AT397175B - Verfahren zur wuchsregulierung von wiesengesellschaften - Google Patents

Verfahren zur wuchsregulierung von wiesengesellschaften Download PDF

Info

Publication number
AT397175B
AT397175B AT167589A AT167589A AT397175B AT 397175 B AT397175 B AT 397175B AT 167589 A AT167589 A AT 167589A AT 167589 A AT167589 A AT 167589A AT 397175 B AT397175 B AT 397175B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
meadow
plants
parasites
pedicularis
semi
Prior art date
Application number
AT167589A
Other languages
English (en)
Other versions
ATA167589A (de
Original Assignee
Richard Ludowigs Gmbh & Co Kg
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Richard Ludowigs Gmbh & Co Kg filed Critical Richard Ludowigs Gmbh & Co Kg
Publication of ATA167589A publication Critical patent/ATA167589A/de
Application granted granted Critical
Publication of AT397175B publication Critical patent/AT397175B/de

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01GHORTICULTURE; CULTIVATION OF VEGETABLES, FLOWERS, RICE, FRUIT, VINES, HOPS OR SEAWEED; FORESTRY; WATERING
    • A01G7/00Botany in general

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biodiversity & Conservation Biology (AREA)
  • Botany (AREA)
  • Ecology (AREA)
  • Forests & Forestry (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

AT 397 175 B
Die Erfindung betrifft ein Vorfahren zur Wuchsregulierung von Wiesengesellschaften.
Es gibt eine Vielzahl von ungenutzten Grünflächen, die im Gegensatz zu landwirtschaftlich«! Nutzflächen nur geringe Erträge an organischer Substanz erbringen sollen.
Ein Schnitt soll möglichst überflüssig werden, und zwar sowohl auf erdgebundenen Flächen (zum Beispiel Kräuterwiesen, künstlichen Rasenflächen und dergleichen) als auch auf Dachflächen, die mit Wiesengesellschaften begrünt sind.
Bei letzterer Maßnahme ist es wesentlich, daß durch geringeren Massenaufwuchs auch die Brandlastgefahr gemindert wird.
Es sind im Stand der Technik chemische Regulatoren bekanntgeworden, die aber aus Gründen der Umweltverträglichkeit sich nicht haben durchsetzen können.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren gattungsgemäßer Art zu schaffen, mittels dessen eine gezielte Wuchsregulierung von Wiesengesellschaften ermöglicht ist, ohne daß die Umwelt geschädigt wird bzw. unter gleichzeitiger Förderung der Umweltbedingungen.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, daß in der Wiesengesellschaft Halbschmarotzer angesiedelt werden.
Bevorzugt ist vorgesehen, daß Halbschmarotzer eines oder mehrerer nachstehender Typen angesiedelt werden:
Bartisa (Alpenhelm)
Bartisa alpina Euphrasia (Augentrost)
Euphrasia rostkoviana Euphrasia stricta Melampyrum (Wachtelweizen)
Melampyrum arvense Melampyrum pratense Odontites (Zahntrost)
Odontites rubra Rhinanthus (Klappertopf)
Rhinanthus alectorolophus Rhinanthus aristatus Rhinanthus (Läusekraut)
Pedicularis foliosa Pedicularis rostrato - capitata Pedicularis tuberosa Pedicularis verticillata.
Die Besiedlung mit Halbschmarotzem erfolgt üblicherweise durch Aussaat.
Desweiteren ist bevorzugt, daß mehrjährige Halbschmarotzer als mindestens einjährige Pflanzen eingesetzt werden.
In Variation kann vorgesehen sein, daß nur in Teilen der Wiesengesellschaft Halbschmarotzer angesiedelt werden.
Es kann auch so vorgegangen werden, daß in künstlich angelegten Wiesengesellschaften Halbschmarotzer in gleichmäßiger Verteilung angesiedelt werden.
Besonders bevorzugt ist, daß mehrere Typen von Halbschmarotzem angesiedelt werden, die sich zeitlich unterschiedlich entwickeln.
Das erfindungsgemäße Verfahren beruht auf der Erkenntnis, daß im Gegensatz zu Vollschmarotzem, die selbst nicht assimilieren (Stoffumsetzung von anorganischer Substanz in organische Substanz unter Verwendung von Licht) sogenannte Halbschmarotzer existieren, die zwar parasitierende Pflanzenarten darstellen, die eine normale Entwicklung durchlaufen, die jedoch zusätzlich Kontaktorgane ausbilden, mit denen sie anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe entziehen und diese Stoffe anschließend selbst assimilieren. Während bei Vollschmarotzem erhebliche Schäden an den Wirtspflanzen auftreten können, die sogar zur Vernichtung der Wirtspflanze fuhren können, verursachen Halbschmarotzer an ihren Wirtspflanzen aufgrund durchgeführter Untersuchungen keine nennenswerten Schäden.
Vorteilhaft ist dabei, daß erfahrungsgemäß Halbschmarotzer vorzugsweise auf nährstoffarmen Standorten ansiedelbar sind und durch Düngung verdrängbar sind. Die Kontaktorgane der Halbschmarotzer werden vorzugsweise an den Seitenwurzeln ausgebildet, umschließen mit einer kugeligen Wucherung die Wirtswurzel und dringen mit ihren Zellen bis in das Leitgewebe der Wirtspflanzen ein und können so Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Die Form der Kontaktorgane ist variabel. Sie unterscheidet sich bei einzelnen Arten und Sippen.
Durchgeführte Versuche haben zu der Erkenntnis geführt, daß der erfindungsgemäße Einsatz von -2-

Claims (6)

  1. AT397175B Halbschmaiotzem erhebliche Wirkung auf die Wirtspflanzen hat. Diese Wirkung läßt sich erfindungsgemäß dadurch verstärken, daß mehrere Halbschmarotzerarten mit unterschiedlicher zeitlicher Entwicklung eingesetzt werden. Der erfindungsgemäße Einsatz von Halbschmarotzem bewirkt, daß der Massenwuchs einzelner Pflanzengruppen, vorzugsweise Gräser, in Wiesengesellschaften vermindert wird, wodurch erreicht 5 wird, daß ein Mähen ganz oder teilweise unterbleiben kann. Dies ist bei künstlichen Grünflächen oder auch in unzugänglichen Lagen ein erheblicher wirtschaftlicher Kostenfaktor. Desweiteren wirken die Halbschmarotzer als Regulator, da sie nur im geringen Umfang wirtsspezifisch sind. Sie attackieren vorzugsweise die Wurzeln der Pflanzen, die am häufigsten Vorkommen. Hierdurch verbessern sich die Überlebenschancen anderer Pflanzen, zum Beispiel seltener Kräuter, die nur in geringem Maße in der 10 Wiesengesellschaft vorhanden sind. Der ökologische Aspekt solcher Wiesengesellschaft verbessert sich hierdurch infolge der größeren Pflanzenvielfalt. Der Anwendungsbereich des erfmdungsgemäßen Verfahrens erstreckt sich vorzugsweise auf ungenutzte Grünflächen, die im Gegensatz zu landwirtschaftlich genutzten Flächen keine Erträge aus organischer Substanz erbringen sollen. Dabei wird durch den erfindungsgemäßen Einsatz von Halbschmarotzem ein Schnitt bzw. ein 15 Mähen von Kräuterwiesen oder auch künstlich begrünten Dachflächen vermieden oder erheblich reduziert. Von den zahlreichen Halbschmarotzem eignen sich erfindungsgemäß besonders solche, die in einem breiten Areal Vorkommen und die eine große Toleranz (Standortamplitude) gegenüber unterschiedlichen Böden und Standorten aufweisen. Es werden vorzugsweise solche Halbschmarotzer eingesetzt, die in den jeweiligen Gebieten besonders gute Lebensbedingungen vorfinden. Die Pflanzenauswahl kann sich an dem vorhandenen 20 Boden orientieren oder aber der Boden wird in seiner Leistungsfähigkeit, in seinen chemischen und physikalischen Eigenschaften den Ansprüchen der Pflanzen angepaßt, was insbesondere bei Dachbegrünungen vorteilhaft ist. Das Ausbringen der Halbschmarotzer kann durch Ansiedlung unter Beachtung günstiger Aussaattermine, insbesondere durch Aussaat bei einjährigen Pflanzen erfolgen. Bei mehrjährigen Pflanzen ist auch eine Pflanzung mit vorgezogenen Pflanzen möglich und vorteilhaft. Erfindungsgemäß reicht es unter 25 Umständen aus, wenn nur bestimmte Bereiche der Wiesengesellschaft mit Halbschmarotzem belegt werden, welche Halbschmarotzer sich dann eigenständig entsprechend der Wiesengröße vermehren und nach einer kurzen Zeitperiode von etwa 1 bis 2 Jahren zu einer flächendeckenden Besetzung der Wiesenfläche führen. 30 PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Wuchsregulierung von Wiesengesellschaften, dadurch gekennzeichnet, daß in der Wiesengesellschaft Halbschmarotzer angesiedelt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspmch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Halbschmarotzer eines oder mehrerer nachstehender Typen angesiedelt werden: 40 Bartisa (Alpenhelm) Bartisa alpina Euphrasia (Augentrost) Euphrasia rostkoviana 45 Euphrasia stricta Melampyrum (Wachtelweizen) Melampyrum arvense Melampyrum pratense Odontites (Zahntrost) 50 Odontites rubra Rhinanthus (Klappertopf) Rhinanthus alectorolophus Rhinanthus aristatus Rhinanthus minor 55 Pedicularis (Läusekraut) Pedicularis foliosa Pedicularis rostrato - capitata Pedicularis tuberosa Pedicularis verticillata. 60
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Halbschmarotzer als mindestens einjährige Pflanzen eingesetzt werden. -3- AT 397 175 B
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß nur in Teilen der Wiesengesellschaft Halbschmarotzer angesiedelt werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in künstlich angelegten 5 Wiesengesellschaften Halbschmarotzer in gleichmäßiger Verteilung angesiedelt werden.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis S, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Typen von Halbschmarotzem angesiedelt werden, die sich zeitlich unterschiedlich entwickeln. -4-
AT167589A 1988-12-07 1989-07-11 Verfahren zur wuchsregulierung von wiesengesellschaften AT397175B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19883841150 DE3841150C1 (en) 1988-12-07 1988-12-07 Process for regulating the growth of meadow phytocoenoses

Publications (2)

Publication Number Publication Date
ATA167589A ATA167589A (de) 1993-07-15
AT397175B true AT397175B (de) 1994-02-25

Family

ID=6368605

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT167589A AT397175B (de) 1988-12-07 1989-07-11 Verfahren zur wuchsregulierung von wiesengesellschaften

Country Status (3)

Country Link
AT (1) AT397175B (de)
CH (1) CH678141A5 (de)
DE (1) DE3841150C1 (de)

Families Citing this family (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19901824C2 (de) * 1999-01-19 2001-02-08 Maren Jochimsen Saatmischung zur Rekultivierung von Problemflächen

Also Published As

Publication number Publication date
ATA167589A (de) 1993-07-15
DE3841150C1 (en) 1990-01-11
CH678141A5 (de) 1991-08-15

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2115714A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Wald kulti vierung
Boffa Productivity and management of agroforestry parklands in the Sudan zone of Burkina Faso, West Africa
DE2639565A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur erhoehung der ausbeute beim zuechten von knollen erzeugenden pflanzen
Reardon et al. Vegetative response under various grazing management systems in the Edwards Plateau of Texas
AT397175B (de) Verfahren zur wuchsregulierung von wiesengesellschaften
DE102020134907B4 (de) Forstsystem und Verfahren zur Bildung eines Forstsystems
Steavenson et al. Living fences and supplies of fence posts
Larson Forests, Wildlife, and Habitat Management: A Critical Examination of Practice and Need
Larue et al. Naa sprout inhibition shown in olives, pomegranates, prunes, plums, and walnuts
DE4308304C1 (de) Verfahren zum Herstellen eines Düngemittels
DE3723447C2 (de) Verfahren zur biologischen Behandlung von Pflanzen und pflanzlichem Vermehrungsgut
Ovington The ecological basis of the management of woodland nature reserves in Great Britain
WO1986000613A1 (fr) Agent pour la regeneration et la revitalisation des arbres et des arbustes
DE2810527A1 (de) Verfahren zur selektiven wachstumsregelung von hohem wiesenschwingel (festuca arundinacea)
Knappe Der Wandel der Landnutzung in der Region Kaliningrad:(Teil II mit Kartenbeilage)
Eber et al. Natalität und Mortalität bei Limonium vulgare
DE102022105807A1 (de) Verwendung von Präparaten aus Mikroalgen-Biomasse
Slodicak et al. Spruce decline in Northern Moravia-Causation and Consequences
EP0178365B1 (de) Mittel zur Bekämpfung des Waldsterbens
Haferkorn et al. DAUERFELDVERSUCHE MIT LYSIMETERN--ERGEBNISSE AUS DER LYSIMETERSTATION BRANDIS I. MITTEILUNG.
Müller-Schärer et al. EU-COST action on" Sustainable management of Ambrosia artemisiifolia in Europe"(COST FA1203-SMARTER): opportunities and challenges.
DE4103254A1 (de) Mittel zur erhoehung der stresstoleranz von land- und forstwirtschaftlichen kulturpflanzen
AT383252B (de) Verfahren zur bekaempfung des mistelbewuchses von baeumen
DE29503952U1 (de) Festes Mulchelement
Garrett et al. Hardwood Agroforestry Practices in Temper-ate Climates

Legal Events

Date Code Title Description
RER Ceased as to paragraph 5 lit. 3 law introducing patent treaties