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Die Erfindung betrifft eine Kupplung aus elastischem Material, vorzugsweise Kunststoff, zur Verbindung eines medizinischen Verbandes mit einem Ostomiebeutel, bestehend aus einem ersten Kupplungsteil in Form eines eine Stomaöffnung begrenzenden Ringes und aus einem zweiten scheibenförmigen Kupplungsteil, der gleichfalls eine Stomaöffnung begrenzt und wenigstens eine zum ersten Kupplungsteil axial vorspringende Ringrippe aufweist, die an ihrem Ende eine Verbreiterung aufweist und in den ersten Kupplunsteil formschlüssig sowie lösbar einsetzbar ist.
Ostomiebeutel werden gewöhnlich an einem Polster oder an einem medizinischen Verband befestigt, der auf der Haut des Trägers aufliegt und die Stoma umgibt. Zwischen der Haut und dem Beutel ist eine Kupplung erforderlich, die einerseits im Bedarfsfall eine schnelle Abnahme des Beutels und dessen Ersatz durch einen sauberen, leeren Beutel ermöglichen und anderseits eine feste und insbesondere flüssigkeits-und gasdichte Verbindung gewährleisten soll.
Derartige Kupplungen sind z. B. aus der AT-PS Nr. 295735, den GB-PS Nr. 1, 099, 455, Nr. 1, 212, 904 und Nr. 1, 021, 145 bekannt.
Die AT-PS Nr. 295735 offenbart eine Kupplung zur Verbindung eines medizinischen Verbandes mit einem Ostomiebeutel, bestehend aus einem ersten und einem zweiten, eine Stomaöffnung begrenzenden Kupplungsteil. Der zweite, mit dem medizinischen Verband verbundene Kupplungsteil weist die Form eines Kegelstumpfes mit einem kleinen Kegelwinkel auf, an dessen dem medizinischen Verband abgewendeten Rand, dessen Durchmesser kleiner als der Durchmesser des dem medizinischen Verband zugewendeten Randes ist, ein Flansch ausgebildet ist. Der erste, den Ostomiebeutel tragende Kupplungsteil ist derart ausgebildet, dass er formschlüssig über den zweiten, mit einem Flansch ausgebildeten Kupplungsteil geschoben bzw. gedrückt werden kann und mit diesem eine Rastverbindung eingeht.
Der Flansch sichert dabei die Verbindung des ersten mit dem zweiten Kupplungsteil und soll weiters zusätzlich zu den formschlüssig aneinanderliegenden kegelförmigen Flächen des ersten und des zweiten Kupplungsteils eine feste und insbesondere flüssigkeitsund gasdichte Verbindung gewährleisten.
Um eine sichere Verbindung zu gewährleisten, muss dabei insbesondere geachtet werden, dass der Flansch des zweiten Kupplungsteils den Rand des ersten Kupplungsteils vollständig entlang seiner Peripherie überlappt, was letztlich etwas Spiel der kegelförmigen Flächen der beiden Kupplungsteile gegeneinander bedingt, d. h. es muss sichergestellt sein, dass der auf den kegelförmigen zweiten Kupplungsteil aufzuschiebende erste kegelförmige Kupplungsteil tief genug aufschiebbar ist, damit der am zweiten Kupplungsteil ausgebildete Flansch sicher den Rand des ersten kegelförmigen Kupplungsteils übergreift. Dadurch wäre nur bei äusserster Passgenauigkeit eine gas-und flüssigkeitsdichte Verbindung beider Dichtungen, einerseits der kegelförmigen Flächen und anderseits des Randes zum Flansch, gegeben.
Sowohl das Aufschieben als auch das Abziehen des ersten Kupplungsteils (mit dem Beutel) über den Flansch ist schwierig und erfordert jedenfalls einen relativ grossen Kraftaufwand, was für den Träger äusserst unangenehm ist und zum Lösen vom medizinischen Verband führen kann. Werden anderseits die Kupplungsteile aus weichen Materialien hergestellt, so ist zwar der Kraftaufwand etwas verringert, jedoch die Abdichtung in Frage gestellt.
Die GB-PS Nr. 1, 099, 455 offenbart eine Vorrichtung, mit der ein Hals eines Beutels eingespannt werden kann, indem ein Ring und ein Ringteil unter Zwischenlage des Mündungsteils des Beutels zum Ineinandergreifen gebracht werden. Dabei ist eine einwandfreie Abdichtung aber nur gewährleistet, wenn die beiden Ringelemente streng ineinanderpassen. In diesem Fall kann der Träger den Ringteil nur schwer wieder abziehen. Durch das Abziehen des Ringteils kann die Befestigung des Ringes am medizinischen Verband oder des Verbandes an der Haut des Trägers beeinträchtigt werden, was zu Unannehmlichkeiten für den Träger führen kann.
Die GB-PS Nr. 1, 021, 145 offenbart eine Kupplung, die das Abnehmen und Anbringen eines Beutels ermöglicht. Dazu sind zwei getrennte Arbeitsvorgänge erforderlich. Zunächst muss der den Beutel tragende Kupplungsteil von dem am Körper befestigten Kupplungsteil abgeschraubt werden. Dann müssen zum Trennen des Beutels vom ersten Kupplungsteil dessen Einzelteile auseinandergeschraubt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist jedoch der Beutel ganz oder zum Teil mit Ausscheidungsprodukten des Köpers gefüllt, so dass die Manipulation der Kupplung selbst für einen geschickten Träger sehr unangenehm ist.
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Gemäss der GB-PS Nr. 1, 212, 904 ist der Mündungsteil eines Beutels von einem Klemmring umgeben, dem ein Schliesshebel zugeordnet ist, durch dessen Betätigung der Klemmring den Mündungsteil des Beutels gegen eine Ringschulter eines Anschlussgliedes klemmt, das mit einem Band oder Gurt am Körper des Trägers festgelegt ist. Diese Vorrichtung ist ziemlich kompliziert und für die Massenfertigung ungeeignet. Ferner ist beträchtliches Geschick erforderlich, um einen vollen Beutel abzunehmen, ohne dass sein Inhalt verschüttet wird.
Andere Ostomie-Vorrichtungen, bei denen ein Ostomiebeutel an den am Körper anliegenden Teil mit Hilfe verschiedener Mechanismen angeschlossen werden kann, sind z. B. in den DE-OS 2402243 und 2347008 und den US-PS Nr. 3, 736, 934 und Nr. 3, 970, 085 beschrieben.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer Kupplung, die in der Anwendung einfach und sicher ist und die das Bedürfnis besonders älterer und gebrechlicher Träger nach einem schnellen und einfachen Austausch des Beutels mit geringer Gefahr eines Verschüttens des Beutelinhaltes befriedigt.
Dieses Ziel wird mit einer Kupplung der eingangs angegebenen Art dadurch erreicht, dass erfindungsgemäss der erste Kupplungsteil zum Einsetzen der Ringrippe eine Ringnut mit nach innen erweitertem Querschnitt aufweist, und dass einer der beiden Kupplungsteile mit einem zur Ringrippe bzw. zur Ringnut konzentrischen Dichtkragen, vorzugsweise mit keilförmigem Querschnitt, und der andere der beiden Kupplungsteile mit einer dem Dichtkragen entsprechenden ringförmigen Vertiefung versehen ist.
Der Vergleich mit dem vorangehend angeführten relevanten Stand der Technik zeigt, dass die erfindungsgemässe Kupplung einfacher und dabei sicherer in der Anwendung ist als die bekannten Vorrichtungen. Die erfindungsgemässe Kupplung besteht aus nur zwei Teilen, wobei der Beutel leicht und rasch ausgewechselt werden kann, ohne dass der am Körper anliegende Verband entfernt zu werden braucht oder in seiner Befestigung beeinträchtigt wird.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist im folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung sind die beiden voneinander getrennten Kupplungsteile der erfindungsgemässen Kupplung im Schnitt gezeigt, wobei der erste Kupplungsteil an einem Ostomiebeutel und der zweite Kupplungsteil an einem medizinischen Verband befestigt ist.
Die Kupplung verbindet einen Ostomiebeutel --120-- mit einem medizinischen Verband --122--, wie er z. B. aus der GB-PS Nr. 1, 088, 992 bekannt ist. In der Wand --124-- des Ostomiebeutels --120-- ist eine Öffnung ausgebildet, die von einem ersten Kupplungsteil --126-- umgeben ist. Der erste Kupplungsteil --126-- besteht aus einem eine Stomaöffnung begrenzenden Ring aus elastischem Kunststoff mit im wesentlichen ebenen Stirnflächen--128 und 130--.
An der einen Stirnfläche --130-- ist der Ostomiebeutel --120-- angebracht, und in der gegenüberliegenden Stirnfläche --12S-- sind zwei zueinander konzentrische, hinterschnittene Ringnuten--132, 134-- und eine ringförmige Vertiefung --136-- mit V-förmigem Querschnitt ausgebildet.
Der ebenfalls aus elastischem Kunststoff bestehende zweite Kupplungsteil --140-- hat die Form einer flachen, gleichfalls eine Stomaöffnung begrenzenden Ringscheibe, an deren dem ersten Kupplungsteil --126-- abgekehrter Stirnfläche --142-- der medizinische Verband --122-- befestigt ist. An der andern, dem ersten Kupplungsteil --126-- zugekehrten Stirnfläche --144- sind zwei Ringrippen--146, 148-und ein vorspringender Dichtkragen --150-- mit keilförmigem Querschnitt konzentrisch ausgebildet.
Die Ringrippen-146, 148-weisen jeweils an ihrem freien Ende eine Verbreiterung auf, die geringfügig breiter als der Eintrittsspalt der ihnen zugeordneten, hinterschnittenen Ringnuten --132, 134-- ist.
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zuverlässig, aber lösbar miteinander verbunden werden können, indem sie von Hand zusammengeschoben werden, so dass die vorspringenden Ringrippen --146 und 148-- in die entsprechenden hinterschnittenen Ringnuten --132 und 134--eintreten und der Dichtkragen --150-- in die ringförmige Vertiefung --136-- eintritt. Die Abmessungen sind derart gewählt, dass bei ineinandergreifenden Kupplungsteilen-126, 140-die Stirnflächen-128 und 144-einander berühren. In der Zeichnung sind zum besseren Verständnis die axialen Abmessungen der Teile--146, 148 und 150-- übertrieben dargestellt.
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Weiters versteht sich, dass die Ringnuten --132, 134-- sowie die ringförmige Vertiefung - -136-- am zweiten Kupplungsteil --140-- und die Ringrippen-146, 148-sowie der Dichtkragen --150-- am ersten Kupplungsteil --126-- vorgesehen sein können. Alternativ kann der Dichtkragen --150-- auch an dem die Ringnuten --132, 134-- aufweisenden Kupplungsteil --126 bzw. 140-- ausgebildet sein. Der Dichtkragen --150-- kann auch zwischen den Ringrippen --146, 148-- oder zwischen den Ringnuten-132, 134-angeordnet sein oder auch diese konzentrisch umgeben.
Bei der erfindungsgemässen Kupplung ist die Befestigung mittels der in Ringnuten eingreifenden Ringrippen von der Abdichtung mittels des in die ringförmige Vertiefung eingreifenden Dichtkragens getrennt, weshalb die flüssigkeits-und gasdichte Verbindung der beiden Kupplungsteile stets gewährleistet ist. Infolgedessen ist ein unerwünschtes Entweichen von unangenehmen Gerüchen und Flüssigkeiten vermieden ; anderseits kann der Träger den Ostomiebeutel und den daran befestigten Kupplungsteil leicht und ohne Verschütten des Beutelinhalts abnehmen und durch einen sauberen Beutel ersetzen.