AT4124U1 - Spritzgiessmaschine - Google Patents
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Abstract
Eine Spritzgießmaschine mit einer bewegbaren und einer ortsfesten Formaufspannplatte (1, 2). In der ortsfesten Formaufspannplatte (1) sind Holme (4) drehbar gelagert. Die Holme (4) nehmen die Schließkraft zwischen den beiden Formaufspannplatten (1, 2) auf. Es ist eine an der Spritzgießmaschine angeordnete Vorrichtung vorgesehen, die die Holme (4) während des Betriebes der Spritzgießmaschine intermittierend dreht.
Description
AT 004 124 Ul
Die Erfindung bezieht sich auf eine Spritzgießmaschine mit einer bewegbaren und einer ortsfesten Formaufspannplatte, wobei in der ortsfesten Formaufspannplatte Holme drehbar gelagert sind, die die Schließkraft zwischen den beiden Formaufspannplatten aufnehmen. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf eine Zweiplattenspritzgießmaschine.
Aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE 91 16 779 U1 ist eine Dreiplattenspritzgießmaschine mit Holmen bekannt. Die Holme sind in der ortsfesten Formaufspannplatte und der Stirnplatte drehbar gelagert. Um eine Feineinstellung der Form bzw. der Formaufspannplatten zu ermöglichen, sind die Holme an beiden Enden mit unterschiedlichen Gewinden versehen. Zur Feineinstellung der Parallelität der Werkzeugaufspannflächen werden die Holme verdreht. Das Verdrehen der Holme ermöglicht eine sehr feine stufenlose Einstellung des Abstandes zwischen den beiden Formaufspannplatten. Nach erfolgter Feineinstellung werden die Holme fixiert.
Es ist bekannt, daß es bei den hohen Kräften, die die Formaufspannplatten während des Einspritzvorganges aufnehmen müssen, zu einer Verbiegung der Formaufspannplatten kommt. Diese Verbiegung der Formaufspannplatten führt in der Folge zu einer Verbiegung der Holme. Wenn diese Verbiegung über einen langen Zeitraum in der gleichen Richtung erfolgt, tritt eine einseitige Beanspruchung der Holme auf, die im Extremfall auch zu einem Holmbruch führen kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Spritzgießmaschine mit Holmen dahingehend zu verbessern, daß die Holme den auftretenden Biegekräften gleichmäßig ausgesetzt sind.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine an der Spritzgießmaschine angeordnete Vorrichtung vorgesehen ist, die Holme während des Betriebes der Spritzgießmaschine intermittierend dreht.
Das Drehen der Holme erfolgt also nicht während der Einstellens der Formaufspannplatten vor der Inbetriebnahme der Spritzgießmaschine, sondern wird laufend in gewissen Abständen während des Betriebes der Maschine durchgeführt.
Beispielsweise können die Holme bei jedem zehnten Schließen der Form gedreht werden. 2 AT 004 124 Ul
Die Drehung der Holme beträgt auf jeden Fall weniger als 360°, vorzugsweise weniger als 1°.
Um eine möglichst gleichmäßige Beanspruchung der Holme zu erzielen, sieht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung vor, daß die Holme zyklisch gedreht werden.
Es können sowohl Spritzgießmaschinen, die eine Stirnplatte, eine bewegbare Formauf-spannplatte und eine ortsfeste Formaufspannplatte aufweisen, mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung versehen sein, also auch zwei Plattenmaschinen.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, daß die Vorrichtung die Holme dreht, derart, daß bei dieser Drehung die Biegespannung der Holme wechselt.
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, daß jeder Holm vorzugsweise an einem Holmende mit einer Verzahnung versehen ist, die einen Teil der Vorrichtung bildet. Die Zähne der Verzahnung weisen dabei vorteilhaft jeweils eine zumindest annähernd radial ausgerichtete Flanke auf.
Eine exakte Drehung der Holme wird dadurch erzielt, daß an der Verzahnung ein ratschenartiger Stössel angreift, der den zugeordneten Holm stoßweise dreht. Der Stössel wird dabei vorzugsweise von einem Hydraulikzylinder beaufschlagt.
Eine konstruktiv einfachere Art der Ausbildung der Vorrichtung für die Drehung der Holme sieht vor, daß das mit der Verzahnung versehene Holmende einen Kolben aufweist und in ein Druckkissen ragt, das den Schließdruck aufbringt und das eine Einlaßöffnung für die Hydraulikflüssigkeit aufweist, die sich neben der Verzahnung befindet.
Bei Zweiplattenmaschinen ist vorzugsweise vorgesehen, daß Verriegelungseinrichtungen für die Verriegelung der bewegbaren Formaufspannplatte mit den Holmen pro Holm jeweils zwei Halbschalen umfassen, die in der Schließstellung der Formaufspannplatten den Holm klemmend halten und daß an jeder Halbschale eine Klemmrolle mit einem Freilauf gelagert ist, die in der Schließstellung der Formaufspannplatten auf den Holm drückt. 3 AT 004 124 Ul
Um den Reibungseffekt der Klemmrollen zu erhöhen, sieht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung vor, daß die Klemmrollen einen äußeren Ring mit einem Mantel aus Vulkolan auf-weisen.
Nachfolgend werden verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Figuren der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Die Fig. 1 und 2 zeigen jeweils eine Seitenansicht einer als Zweiplattenmaschine ausgeführten erfindungsgemäßen Spritzgießmaschine bei geschlossener Form, die Fig. 3 zeigt einen Schnitt nach der Linie A-B der Fig. 2, die Fig. 4 zeigt die Ansicht A der Fig. 1, die Fig. 5 zeigt eine schematisch gehaltene Stirnansicht der auf der beweglichen Formauf-spannplatte gelagerten Halbschalen und des Holmendes, bevor der Holm verriegelt wird, die Fig. 6 zeigt die gleiche Ansicht wie die Fig. 5 bei verriegeltem Holm, und die Fig. 7 und 8 zeigen schematisch gehaltene Querschnitte der gemäß der Erfindung ersetzbaren Freilaufeinrichtungen.
In den Fig. der Zeichnung trägt die ortsfeste Formaufspannplatte das Bezugszeichen 1 und die bewegbare Formaufspannplatte das Bezugszeichen 2. Die beiden auf den Formauf-spannplatten 1, 2 befestigten Formhälften sind nicht gezeigt.
In der ortsfesten Formaufspannplatte 1 lagern vier Holme 4. An der ortsfesten Formaufspannplatte 1 sind Druckkissen 5 angeordnet, mittels denen die Holme 4 beaufschlagbar sind und womit der Schließdruck erzielt wird.
Es sind weiters nicht gezeigte Schnellgangzylinder vorgesehen, die an der ortsfesten Formaufspannplatte 1 gelagert sind und mittels denen die bewegbare Formaufspannplatte 2 verfahrbar ist.
Die bewegbare Formaufspannplatte 2 ist mittels auslegeartiger Laufwagen 6 auf Schienen 3 verfahrbar. Die Schienen 3 lagern auf einem Rahmen 7.
Beim Einspritzvorgang wird die bewegbare Formaufspannplatte 2 mittels der nicht gezeigten Schnellgangzylinder in die Schließstellung gebracht. Anschließend erfolgt die Verriegelung 4 AT 004 124 Ul der bewegbaren Formaufspannplatte 2 mit den Holmen 4. Jede Verriegelungseinrichtung weist zwei horizontal ausgerichtete und vertikal versetzbare Halbschalen 8 auf, die mit Vorsprüngen 9 versehen sind, die in korrespondierende Nuten 10 an den Holmenden eingreift. Die Vorsprünge 9 der Halbschalen 8 und die Nuten 10 an den Holmen 4 können vorzugsweise gewindeartig ausgebildet sein.
Die Bewegung der Halbschalen 8 erfolgt in herkömmlicher Weise durch nicht gezeigte Kol-benzylinder.
Anschließend wird in den Druckkissen 5 der Schließdruck aufgebaut, wobei die Hydraulikflüssigkeit die Kolben 11, die mit den Holmen 4 fix verbunden, gegebenenfalls einstückig mit den Holmen 4 gefertigt sind, nach rechts bewegt.
Durch die Schließkraft werden die Formaufspannplatten 1, 2 leicht durchgebogen. Diese Durchbiegung überträgt sich auf die Holme 4.
Damit die Holme 4 gleichmäßig betastet werden, sollen diese gemäß der Erfindung intermittierend, vorzugsweise zyklisch gedreht werden, wobei diese Drehung während des Betriebs oder bei betriebsbereiter Spritzgießmaschine erfolgt, und die Einstellung der Formaufspannplatten 1, 2 zueinander durch diese Drehung nicht verändert wird.
Im Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 weisen die Holme 4 verjüngte Enden 12 auf, die an die Kolben 11 anschließen und die aus den Druckkissen 5 herausragen. An den Enden 12 sind Verzahnungen 13 vorgesehen. Wie aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist eine Flanke 14 der Zähne der Verzahnung radial ausgerichtet und eine Flanke 15 schräg.
Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 4 ist an der ortsfesten Formaufspannplatte 1 bzw. am Zylinder des Druckkissens 5 ein Stössel 16 gelagert, der von einem Hydraulikzylinder 17 beaufschlagt wird.
Der Stössel 16 trägt einen von einer Feder beaufschlagten Mitnehmer 18, der ratschenartig an den Flanken 14 der Zähne der Verzahnung 13 angreift. Durch eine Hin- und Herbewegung des Stössels 16 wird somit der Holm 4 intermittierend verdreht. 5 AT 004 124 Ul
Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 2 und 3 ist die Verzahnung 13 unmittelbar anschließend an den Kolben 11 ausgebildet und befindet sich innerhalb des Zylinders des Druckkissens 5.
In der Zylinderwandung ist eine Einlaßöffnung 20 für die Hydraulikflüssigkeit vorgesehen, die sich neben der Verzahnung 13 befindet. Die Höhe der Verzahnung 13 ist dabei so gewählt, daß diese beim Aufbringen der Schließkraft entsprechend versetzt werden kann, und die Einlaßöffnung 20 sich immer neben der Verzahnung 13 befindet, so daß der durch die Einlaßöffnung 20 eintretende Flüssigkeitsstrahl direkt auf die Verzahnung 13 auftrifft.
Wird Öl bzw. Hydraulikflüssigkeit durch die Öffnung 20 in das Druckkissen 5 eingeführt, so trifft es auf die Flanken 14 der Zähne der Verzahnung 13 und der Holm 4 wird gedreht.
Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 5 und 6 ist die Vorrichtung für die Drehung der Holme 4 in der Vorrichtung für die Verspannung der Holme 4 mit der bewegbaren Formaufspann-platte 2 integriert.
An jeder der beiden Halbschalen 8, die einen Holm 4 während des Einspritzvorganges klemmend halten, ist eine Klemmrolle 21 drehbar gelagert. Wie aus der Fig. 6 ersichtlich, liegen die Klemmrollen 21 am verspannten Holm 4 am Mantel 4 des Holmes 4 an.
Der äußere Klemmring 22 jeder Klemmrolle 21 ist dabei mit einem Elastomermantel beschichtet, um die Haftung zwischen diesem Mantel 22 und dem Holm 4 zu erhöhen.
Die Klemmrollen 21 sind nach dem Freilaufprinzip aufgebaut. Die Fig. 7 und 8 zeigen zwei Beispiele des Aufbaus der Klemmrollen 21.
Im Ausführungsbeispiel nach der Fig. 7 sind zwischen dem Klemmring 22 und der Nabe 23 Klemmstücke 24 vorgesehen.
Im Ausführungsbeispiel nach der Fig. 8 weist die Nabe 23 einen ähnlichen Aufbau auf, wie die Verzahnung 13 der Holme 4 in den Ausführungsbeispielen der Fig. 3 und 4. Die Verzahnung bildet Klemmrampen, wobei Klemmrollen 25 zwischen der Nabe 23 und dem Klemmring 22 angeordnet sind. Diese Freilaufkonstruktion der Klemmrollen 21 bewirkt, daß sich die 6 AT 004 124 Ul
Klemmringe 22 nur in eine Richtung drehen können. Entweder beim Verspannen oder beim Öffnen der Halbschalen 8 werden die Holme 4 um Sekunden oder Minuten gedreht. Durch diese geringfügige Drehung der Holme 4 wandert der Bereich der maximalen Belastung. 7
Claims (13)
- AT 004 124 Ul Ansprüche: 1. Verfahren zum Betrieb einer Spritzgießmaschine mit einer bewegbaren und einer ortsfesten Formaufspannpfatte, wobei in der ortsfesten Formaufspannpiatte Holme drehbar gelagert sind, die die Schließkraft zwischen den beiden Formaufspannplatten aufnehmen, mit einer an der Spritzgießmaschine angeordneten Vorrichtung, die die Holme intermittierend dreht, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer vorgegebenen Formhöhe die Holme (4) bei verschiedenen Spritzzyklen in verschiedene Winkelstellungen gebracht werden, so daß die Biegebeanspruchung der Holme (4) wechselt.
- 2. Spritzgießmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede einzelne Drehung der Holme (4) weniger als 180° beträgt.
- 3. Spritzgießmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede einzelne Drehung der Holme (4) weniger als 1° beträgt.
- 4. Spritzgießmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Holme (4) zyklisch gedreht werden.
- 5. Spritzgießmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung die Holme (4) dreht, derart, daß bei dieser Drehung die Biegespannung der Holme (4) wechselt.
- 6. Spritzgießmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Zweiplattenmaschine ausgeführt ist und daß die beiden Formaufspannplatten (1, 2) mittels der Holme (4) verspannbar sind.
- 7. Spritzgießmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Holm (4) vorzugsweise an einem Holmende mit einer Verzahnung (13) versehen ist, die einen Teil der Vorrichtung bildet. 8 AT 004124 Ul
- 8. Spritzgießmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zähne der Verzahnung (13) jeweils eine zumindest annähernd radial ausgerichtete Flanke (14) aufweisen.
- 9. Spritzgießmaschine nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß an der Verzahnung (13) ein ratschenartiger Stössel (16) angreift, der den zugeordneten Holm (4) stoßweise dreht.
- 10. Spritzgießmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Stössel (16) von einem Hydraulikzylinder (17) beaufschlagt wird.
- 11. Spritzgießmaschine nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß das mit der Verzahnung (13) versehene Holmende einen Kolben (11) aufweist und in ein Druckkissen (5) ragt, das den Schließdruck aufbringt und das im Mantel eine Einlaßöffnung (20) für die Hydraulikflüssigkeit aufweist, die direkt auf die Verzahnung (13) gerichtet ist.
- 12. Spritzgießmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, die als Zweiplattenmaschine ausgeführt ist, wobei Verriegelungseinrichtungen für die Verriegelung der bewegbaren Formaufspannplatte (2) mit den Holmen (4) jeweils zwei auf der bewegbaren Formaufspannplatte (2) gelagerte Halbschalen (8) umfassen, die in der Schließstellung der Formaufspannplatten (1, 2) je einen Holm (4) klemmend halten, dadurch gekennzeichnet, daß an jeder Halbschale (8) eine Klemmrolle (21) mit einem Freilauf gelagert ist, die in der Schließstellung der Formaufspannplatten (1, 2) auf den Holm (4) drückt.
- 13. Spritzgießmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmrollen (21) einen äußeren Ring (22) mit einem Mantel aus einem Elastomer aufweisen. 9
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