AT392567B - Verfahren zur entfernung von parasiten, insbesondere der gattung varroa jacobsoni, aus bienenvoelkern und einrichtung zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
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Description
AT 392 567 B
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entfernung von Parasiten, insbesondere der Gattung Varroa jacobsoni, aus Bienenvölkern, wobei das befallene Bienenvolk mit einem Gas behandelt wird, worauf die Parasiten durch Sieben von den Bienen getrennt werden.
Die Varroatose jacobsoni hat sich zu einer Parasitenkrankheit entwickelt, welche den Bestand der Bienenvölker in weiten Teilen Europas ernsthaft gefährdet. Die Parasiten befallen dabei die Bienen, halten sich an deren Körperhaaren und Schuppen fest und schwächen die Tiere durch Aussaugen. Mit dem allmählichen Absterben des Bienenvolkes nimmt der Prozentsatz der befallenen Bienen nach etwa zwei bis drei Jahren dramatisch zu, da sich die Parasiten auf immer weniger Bienen verteilen. Im dritten oder vierten Jahr ist ein unbehandelter Bienenstamm im allgemeinen so geschwächt, daß sich seine soziale Ordnung auflöst und die verbleibenden Mitglieder sich anderen Bienenvölkern anschließen, was natürlich zu einer raschen Verbreitung des Übels führt
Zur Bekämpfung der Varroatosis jacobsoni werden derzeit verschiedene Gifte eingesetzt Diese werden entweder verfüttert, um den Parasiten zu töten, wenn er die Körpersäfte einer Biene anfhimmt, oder aber in Gasform (Ameisensäure) in den Bienenstock eingebracht, um ein Abfallen der Parasiten zu bewirken. Um zu verhindern, daß Gift in den Honig und vor allem in das Wachs gerät besteht die Vorschrift, solche Behandlungen nur in einer Jahreszeit durchzuführen, in welcher keine Honig- oder Wachsvorräte gebildet werden. Diese Vorschrift konnte jedoch nicht verhindern, daß zunehmend Giftspuren, insbesondere im Wachs, festgestellt werden, was dazu führt daß die Bienen dieses nicht mehr zum Wabenbau annehmen. Selbst bei Einhaltung der Vorschriften scheint die Verfütterung großer Mengen für die Parasiten giftiger Substanzen an die Bienen nicht unbedenklich. Die Behandlung mit giftigen Gasen hat vor allem den Nachteil, daß die Bienenvölker dadurch stark in Unruhe versetzt werden.
Aus SU-PS 671792,701620 und 728 804 ist auch ein giftfrei arbeitendes Verfahren der eingangs skizzierten Art bereits bekannt geworden. Die Abtrennung der Parasiten erfolgt dabei durch Wärme. Die Bienen sind während der Behandlung stark beunruhigt und diese Beunruhigung erschwert das Abtrennen der Parasiten durch Sieben.
Aus AT-PS 379 488 ist andererseits bekannt geworden, die Parasiten durch ionisierende Strahlung abzutrennen. Dies setzt voraus, daß die Bienenkönigin und die Drohnen vor der Bestrahlung entfernt werden, was durch eine an sich bekannte Betäubung des Bienenvolks erleichtert werden kann. Dennoch ist das Verfahren durch die Notwendigkeit der Entfernung von Bienenkönigin und Drohnen relativ umständlich und das Hantieren mit radioaktiven Substanzen kann im allgemeinen nicht dem Imker zugemutet werden kann.
Die Erfindung führt demgegenüber zu einer wesentlichen Verbesserung des eingangs skizzierten Verfahrens, ohne die Nachteile der derzeit üblichen Verfahren. Dies wird dadurch erreicht, daß wie an sich bekannt ein betäubendes Gas, wie CO2 oder Lachgas, verwendet wird und daß die Bienen und Parasiten während der gesamten Behandlung betäubt gehalten werden.
Die Betäubung von Bienen, insbesondere mit C02 (auch Lachgas wäre verwendbar), ist heute durchaus üblich und schädigt die Bienen nur, wenn sie zu häufig erfolgt. Das erfindungsgemäße Verfahren braucht hingegen nur einmal jährlich angewendet zu werden, da in Versuchen festgestellt wurde, daß eine einmalige Behandlung bis 85 % der Parasiten entfernt.
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß es auf jede medikamentöse Behandlung verzichten kann. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, die Erfindung mit einer medikamentösen Behandlung zu kombinieren, etwa indem zusätzlich zum Betäubungsgas Ameisensäure eingesetzt wird. Hiedurch wird der Prozentsatz an entfernten Parasiten noch erhöht, jedoch der Streß vermieden, welcher bisher bei der medikamentösen Begasung eines Bienenvolkes auftrat.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anschließend anhand der Zeichnung erläutert. Diese zeigt eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens, wobei Fig. 1 eine Seitenansicht, Fig. 2 eine Stimansicht darstellt.
Die dargestellte Einrichtung besteht aus einem Kasten (1) mit einem abnehmbaren Deckel (9). Die Stirnwände des Kastens (1) weisen Schlitze (4) auf, sodaß das von einer Kurbel (6) antreibbare Drehsieb (2) leicht herausgenommen und eingesetzt werden kann. Wenn das Drehsieb (2) im Kasten (1) eingesetzt ist, verschließen Klappen (5) die Schlitze (4), um einen zu großen Verlust des im Kasten (1) eingeschlossenen Gases zu vermeiden. Die Zufuhr von Betäubungsgas in den Kasten (1) erfolgt durch einen Anschlußstutzen (10). Unterhalb des Drehsiebes (2) ist eine Schublade (3) angeordnet, die mittels eines Griffes (8) herausgezogen werden kann. Das Drehsieb (2) ist mit einer abnehmbaren Stirnwand (7) versehen, durch welche ein zu behandelndes Bienenvolk eingefüllt werden kann, wenn das Drehsieb (2) aus dem Kasten (1) entfernt ist.
Bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zunächst ein von Parasiten befallenes Bienenvolk in das Drehsieb (2) eingebracht, was in der Weise erfolgen kann, daß das Drehsieb mit abgenommener Stirnwand (7) unterhalb des Bienenstocks aufgestellt wird, und das Bienenvolk in üblicher Weise durch Begasung mit C02 aus einer Gasflasche mit Druckminderventil betäubt wird. Die Bienen fallen in das Drehsieb (2), dieses wird verschlossen und in den Kasten (1) eingebracht, welcher vorzugsweise aus Plexiglas besteht, damit der ganze Vorgang leicht überwacht werden kann. Um die Betäubung der Bienen aufrecht zu erhalten, ist es sinnvoll, auch den Kasten (1) mit betäubendem Gas zu füllen. Die Reinigung des Bienenvolkes von Parasiten erfolgt nun, indem man das Drehsieb (2) mittels der Kurbel (6) in langsame Drehung versetzt Die Größe der Sieböffnungen ist natürlich so gewählt, daß nur die Parasiten, nicht aber die Bienen durch die Öffnungen fallen. Zur Entfernung der Varroa jacobsoni ist am besten ein Gitter mit einer Maschenweite von etwa 3 mm geeignet Grundsätzlich -2-
Claims (2)
- AT 392 567 B wären auch Lochbleche verwendbar, doch ist bei diesen im allgemeinen das Verhältnis von offener und geschlossener Fläche weniger günstig. Die betäubten und gegebenenfalls zusätzlich durch ein Medikament beeinträchtigten Parasiten weiden durch die gegenseitige Reibung der Bienenkörper abgestreift und fallen in die Schublade (3), aus welcher sie durch Abkehren entfernt und sodann vernichtet weiden. Eine Behandlungsdauer von etwa 5 Minuten hat sich als optimal erwiesen, da nach diesem Zeitraum über 80 % der Parasiten abgefallen sind und nur mehr eine geringere weitere Ausbeute zu erwarten ist, welche eine weitere Betäubung und mechanische Behandlung des Bienenvolkes nicht mehr rechtfertigen würde. PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Entfernung von Parasiten, insbesondere der Gattung Varroa jacobsoni, aus Bienenvölkern, wobei das befallene Bienenvolk mit einem Gas behandelt wird, worauf die Parasiten durch Sieben von den Bienen getrennt werden, dadurch gekennzeichnet, daß wie an sich bekannt ein betäubendes Gas, wie CO2 oder Lachgas, verwendet wird und daß die Bienen und Parasiten während der gesamten Behandlung betäubt gehalten weiden.
- 2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anbruch 1, wobei in einem mit Gas befüllbaren Kasten ein Drehsieb angeordnet ist, unter welchem eine Einrichtung zum Sammeln der Parasiten angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehsieb (2) in vertikalen Schlitzen (4) des Kastens (1) gelagert ist, welche durch schwenkbare Klappen (5) abdeckbar sind. Hiezu 1 Blatt Zeichnung -3-
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT276386A AT392567B (de) | 1986-10-17 | 1986-10-17 | Verfahren zur entfernung von parasiten, insbesondere der gattung varroa jacobsoni, aus bienenvoelkern und einrichtung zur durchfuehrung des verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| ATA276386A ATA276386A (de) | 1990-10-15 |
| AT392567B true AT392567B (de) | 1991-04-25 |
Family
ID=3539910
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| AT276386A AT392567B (de) | 1986-10-17 | 1986-10-17 | Verfahren zur entfernung von parasiten, insbesondere der gattung varroa jacobsoni, aus bienenvoelkern und einrichtung zur durchfuehrung des verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT392567B (de) |
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1986
- 1986-10-17 AT AT276386A patent/AT392567B/de not_active IP Right Cessation
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| ATA276386A (de) | 1990-10-15 |
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