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Die Erfindung betrifft ein Schneidwerk fur Halm- und Blattgut für ein landwirtschaftliches Gerät, insbesonders einen Selbstladewagen, mit den Merkmalen des Gattungsbegriffes des Anspruches
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Schneidwerke für landwirtschaftliche Geräte, insbesonders für Selbstladewagen, mit mehreren
Messerrahmen, die miteinander verriegelbar und getrennt oder gemeinsam verschwenkbar ge- lagert sind und die mit einem Hydraulikzylinder an jeder Seite des Schneidwerks zum Aus- und
Einschwenken desselben versehen sind gehören zum Stand der Technik. Dabei dient das Ver- schwenken dem Ausschwenken der Messer zum Zwecke des Nachschleifens oder des Wechselns oder dem Ausschwenken bei Verstopfungen des Förderkanals, wenn diese auch mit Messersiche- rungen nicht mehr beherrschbar sind.
Aus der EP-A1-0 044 966 ist ein Schneidwerk für landwirtschaftliche Geräte, insbesondere Selbstladewagen bekannt geworden, bei dem wenigstens zwei in Fördernchtung übereinander lie- gende Messerreihen über die Breite des Förderkanals der Fördereinrichtung angeordnet sind, wo- bei die Messer jeder Messerreihe in einem eigenen Messerrahmen befestigt sind und die Messer- rahmen gemeinsam um eine tiefliegende Achse bis in eine im wesentlichen horizontale Schleif- stellung ausschwenkbar sind, was mit Hilfe eines hydraulischen Verstellzylinders erfolgen kann, mit der die untereinander festlegbaren Messerrahmen zusammen oder der Messerrahmen an den der Verstellzylinder angreift einzeln verschwenkt werden konnen
Die Anordnung mehrerer ausschwenkbarer Messerrahmen die zu einem Schneidwerk zusam- mengefasst sind,
wird für das Ein- und Ausschwenken einer wechselnden Zahl von Messern in den Förderkanal von landwirtschaftlichen Geräten angewandt, wobei durch die grosse Zahl von Mes- sern wie sie für die Silage verwendet wird und besonders, wenn die einzelnen Messer mit Messer- sicherungen versehen sind, die Schneidwerke sehr schwer werden, sodass das Verschwenken selbst einzelner Messerrahmen von Hand aus schwierig wird
Es ist aber wünschenswert die Zahl der zum Schneiden eingesetzten Messer, je nach Art der Schneidaufgabe, auf das notwendige Mass zu beschränken, damit die Messeranzahl und damit die Stellung der Messerrahmen am Schneidwerk, je nach den Arbeitsaufgaben, auch mehrmals taglich geandert werden kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Messervorwahl für die verschiedenen Aufgaben eines Schneidwerkes für Halm- und Blattgut der eingangs genannten Gattung in einfacher, arbeitsspa- render Weise zu ermöglichen
Diese Aufgabe wird bei einem Schneidwerk nach dem Gattungsbegriff des Anspruches 1 mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teiles des Anspruches 1 gelöst
Die Unteranspruche betreffen besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
Die Unteransprüche und der Anspruch 1 bilden gleichzeitig einen Teil der Beschreibung
Durch die verschwenkbare Anlenkung der Messerrahmen eines Schneidwerkes eines solchen landwirtschaftlichen Gerätes, wie z.
B. einem Selbstladewagen, bei der zunächst ein Messerrah- men direkt am Maschinenrahmen gelagert ist und die Messerrahmen zueinander schwenkbar ge- lagert sind, ist es möglich, eine wechselnde Anzahl von Messern im Forderkanal zu verwenden und so die unterschiedlichen Schneidaufgaben mit der jeweils erforderlichen Messerzahl zu bewal- tigen
Dabei ist es besonders günstig, wenn ein Messerrahmen mit einem gesonderten Stellzylinder gegenüber dem Maschinenrahmen und die weiteren Messerrahmen untereinander mit Stellzylin- dern gesondert verstellbar sind und die Steuerung der Stellzylinder fur die Verschwenkung der Messerrahmen vom Zugfahrzeug aus elektrohydraulisch vorgenommen werden kann, wodurch eine einfache,
rasche und leichte Anpassung der Messeranzahl möglich ist
Zum Vorwählen der Grundeinstellung der hydraulischen Steueranlage für das Verstellen eines oder mehrerer bestimmter Messerrahmen während des Stillstandes des landwirtschaftlichen Gera- tes ist es günstig, die Betätigung dafür an einer Betätigungskonsole am Maschinenrahmen im Bereich des Schneidwerkes anzuordnen, wodurch gleichzeitig auch die Überprüfung und Handha- bung des Schneidwerkes durch eine Bedienungsperson wesentlich vereinfacht und erleichtert wird
Zur Verringerung der Belastung des Schneidwerkes, besonders durch Verwindung, wird die Verwendung von zwei Stellzylindern beiderseits eines jeden Messerrahmens vorgeschlagen.
Zur Verstellung der Stellzylinder der einzelnen Messerrahmen, unabhängig voneinander, kon- nen unterschiedliche Schaltanordnungen verwendet werden. Dabei besteht eine Möglichkeit in der
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Verwendung von je einem Sitzventil für jede Zuleitung zu einer Anschlussseite eines Satzes von Stellzylindern eines Messerrahmens, deren Schaltung auf Druck oder Rücklauf durch die Umschal- tung ihrer Zuleitungen, z. B. in einem Steuerblock, mittels eines Steuerventils vorgesehen werden kann.
Eine andere Möglichkeit besteht in der Verwendung eines Wegeventils, das am Maschinenrah- men angebracht und für die mechanische Schaltung eingerichtet ist und mit dem einer der Messer- rahmen auf Verschwenken geschaltet werden kann, während mit vorgeschalteten Sitzventilen der Druck und der Rücklauf, über Zuleitungen an einem Steuerblock, angeschlossen sind.
Es ist aber auch möglich für die Stellzylinder jedes Messerrahmens ein eigenes Wegeventil vorzusehen oder die Umschaltung der Druck- und Rücklaufseite für das Wegeventil mit einem vor- geschalteten weiteren Wegeventil vorzunehmen.
Eine Vereinfachung der hydraulischen Anordnung wird dadurch erreicht, dass für die Anschluss- seite der Stellzylinder für das Schliessen des ersten am Maschinenrahmen angelenkten Messer- rahmens an jedem Stellzylinder ein Druckspeicher angebracht ist, mit dem die Schliesskraft für den Messerrahmen zur Verfügung gestellt wird. Es ist auch möglich, die Stellzylinder für die weiteren Messerrahmen in gleicher Weise einzurichten.
Eine besonders einfache Anordnung der Messerrahmen wird dadurch erreicht, dass alle Mes- serrahmen um eine einzige waagerechte Schwenkachse, die am Maschinenrahmen angeordnet ist, verschwenkbar gelagert sind oder dass bei mehreren Messerrahmen ein Messerrahmen am vorigen Messerrahmen verschwenkbar gelagert ist.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung mehrerer Ausführungsvarianten beschrieben Es zeigt :
Fig. 1 den Vorderteil eines Selbstladewagens mit einem Schneidwerk mit zwei Messerrah- men in eingeschwenkter Lage, in Seitenansicht, schematisch;
Fig. 2 den unteren Vorderteil eines Selbstladewagens mit einem Schneidwerk mit zwei Mes- serrahmen, den ersten Messerrahmen in den Förderkanal eingeschwenkt und den zweiten aus diesem ausgeschwenkt, in Seitenansicht, schematisch;
Fig. 3 eine hydraulische Schaltung für die Verstellung der Stellzylinder der beiden Messer- rahmen nach Fig. 1 und 2 mit einem Wegeventil und zwei vorgeschalteten Sitzventi- len;
Fig. 4 eine hydraulische Schaltung für die Verstellung der Stellzylinder der beiden Messer- rahmen nach Fig. 1 und 2 mit je einem Sitzventil für jede Zuleitung zu einer Anschluss- seite eines Satzes von Stellzylindern der beiden Messerrahmen.
Ein landwirtschaftliches Gerät 1 in Gestalt eines Selbstladewagens mit einer Aufnahmevorrich- tung 2 und einem Laderaum 4 und einem diese verbindenden Förderkanal 3 in den die För- derorgane 15 einer Fördervorrichtung 6 eingreifen und das Halm- und Blattgut durch den Förder- kanal 3 befördern ist mit einem Schneidwerk 5 ausgestattet, dessen beide Messerrahmen 8 und 9 an einer unteren waagrechten, quer zur Wagenlängsrichtung ausgerichteten, Schwenkachse 12 an Achsträgern 13schwenkbar gelagert sind
Die Messerrahmen 8 und 9 tragen Messer 14, die bei eingeschwenkten Messerrahmen 8 und 9 in den Förderkanal 3 ragen und mit den Förderorganen 15 zusammenarbeiten.
Der erste Messerrahmen 8 ist mit einem Satz doppeltwirkender hydraulischer Stellzylinder 10 versehen, die beiderseits des Schneidwerkes 5 verschwenkbar angeordnet sind und am Maschi- nenrahmen 7 und am Messerrahmen 8 angelenkt sind.
Der zweite Messerrahmen 9 ist mit einem Satz doppeltwirkender hydraulischer Stellzylinder 11 versehen, die ebenfalls beiderseits des Schneidwerkes 5 angeordnet sind und an diesem Messer- rahmen 9 und am ersten Messerrahmen 8 angelenkt sind.
In Fig. 1 sind beide Messerrahmen 8 und 9 eingeschwenkt dargestellt, wobei die Messer 14 in den Förderkanal 3 eingreifen und die Ausschwenkung des zweiten Messerrahmens 9 ist an- gedeutet.
In Fig. 2 ist der erste Messerrahmen 8 eingeschwenkt und der zweite Messerrahmen 9 ist an den Stellzylindern 11 ausgeschwenkt wiedergegeben, sodass dessen Messer 14 aus dem Förder- kanal zurückgezogen sind.
In Fig. 3 ist eine hydraulische Schaltung dargestellt, bei der der Satz hydraulischer Stellzylinder 10 des ersten Messerrahmens 8 über zwei Zuleitungen 26 und 27 und der Satz hydraulischer
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Stellzylinder 11des zweiten Messerrahmens 9 über zwei weitere Zuleitungen 24 und 25 verbunden sind. Das Wegeventil 16 ist mechanisch schaltbar und verbindet die beiden Zuleitungen 28 und 29 zu einem hydraulischen Steuerblock 19 einer hydraulischen Steueranlage entweder mit den Zulei- tungen 26 und 27 der Stellzylinder 10 des ersten Messerrahmens 8 oder mit den Zuleitungen 24 und 25 der Stellzylinder 11 des zweiten Messerrahmens 9, die solcherart alternativ betätigbar geschaltet sind.
Die Zuleitungen 28 und 29 sind mit elektrisch ansteuerbaren hydraulischen Sitzventilen 17 und 18 verbunden, die wiederum an die Zuleitungen A und B des Steuerblockes 19 angeschlossen sind in denen durch ein Stellventil, das nicht dargestellt ist, die Druck- und Rücklaufseite geändert werden kann. Die beiden Sitzventile 17 und 18 verbinden dann das Wegeventil 16 mit den Zulei- tungen A und B des Steuerblockes 19 zur Betätigung der Stellzylinder 10 oder 11und sperren im Ruhezustand wieder ab.
In Fig. 4 ist eine etwas aufwendigere Schaltung wiedergegeben, bei der die Zuleitungen 24,25 und 26,27 jeweils mit einem eigenen, elektrisch ansteuerbaren hydraulischen Sitzventil 20,21 und 22,23 verbunden sind, die ihrerseits an die Zuleitungen A und B des Steuerblockes 19 angeschlos- sen sind.
Durch elektrisches Ansteuern von jeweils zwei Sitzventilen 20,21 und 22,23 werden die Stellzylinder 10 oder 11 des ersten oder des zweiten Messerrahmens 8 oder 9 auf Einschwenken oder Ausschwenken geschaltet, je nachdem auf welche Zuleitung A oder B der Hydraulikdruck gelegt worden ist
Es ist auch möglich, für jeden Messerrahmen ein gesondertes Wegeventil oder für je zwei Mes- serrahmen zwei Wegeventile in Serie an eine hydraulische Druckleitung und eine Rückleitung einer hydraulischen Steueranlage zu schalten
Es ist auch moglich, das Wegeventil 16 oder weitere Wegeventile fur die Umschaltung elekt- risch anzusteuern
Legende
1 Landwirtschaftliches Gerät,
Selbstladewagen
2 Aufnahmevornchtung
3 Forderkanal
4 Laderaum
5 Schneidwerk
6 Fördervorrichtung
7 Maschinenrahmen
8 erster Messerrahmen
9 zweiter Messerrahmen
10 erster hydraulischer Stellzylinder
11 zweiter hydraulischer Stellzylnder
12 waagerechte Schwenkachse
13 Achstrager der Schwenkachse 12
14 Messer
15 Forderorgan der Fördervorrichtung 6
16 hydraulisches Wegeventil
17 doppeltwirkendes Sitzventil für die Kolbenstangenseite der Stellzylmder 10 oder 11 und die Verbindung mit der Zuleitung A des Steuerblockes 19
18 doppeltwirkendes Sitzventil für die Kolbenstangenseite der Stellzylinder 10 oder 11 und die Verbindung mit der Zuleitung B des Steuerblockes 19
19 hydraulischer Steuerblock mit hydraulischen Zuleitungen A und B,
mit wahlbarer Druck- seite
20 doppeltwirkendes Sitzventil fur die Kolbenseite der Stellzylinder 11und die Verbindung mit der Zuleitung A des Steuerblockes 19
21 doppeltwirkendes Sitzventil für die Kolbenseite der Stellzylinder 11 und die Verbindung mit der Zuleitung B des Steuerblockes 19
22 doppeltwirkendes Sitzventil für die Kolbenseite der Stellzylinder 10 und die Verbindung mit der Zuleitung A des Steuerblockes 19
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23 doppeltwirkendes Sitzventil für die Kolbenseite der Stellzylinder 10 und die Verbindung mit der Zuleitung B des Steuerblockes 19
24 Zuleitung zu den kolbenstangenseitigen Anschlüssen 11des zweiten Messerrahmens 9
25 Zuleitung zu den kolbenseitigen Anschlüssen 11des zweiten Messerrahmens 9
26 Zuleitung zu den kolbenstangenseitigen Anschlüssen 10 des zweiten Messerrahmens 8
27 Zuleitung zu den kolbenseitigen Anschlüssen
10 des zw zweiten Messerrahmens 8
28 erste Zuleitung vom Wegeventil 16 zum Steuerblock 19
29 zweite Zuleitung vom Wegeventil 16 zum Steuerblock 19
A Zuleitung des Steuerblockes 19 über Wegeventil
B Zuleitung des Steuerblockes 19 über Wegeventil
PATENTANSPRÜCHE:
1. Schneidwerk für Halm- und Blattgut, für ein landwirtschaftliches Gerät, insbesonders einen
Selbstladewagen, mit hydraulischer Betätigung, mit mehreren Messerrahmen, die an dem
Maschinenrahmen um wenigstens eine waagrechte Schwenkachse quer zu einem Förder- kanal für das Erntegut verschwenkbar gelagert sind, in den die Messer bei eingeschwenk- tem Messerrahmen hineinragen und mit den Förderorganen einer Fördervorrichtung zu- sammenarbeiten und aus dem die Messer bei ausgeschwenktem Messerrahmen heraus- gezogen sind,
wobei die Messerrahmen des Schneidwerkes untereinander verschwenkbar sind und mit einem am Maschinenrahmen und an einem Messerrahmen angelenkten, vom
Zugfahrzeug aus, insbesonders elektrohydraulisch, steuerbaren Satz von wenigstens einem hydraulischen Stellzylinder in die Arbeitslage der Messer ein- und aus dieser aus- schwenkbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwischen zwei Messerrahmen (8,9) ein weiterer Satz von wenigstens einem hydraulischen Stellzylinder (11) an diesen angelenkt ist und der Satz Stellzylinder (10) zwischen Maschinenrahmen (7) und einem
Messerrahmen (8) und der Satz Stellzylinder (11) zwischen zwei Messerrahmen (8,9) wahlweise und getrennt voneinander vom Zugfahrzeug aus, oder insbesonders von einer
Betätigungskonsole oder dergl., die im Bereich des Schneidwerkes (5) am Maschinenrah- men (7) angeordnet ist, elektrohydraulisch betätigbar sind,
wobei insbesonders die Aus- wahl des Satzes von hydraulischen Stellzylindern (10 oder 11) für die Betätigung mit ei- nem mechanohydraulischen oder, vorzugsweise elektrohydraulischen, Verstellorgan und die Betätigung selbst mit einem elektrohydraulischen Schaltorgan, getrennt voneinander erfolgen.