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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur seitlichen Kopfabstützung für einen bis in Kopfhöhe sich erstreckenden Flugzeugsitz, mit einem seitlich des Kopfbereiches der Rückenlehne des Flugzeugsitzes anbringbaren, vorragenden Stützarm zur Auflage des Kopfes in Nackenhöhe.
Vorrichtungen dieser Art sind besonders für lange und ermüdende Reisen in verschiedensten Reisebeförderungsmitteln gedacht. So ist ein Flugzeugpassagier während des Schlafens im Flugzeugsitz ständig bemüht, seinen Körper so auszurichten, dass er ohne Anstrengungen einschlafen kann. Die grössten Schwierigkeiten bereitet dabei erfahrungsgemäss der Kopf, welcher in der Einschlafphase nicht mehr von der Muskulatur gestützt wird.
In der DE-C1-38 29 470 ist ein Sitzmöbel für Passagierflugzeuge mit seitlichen Nackenstützen gezeigt, die aus mehreren zylindrischen Elementen bestehen, welche senkrecht zur Rückenlehne teleskopartig auseinanderziehbar bzw. ineinanderschiebbar sind. Diese Elemente sind in Aussparungen in den Polsterungen etwa oberhalb der Schulter eines Sitzenden eingelassen und können bei Bedarf aus einer Nichtgebrauchslage in eine Gebrauchslage gebracht werden. Ein Nachteil dieser Stützen besteht darin, dass die Aussparungen im Flugzeugsitz einen hohen Herstellungaufwand erfordern und somit für diesen Zweck eigene Flugzeugsitze benötigt werden. Auch wird der zur Verfügung stehende Platz auf der Rückenlehne durch die Stützen sehr eingeschränkt.
Ferner sind die teleskopartigen Stützen nicht gut genug gepolstert, um ausreichende Bequemlichkeit bieten zu können.
In der DE-C1-38 41 024 ist eine seitliche Nackenstütze für einen Autositz gezeigt, welche aber eine für solche Sitze charakteristische Kopfstütze voraussetzt, da sie sonst nicht anbringbar ist.
Damit ist aber eine Übertragbarkeit dieser Lösung für einen Flugzeugsitz nicht gegeben. Die aus einem weichelastischen, zylindrischen Körper bestehende Auflagefläche ist über ein Langloch auf einem stabförmigen Trägerelement festgeschnappt, welches letztere seinerseits auf die beiden vertikalen Stützträger einer Autositzkopfstütze geklemmt ist. Bei Bedarf kann der weichelastische Körper in eine Vertikalstellung geklappt werden, um nicht störend zu wirken.
Die DE-OS-1 655 505 zeigt einen Passagiersessel für Flugzeuge mit einer am Rückenrahmen angebrachten, elastischen Kopfstütze, die durch ein quer verlaufendes elastisches Glied verstärkt ist, das an seinen Enden mit zwei in Rahmenteilen verschwenkbar gelagerten L-förmigen Gliedern verbunden ist. Seitliche Nackenstützen sind dieser Druckschrift aber nicht zu entnehmen.
In der US-PS-4 899 961 ist eine seitliche Kopfstütze für einen Pilotensitz eines Miltitärflugzeuges gezeigt, die aus aufblasbaren Stützkissen besteht, welche im Falle einer starken Beschleunigung oder während des Not-Ausschleudervorgangs ruckartig aufgeblasen und im Bereich der Enden der Kopfstütze gegen den Kopf des Piloten gedrückt werden. Durch das Aufblasen der Stützkissen wird der Kopf des Piloten in seiner richtigen Lage gehalten und gegen eine seitliche Ausweichbewegung abgestützt. Die aufblasbaren Stützkissen sind allerdings nur für besondere Notfäl- le und nur für einen Pilotensitz gedacht.
Die Stützkissen sollen, während der Pilot das Flugzeug steuert, keinesfalls seine Schlafbereitschaft fördern, wohingegen die Erfindung den Kopf dauerhaft und nicht nur während starker Beschleunigungsvorgänge des Flugzeuges im Schlaf stützt. Eine nachträgliche Ausrüstung von Flugzeugsitzen mit solchen aufblasbaren Stützen wäre zudem viel zu kostenaufwendig und würde eine eigens dafür vorgesehene Aufblasvorrichtung erfordern.
Die in der DE-U1-94 18 167. 5 gezeigte nachrüstbare, seitliche Kopfstützenerweiterung für Kraftfahrzeuge und Flugzeuge besteht aus einem elastischen Überzug, der über eine bereits bestehende Kopfstütze gezogen werden kann und an dem jeweils vorne seitlich zwei aufblasbare Kissen angebracht sind. Diese Kissen können durch Lungendruck oder über eine Pumpeinrichtung aufgeblasen werden und geben dem Kopf des Ruhenden seitlichen Halt. Die mit den seitlichen Kissen erzielbare Stabilität ist für eine wirksame Kopfstützung jedoch nicht ausreichend, allein die Befestigung mittels elastischem Überzug lässt erkennen, dass es sich dabei um eine Kopfstütze mit nur geringem Stützeffekt handeln kann.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, die vorgenannten Nachteile zu vermeiden und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mit der eine bequeme und sichere Abstützung des Kopfes ohne Gefühl der Beengung erzielt werden kann, dabei aber die Bewegungsfreiheit soweit ermöglicht ist, dass die üblichen Kopfbewegungen ohne Anstrengungen möglich sind.
Weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung anzugeben, die auf bereits bestehende Sitze nachträglich angebracht werden kann.
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Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass der Stützarm in einer an der Schmalseite der Rückenlehne anbringbaren Befestigungsvorrichtung höhenverstellbar und/oder verschwenkbar gelagert ist.
Durch die Verschwenkbarkeit und Höhenverstellbarkeit des Stützarmes ist eine Anpassung an verschiedene Körpergrössen bzw. ein Wegschwenken der erfindungsgemässen Vorrichtung möglich, falls diese nicht mehr benötigt wird. Die an der Schmalseite anbringbare Befestigungsvorrichtung ermöglicht eine einfache Nachrüstung bestehender Flugzeugsitze mit der erfindungsgemässen Vorrichtung.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung kann darin bestehen, dass der Stützarm - in an sich bekannter Weise - um eine in der Ebene der Rückenlehne verlaufende, normal auf die Längsachse der Rückenlehne stehende Achse verschwenkbar gelagert ist. Dadurch ist ein Verschwenken des Stützarmes in eine Parallellage zur Rückenlehne möglich, in welcher Stellung dieser ohne zu stören vorübergehend ausser Funktion gesetzt werden kann.
Weiters kann gemäss einer anderen Ausführungsform der Erfindung vorgesehen sein, dass die Befestigungsvorrichtung aus einer schienenartigen Führung gebildet ist, in der der Stützarm parallel zur Längsachse der Rückenlehne verschiebbar und feststellbar, vorzugsweise festklemmbar, ist.
Eine solche schienenartige Führung kann besonders einfach nachträglich an den Seiten eines bereits bestehenden Sitzes montiert und dieser nachträglich mit der erfindungsgemässen Vorrichtung ausgerüstet werden.
Nach einer weiteren Variante der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Stützarm - in an sich bekannter Weise - einen stabförmigen Träger umfasst, welcher einen, vorzugsweise aus Kunststoff gebildeten, Trägerkörper und einen darauf angeordneten ein- oder mehrschichtigen Schaumstoffkörper zur Auflage des Kopfes in Nackenhöhe trägt.
Der Stab bildet dabei das stabile Innere des Stützarmes, während der Schaumstoffkörper der bequemen Auflage des Kopfes im Nackenbereich dient.
Um eine Verschmutzung des Schaumstoffkörpers zu vermeiden, kann die äussere Schaumstoffschicht mit einem Textil-Schonbezug überzogen sein.
In besonders vorteilhafter Weise kann dabei gemäss einer Variante der Erfindung die innere Schicht aus einem weichen und die äussere Schicht aus einem bereichsweise harten, nierenförmig geformten Schaumstoff gebildet sein, wobei die äussere Schaumstoffschicht mittels einer KlettVerbindung mit der inneren Schicht lösbar verbunden ist.
Durch die Kombination von einer weichen und einer harten Schaumstoffschicht kann eine besonders entspannende und bequeme Abstützung des Kopfes während der Reise erfolgen, wobei die harte Schicht dem Schutz vor möglichen Verletzungen dient.
Zur weiteren Anpassung der erfindungsgemässen Vorrichtung an die unterschiedlichen Körpermasse der Benutzer kann weiters vorgesehen sein, dass der Stab des zumindest einen Stützarmes in Form eines-an sich bekannten - ausziehbaren Teleskoparmes in seiner Länge verstellbar ist.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele eingehend erläutert. Es zeigt dabei
Fig. 1 einen Aufriss einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung mit Sitz ;
Fig. 2 einen Seitenriss der Ausführungsform gemäss Fig. 1 ;
Fig. 3 einen Schnitt AA gemäss Fig. 4 ;
Fig. 4 einen Grundriss eines Teils einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung ;
Fig. 5 eine vergrösserte Draufsicht einer schienenartigen Führung des Sitzes gemäss Fig. 2 ;
Fig. 6 einen Aufriss der erfindungsgemässen Vorrichtung gemäss Fig. 4 und
Fig. 7 eine Seitenansicht der schienenartigen Führung gemäss Fig. 5 und die mit ihr zusammenwirkenden Teile ;
In Fig. 1 bis Fig. 7 ist eine Vorrichtung zur seitlichen Kopfabstützung für einen Flugzeugsitz 1 dargestellt, welche den Kopf eines Passagiers einseitig abstützt, wobei der Sitz eine Rückenlehne 2 und eine Hinterkopfpolsterung 50 aufweist.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung umfasst einen Stützarm 3, weicher seitlich an dem Flugzeugsitz 1 angebracht ist. Dazu ist eine entlang der Längsachse des Sitzes 1 verschiebbare Fest-
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stellvorrichtung 80 vorgesehen, welche eine stufenlose Höhenverstellung ermöglicht und die auf einer an der Schmalseite der Rückenlehne 2 anbringbaren Befestigungsvorrichtung 7 angeordnet ist. Diese Feststellvorrichtung 80 klemmt den stufenlos verschwenkbaren und teleskopartig län- genverstellbaren Stützarm 3 auf der Befestigungsvorrichtung 7 fest. Auf dem Stützarm 3 ist eine mit einem abnehmbaren und abwaschbaren Textil-Schonbezug versehene Schaumstoffschicht 64, 65 aufgebracht.
Daran wird der aus zwei Schichten 64,65 bestehende, textilschonbezogene, ergonometnsch geformte Schaumstoffkörper mittels Klettverbindung 71 angebracht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur seitlichen Kopfabstützung für einen bis in Kopfhöhe sich erstreckenden
Flugzeugsitz, mit einem seitlich des Kopfbereiches der Rückenlehne des Flugzeugsitzes anbringbaren, vorragenden Stützarm zur Auflage des Kopfes in Nackenhöhe, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützarm (3) in einer an der Schmalseite der Rückenlehne (2) anbringbaren Befestigungsvorrichtung (7) höhenverstellbar und/oder verschwenkbar gela- gert ist.