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Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Eindrehen feiner Walzrillen in die Bohrungen von
Rohrböden oder in den Mantel von Rohren.
Bei Walzversuchen an Rohren aus Werkstoff 4439, 25, 4 mm x 1, 5 mm und Platten 50 mm stark aus CuAllONi ergaben sich Undichtheiten, die auf feine Oberflächenfehler der Rohre zurück- zuführen sind.
Aus diesem Grund ist es seit langem bekannt, in die Bohrungen von Rohrböden flache, um- laufende Rillen mit vergleichsweise grossem, rechteckigem Querschnitt einzudrehen, um ein besseres Haften der einzuwalzenden Rohre und eine dauerhafte Dichtung zwischen Rohr und Rohrboden zu erzielen. Im Bereich der Kanten am Boden dieser Rillen trat aber die Kerbwirkung ein und es konnte gegebenenfalls zum Dauerbruch der Rohre bzw. zu Schäden durch Spannungsrisskorrosion kommen.
Durch die FR-PS Nr. 2, 428, 485 ist ein Verfahren zum Zusammenbau von Rohren in eine Platte mit Bohrungen durch Walzen bekannt, wobei jede Bohrung mit Rillen versehen wird, deren Flanken nicht parallel verlaufen.
Die zur Herstellung solcher Rillen verwendeten Werkzeuge haben die Einhaltung sehr enger Toleranzen des Rohrdurchmessers bzw. des Bohrungsdurchmessers zur Voraussetzung für ihre ordnungsgemässe Anwendung.
Ziel der Erfindung ist es, ein Werkzeug zu schaffen, welches die Herstellung von einwandfreien Walzrillen auch bei grösseren Durchmessertoleranzen etwa bis 0, 2 mm der Bohrungen bzw. der Rohrenden etwa in der gleichen Grössenordnung ermöglicht.
Dieses Ziel wird bei Werkzeugen der eingangs angegebenen Art dadurch erreicht, dass das Werkzeug erfindungsgemäss eine zapfen-bzw. rohrartige Führung, ein exzentrisch zur Achse der Führung, aber parallel zu dieser angeordnetes und beschränkt verdrehbares Arbeitswerkzeug mit zumindest einer achsparallelen, gezahnten Schneidkante und einen gegenüber der Führung verschwenkbaren, mit dem Werkzeug gekuppelten Hebel, eine Handkurbel od. dgl. umfasst.
Durch seinen besonderen Aufbau ermöglicht dieses Werkzeug das rasche und leichte Herstellen solcher Rillen bei langer Standzeit sowie leichter Auswechselbarkeit des Arbeitswerkzeuges.
Weitere Merkmale der Erfindung werden im folgenden an Hand der Zeichnungen erläutert, welche zwei Ausführungsformen des erfindungsgemässen Werkzeuges veranschaulichen. Hiebei ist Fig. 1 die Vorderansicht der ersten Ausführungsform, Fig. 2 ein Längsschnitt und Fig. 3 die Hinteransicht ; in Fig. 4 ist die Vorderansicht der zweiten Ausführungsform, in Fig. 5 ein Schnitt entlang der Linie V-V in Fig. 6 und in Fig. 6 wieder die Hinteransicht gezeigt ; Fig. 7 zeigt das Berillen des Rohrendes und der Bohrung.
Die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Ausführungsform dient zum Herstellen von Walzrillen in den Bohrungen von Rohrböden. Sie besteht aus einem zylindrischen Führungszapfen --1--, der einen Bund --2-- und einen Fortsatz --3-- aufweist. Der Fortsatz --3-- sitzt in einer Bohrung - 4-eines Halters-5-. Von der Bohrung --4-- geht ein Schlitz --6-- aus, quer hiezu verläuft eine Klemmschraube --7-- zum Festlegen des Führungszapfens-l-gegenüber dem Halter
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Der Führungszapfen-l-ist von einer zu seiner Längsachse parallelen, aussermittigen abgesetzten Bohrung --8-- durchsetzt, in welche das Arbeitswerkzeug --9--, z. B. ein Gewindeschneidbohrer, eingeschoben ist. Dabei ist der zylindrische Schaft --10-- des Arbeitswerkzeuges im engeren Teil der abgesetzten Bohrung --8-- gelagert. Mit --11-- ist eine der gezahnten Schneidkanten des Arbeitswerkzeuges (Gewindeschneidbohrers) bezeichnet. Der weitere Abschnitt der Bohrung - 8-im Führungszapfen-l-und dessen Mantelfläche überschneiden einander, so dass ein Längsschlitz --S-- entsteht, durch welchen die Schneidkanten --11-- des Arbeitswerkzeuges --9-- nach aussen treten kann.
Auf den aus dem Halter --5-- herausragenden Teil des Schaftes --10-- des Arbeitswerkzeuges ist ein Hebel --12-- mittels der Schraube --13-- festgeklemmt. Am andern Ende trägt der Hebel --12-- einen Griff --G-- ; das Werkzeug kann damit wie eine Handkurbel gehandhabt werden. Am Hebel --12-- ist ein Fortsatz --14-- befestigt, der parallel zum Führungszapfen-lverläuft und in eine wesentlich grössere Durchbrechung --15-- im Halter --5-- hineinragt.
In
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und Hebel --31-- ist die Schneidkante --24-- des Arbeitswerkzeuges --23-- aus dem Schlitz - zurückgezogen, so dass die Führungsbohrung frei ist zum Aufschieben auf das Rohr --R--.
Wird nun der Hebel --31-- im Uhrzeigersinn (Fig. 4) verschwenkt, dann wird über den Zahn --30-- und das Kuppelstück --26-- das Arbeitswerkzeug --23-- verschwenkt und die Schneidkante --24-- tritt in den Schlitz --S-- ein, bis sie das Rohr --R-- berührt. Wird jetzt der Hebel --31-- wie eine Kurbel weitergedreht, dann dringen die Zähne der Schneidkante --24-- in die Rohrwandung ein und schneiden die gewünschten Rillen.
Die Eingrifftiefe der Zähne und damit die Tiefe der zu schneidenden Rillen wird mit der in Fig. 4 rechten Anschlagschraube --33-- eingestellt.
Nach einer vollen Umdrehung des Hebels --31-- wird dieser ein Stück gegenläufig bewegt bis zum Anschlagen des Kuppelstückes an der in Fig. 4 linken Anschlagschraube-33-- ; die
Schneidkante --34-- ist dadurch aus dem Schlitz --S-- herausbewegt und das Werkzeug kann vom
Rohrende abgenommen werden.
Es hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen, vor dem Einwalzen von Rohrenden in einen Rohr- boden beide Ausführungen des erfindungsgemässen Werkzeuges zu verwenden, u. zw. so, dass in je- des Rohrende in dessen äussersten Abschnitt, dessen Länge etwa der halben Dicke des Rohrbodens entspricht, Rillen mit der zuletzt beschriebenen Ausführungsform des Werkzeuges geschnitten wer- den, und dass in die Löcher des Rohrbodens mit der an erster Stelle erklärten Art des Werkzeu- ges Rillen eingeschnitten werden, die in der von der Rohrstirnfläche abgewendeten Hälfte der Rohr- bodendicke liegen (Fig. 7). Durch diese wechselseitige Anordnung der Rillen wird eine Haft- festigkeit der Rohre im Rohrboden erreicht, die praktisch der Zugfestigkeit der Rohre gleichkommt, und eine vollkommene Abdichtung.
Von Vorteil ist weiters die leichte Auswechselbarkeit des Arbeitswerkzeuges ; die bevorzugter- weise verwendeten Gewindeschneidbohrer haben im allgemeinen drei Schneidkanten und können da- her nach jeweiligem Weiterdrehen-etwa mit Hilfe einer Schablone - um 1200 dreimal verwendet werden, bevor die Brustflächen dieser Arbeitswerkzeuge überschliffen werden müssen.
Nach dem Herstellen der Rillen in Rohr und Rohrboden können an der Breite der im Quer- schnitt dreieckigen (600 Spitzenwinkel) Rillen Durchmesserabweichungen festgestellt werden ; ander- seits wird durch Änderungen der Rillenbreite über dem Umfang von Rohrende oder Bohrung das Vorhandensein von Unrundheiten dieser Teile angezeigt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Werkzeug zum Eindrehen feiner Walzrillen in die Bohrungen von Rohrböden oder in den Mantel von Rohren, dadurch gekennzeichnet, dass es eine zapf-bzw. rohrartige Führung (1, 21), ein exzentrisch zur Achse der Führung, aber parallel zu dieser angeordnetes und beschränkt verdrehbares Arbeitswerkzeug (9,23) mit zumindest einer achsparallelen, gezahnten Schneidkante (11,24) und einen gegenüber der Führung (1, 21) verschwenkbaren, mit dem Arbeitswerkzeug (9,23) gekuppelten Hebel (12,31), eine Handkurbel od. dgl. umfasst.