im Schnitt, gemäss den Linien A-A der Fig. 2,
Fig. 4 die mögliche Ausführungsform einer einzelnen Lamelle,
Fig. 5 das Werkzeug, teilgeschnitten und eingestellt auf den Teilbereich eines möglichen
Werkstückes in Profilform, in einer Ansicht von vorne, montiert an einem angedeuteten
Linearschleifwerkzeug,
Fig. 6 eine andere Einstellung des Werkzeuges auf einem Werkstück, im Schnitt,
Fig. 7 eine weiter Einstellmöglichkeit des Werkzeuges, teilgeschnitten.
Fig. 1 zeigt in Seitenansicht, das Werkzeug im Schnitt, worauf die Teile des Gehäuses, bestehend aus einer Frontplatte 2, sowie der Heckplatte 7, einem Seitenteil rechts 3 und wie aus Fig. 2 ersichtlich, einem Seitenteil links 16 und einer Deckplatte 4 besteht, in welchem die in U- Form gestalteten Lamellen 1, seitlich, sowie stirn- und heckseitig geführt, an einer daran ausgebildeten Nase 1a, von einem elastischen Material 5, gegen einen Anschlagbolzen 6, welcher durch Bohrungen in den Seitenteilen 3 und 16, geführt und gehalten ist, erkennbar auch in der Draufsicht in Fig. 2, in einer gerade ausgerichteten Ausgangsstellung, gehalten werden.
Diese Ansicht zeigt auch den mittleren Anschlagbolzen 11, welcher sich, durch die in der Heckplatte 7, angeordneten Gewindebuchse 13, mittels der damit fest verbundenen Rändelmutter 12, wie auch in der Draufsicht der Fig. 2, erkennbar, in eingeschraubter, das heisst, aktiver Stellung befindet und somit, die damit überdeckten mittleren Lamellen 1, im Radiusverlauf des Anschlagbolzens 11blockiert und in dieser Einstellung das Schleifen einer Auskehlung, an einem möglichen profiliertem Werkstück 20, wie in dem Beispiel in Fig. 7 dargestellt ermöglicht. In Fig. 1 ersichtlich ist auch die Stirnfläche des rechtseitigen Anschlagbolzens 10, sowie das Schleifmittel 8, welches mittels Klettverschlussstreifen 9, an der Unterseite der Lamellen 1, befestigt ist.
In Fig. 2, ist in der Draufsicht des Werkzeuges, bei abgenommener Deckplatte, das gesamte Paket der einzelnen Lamellen 1, welches von dem elastischen Material 5, überdeckt wird, erkennbar, wobei der linksseitige Anschlagbolzen 10a, in eingeschraubter, das heisst aktiver Stellung
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dargestellt ist und dadurch beim Andrücken des Werkzeuges, in die Ecke eines möglichen Profils 20, wie auch in Fig. 5 ersichtlich, die äussere Lamelle 1, in der für diesen Schleifvorgang gewünschten Lage festhält. Der recht Anschlagbolzen 10, befindet sich darauf, im Teilschnitt dargestellt, in deaktivierter hinterer Stellung in der Gewindebuchse 15, welche im Seitenteil 3, verankert ist.
Fig. 3 zeigt das erfindungsgemässe Werkzeug, in Vorderansicht, gemäss Schnittrichtung A-A, in neutraler Ausgangsstellung, mit den nebeneinander angeordneten Lamellen 1, worauf die, an deren Unterseite sowie im unteren Bereich an deren Aussenseiten, aufgeklebten Klettverschlussstreifen 9, und daran, mittels damit ausgestatteter, textiler Rückseite verbunden, das Schleifmittel 8, Schleifpapier oder Schleifleinen, mit entsprechender Körnung versehen, erkennbar ist. Diese Anordnung ermöglicht eine, während der verschiedenen Schleifvorgänge erforderliche, flexible Anpassung des Schleifmittels an die jeweilige Profilform.
In dieser Darstellung erkennbar ist auch die Spannschraube 17, mittels derer die Lamellen 1, nach dem Abformen auf ein profiliertes Werkstück 20, beispielsweise dargestellt in den Figuren 5,6 und 7, durch verdrehen mit einem nichtdargestellten, geeigneten Werkzeug, in der, mit dem Seitenteil 16 verankerten Gewindebuchse 18, über die Spannplatte 19 gegen das gegenüberliegende Seitenteil 3 gepresst und somit bei Bedarf, in dieser Stellung fixiert werden können.
Fig. 5 zeigt, in Seitenansicht, die mögliche Form einer Lamelle 1, mit der, zum Zweck der Ausrichtung am Anschlagbolzen 6, dargestellt in den Figuren 1 und 2, daran ausgebildeten Nase 1 a.
In den in den Figuren 5,6, und 7, dargestellt in teilgeschnittenen Vorderansichten des erfindungsgemässen flexiblen Profilschleifwerkzeuges, ist eine damit verbundene Werkzeugaufnahmeplatte 21, eines angedeuteten Linearhandschleifgeräts zu erkennen, durch welche, die für den Schleifvorgang erforderliche, linear oszillierende Bewegung ausgeführt wird.
Fig. 5 verdeutlicht den Schleifvorgang eines Teilbereiches, einer Ecke mit anschliessendem Radius und einer Geraden, eines profilierten Werkstücks 20, mittels des, mit einem Schleifmittel 8, bestückten Werkzeuges. Die, gegen eine Verschiebung nach oben, durch den aktiven Anschlag 10a blockierte, äussere Lamelle 1, dient dabei auch als Führungselement des Werkzeuges während des Schleifens. Die daran angrenzenden, frei beweglichen Lamellen, passen sich dabei gegen den federnden Wiederstand des elastischen Materials 5, der Profilform selbsttätig an und können bei Bedarf, mittels der Spannschraube 17, in dieser Stellung fixiert werden.
Fig. 6 zeigt das Werkzeug, angedrückt an eine mögliche Radienkombination des profilierten Werkstückes 20, bei inaktiven Anschlägen 10,10a und 11 und gelöster Spannschraube 17, wobei sich das Schleifmittel 8, während des Schleifvorganges, durch die vom elastischen Material 5, gefederten Lamellen 1, selbsttätig anpasst.
Bei dem in Fig. 7 dargestellten Schleifvorgang ist erkennbar, dass die mittleren Lamellen 1, an ihrer Hinterkante, am Radius des aktiven, das heisst, des in jener Stellung, wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, sich befindendenden, zylindrischen Anschlagbolzens 11, anliegen und somit das Schleifmittel 8, sicher in den zu schleifenden Innenbereich des Radius des profilierten Werkstückes 20, gedrückt wird. Die seitlich angrenzenden, frei beweglichen, gefederten Lamellen 1, passen sich dabei dem Werkstück 20, selbsttätig an und können gegebenenfalls, mittels der Spannschraube 17, in dieser Stellung fixiert werden.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Flexibles Profilschleifwerkzeug, für die Bearbeitung von profilierten Werkstücken, vorwie- gend aus Holzwerkstoffen, in Verbindung mit einem linear oszillierenden Handschleifgerät, mit mehreren, nebeneinander angeordneten, in einem Gehäuse geführten, gegen den fe- dernden Widerstand eines elastischen Materials vertikal verschiebbarer Lamellen, welche sich durch längsgerichtetes Andrücken an ein profiliertes Werkstück, dessen Form spie- gelbildlich anpassen, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse des flexiblen Profil- schleifwerkzeuges, über den Oberkanten der aussenliegenden Lamellen (1), Vorrichtungen (14,15,14a,15a) angeordnet sind, durch welche, mittels verstellbarer Anschlagbolzen (10,
10a), die jeweils aussenliegenden Lamellen (1 ), in ihrer Ausgangslage blockierbar sind.