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Die Erfindung bezieht sich auf eine Förderkette, bestehend aus abwechselnd aufeinanderfolgenden Gliedern bzw. Gliedergruppen, die über Bolzen gelenkig miteinander verbunden sind, wobei in den Bolzen sich im wesentlichen in deren Längsrichtung erstreckende Eintiefungen ausgebildet sind.
Bei Förderketten, die z. B. als Buchsenförderketten ausgebildet sind, tritt oft das Problem auf, dass Verunreinigungen zwischen den Bolzen und seine Gegenfläche, z. B. eine Buchse, gelangen und letztlich zu einem Verreiben bzw. Festfressen zwischen dem Bolzen und seiner Gegenfläche führen. Dies kann naturgemäss schwere Beschädigungen an der Kette nach sich ziehen und auch deren Bruch verursachen.
Eine Schmierung ist oft wegen der starken Verschmutzung nicht möglich, nur kurze Zeit wirksam und mit hohen Kosten verbunden.
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, bel Förderketten einen einfachen Weg zu finden, der das oben genannte Verreiben bzw. Festfressen verhindert und zu einer Erhöhung der Ketteniebensdauer führt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Eintiefungen sich durchgehend über die gesamte Länge des Bolzens erstrecken und beidseits offen sind. Solche Eintiefungen führen in einfacher und überraschender Weise dazu, dass in die Lagerung eindringender Schmutz sich in der Eintiefung ablagert und in der Folge von dort seitlich herausgepresst werden kann.
Schmierung von Ketten bekannt geworden sind.
So zeigt die US 583 854 A eine Antriebskette, z. B. für Fahrräder, bel der an dem dickeren Mittelteil von an beiden Enden abgesetzten Bolzen eine Rille zur Aufnahme eines Schmiermittels als Schmiermittelreservoir ausgebildet ist. Da dieses Schmiermittel so lange wie möglich In den Rillen verbleiben soll, sind diese an ihren Enden von den Gliedlaschen, die an den dünneren Endteilen der Bolzen gelagert sind, nach aussen vollständig abgedeckt. Die Rillen sind somit weder durchgehend noch offen.
Die GB 242 543 A beschreibt gleichfalls eine Antriebskette, bei welcher jedes Glied ein eigen ausgebildetes Schmiermittelreservoir besitzt und zum Verteilen des Schmiermittels ist eine Längsrille vorgesehen, die in zwei Querrillen mündet. Ebenso wie bei dem obgenannten US-Dokument ist somit keine durchgehende, beidseitig offene Ausnehmung vorhanden, vielmehr führt die Aufgabe, das Schmiermittel zu verteilen und möglichst lange zu halten, geradezu weg von der erfindungsgemässen Massnahme.
Bei der Förderkette nach der US 5 257 690 A sind Schmiermittel rillen sowohl In den Bolzen als auch in den Bolzenlagerungen ausgebildet. Wie der Beschreibung und den Zeichnungen entnehmbar, sollen diese Schmiermittelrillen nicht durchgehend sein, sodass das Merkmal einer durchgehenden, an belden Seiten offenen Eintiefung durch dieses Dokument ebensowenig wie die erfindungsgemässe Aufgabe geoffenbart wird.
Eine zweckmässige Ausbildung sieht vor, dass die Eintiefung als Abflachung ausgebildet Ist und es können zwei einander gegenüberliegende Eintiefungen oder Abflachungen an den Bolzen vorgesehen werden.
Die Eintiefungen können dazu verwendet werden, dass bei einer Förderkette mit Gliedergruppen jeder Bolzen an seinen äusseren Enden mittels der Eintiefung mit den Aussengliedern der Gliedergruppen drehfest verbunden ist. Hier Ist anzumerken, dass Abflachungen an den Enden der Bolzen zum Zwecke einer Verdrehsicherung Stand der Technik sind.
Gemäss einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist jeder Bolzen in einer Buchse gelagert, die mit zumindest einem Glied verbunden ist. Gerade bei Buchsenketten tntt das Problem des Vetrelbens des Bolzens mit der Buchse stark in den Vordergrund, wenn diese nicht ausreichend geschmiert werden kann.
Bei einer anderen Ausführungsform einer Förderkette mit Gliedergruppen sind die aus Flachstahl bestehenden Innenglieder der Kette an den Bolzen mittels einer gleichfalls aus Flachstahl bestehenden gehärteten Verschleisseintage gelagert. Die Verschleisseinlage führt zu einer erhöhten Lebensdauer des Bolzens bzw. der Glieder, wobei zur Verwirklichung dieser erhöhten Lebensdauer die erfindungsgemässe Eintiefung äusserst zweckmässig ist. Eine derartige Kette kann auch so ausgebildet sein, dass die Kette abwechselnd je zwei nebeneinanderliegende Flachstahlglieder und zwei äussere Rundstahlglieder besitzt, wobei die Rundstahiglieder in rillenartigen, in Umfangsrichtung verlaufenden Vertiefungen der Bolzen gehalten sind.
Die Erfindung samt weiterer Vorteile ist im folgenden an Hand beispielsweiser Ausführungsformen näher erläutert, die in der Zeichnung veranschaulicht sind. In dieser zeigen Fig. 1 eine aus Flachstahiglie-
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teilweise geschnitten, Fig. 3 eine Seitenansicht einer Förderkette, die abwechselnd aus Flachstahigliedern und aus Rundstahlgliedern besteht, und die Befestigungslaschen aufweist, Fig. 4 diese Kette in Draufsicht, Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V in Fig. 4, Fig. 6 in Seitenansicht eine Förderkette, bestehend aus Flachstahigliedern und Laschengliedern, mit Befestigungswinkeln tragenden Laschen, Fig. 7 eine Draufsicht auf die Kette nach Fig. 6 und Fig. 8 ein Detail aus Fig. 6 in vergrösserter Darstellung.
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Die Förderkette 1 gemäss Fig. 1 und 2 besteht aus abwechselnd aufeinanderfolgenden Innengliedern 2a, 2b und Aussengliedern 3a, 3b, 3c. Den beiden Aussengliedern 3a, 3b ist ein mittleres Glied 3c zugeordnet, das zum Zwecke der Vereinfachung gleichfalls als "Aussenglied" bezeichnet wird, obwohl es - Fig. 2 - weiter "innen" liegt als die Innenglieder 2a, 2b. Sämtliche Kettenglieder sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Flachstahlglieder ausgebildet, doch können die Aussenglieder auch als Rundstahl- oder Profilstahlglieder bzw. als gesenkgeschmiedete Glieder ausgebildet sein.
Die Anzahl der nebeneinander liegenden Glieder der Gliedergruppen richtet sich nach dem Einsatzzweck der Kette, d. h. es können beispielsweise auch je vier Aussen- und drei Innenglieder eingesetzt werden.
Die Innen- und Aussenglieder 2a, b und 3a, b c sind je über gehärtete Stahlbolzen 4 miteinander gelenkig verbunden, wobei an den Aussengliedern 3a, 3b anliegend Schliessringe 5 (in Fig. 1 weggelassen) auf den Bolzenenden sitzen, die durch nicht gezeigte, in Querbohrungen 6 steckbare Sicherungsstifte etc. gehalten werden.
Die Aussenglieder 3a, b, c sind unmittelbar an den Bolzen 4 gelagert. Die Bolzen 4 sind nicht kreisrund sondern mit über ihre gesamte Länge verlaufenden Eintiefungen versehen, die bei diesem Ausfuhrungsbei- spiel als einander gegenüberliegende Abflachungen 7 ausgebildet sind. Diese Abflachungen haben den Zweck, das Austreten von in die Lagerung gelangtem Schmutz zu ermöglichen, wodurch ein Verreiben oder Festfressen der gegeneinander verdrehbaren Lagerflächen und eine zu starke Abnützung verhindert werden. Die Abflachungen 7 können andererseits dazu herangezogen werden, die drei Aussenglieder 3a, b, c an den Bolzen 4 verdrehfest zu lagern.
Im Gegensatz dazu sind die Innenglieder 2a, b an den Bolzen 4 mittels Verschleisseinlagen 8 drehbar gelagert. Die Form der Verschleisseinlagen 8 geht aus den Fig. 1 und 3 gut hervor. Demnach umschlingen diese den zugehörigen Bolzen 4 um mehr als 180 und besitzen tangential abstehende Ender, die bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel unter einem Winkel a von 20. zusammenlaufen (Fig. 1).
Es ist weiters aus Fig. 1 gut ersichtlich, dass die Innenglieder 2a. b biskottenförmig ausgebildet sind, wobei die Schenkel der Glieder konkav gekrümmt, d. h. je nach innen gekrümmt sind. Diese Form der Innenglieder 2a, b bringt zweierlei Vorteile. Zum einen sind die Verschleisseinlagen 8 mit ihren Enden an den Innerflächen der Glieder 2a, 2b verdrehfest abgestützt und mitsamt den Gliedern an den Bolzen 4 gehalten. Zum anderen kann, insbesondere wenn die Konkavität der Schenkel der Glieder an den Durchmesser von Antriebs-oder Umlenkrädern der Kette angepasst ist. ein besonders ruhiger und ver- schieissarmer Lauf erreicht werden.
Die Verschleisseinlagen 8 können leicht ausgewechselt werden und erhöhen die Lebensdauer der Kettenglieder 2a, b signifikant. Die Einlagen 8 bestehen zweckmässigerweise aus gehärtetem oder hochle- giertem oder aus einem einsatzgehärteten Stahl ; sie können andererseits auch aus hochabriebfesten Kunststoffen, z. B. aus Polyurethan oder PTFE, oder aus Sintermetalle hergestellt sein. Die Verdrehbewegung zwischen Kettengliedern 2a, b und Bolzen 4 erfolgt ausschliesslich über die gehärteten Verschleisseinlagen, sodass die auf Zug belasteten Flachstählglieder 2a, b auf hohe Festigkeitswerte vergütet werden können.
Im Gegensatz z. B. zu bekannten Buchsenförderketten, bei welchen sich die Buchse mit dem Bolzen verreiben kann und die Kettenglieder sogar steckenbleiben können, sind bei der Erfindung die Bolzen nur an der Zugseite in den Verschleisseinlagen gelagert und es wird auch die Flächenpressung vermindert. In die andere Richtung ist die Verschleisseinlage 8 offen, sodass der Bolzen 4 in der Einlage 8 nicht blockieren kann. Die hier offene Verschleisseinlage 4 ermöglicht auch das Herausfallen von in die Lagerung eingedrungenem Schmutz, was in Hinblick auf die Einsatzgebiete mit Auftreten z. B. abrasiver Gesteins- oder Metallststaube sehr wichtig ist.
Die Kette nach den Fig. 3 bis 5 unterscheidet sich von der vorangehend beschriebenen Ausführungsform vor allem dadurch, dass die Gliedergruppen aus je zwei nebeneinanderliegenden Flachstahl-Innenglie- dern 11 a, b einerseits und aus je zwei Rundstahl-Aussengliedern 12a, b andererseits bestehen. Wie bei der zuvor beschriebenen Ausführung sind die Flachstahlglieder 11 a, b mit Hilfe von Verschleisseinlagen 9 an den Bolzen 4 gelagert und an den Bolzen 4 sind einander gegenüberliegende Abflachungen 7 ausgebildet.
Die aussen liegenden Rundstahlglieder 12a, b sind an den Bolzen 4 direkt gelagert, wobei den inneren Gliedrundungen rillenartige Vertiefungen 13 bzw. Rillenabschnitte zugeordnet sind. Diese Vertiefungen 13 sollen auch einen eventuell auftretenden Axialschub an den Bolzen 4 aufnehmen. Die Glieder 12a. b sind dem Bolzenquerschnitt mit seinen Abflachungen angepasst, sodass die Glieder 12a, b bezüglich der Bolzen 4 unverdrehbar sind. In vorbestimmten Abständen sind an den beiden, einem Rundstählgliederpaar 12a, b zugeordneten Bolzen 4 Winkellaschen 14 befestigt, die Bohrungen 15 zur Befestigung von Bechern oder Kratzern aufweisen.
Bei der Ausführung nach den Fig. 6 bis 8 bestehen die Gliedergruppen einerseits aus FlachstahlInnengliedern 11 a, 11 b und andererseits aus Flachstahl-Laschen 18a, b, die an jenen Stellen, an welchen
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Becher, Kratzer od. dgl. an der Kette 1 angebracht werden sollen, abgewinkelt in Befestigungsplatten 19a, b mit Bohrungen 20 übergehen. Die Bolzen 4 entsprechen Im wesentlichen jenen nach der Ausführung der Fig. 3 bis 5, doch sind hier die Eintiefungen als Abflachungen 9 ausgebildet (siehe insbesondere Fig. 8), deren plane Flächen nicht parallel sind, sondern unter einem Winkel ss von z. B. 45. gegeneinander geneigt sind (Fig. 8), wodurch in die Lagerung gelangter Schmutz noch leichter herausgepresst werden kann.
Im Gegensatz zu der Ausführung nach den Fig. 3 bis 5 besitzen hier die Winkellaschen 18a, b + 19a, b Laschen 18a, b, die als solche eine Gliedergruppe der Kette 1 darstellen. Wo keine Befestigung für Becher etc. benötigt wird, z. B. links und rechts aussen in Fig. 7, sind die Laschen 18a, b ohne Befestigungsplatten 19a, b ausgebildet.
Weiters sind bei dieser Ausführung die Flachstahlglieder Ha, b unmittelbar drehbar auf den Bolzen 4 gelagert. Die Laschen 18a, b besitzen wiederum Ausnehmungen, die der Querschnittsform der Bolzen 4 angepasst sind, sodass die Bolzen 4 mit den Laschen 18a, b eine verdrehfeste Einheit bilden. Bei dieser Ausführung besitzen die Bolzen 4 an einem Ende einen Kopf 16 und an dem anderen Ende ist eine Sicherungsscheibe 17 angebracht. Die Bolzen 4 können aber auch so wie jene der vorgehenden Ausführungsformen ausgebildet sein. Die eben beschriebene Kette ist somit insgesamt einfacher und leichter ausgebildet, als die zuvor beschriebenen beiden Ausführungsformen.
Wiewohl bei den Ausführungsbeispielen nicht gezeigt, können die Bolzen 4 in bekannter Weise auch In Buchsen gelagert sein, die mit den Gliedern einer Gliedergruppe drehfest verbunden sind. Auch in diesem Fall kommen die Vorteile der Erfindung bestens zur Geltung.