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Die Erfindung betrifft ein mechanisches Rühr- und/oder Schneidwerk für einen insbesondere von Zugmaschinen verfahrbaren Güllebehälter mit auf einer Welle angeordneten Rührflügeln und/ oder Zerkleinerungwerkzeugen und einem Antrieb für die Welle.
Mechanische Rührwerke zum Durchmischen der meist aus festen und flüssigen Anteilen bestehenden Gülle bzw. zur Verhinderung einer Ablagerung von Sinkstoffen am Boden des Behälters sind schon längere Zeit bekannt.
So zeigt beispielsweise die DE-PS Nr. 1052734 eine derartige Einrichtung mit einer durch den Behälter führenden, umlaufenden Welle mit auf dieser angeordneten Propellern und Zerkleine- rungswerkzeugen.
Weiters ist ebenfalls ein fahrbarer Jauchebehälter bekannt, der mit einem Ruhr- un Schneid- werk zum Umwälzen des Tankinhaltes bzw. zum Zerkleinern von langfaserigen Anteilen ausgestat- tet ist.
Bei beiden Vorrichtungen wird die Rührwelle mit den darauf angeordneten Rührflügeln oder Zerkleinerungswerkzeugen jeweils vom Zugfahrzeug über eine Gelenkwelle angetrieben. Zu diesem Zweck ist die besagte Welle stirnseitig durch die Behälterwand geführt und kann so mit der Gelenkwelle gekoppelt werden. Es ist aber leicht vorstellbar, dass das Abdichten der sich drehenden Welle in der Behälterwand grosse Probleme aufwirft, zumal die zu transportierende
Gülle meist auch sandige Anteile enthält, so dass den für die Abdichtung bislang verwendeten
Stopfbüchsen und Gleitringdichtungen nur eine kurze Lebensdauer beschieden ist.
Darüber hinaus werden die Güllebehälter durch den vom Kompressor erzeugten Unterdruck gefüllt bzw. durch Überdruck entleert, was für die Wellenabdichtung eine zusätzliche Beanspru- chung darstellt.
Bei den meisten der bisherigen Vorrichtungen dieser Art ist es ausserdem erforderlich, die Gelenkwelle nach dem Füllen des Behälters vom Kompressor abzuschliessen und an das Rührwerk anzukuppeln, das Entleeren des Behälters erfordert den umgekehrten Arbeitsvorgang. Somit ist es nicht möglich, den Kompressor gleichzeitig mit dem Rührwerk laufen zu lassen, was speziell beim Ausbringen der Gülle Vorteile mit sich bringen würde, ausser man verwendet ein zusätzliches Getriebe. Eine Alternative zur Lösung dieses Problems wäre die Verwendung eines pneumatischen Rührwerkes, welches in der AT-PS Nr. 366537 dargestellt ist, doch hat sich in der Praxis gezeigt, dass das Einblasen von Druckluft über ein am Boden des Behälters verlegtes Rohr die Bildung einer Sinkschicht nicht zuverlässig genug verhindern kann, geht die Luft doch stets den Weg des geringsten Widerstandes.
Die Folge davon ist dann ein Verstopfen der Auslassöffnung des Behälters sowie umfangreiche Manipulationen zur Beseitigung der Ablagerungen.
Ausserdem muss beim Rühren während der Fahrt bei pneumatischen Rühreinrichtungen Luft aus dem Behälter entweichen, wodurch beim Bergabfahren oder Bremsen an den Ablassstellen Gülle austritt und sowohl die Strasse wie auch den Güllebehälter stark verschmutzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein einfaches wartungsfreundliches mechanisches Schneidund/oder Rührwerk zu schaffen, bei dem die sich drehenden Wellen nur mehr im Güllebehälter angeordnet sind, das einfach nachrüstbar und auf die verschiedenen Anwendungszwecke anpassbar ist, wobei Dichtungsprobleme bei Durchtrittsstellen von Verbindungsteilen des Schneid- und/oder Rührwerkes ausgeschaltet sind und Ablagerungen am Behälterboden bereits durch ein Umrühren während des Füllvorganges des Behälters gründlich verhindert werden.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass der Antrieb innerhalb des Güllebehälters angeordnet ist, in diesem mit zumindest einer horizontalen, im unteren Bereich des Güllebehälters gelagerten Welle in Verbindung steht und dass vom Antrieb vorzugsweise flexible Leitungen aus dem Güllebehälter zu einer ausserhalb des Behälters angeordneten Energiequelle geführt sind.
Erfindungsgemäss ist es möglich, dass der Antrieb ein Ölmotor ist. Allerdings ist auch die Verwendung eines E-Motors oder eines Luftmotors durchaus möglich.
Vor allem beim Ölmotor bzw. E-Motor ergibt sich durch die Unabhängigkeit vom Kompressorantrieb ein besonderer Vorteil, da dadurch während des Füllens des Behälters bereits gerührt werden kann und diverse Teile, wie sie beispielsweise bei pneumatischen Rührwerken gebraucht werden, wegfallen, wobei es auch zu'keiner Überlastung des dem Güllebehälter zugeordneten Kompressors mehr kommt.
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Beim Luftmotor könnte der diesen versorgende Kompressor direkt am Motor der Zugmaschine angeordnet sein, wodurch auch hier der Kompressor des Güllebehälters nicht als Antrieb des Schneid- und/oder Rührwerkes verwendet wird.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist es, dass die Welle mit dem Antrieb in direkter
Wirkverbindung steht, oder dass der Antrieb unter Zwischenschaltung eines Getriebes mit der
Welle verbunden ist und dass die Leitungen für den Antrieb die Wandung des Güllebehälters in seinem oberen Bereich durchsetzen.
Die Öl, Luft oder elektrische Kabel führenden Leitungen treten an Stellen der Behälterwan- dung durch, die von der in den Behälter gefüllten Gülle höchstens benetzt, jedoch nicht bedeckt werden, wodurch auf aufwendige Dichtungen verzichtet werden kann.
Ausserdem handelt es sich nicht um drehende Teile, wie z. B. um Antriebswellen vom Zugfahr- zeug her, wie sie bei den bis jetzt üblichen mechanischen Rühr- und/oder Schneidwerken verwendet wurden, wodurch sich das Dichtungsproblem noch weiter vereinfacht.
Ausserdem ist es erfindungsgemäss auch möglich, dass im Güllebehälter zwei parallel verlau- fende, mit dem Antrieb in Wirkverbindung stehende Wellen angeordnet sind und dass die Rührflügel und/oder Zerkleinerungswerkzeuge auf der bzw. den Welle (n) verschiebbar und fixierbar angeordnet sind.
Die Anordnung von zwei zueinander parallel verlaufenden Wellen, die mit Rührflügeln und Schneidwerkzeugen versehen sind, wird durch die erfindungsgemässe Anordnung des Antriebes direkt im Güllebehälter möglich. Durch die mit den Ruhr- un Schneidwerkzeugen kämmenden
Wellen, die im Güllebehälter eine für die Umwälzung und Förderung der Gülle günstige Neigung zum Behälterboden haben können, oder aber auch zu diesem parallel angeordnet sind, erfolgt ein gründliches Rühren und Zerkleinern auch von langfaserigen Gülleanteilen, wobei vor allem auch das Ablagern von körnigen Sinkstoffen, die vorwiegend bei der Schweinemast anfallen, verhindert wird.
Ausserdem ist durch das erfindungsgemässe mechanische Rühr- oder Schneidwerk auch ein Zumischen von Mineraldünger zur Gülle problemlos möglich.
Durch die freie Wahl der Rührflügel- und Schneidwerkzeuganordnung auf der bzw. den Welle (n) ist es weiters erfindungsgemäss möglich, die Rühr- und/oder Schneidwirkung an die jeweilige Art der Gülle und an die Ablagerungsverhältnisse im Behälter z. B. durch Konzentrationen der Werkzeuge an einer bestimmten Stelle anzupassen, wobei sich durch die Form der Rührflügel eine Förderwirkung in die Behälterlängsrichtung zur Auslassöffnung hin erzielen lässt.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand von zwei Ausführungsbeispielen in den Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen die Fig. 1 und 2 eine schematische Darstellung des fahrbaren Güllebehälters.
Im Inneren des Behäters --1-- ist ein mechanisches Rührwerk angeordnet. Auf den beiden im unteren Bereich des Behälters --1-- angebrachten Lagerböcken --2 und 3-- ist die sich über die gesamte Behälterlänge erstreckende, durchgehende Rührwelle --4-- drehbar gelagert, welche ihrerseits eine Anzahl von Rührflügeln --5-- aufweist.
Die Rührflügel --5-- sind auf der Welle --4-- festgeklemmt und können nach Lösen der Klemme auf dieser individuell verschoben und an gewünschter Stelle neuerlich fixiert werden. Die aus einfachen Winkeln bestehenden Rührflügel --5-- sind so angeordnet, dass sie stets eine Strömung der Gülle in Richtung zur Auslassöffnung des Behälters-l-hin bewirken. Wichtig ist dabei auch der Umstand, dass sich ein Rührflügel in unmittelbarer Nähe der Auslassöffnung befindet, der das Zuschütten besagter Öffnung mit Sinkstoffen verhindert.
Angetrieben wird die Rührwelle --4-- durch den Hydraulikmotor --6--, wobei dieser direkt an die Welle --4-- angeflanscht ist und sich am vorderen Lagerbock --2-- gegen ein Verdrehen abstützt (Fig. 1).
Der Antrieb --6-- kann auch unter Zwischenschaltung eines Getriebes-G--mit der Wel- le --4-- verbunden sein (Fig. 2).
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nicht dargestellten Zugfahrzeuges. Von besagter Anlage führen die beiden Leitungen --7 und 7'-- entlang der Deichsel des Güllebehälters durch dessen Wand zum Hydraulikmotor --6--.
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Durch die entsprechende Wahl des Motors erhält man automatisch die geeignete Drehzahl für das Rührwerk, und man ist nicht, wie bisher, an die Zapfwellendrehzahl des Zugfahrzeuges gebunden, welche gegebenenfalls mittels Über- oder Untersetzungsgetriebe korrigiert werden muss.
Sollte die Rührwelle auf Grund eines zu grossen Widerstandes blockieren, so bewahrt das in der hydraulischen Anlage des Zugfahrzeuges eingebaute Überdruckventil das erfindungsgemässe
Rührwerk vor Schaden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mechanisches Rühr- und/oder Schneidwerk für einen insbesondere von Zugmaschinen verfahrbaren Güllebehälter mit auf einer Welle angeordneten Rührflügeln und/oder Zerkleinerungswerkzeugen und einem Antrieb für die Welle, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (6) innerhalb des Güllebehälters (1) angeordnet ist, in diesem mit zumindest einer horizontalen, im unteren Bereich des Güllebehälters gelagerten Welle (4) in Verbindung steht und dass vom Antrieb (6) vorzugsweise flexible Leitungen (7, 7') aus dem Güllebehälter (1) zu einer ausserhalb des Behälters angeordneten Energiequelle geführt sind.