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Verfahren und Vorrichtung zur richtigen Längenbestimmung kraftübertragender endloser Metallbänder.
Für Kraftübertragungen mittels endlosen Metallbandes ist es von ausserordentlicher Wichtigkeit, dem kraftübertragenden Bande eine ganz bestimmte Grundspannung zu geben, da eine zu grosse Spannung die Haltbarkeit des Bandes und die Wellenlager gefährdet, während eine zu geringe Spannung ein Ablaufen des Bandes im Betriebe zur Folge hat. Die Erfindung
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es später im Betriebe und im geschlossenen Zustande haben muss, um die Scheiben mit der jeweils erforderlichen, von vornherein bestimmten Grundspannung zu umspannen.
Das Wesen des Verfahrens besteht darin, dass der insbesondere bei weitauseinanderliegenden Wellenachsen ins Gewicht fallende Durchhang für die Längenbestimmung des Bandes berücksichtigt wird, und zwar dadurch, dass ein besonderes Messband bestimmten Einheitsquerschnittes von gleichem Material wie das kraftübertragende Band vor der Herstellung des letzteren um die Scheiben des auszurüstenden Getriebes herumgelegt wird und durch einen geeigneten Apparat solche Spannung erhält, wie sie nachher für die Kraftübertragung des Metallbandes erforderlich ist. Das Längenmass des so gespannten Messbandes wird dann Herstellung des Kraft bandes zu Grunde gelegt.
Diese Messung beruht auf der Erkenntnis, dass bei dem für die Kraftbänder verwendeten
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kommenden Belastungsgrenze !) eine vollkommene Proportionalität zwischen der Belastung der Querschnittseinheit und der Längenänderung der Längeneinheit vorhanden ist.
Bei der angegebenen Längenfeststellung mittels des Messbandes kann sich insofern noch ein Fehler der Messung ergeben, als es schwer ist, durch den einen Spannapparat auf der ganzen Bandlänge, d. h. in beiden Trums, genau die gewünschte spezifische Spannung zu erzeugen, und zwar weil die durch die Spannung auf den Scheiben entstehende Reibung einen gewissen Spannungsverlust hervorruft. Es wäre hiernach theoretisch richtig, in jedes Trum einen Spannapparat einzuschalten, was aber praktisch unzweckmässig wäre, da das Band dann mehrfach geteilt werden müsste.
Nach vorliegender Erfindung erfolgt eine genaue Spannungserzeugung, indem die mittels des Spannapparates in dem einen Trum hervorgerufene Spannung so bemessen wird, dass das arithmetische Mittel zwischen dieser Spannung und der Spannung im andern Trum gleich der gewünschten Grundspannung ist. Dies wird am besten durch folgendes Verfahren erreicht :
Man erzeugt in dem einen Trum des Messbandes mittels des Spannapparates vorerst eine Spannung, die ungefähr der gewünschten Grundspannung entspricht ; man versetzt dann eine der Scheiben, iun welche das Band geschlungen ist (oder auch beide Scheiben entgegengesetzt) in eine langsame Drehung, sodass die Scheibenreibung eine Spannungserhöhung in demjenigen Trum hervorruft, in welchem der Spannapparat sich befindet, ohne dass jedoch das Band von der Scheibe mitgenommen wird ; man vermerkt hierbei die von dem Spannapparat angezeigte Spannung, dreht sodann die Scheibe in umgekehrter Richtung, so dass das betreffende Trum nunmehr in gewissem Masse entspannt wird, liest wiedrum die hierbei von dem Spannapparat angezeigte Spannung ab, und prüft, ob das arithmetische Mittel aus den bei den abgelesenen Spannungen der gewünschten Grundspannung entspricht.
Ist das nicht der Fall, so wird die Bandspannung
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durch Öffnen oder Schliessen des Spannapparates solange vermindert oder verstärkt, bis das wie angegeben zu berechnende arithmetische Mittel genau der gewünschten Grundspannung entspricht.
In solchen Fällen, in welchen es schwer ist, die Scheiben in Drehung zu versetzen, kann statt des eben angegebenen Verfahrens auch folgendes zur Feststellung des arithmetischen Mittels der Spannungen dienen : Man erzeugt in dem einen Trum des Messbandes mittels des Spannapparates eine Spannung, die etwas höher ist, als die erwünschte Grundspannung, misst dann mittels eines besonderen unten näher zu beschreibenden Kontrollapparates aus der Verlängerung des Bandes die im anderen Trum hierbei tatsächlich entstandene Spannung, und ändert wenn nötig, die durch den Spannapparat erzeugte Trumspannung so lange ab, bis das arithmetische Mittel zwischen dieser Trumspannung und der kontrollierten Spannung des anderen Trums gleich der gewünschten Trumspannung ist.
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Die Klemmbacken a, b für das zu spannende Band sind je in einem schmiedeeisernen Arm c bezw. f/nngebracht. Der Arm d ist fest mit einer Säule f verbunden, während sich der Arm c Fcharnienntig um die Achse f zu drehen vermag. Durch beide Arme hindurch ragt ein langer Schraubenbotzen < y, der zwei mit Schneiden versehene Widerlagsseheiben h und i trägt, die sich gegen entsprechende Einschnitte der Arme c bezw. d legen.
Zwischen der Mutter k und der Scheibe A ist eine Schraubenfeder J ! eingeschaltet, durch deren Zusammenpressen eine Näherung der Arme c, d
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zeigt das Mass der hervorgerufenen Spannung an. welche auf einer zu diesem Zwecke vorgesehenen Skala r abgeteten werden kann. Die Backen, welche die Bandenden o, p festhalten sollen, iind entweder so eingerichtet, wie im unteren Teil der Fig. 1 dargestellt ist, wonach ein auf Kugeln oder Rollen beweglicher Keil eingesetzt ist, der sich bein Spannen selber in die Richtung des Zügen verschiebt, wobei er das Band einklemmt, oder da, Band wird, wie im oberen Teil der Fig. 1 dargestellt ist.
durch besondere Klemmschrauben, unter Umständen unter gleichzeitiger Einwirkung eines Ketten festgeklemmt. Damit die Arme c. d der Vorrichtung im Ruhezustande (vor Einspannung des Bandes) nicht zusammenfallen, wird der drehbare Arm c durch eine schwache mattfeder q oder ein anderes Mittel in der auf der Zeichnung dargestellten Lage gehalten. Die geringe Gegenkraft, die hierdurch gegen die spannende Wirkung der Schraubenfeder ! ausgeübt
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das Messband eine Ska) a besitzt, wird das der erzeugten Spannung entspechende Längenmass einfach abgelesen.
Der in Fig. 4-6 in Seitenanicht, Oberansicht und querschnitt dargestellte Kontroll Mess-Apparat, welcher dazu dient, aus der Verlängerung eines Metallbandes die in ihm herrschende Zugspannung zu bestimmen, ist wie folgt zusammengesetzt :
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Stift d bezw. l vorgeschen. Diere Stifte passen in Locher, weiche auf dem Messbande vorgesehen sind, und zwar sind zwei Löcher in jedem Messbande vorhanden, die sich im spannungslosen Zustande des Bandes in einer bestimmten Einheitsentfernung von einander (z. B. ein Meter) befinden. Ist dieses Messband durch den oben beschriebenen Spannapparat gespannt, so sind die Löcher mehr als einen Meter von einander entfernt.
Wird nun der dargestellte Kontroll-Apparat mit den Stiften d, e in die Locher eingesetzt, nachdem der Schieber c entsprechende eingestellt ist, so zeigt das Mass, um welches der Schieber von seiner Grundstellung, die dem Einheitsmasse entsprach, entfernt ist, an, welche Verlängerung des Bandes eingetreten ist. Zur Messung dieser Verschiebung dient eine Mikrometerschraube./', welche auf dem Lineal angebracht ist und die nach Einstellung des Schiebers c solange verstellt wird, bis die Messschraube g mit ihrer Spitze die Spitze h des Stiftes 1 berührt, welcher an dem Schieber c angebracht ist. Die Schraube dient dazu, den Schlitten c am Lineal in einer bestimmten Stellung festzuklemmen, z. B. in der Anfangsstellung, bei welcher die Mikrometerschraube auf 0 eingestellt wird.
Zur Feststellung dieser 0-Stellung und genauen Anbringung der Löcher auf den zu messenden Bändern wird ein Norm.iisttbbenutzt, derzwei Löcher in der genauen Einheitsentfernung (z. B. ein Meter) be-
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länglich zu gestalten.
Dieser Kontrollapparat kann nicht nur dazu dienen, das oben beschriebene Messverfahren zu vervollkommnen, sondern kann auch in vielen Fällen benutzt werden, bei der Montage oder nachträglich bei einem aufgespannten Kraftbande die in einem Trum herrschende Spannung zu bestimmen oder zu'kontrollieren. Hiezu ist allerdings nötig, dass in den Kraftbandern Löcher vorgesehen werden, in welche die Stifte des Kontrollapparates hineinpassen, und zwar in der dem KöntröUapparate zu Grunde gelegten Normalentfernung.
Für die Kraftbander wird es sich wegen der Schwächung der Festigkeit nicht empfehlen, Löcher in die Bänder selbst einzustanzen, sondern man wird zweckmässig wie oben angegeben, mit Löchern versehene Klemmen an den Bändern anbringen, oder aber andere der oben angegebenen Mittel verwenden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur richtigen Längenherstellung kraftübertragender endloser Metallbänder, die mit einer bestimmten Grundspannung um Scheiben geschlungen werden sollen, dadurch gekennzeichnet, dass ein Messband gleichen Materials wie das herzustellende Metallband um die Getriebescheiben herumgelegt wird, dass diesem Messbande dann durch einen Spannapparat die bestimmte Grundspannung erteilt wird, dann die Länge des Messbandes in diesem gespannten Zustande durch Abschneiden oder durch Ablesen auf einer am Messbande vorgesehenen Skala festgelegt wird, und dass das Mass dieser Bandlänge im entspannten Zustande der Herstellung des kraftübertragenden Bandes zu Grund gelegt wird.