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Die Erfindung betrifft eine Rundwebmaschine mit drehbarer Steuertrommel zur Schaftsteuerung mit Dreherbindung mit gegenläufig auf- und abbewegbaren Nadelschäften für die Steherfäden und für die Dreherfäden.
Ziel der Erfindung ist es, eine Rundwebmaschine zu schaffen, auf welcher beispielsweise zur Herstellung von Säcken verwendbare Schlauchgewebe in Dreherbindung herstellbar sind. Weiters ist es Ziel der Erfindung, das Drehergeschirr und seine Steuerung in möglichst einfacher Weise aufzubauen.
Insbesondere für landwirtschaftliche Produkte, z. B. Kartoffeln, Zwiebeln u. dgl. sind Säcke aus Drehergeweben sowohl wegen der Schiebesicherheit von Kette und Schuss als auch wegen der guten Luftdurchlässigkeit besonders gut geeignet. Aber auch als Beschichtungsgrundlage für technische Produkte bilden Drehergewebe wegen ihrer Festigkeit, Schiebesicherheit und wegen ihrer Haftfähigkeit am Beschichtungsmaterial besondere Vorteile.
Für die Herstellung von Drehergeweben wurden aber bisher fast ausschliesslich Flachwebmaschinen verwendet wegen der Schwierigkeit bei der Steuerung der Dreherfäden ; für die Herstellung von Säcken musste daher eine Drehergewebebahn durch eine Rand-Längsnaht zum Schlauch umgewandelt werden, aus welchem durch Herstellen von Quernähten und folgendes Abtrennen einzelne Säcke erzeugt wurden.
Bei einer bekanntgewordenen Rundwebmaschine mit umlaufender Steuertrommel waren lediglich zur Leisten-Fachbildung von der Steuertrommel betätigbare, auf- und abgehende Nadeln für die Steherfäden und am Maschinengestell angelenkte, durch Elektromagnete hin und her verschwenkbare Nadeln für die Dreherfäden vorgesehen. Das Ein- und Ausschalten der Magnete erfolgte durch Schalter, die von den auf- und abgehenden Stehernadeln betätigt wurden (US-PS Nr. 2, 830, 623).
Dieses Drehergeschirr war nun für die Längskantenbildung vorgesehen ; die Anwendung eines solchen Geschirres für die Herstellung von Schlauchgeweben mit Dreherbindung über den ganzen Umfang wäre nur mit einem sehr grossen mechanischen und elektrischen Aufwand möglich. Abgesehen davon war diese Steuerung umständlich und störanfällig.
Die US-PS Nr. 1, 139, 073 beschreibt eine für Dreherbindung eingerichtete Rundwebmaschine, die gegenläufig auf- und abbewegbare Nadelschäfte für die Dreherfäden und für die Steherfäden hat, wobei aber keiner der Schäfte verschwenkbar ist. Die seitliche Umlenkbewegung der Dreherfäden gegenüber den Steherfäden wird durch eigene, verschwenkbare Ablenkzungen erreicht.
In der CH-PS Nr. 601539 ist eine Wellenfach-Webmaschine beschrieben, die zur Kantensicherung mit seitlichen Drehergeschirren ausgerüstet ist. Auch hier sind gegenläufig auf- und abbewegbare Nadelschäfte vorgesehen, weiters sind die Dreherschäfte verschwenkbar. Jedoch ist zum Verschwenken der Dreherschäfte eine zusätzliche Steuerscheibe vorgesehen, deren Welle parallel zu den beiden Trumen der Steuerkette für die Auf- und Abbewegung der Schäfte verläuft.
Zum Erreichen der eingangs angegebenen Ziele unter Vermeidung der Nachteile des Bekannten wird vorgeschlagen, dass bei einer Rundwebmaschine der angegebenen Art gemäss der Erfindung die Nadelschäfte für die Dreherfäden in an sich bekannter Weise verschwenkbar sind und dass die das Verschwenken der Dreherfaden-Schäfte bewirkende Steuerkurve an derselben Steuertrommel vorgesehen ist wie die Steuerkurve für die Auf- und Abbewegung der Nadelschäfte.
Weitere Merkmale der Erfindung werden im folgenden in Verbindung mit den Zeichnungen behandelt, welche ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel veranschaulichen. Hiebei zeigt Fig. 1 in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemässe Rundwebmaschine und Fig. 2a bis 2d zeigen die Einrichtung zum Betätigen der Dreherfachbildungseinrichtung in vier aufeinanderfolgenden Stellungen.
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unten her von nicht gezeigten Kettbäumen oder von Spulen, werden in gefedert gehaltenen Ösen --7- nach innen umgelenkt und gehen durch die Dreher-Fachbildeeinrichtung --8-- und sodann durch den Kamm (Riet) --9-- hindurch. Entlang einem Umlenkring --10-- werden die von den Schützen --S-- kommenden Schussfäden in das von den Kettfäden gebildete Fach --11-- eingetragen und straffgezogen.
Die so entstandene Ware - ein Schlauch --12-- - wird an der Unterkante des
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Der in den Fig. 2a bis 2d gezeigte Verlauf der Steuerkurve --4'-- ist kompliziert, sichert aber die achsparallele Auf- und Abbewegung der Drehernadeln --16--, d. h. die Steherfäden und die Dreherfäden bewegen sich nebeneinander, berühren sich daher nicht und können auch nicht verwirren.
Bei der Verarbeitung von sehr glatten Fäden, Kunststoffbändchen u. dgl., Fäden also, von denen so gut wie keine Fasern abstehen, kann die Steuerkurve --4'--, die in den Fig. 2a bis 2d mit unterbrochener Linie (Verlauf --4"--) angedeutete wesentlich einfachere Ausbildung haben.
In diesem Fall bewegen sich die Drehernadeln --16-- nicht mehr achsparallel, sondern schräg zur Maschinenachse und daher werden die Dreherfäden während zumindest eines Teiles der Fachbildungsbewegung entlang der Stehernadeln --15-- gleiten. Die dabei mögliche gegenseitige Berührung von Steherfäden und Dreherfäden ist aber, wie oben erläutert, bedeutungslos.
Des weiteren ist es möglich, und gegebenenfalls von Vorteil, anstelle der Rollen --27 und 29--, die beim beschriebenen Ausführungsbeispiel mit den Kurven --4'bzw. 30-- unter der Wirkung der Feder --31-- zusammenwirken, Gleitsteine zu verwenden. Diese Gleitsteine können so wie die Rollenfeder belastet sein, sie können aber auch mit Kurvennuten zusammenwirken, wobei die Feder --31-- entfällt und die Gleitsteine zwangsläufig in beide Auslenkrichtungen verstellt werden. Dadurch sind höhere Drehzahlen der Webmaschine erzielbar.
Schliesslich kann der die Drehernadeln-16-tragende Schwenkarm-17-durch ein Gelenkviereck ersetzt werden. Bei dieser Ausbildung bleiben die Nadeln --16-- immer zur Maschinenachse parallel, so dass die Ausgleichsbewegung während der Auf- und Abbewegung nicht erforderlich ist.
Durch den Umstand, dass sich sowohl die Drehernadeln als auch die Stehernadeln auf-und abbewegen, wird erreicht, dass die Hubhöhe der Nadeln nur geringfügig grösser ist als die halbe Fachhöhe. Dadurch kann die Fachwechselbewegung auf einem vergleichsweise kleinen Teil des Maschinenumfangs (d. h. jeweils innerhalb eines kleinen Winkels) durchgeführt werden, so dass bei unverändertem Maschinendurchmesser mehr Schützen untergebracht werden können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Rundwebmaschine mit drehbarer Steuertrommel zur Schaftssteuerung mit Dreherbindung, mit gegenläufig auf- und abbewegbaren Nadelschäften für die Steherfäden und für die Dreherfäden, dadurch gekennzeichnet, dass die Nadelschäfte (14) für die Dreherfäden (6") in an sich bekannter Weise verschwenkbar sind und dass die das Verschwenken der Dreherfaden-Schäfte (14) bewirkende Steuerkurve (4') an derselben Steuertrommel (3) vorgesehen ist wie die Steuerkurve (4) für die Auf- und Abbewegung der Nadelschäfte (13,14).