AT405066B - Schlamm- und ölabscheider für abwasser - Google Patents
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Description
AT 405 066 B
Die Erfindung bezieht sich auf einen Schlamm- und Ölabscheider für Abwasser mit einem über einen Überlauf an einen Grobabscheideraum anschließenden Feinabscheideraum, der durch eine Plattenabschedeeinrichtung in eine überlaufseitige Ölabscheidekammer und in eine einen Ablauf aufweisende Ablaufkammer unterteilt ist, wog die Plattenabscheideeinrichtung einen die Kammern verbindenden, in Strömungsrichtung abwärts geneigten Strömungskanal mit mehreren übereinander angeordneten strömungsparallein Abscheideplatten umfaßt.
Ein solcher Schlamm und Ölabscheider mit schräg abwärts angeordneten Abscheideplatten ist bereits aus der AT 399.494 B bekannt und hat sich auch wegen der erzielbaren guten Feinschlamm und Ölabscheidung mit hohem Reinigungsgrad bei gleichzeitiger Selbstreinigungswirkung des Plattenabscheiders durchaus bewährt. Allerdings sind beim bekannten Abscheider zur Unterteilung des Feinabscheideraumes in die Ölabscheidekammer und die Ablaufkammer zwei zwischen sich die Plattenahscheideeinrichtung mit in einer horizontalen Ebene liegenden Anströmkanten der Abscheideplatten aufnehmende Betonwände vorgesehen, so daß ein entsprechender Bauaufwand erforderlich ist, sich Feinschlamm an den Anströmkanten der Abscheideplatten absetzen und Störungen des Abscheidevorganges mit sich bringen kann, der Bereich unterhalb der Plattenabscheideeinrichtung schwer zugänglich ist und zu einer recht umständlichen Entsorgung des sich hier absetzenden Feinschlammes führt und die horizontale Einströmöffnung des Strömungskanals höhere Anströmverluste und damit einen schlechteren Abscheidegrad verursacht. Nicht zuletzt läßt sich eine zwischen Betonwänden eingebaute Plattenabscheideeinrichtung wirtschaftlich meist nur im Zuge einer Neuherstellung eines Abscheiders installieren und erlaubt kaum ein Nachrüsten bestehender Abscheider.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Schlamm- und Ölabscheider der eingangs geschilderten Art zu schaffen, der sich durch eine besonders einfache und aufwandsarme Plattenabscheideeinrichtung auszeichnet, die einen hohen Abscheidegrad mit sich bringt, eine rationelle Feinschlammentsorgung erlaubt, eine störungsfreie Abscheidefunktion gewährleistet und sich zudem bestens auch zur Nachrüstung bereits vorhandener Abscheider eignet.
Die Erfindung löst diese Abgabe dadurch, daß die Plattenabscheideeinrichtung aus einer in den Feinabscheideraum ersetzbaren Trennwand besteht, die eine Aufnahmeöffnung und entlang deren Seitenränder quer zur Trennwand sich erstreckende Aufnahmewangen mit Halterungen zur Aufnahme der Abscheideplatten bildet, welche Abscheideplatten schräggeneigt in der Aufnahmeöffnung und zwischen den Aufnahmewangen sitzen und mit ihren jeweils oberen Anströmkanten eine gegensinnig zur Plattenneigung schräg verlaufende Ebene bestimmen. Die Plattenabscheideeinrichtung ist somit eine vorfertigbare Baueinheit, die keine speziellen Baumaßnahmen seitens des Abscheiders selbst verlangt und jederzeit, also auch nachträglich in den Feinabscheideraum eingesetzt werden kann. Die Plattenabscheideeinrichtung, die aus jedem geeigneten Material, vorzugsweise Nirosta-Stahl oder Kunststoff, rationell herstellbar ist, bietet durch die Aufnahmeöffnung und die Aufnahmewangen nicht nur einen ausreichenden Halt für die Abscheideplatten, sondern ergibt mit der Aufnahmeöffnung und den Aufnahmewangen zusammen mit den Platten auch den die Kammern verbindenden Strömungskanal, so daß der Bereich unterhalb der Aufnahmeöffnung bzw. der Abscheideplatten gut zugänglich bleibt und eine Entsorgung des Feinschlammes durch eine bloße Feinschlammäbsaugung erlaubt. Auf Grund der gegeneinander schräg abwärts versetzten Anströmkanten der Abscheideplatten kann sich auch kein Feinschlamm im Artströmbereich der Abscheideplatten absetzen und die Abscheidewirkung gefährden und die durch die Anströmkanten bestimmte, in einer schräg geneigten Ebene liegende Eintrittsöffnung des Strömungskanals führt außerdem zu geringen Anströmverlu-sten und damit zu einem erhöhten Abscheidungsgrad in der Abscheidestufe.
An sich könnten die Abscheideplatten einzeln in schienenförmigen Halterungen der Aufnahmewangen eingesetzt sein, doch zweckmäßig ist es, wenn die Abscheideplatten zu seitlich geschlossenen Plattenpaketen zusammengesetzt und die Größe der Aufnahmeöffnung und die Halterungen der Aufnahmewangen an wenigstens ein Plattenpaket angepaßt sind. Dadurch wird die Handhabung der Abscheideplatten erleichtert, die Aufnahmewangen können schmäler bemessen bleiben, da die seitlich geschlossenen Pakete selbst den Strömungskanal bilden, und auch die Halterung braucht nur auf die Pakete und nicht mehr auf die einzelnen Abscheideplatten abgestimmt zu werden.
Ist der die Aufnahmeöffnung an der Oberseite begrenzende Wandoberteil höhenverstellbar angeordnet und weist vorzugsweise eine entsprechend der Plattenneigung abgewinkelt untere Schürze auf, läßt sich die Aufnahmeöffnung in ihrer Höhe variieren und an die vorgesehene Anzahl der Abscheideplatten bzw. Plattenpakete mit wenigen Handgriffen anpassen, Dabei kann eine geeignet abgewinkelte Schürze des Wandoberteiles zur Abstützung des Oberteiles auf der obersten Abscheideplatte und damit als Teil der Halterung der Platten genutzt werden.
Eine besonders einfache Konstruktion ergibt sich, wenn der die Aufnahmeöffnung an der Unterseite begrenzende Wandunterteil eine schräggeneigte Auflagefläche für die Plattenpakete bildet und die Aufnah- 2
AT 405 066 B mewangen an ihrem abströmseitigen Rand einander zugekehrte Randabwinkelungen also Halterungen aufweisen. Hier brauchen die einzelnen Plattenpakete lediglich auf die untere Auflagefläche aufgelegt und in Strömungsrichtung bis zum Anschlag an den Ranabwinkelungen eingeschoben zu werden, um die Plattenabscheideeinrichtung fertigzustellen. Zum Einsatz mehrerer Plattenpakete lassen sich diese unmittelbar aufeinanderstapeln, so daß neben der gegenseitigen Abstützung auch die durch die Schrägneigung der Auflagefläche vorgegebene Platteneigung für alle Plattenpakete bestimmend ist.
Um die Plattenabscheideeinrichtung mit wenigen Handgriffen im Feinabscheideraum installieren zu können, sind die Trennwand und gegebenenfalls der Wandoberteil in an der Wandung des Feinabscheideraumes befestigten Stützschienen ersetzbar, so daß sich die Plattenabscheideeinrichtung jederzeit durch bloßes Einschieben bzw. Herausziehen entlang der Stützschienen ein- und ausbauen läßt.
Sind größere Feinabscheideräume mit Plattenabscheideeinrichtung zu bestücken, können zwei oder mehr Plattenabscheideeinrichtung nebeneinander in einen Feinabscheideraum eingesetzt sein, was den Einsatzbereich dieser Plattenabscheideeinrichtung weitgehend von der Größe des Feinabscheideraumes unabhängig macht.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht, und zwar zeigen
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Schlamm- und Ölabscheider im Vertikalschnitt nach der Linie l-l der Fig. 2,
Fig. 2 diesen Abscheider in Draufsicht ohne Deckel und
Fig. 3 eine teilgeschnittene Seitenansicht der Plattenabscheideeinrichtung diese Abscheiders.
Ein Schlamm- und Ölabscheider 1 weist ein zylindrisches Abscheidebecken 2 auf, das durch eine Zwischenwand 3 in einen Grobabscheideraum 4 mit einem Abwasserzulauf 5 und in einen über einen Überlauf 6 an den Grobabscheideraum 4 anschließenden Feinanscheideraum 7 unterteilt ist. Der Feinabscheideraum 7 nimmt eine Plattenacheideeinrichtung 8 auf, die ihrerseits den Feinabscheideraum 7 in eine überlaufseitige Ölabscheidekammer 9 und eine Ablaufkammer 10, von der ein Ablauf 11 ausgeht, unterteilt. Die Plattenabscheideeinrichtung 8 bildet dabei einen die Kammern 9, 10 verbindenden, in Strömungsrichtung abwärts geneigten Strömungskanal 12 mit mehreren übereinander angeordneten strömungsparallelen Abscheideplatten 13.
Die Plattenabscheideeinrichtung 8 besteht aus einer in vertikalen, an der Wandung des Feinabscheideraumes 7 befestigten Stützschienen 14 ersetzbaren metallenen Trennwand 15, die eine Aufnahmeöffnung 16 und entlang deren Seitenränder quer zur Trennwand 15 sich erstreckende Aufnahmewangen 17 mit Halterungen zur Aufnahme der Abscheideplatten 15 bildet. Die Aufnahmewangen 17 weisen an ihren abströmseitigen Rändern einander zugekehrte Randabwinkelungen 18 als Halterungen auf und die Abscheideplatten 13 sind zu seitlich geschlossenen Plattenpaketen 19 zusammengefaßt. Die Plattenpakete 19 sitzen in Strömungsrichtung abwärts schräg geneigt in der Trennwand 15 und ergeben selbst den Strömungskanal 12, wobei die einzelnen Abscheideplatten 13 mit ihren jeweils oberen Anströmkanten 20 eine gegensinnig zur Plattenneigung schräg verlaufende Ebene E bestimmen.
Der die Aufnahmeöffnung 16 an der Oberseite begrenzende Wandoberteil 21 ist höherverstellbar in den Stützschienen 14 eingesetzt und trägt eine entsprechend der Plattenneigung abgewinkelte untere Schürze 22, mit der er am obersten Plattenpaket 19 abgestützt ist. Der die Aufnahmeöffnung 16 an der Unterseite begrenzende Wandunterteil 23 bildet eine schräg geneigte Auflagefläche 24 für die Plattenpakete 19 und ist zur Versteifung mit Seitenteilen 25 versehen.
Zu reinigendes Abwasser gelangt über den Zulauf 5 in den Grobabscheideraum 4, in dem sich die gröberen Festoffteilchen absetzen und es zu einer Vorreinigung kommt. Dieses vorgereinigte Abwasser strömt dann über den Oberlauf 6 in den Feinabscheideraum 7, wo es zuerst in die ölabscheidekammer 9 gelangt, in der die Sedimentation der Feststoffteile fortgesetzt und die Ölabscheidung begonnen wird. Die ausgeshiedenen Ölteilchen schwimmen auf, so daß der Raum oberhalb des Wasserspiegels in der Ölabscheidekammer 9 als Ölsammelraum dient. Das Abwasser dringt aus der Ölabscheidekammer 9 in den Strömungskanal 12 der Plattenabscheideeinrichtung 8 und strömt durch diesen in die anschließende Ablaufkammer 10. Dabei fließt es zwischen den schräg abwärts führenden Abscheideplatten 13 der Plattenpakete 19 hindurch, wo die Restölabscheidung und die endgültige Feinstoffabscheidung erfolgt. Durch das Abwärtsströmen des Wassers entlang der Abscheideplatten 13 kommt es zu Trennung von Ölteilchen und Feststoffteilchen, welche Teilchen sich gewichtsbedingt einerseits an der Unterseite, anderseits an der Oberseite der Abscheideplatte 13 absondern. Die Ölteilchen wandern dann entgegen der Strömungsrichtung aufwärts in die Ölabscheidekammer zurück, während die Feststoffteilchen mit der Strömung abwärts wandern und auf den Boden der Abscheidekammer absinken. Das gereinigte Wasser steigt in der Ablaufkammer 10 hoch und gelangt über den Ablauf 11 nach außen.
Die Plattenabscheideeinrichtung 8 zeichnet sich durch ihre aufwandsarme Bauweise und ihre einfach Einbaumöglichkeit aus, sie ist an unterschiedlich Abscheidebedingungen anpaßbar und bietet gute Entsor- 3
Claims (6)
- AT 405 066 B gungsbedingungen für den abgesonderten Feinschlamm. Patentansprüche 1. Schlamm- und Ölabscheider für Abwasser mit einem über einen Überlauf an einen Grobabscheideraum anschließenden Feinabscheideraum, der durch eine Plattenabscheideeinrichtung in eine überlaufseitige ölabscheidekammer und in eine einen Ablauf aufweisende Ablaufkammer unterteilt ist, wobei die Plattenachscheideeinrichtung einen die Kammern verbindenden, in Strömungsrichtung abwärts geneigten Strömungskanal mit mehreren übereinander angeordneten strömungsparallelen Abscheideplatten umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattenabscheideeinrichtung (8) aus einer in den Feinabscheideraum (7) ersetzbaren Trennwand (15) besteht, die eine Aufnahmeöffnung (16) und entlang deren Seitenränder quer zur Trennwand sich erstreckende Aufnahmewangen (17) mit Halterungen zur Aufnahme der Abscheideplatten (13) bildet, welche Abscheideplatten (13) schräggeneigt in der Aufnahmeöffnung (16) und zwischen den Aufnahmewangen (17) sitzen und mit ihren jeweils oberen Anström-kanten (20) eine gegensinnig zur Plattenneigung schräg verlaufende Ebene (E) bestimmen.
- 2. Schlamm- und Ölabscheider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abscheideplatten (13) zu seitlich geschlossenen Plattenpaketen (19) zusammengesetzt und die Größe der Aufnahmeöffnung (16) und die Halterungen der Aufnahmewangen (17) an wenigstens ein Plattenpaket (19) angepaßt sind.
- 3. Schlamm- und Ölabscheider nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der die Aufnahmeöffnung (16) an der Oberseite begrenzende Wandoberteil 921) höhenverstellbar angeordnet ist und vorzugsweise eine entsprechend der Plattenniegung abgewinkelte untere Schürze (22) aufweist.
- 4. Schlamm- und Ölabscheider nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der die Aufnahmeöffnung (16) an der Unterseite begrenzende Wandunterteil (23) eine schräggeneigte Auflagefläche (24) für die Plattenpakete (19) bildet und die Aufnahmewangen (17) an ihrem abströmsei-tigen Rand einander zugekehrte Randabwinkelungen (18) als Halterungen aufweisen.
- 5. Schlamm- und Ölabscheider nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwand (15) und gegebenenfalls der Wandoberteil (21) in an der Wandung des Feinabscheideraumes (7) befestigten Stützschienen (14) einsetzbar sind.
- 6. Schlamm- und Ölabscheider nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr Plattenabscheideeinrichtungen nebeneinander in einen Felnabscheideraum eingesetzt sind. Hiezu 2 Blatt Zeichnungen 4
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