AT405616B - Anlage zum herstellen von mehlen, griess und dergleichen mahlprodukten - Google Patents
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Description
AT 405 616 B
Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Herstellen von Mehlen, Grieß und dergleichen Mahlprodukten aus Getreide bzw. Feldfrüchten mit einer Reinigungs-, Schäl- und Netzungsstufe bzw. -stufen zur Vorbereitung auf den Mahivorgang, der mindestens einen Walzenstuhl zum Vorbrechen und Siebe zur Trennung in mindestens drei Fraktionen von dunklen, schalenhaltigen und hellen endospermhaltigen Zwischenprodukten umfaßt.
In bekannten Anlagen zum Herstellen von Mehlen wird das Getreide zuerst gereinigt und geschält. Es schließt dann ein Mahlvorgang mit einer großen Zahl von verschiedenen Zerkleinerungsstufen und mit darauf folgenden Siebstufen an. Der von den gröberen Schalen (Schrot) befreite Mehlkern wird mittels der Siebe in feines Mehl sowie in verschieden grobe Fraktionen, beginnend mit schalenreichen Produkten, Kleie, dann Grieß und griffigem Mehl, aufgeteilt und diese verschieden groben Fraktionen werden wieder verschiedenen Zerkleinerungsstufen und darauf folgenden Siebstufen zugeführt. Die gröberen Getreidebestandteile durchlaufen bei den bekannten Anlagen viele Zerkleinerungsstufen. Jede der genannten Zerkleinerungsstufen umfaßt eine Vielzahl von Walzenstühlen mit je zwei gegenläufigen, verschieden schnell laufenden Walzen, zwischen denen das Mahlgut zerkleinert wird. Die Walzenstühle müssen hinsichtlich der Walzenabstände der Parallelführung sowie der Drehzahlen individuell eingestellt werden Der nach den Zerkleinerungsstufen verbleibende Grobanteil fällt als Kleie getrennt an. Die nach Durchlaufen der Zerkleinerungsstufen vorliegenden Feinanteile unterscheiden sich nach Qualität und Menge ihrer Gehalte an Kohlenhydraten, Eiweiß, Enzymen, Mineralstoffen usw. und werden am Ende des Mehlherstellungsvorganges zu einer einzigen oder zu wenigen, verschiedenen Mehlqualitäten vereinigt. Bekannte Anlagen zum Herstellen von Backmehlen umfassen normalerweise etwa 18 Zerkleinerungsstufen samt Nebeneinrichtungen und sind dementsprechend aufwendig. Um lockere, große und knusprige Hefeteiggebäcke begehrter Qualität hersteilen zu können, wird ein solcher Aufwand für notwendig gehalten. Ebenso aufwendig ist die Herstellung von besonders hellen Mehlen.
Die bekannten vielstufigen modernen Anlagen mit Doppelwalzenstühlen zum Herstellen von Mehlen, welche für die Gebäckherstellung geeignet sind, haben sich aus den alten Mühlanlagen entwickelt, in denen das Getreide zwischen Mahlsteinen in Form horizontaler Scheiben gemahlen wurde. Auch hiebei sind zur Herstellung ausreichend feinen Mehls mehrfache Durchgänge des gröberen Mahlgutes durch die Mahlsteine, d.h. meistens mehrere Mahlsteinpaare oder jedenfalls mehrere Zerkleinerungsstufen erforderlich.
Es ist außerdem bekannt, in Mühlenanlagen Stiftmühlen mit auf gegenläufigen, koaxialen Scheiben bzw. Rotoren befestigten, zahnförmig zwischeneinandergreifenden Schlagstiften einzusetzen. Hiebei wird das Mahlgut dem Raum zwischen den Scheiben axial zugeführt, dort durch vielfache Schläge der Stifte zertrümmert und nach der Zerkleinerung tangential aus dem Mühlenraum geschleudert. Diese Stiftmühlen, die mit hohen Umfangs- bzw. Schlaggeschwindigkeiten arbeiten, wurden bisher vor allem zur Zerkleinerung zähen, schwer zerkleinerbaren Mahlgutes eingesetzt, z.B. zur Herstellung von Hafermehl aus geschältem Hafer.
Aus der EP 0 418 801 A1 sind ein Mahlverfahren und eine Vorrichtung zum Mahlen bekannt, bei welchem nach einem Walzenstuhl nur in einen Siebübergang und in einen Siebdurchfall getrennt wird. Der Siebübergang entspricht bloß einer Mischfraktion. Diese Mischung wird zuerst in einer Stiftmühle vermahlen und dann separiert bzw. gesiebt und in Walzenstühlen weitervermahlen. Durch das unseparierte gemeinsame Mahlen in der Stiftmühle werden Grieß und Schale gemeinsam vermahlen. Die feinen Partikel, die sich im Anschluß daran ergeben, lassen sich wohl nach Große und Gewicht sortieren, jedoch ist infolge der Kleinheit eine eindeutige Trennung von Schalenteilen und Grieß nicht möglich.
Die Erfindung zielt darauf ab, eine Anlage der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die die Herstellung von besonders hellen Mehlen ohne dem durch mehrfache Hintereinanderschaltung von Doppelwalzenstühlen bedingten hohen Geräte-, Instandhaltungs- und Justieraufwand ermöglicht. Insbesondere in Entwicklungsländern besteht ein erhöhter Bedarf von hellen Mehlen. Es fehlt aber gerade dort an Fachpersonal zum Betrieb der bekannten, feinjustierbaren Anlagen, die zur Herstellung heller Mehle geeignet wären. Die Lösung der Aufgabe wird dadurch erreicht, daß mindestens zwei der Fraktionen je Fraktion mit mindestens einer zugeordneten Stiftmühle in Verbindung stehen und die Stiftmühlen die genannten Fraktionen getrennt voneinander, vorzugsweise in nur einer Mahlstufe, vermahlen. Es wird also vor dem Vermahlen in den Stiftmühlen in mindestens drei Fraktionen getrennt (Siebeinrichtung) und dann werden die getrennten Fraktionen Schale und Grieß in je einer eigenen Stiftmühle getrennt vermahlen. Das Ergebnis fällt hier eindeutig und das Produkt klassenrein aus, sodaß die sich ergebende Qualität infolge der klaren frühzeitigen Trennung zwischen Schale und Grieß wesentlich besser ist.
Bei einer vorausgehenden gemeinsamen Feinvermahlung in einer Stiftmühle, wie dies bekannt ist und einer nachfolgenden Trennung in Schale und Grieß kann nicht annähernd das erfindungsgemäße Ergebnis erzielt werden. Es ist je Fraktion kein mehrfacher Aufwand an Doppelwalzenstühlen erforderlich. Jeweils eine Stiftmühle (Schlagstiftmühle) übernimmt die Aufgabe, wobei es natürlich möglich ist, Fraktionen 2
AT 405 616 B bewußt auch einer anderen Mahlstufe zuzuführen, um eine vorbestimmte Mehlqualität zu erzielen. Die Doppelwalzenstühle im Bereich der Vorstufe der Vermahlung sind unkritisch hinsichtlich ihrer Einstellung. Sie dienen dem Vorbrechen, dem die Trennung des Mahlgutes mittels Siebung in dunkle (schalenhaltige) und helle (endospermhaltige) Produkte folgt. Aus dem hellen Anteil werden im Zuge dieser Siebung zugleich jene Teilchen herausgetrennt die schon eine Größe von üblichen Mehlteilchen (< 200u.) haben. Der verbleibend helle und dunkle Anteil wird erfindungsgemäß anschließend getrennt gemahlen und getrennt gesiebt, wobei ausschließlich Stiftmühlen an Stelle einer Vielzahl von Walzenstuhlmühlen zum Einsatz kommen. Durch diese Trennung ist aus dem hellen Anteil sehr helles Mehl (T 450 - 700) und aus dem dunkeln Anteil dunkles Mehl (T 1300 -1700) herstellbar.
Es ist zweckmäßig, wenn bei Einsatz von einfach wirkenden Stiftmühlen, insbesondere bei Schalenvermahlung, diesen eine Kleieschleuder vorgeschaltet ist. Dadurch werden anhaftende Mehlteilchen von der Schale losgeschlagen und zugleich von der Schale getrennt. Ebenso ist es vorteilhaft, wenn Gebläseseparatoren bzw. Grießreinigungsmaschinen (Grießputzmaschinen) den Sieben nachgeschaltet sind und die Separatorfraktionen mit je einer Stiftmühle in Verbindung stehen. Der Einsatz von Gebläseseparatoren zwischen den Fraktionssieben (Siebmaschinen) und den Stiftmühlen ermöglicht eine besonders gute Differenzierung der reinen weißen Mehlbestandteil. Eine Optimierung des Mahlergebnisses trotz Vermeidung der Walzenstühle im eigentlichen Mahlvorgang kann dadurch erzielt werden, daß für die Vermahlung der hellen, endospermhaltigen Fraktionen eine Stiftmühle mit gegeneinander laufenden Rotoren vorgesehen ist, wobei die Umfangsgeschwindigkeit der Stifte vorzugsweise 60 - 150 m/sec beträgt.
Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Anlage ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt.
Eine Anlage zur Herstellung von Mahlprodukten aus Feldfrüchten (z.B. Weizenmehl, Schrot, Grieß, Maismehl, Kleie und Mischprodukt) umfaßt eine Stufe der Getreidevorbereitung mit einer Reinigungsvorrichtung 1 z.B. zur Entfernung von Fremdstoffen (Steinchen), einer Schälvorrichtung 2, die die äußere Zelluloseschicht abreibt und eine Netzungsvorrichtung, die das Korn für die anschließenden Vorgänge konditioniert. Durch Abstehen für 2 bis 3 Stunden wird im Naßverfahren die Trennung der groben Schalen erleichtert. Auf einem oder mehreren Doppelwalzenstühlen 4 erfolgt das Vorbrechen des Mahlgutes, dem eine mehrstufige Siebvorrichtung 5 folgt. Im Ausführungsbeispiel schließen jeweils zwei Siebgruppen 6, 7, 8, 9 von 1000 Mu, 560 Mu, 315 Mu und 150 Mu aneinander. Jene Fraktionen die auf Grund der Vorstufen 1 bis 4 bereits als Mehl anfallen, können beim Ausgang 10 abgefüllt werden.
Die Fraktion der Siebstufe 6 wird einer Kleieschleuder 11 zugeführt, die grobe Schalen von Mehl abschlägt. Das Ergebnis (z.B. Maiskleie) kann bereits als Endprodukt in Säcke 12 gefüllt werden. Bei Weizen und anderen Feldfrüchten schließt an die Kleieschleuder 11 eine Stiftmühle 13 an. Diese weist eine feststehende Scheibe mit Schlagstiften auf ihrer Kreisfläche und einen gegenüberliegenden, angetriebenen Rotor mit jeweils auf konzentrischen Kreisen der Rotor-Kreisfläche angeordneten Schlagstiften auf. Die zugeführte Fraktion wird infolge der hohen Umfangsgeschwindigkeit zwischen den aneinander vorbeilaufenden Schlagstiften vermahlen, wobei das Ergebnis durch Siebe 14, 15 (z.B. 180 Mu) in Weizenkleie und Weizenmehl (T 1300 - 1700) trennbar und in die Säcke 16,17 abfüllbar ist.
Die Fraktion der Siebstufe 7 wird einem Gebläseseparator 18 zugeführt, in den auch die Siebstufe 8 wahlweise einmündet. Zwei Separatorfraktionen fallen an, wobei die grobe Fraktion der Stiftmühle 13 zugeführt und eine gereinigte feine Fraktion entweder z.B. als Weizengrieß in Säcke 19 gefüllt oder in einer Stiftmühle 20 mit gegeneinander laufenden, mit Stiften besetzten Rotoren 21 vermahlen wird. Das Mahlprodukt wird in Fraktionen durch Siebe 22, 23, 24, 25 und 26 klassiert, wobei Siebe von beispielsweise 180 Mu bzw. 300 Mu eingesetzt werden. Die Produkte werden in Säcke 27 (z.B. Weizenmehl T 650 - 750), 28 (z.B. Weizenmehl T - 800) und 29 (Weizenmehl und feiner Weizenkleie) gefüllt. Eine grobe, allenfalls nicht gewünschte Fraktion kann dem Eingang der StiftmOhle 21 wieder zugeführt werden.
Durch Herstellen von Querverbindungen wie etwa durch den Förderschacht 30 lassen sich Zwischenprodukte beliebig kombinieren und dadurch gewünschte Endqualitäten von Mahlprodukten einstellen. Wie üblich erfolgt die Förderung zwischen den Stationen durch Gebläse, die hier nicht dargestellt wurden.
Da die Hauptstufe der Vermahlung nach der mehrstufigen Siebvorrichtung 5 ausschließlich einfach-oder doppeltwirkende Stiftmühlen (13, 20), jedoch keine Serienanordnungen von Walzenstuhlmühlen umfaßt, ist der Aufbau einfach und der Betrieb sowie auch das Wiederanfahren nach Energieunterbrechungen völlig unkritisch. Es kann eine erfindungsgemäBe Anlage z.B. in Containerbauweise von angelerntem Personal gefahren werden. 3
Claims (4)
- AT 405 616 B Patentansprüche 1. Anlage zum Herstellen von Mehlen, Grieß und dergleichen Mahlprodukten aus Getreide bzw. Feldfrüchten mit einer Reinigungs-, Schäl- und Netzungsstufe bzw. -stufen zur Vorbereitung auf den Mahlvorgang, der mehrere Walzenstühle zum Vorbrechen und Siebe zur Trennung in mindestens drei Fraktionen von dunklen, schalenhaltigen und hellen endospermhaltigen Zwischenprodukten umfaßt dadurch gekennzeichnet daß mindestens zwei der Fraktionen je Fraktion mit mindestens einer zugeordneten Stiftmühle (13, 20) in Verbindung stehen und die Stiftmühlen (13, 21) die genannten Fraktionen getrennt voneinander vorzugsweise in nur einer Mahlstufe vermahlen.
- 2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Einsatz von einfach wirkenden Stiftmühlen (13), insbesondere bei Schalenvermahlung, diesen eine Kleieschleuder (11) vorgeschaltet ist.
- 3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß Gebläseseparatoren (18) bzw. Grießputzmaschinen den mehrstufigen Siebvorrichtungen (5) nachgeschaltet sind und die Separatorfraktionen mit je einer Stiftmühle (13, 20) in Verbindung stehen.
- 4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß für die Vermahlung der hellen, endospermhaltigen Fraktionen eine Stiftmühle (20) mit gegeneinander laufenden Rotoren vorgesehen ist, wobei die Umfangsgeschwindigkeit der Stifte vorzugsweise 60- 150 m/sec beträgt. Hiezu 1 Blatt Zeichnungen 4
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