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Die Erfindung betrifft ein mehrschalige Mauerwerk, mit mindestens zwei aus keramischen Bausteinen gebildeten Schalen, wobei eine erste Schale mit einer zweiten Schale mittels Anker verbunden ist.
Zweischalige Mauerwerke sind beispielsweise aus der AT-B-363. 655, der AT-B-393. 854 sowie dem DE-G - 92 17 630. 5 bekannt. Bei diesen bekannten Mauerwerken befindet sich zwischen einer aus Bausteinen aufgemauerten Innenschale und einer aus Bausteinen aufgemauerten Aussenschale ein Lufthohlraum, wobei an der Innenschale noch eine Wärmedämmschicht vorgesehen ist, deren zur Aussenschale zugekehrte Oberfläche von der inneren Oberfläche der Aussenschale beabstandet ist.
Zur Gewährleistung der Standsicherheit des Mauerwerkes, Insbesondere der meist dünnen Aussenschale, ist es notwendig, die Aussenschale mit der Innenschale möglichst stabil zu verbinden, wobei jedoch Wärmebrücken vermieden werden sollen. Ausserdem ist zur Berücksichtigung unterschiedlicher temperaturbedingter Ausdehnungen der Aussenschale sowie der Innenschale in Richtung der Ebene des Mauerwerkes eine gewisse Bewegungsfreiheit der Aussenschale gegen- über der Innenschale sicherzustellen.
Aus der DE 31 01 471 A1 ist eine Wand mit Vorsatzplatten bekannt, wobei Mauersteine der Wand mit Nuten versehen sind. Diese Nuten werden mit einer Gussmasse, zum Beispiel Beton, aufgefüllt, worauf Verankerungsbolzen für die Vorsatzplatten vor dem endgültigen Abbinden der Gussmasse in diese eingeschlagen werden. Nach einer Variante können die Nuten auch nach Einschlagen der Verankerungsbolzen mit Gussmörtel ausgegossen werden. Diese Art der Befestigung von Vorsatzplatten an einer Wand ist aufwendig, arbeitsintensiv und damit teuer.
Zur Verbindung der beiden Schalen ist es weiters bekannt ("Wandkonstruktionen, Zweischalenmauerwerk" ; Katalog der Züricher Ziegeleien), Anker zu verwenden, die in der Regel aus Stahl gefertigt sind. Diese Anker werden etwa senkrecht zur Ebene des Mauerwerkes angeordnet und dienen dazu, Zug- und Druckkräfte zu übertragen. Die Anker werden in horizontalen Reihen vorgesehen, wobei sich die Anzahl der Anker je Reihe sowie die Anzahl der Reihen selbst nach den Stabilitätsanforderungen sowie nach den zu erwartenden Belastungen richtet.
Befinden sich die Lagerfugen der beiden Schalen stets auf gleicher Höhe, werden die Anker, die die Form eines Doppel-T aufweisen, sowohl in den Lagerfugen der einen als auch in den Lagerfugen der anderen Schale eingemauert. Diese Variante ist insbesondere dann in Verwendung, wenn beide Schalen gleichzeitig aufgemauert werden. Werden die Schalen jeweils aus ungleichen Bausteinen gebildet-wird z. B. die Innenschale von sich über nahezu die Geschosshöhe erstreckenden Elementen gebildet, - wird die Aussenschale nachträglich aufgemauert, und es ist erforderlich, die Verankerung der in T-Form ausgebildeten Anker an der Innenschale durch Einbohren und Verdübeln vorzunehmen, wobei die Bohrlöcher so gesetzt sind, dass das gegen- überliegende Ende jedes Ankers in einer Mörtelfuge zwischen Bausteinen der äusseren Schale zu liegen kommt.
Diese Vorgangsweise ist in der Regel auch dann erforderlich, wenn die Aussenschale nachtäglich zur Innenschale aufgemauert wird und sich die Lagerfugen der beiden Schalen in ungleichen Höhen befinden.
Nachteilig ist bei der ersten Vorgangsweise, dass bereits während des Aufmauerns der Innenschale auf die einzulegenden Anker Rücksicht genommen werden muss, und bei der zweiten Vorgangsweise, dass das Einbohren von Dübellöchern einen erheblichen Arbeits- und Zeitaufwand bedingt, so dass sich die Arbeiten an der Baustelle selbst verzögern und speziell mit diesen Arbeiten vertraute Arbeiter benötigt werden.
Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile und Schwierigkeiten und stellt sich die Aufgabe, ein mehrschalige Mauerwerk der eingangs beschriebenen Art mit ausgezeichneter Stabilität zu schaffen, das in einfacher Weise, d. h. mit geringem Arbeits- und Zeitaufwand und somit kostengünstig zu errichten ist. Insbesondere sollen die Anker auch nach dem Errichten der Innenschale in einfacher Weise an dieser befestigbar sein.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass Bausteine einer der Schalen mit mindestens einer eine Hinterschneidung bildenden Ausnehmung, die von keramischem Material gebildet ist, versehen sind, wobei ein mit mindestens einem Ankerhaken versehener Anker in dieser Ausnehmung verankert ist.
Dadurch, dass die Bausteine mindestens einer der Schalen mit zu den Ankerhaken korrespon-
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dierend ausgebildeten Ausnehmungen versehen sind, genügt es, die Ankerhaken in diese Ausnehmungen einzulegen. Die Hinterschneidung ermöglicht eine Aufnahme von Zug- und Druckkräften über die Ankerhaken, ohne dass weitere Arbeiten, wie ein Einmörteln etc., notwendig sind.
Es ist bekannt, in Fertig-Betonwände Nuten mit Schwalbenschwanzquerschnitt, die zur Befestigung von Ankern dienen, vorzusehen, wobei die Nuten von in die Betonplatten eingegossenen Metallschienen, sogenannten "Halfen-Dübelschienen", gebildet sind. Solche Metallschienen sind teuer und ihre Anbringung erfordert eigene Manipulationen. Fertig-Betonwände sind zudem mit einem aus keramischem Material gefertigten Bausteinen aufgemauerten Mauerwerk weder vom Grundstoff her, noch von der fertigungstechnischen Seite und auch nicht von der bautechnischen Seite der daraus gebildeten Bauwerke mit keramischen Bausteinen vergleichbar.
Eine bevorzugte erfindungsgemässe Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung eine Einführöffnung zum Einführen des Ankerhakens aufweist, deren Länge der Längsdimension des Ankerhakens und deren Breite dem Querschnitt des Ankerhakens sowie der Ankerstange entsprechend gestaltet sind, und einen den Ausnehmungsgrund bildenden freien Hohlraum umfasst, der ein Drehen des in die Ausnehmung eingesetzten Ankers um die Achse seiner Ankerstange um etwa 90 zulässt. Die Ankerhaken werden nach Einführen in die Ausnehmung um 900 um die Achse der Ankerstange gedreht, wodurch die Ankerhaken in besonders einfacher Weise in der Ausnehmung zur Aufnahme von Zugkräften verankert werden können. Das Einsetzen der Anker kann ohne jedes Hilfsmittel erfolgen und von ungelernten Arbeitern bewerkstelligt werden.
Zweckmässig sind die Ausnehmungen als Nuten ausgebildet, deren Querschnitt korrespondierend zu den Ankerhaken gestattet ist, wobei gemäss einer ersten, für grössere Bausteine vorteilhaften Ausführungsform sich eine Nut über einen Teilbereich der der gegenüberliegenden Schale zugewendeten Seitenfläche eines Bausteines der anderen Schale erstreckt oder gemäss einer weiteren Ausführungsform sich eine Nut über die gesamte der gegenüberliegenden Schale zugewendeten Seitenfläche eines Bausteines erstreckt. Die letzte Ausführungsform ist für als Ziegel ausgebildete Bausteine vorteilhaft.
Der Anker ist längs der Nut entsprechend ihrer Länge verschiebbar, so dass seine genaue Lage in Abhängigkeit der gegenüberliegenden Schale gewählt werden kann, ohne dass irgendwelche weitere Manipulationen erforderlich sind.
Vorteilhaft erstreckt sich die Nut in vertikaler Richtung des Bausteines. Diese Ausführungsform ist besonders dann von Vorteil, wenn der Baustein als Hohilochziegel ausgebildet ist, wobei sich mindestens eine Nut in Richtung der Hohlräume des Hohllochziegels erstreckt.
Damit die Kräfte symmetrisch in den Baustein eingebracht werden können und Biegekräfte von der Ankerstange ferngehalten werden, stehen Ankerhaken unter Bildung einer T-Form seitlich von der Ankerstange ab und ist die Ausnehmung im Querschnitt dieser T-Form angepasst. Vorteilhaft ist das freie Ende des Ankers in eine Fuge zwischen den Bausteinen der Schale, die der Schale mit den Ausnehmungen gegenüberliegt, eingemauert.
Ein keramischer Baustein zur Herstellung eines erfindungsgemässen Mauerwerkes ist dadurch gekennzeichnet, dass an einer Seitenfläche des Bausteines mindestens eine sich über eine bestimmte Länge erstreckende Ausnehmung vorgesehen ist, die einen Hohlraum aufweist, dessen Weite in einer zur Längserstreckung der Ausnehmung senkrechten Richtung grösser ist als die Breite der Ausnehmung an der Seitenfläche des Bausteines.
Gemäss einer bevorzugten, besonders einfach herzustellenden Ausführungsform ist der keramische Baustein als Hohllochziegel ausgebildet und die im Querschnitt als etwa L-oder T-förmige Nut gestaltete Ausnehmung mit ihrer Längserstreckung parallel zur Längserstreckung der Hohlräume des Hohllochziegels ausgerichtet.
Ein Verfahren zum Herstellen eines erfindungsgemässen, stranggepressten keramischen Bausteines ist dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung gleichzeitig mit dem Strangpressen des Bausteines erfolgt, wobei zweckmässig die als L- oder T-förmige Nut ausgebildete Ausnehmung bei einem Hohilochziegel ebenfalls gleichzeitig mit dem Strangpressen des Bausteines bzw. der Hohlräume des Bausteines erfolgt.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert, wobei Fig. 1 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemässes Mauerwerk, u. zw. in horizontaler Richtung in schematischer Darstellung und Fig. 2 ein Baustein zum
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Aufbau des in Fig. 1 dargestellten Mauerwerks im Schrägriss zeigen. Fig. 3 veranschaulicht einen beim erfindungsgemässen Mauerwerk verwendeten Anker ebenfalls im Schrägriss.
Das in Fig. 1 dargestellte zweischalige Mauerwerk weist eine Innenschale 1 auf, die aus Bausteinen 2, die vorzugsweise als Hohilochziegel ausgebildet sind, aufgemauert ist Der zwischen den Bausteinen 2 vorhandene Mörtel sowie ein gegebenenfalls am Mauerwerk vorgesehener Innen- und Aussenputz sind der Einfachheit halber nicht dargestellt. Die Innenschale 1 ist zur Mauerwerks-Aussenseite hin von einer Wärmedämmschicht 3 aus Mineralwolle od. dgl. bedeckt.
Diese Wärmedämmschicht 3 ist aussenseitig von einer Aussenschale 4, die aus vorzugsweise von keramischen Materialien gebildeten, untereinander gleichen Bausteinen 5 aufgemauert ist, geschützt. Zwischen der Wärmedämmschicht 3 und der Aussenschale 4 ist ein Hohlraum 6 vorgesehen, der vorzugsweise hinterlüftet ist. Zur Sicherstellung eines Hohlraumes 6 mit durchgehend gleicher Breite 7 weisen die Bausteine 5 vorzugsweise innenseitig vorstehende Rippen 8 auf, die an der Wärmedämmschicht 3 anliegen. Zur Erzielung einer ausreichenden Stabilität des Mauerwerkes, insbesondere zur Sicherung der Standsicherheit der meist aus dünneren Bausteinen 5 gemauerten Aussenschale 4, ist diese mit der Innenschale 1 mittels Anker 9 verbunden.
Die Anker 9 weisen an mindestens einem Ende T-förmig ausgestaltete Ankerhaken 10 auf, die in einer korrespondierend zu ihnen gestalteten als Nut ausgebildeten Ausnehmung 11 eingesetzt sind. Diese Nut 11 erstreckt sich, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, über die gesamte Höhe 12 des Hohllochziegels 2 und wird beim Strangpressen des Hohllochziegels, also mit den Hohlräumen 13 in einem Arbeitsgang, hergestellt.
Zum Verankern der Anker 9 werden diese mit ihren Ankerhaken 10 in die Nut 11 eingeführt und danach um 900 um die Achse der Ankerstange 18 gedreht, so dass die Ankerhaken 10 an der die Nutöffnung 14 hintergreifenden Hinterschneidung 15 gegen Herausziehen aus der Nut 11 gesichert sind. Die Breite 16 der Nutöffnung 14 entspricht in etwa der Dicke 17 der Ankerstange 18 des Ankers 9 sowie der Dicke 19 der Ankerhaken 10. Der den Nutgrund 20 bildende und die Ankerhaken 10 aufnehmende Hohlraum 21 ist in seiner Dimension nur geringfügig grösser gestaltet als die Dimension der Ankerhaken 10, so dass die Ankerhaken 10 im wesentlichen ohne Spiel in diesem Hohlraum 21 zu liegen kommen.
Das gegen die Aussenschale 4 gerichtete Ende 22 des Ankers 9 ist in der Fuge zwischen den Bausteinen 5 der Aussenschale 4 eingemauert. Dieses Ende, das beim dargestellten Ausführungsbeispiel gerade ausgebildet ist, könnte zwecks besserer Verankerung in der Fuge auch eine andere Gestalt aufweisen, beispielsweise ebenfalls T-förmig ausgestaltet sein. Es könnte auch in eine entsprechend der Ausnehmung 11 ausgebildete Ausnehmung der Bausteine 5 einsetzbar sein.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, erstreckt sich die die Ankerhaken 10 aufnehmende Nut 11 über die gesamte Höhe 12 der der Aussenschale zugewendeten Seitenfläche 23 des Hohllochziegels 2.
Hierdurch kann das Aufmauern der Innenschale 1 völlig unabhängig vom Aufmauern der Aussenschale 4 durchgeführt werden, und es brauchen die Höhen der Horizontalfugen der Aussenschale 4, nach denen sich die Lagen der Anker 9 richten, nicht berücksichtigt werden, da jeder Anker 9 entlang der gesamten Nut 11 verschiebbar ist.
Die Nut 11 könnte jedoch auch in waagrechter oder schräger Richtung angeordnet sein, sie muss sich auch nicht über die gesamte Seitenfläche 23 des Bausteines 2, der zur Aufmauerung der Innenschale 1 verwendet wird, erstrecken. Die Aussenschale 4 kann aus hinsichtlich Material und Gestalt beliebigen Bausteinen 5 gebildet sein. Beispielsweise können hier auch wärmedämmende Ziegel, wie Hohllochziegel, Verwendung finden. Eine weitere denkbare Ausführungsform ist darin zu sehen, dass die Ausnehmungen 11 auch an den die Aussenschale 4 bildenden Bausteinen 5 vorgesehen sein können.
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