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Die Erfindung bezieht sich auf eine zeitmessende Kontrolleinrichtung zur Fernüberprüfung der Sendesperreinrichtungen für Nebenfunkstellen bei Funksystemen mit einer Prioritätsfunkstelle (Zentrale) und mehreren, vorzugsweise ortsbeweglichen Nebenfunkstellen (Taxis), wobei in der Prioritätsfunkstelle eine Kennungsauswertung zur Identifizierung der jeweils sendenden Nebenfunkstelle und eine Aussendung der Trägerfrequenz zu Sperrzwecken für alle übrigen Nebenfunkstellen vorgesehen ist, wobei gegebenenfalls die Aussendung des Sperrträgers für alle Nebenfunkstellen nach einem Ruf der Prioritätsfunkstelle oder einer Nebenfunkstelle verlängert ist.
Durch das ständige Wachsen der Funkauftragsvermittlung, vor allem im Transportgewerbe und insbesondere bei Taxis, wurden einige Probleme aufgeworfen. Nach Einführung der automatischen Kenntongeber wurde wegen ständig wachsender Teilnehmerzahlen zur besseren Abwicklung der Auftragsvergabe auf Semiduplexbetrieb umgestellt, um ein ständiges Mithören der Kenntöne auf der Wagenempfangsfrequenz zu verhindern. In weiterer Folge wurde von den Vermittlungsunternehmen der Einbau von Sperreinrichtungen im Funkgerät vorgeschrieben, um gegenseitige HF- - Störungen der einzelnen Teilnehmer (und somit endlose Wettkämpfe um einen Auftrag) zu verhindern.
Sowohl bei Ausruf eines Auftrages als auch bei Meldung eines einzigen Wagens wird der Sender der Zentrale bzw. der Prioritätsfunkstelle aufgetastet (bei Wagenmeldung ein unmodulierter Träger gesendet), um alle andern Teilnehmer bzw. Nebenfunkstellen zu sperren. Ein Sendebetrieb eines Wagens ist daher nur möglich, wenn im Augenblick der Sendetastenbetätigung im Wagen weder von der Zentrale noch von einem andern Wagen gesendet wird. Darüber hinaus wurden alle Einrichtungen verboten, die eine mehrmalige Kenntonabgabe unmittelbar hintereinander (ohne Senderabfall) ermöglichen.
Besonders in jüngster Zeit haben Manipulationen an diesen Sperreinrichtungen derart überhandgenommen, dass eine klaglose Abwicklung der Auftragsvergabe fast unmöglich geworden ist.
Es sind drei grundsätzlich verschiedene Arten der Manipulation möglich, um sich Vorteile zu verschaffen :
1. Umgehung oder Ausserkraftsetzung der Sperreinrichtung im Wagen ;
2. Mehrmalige Kenntonaussendung unmittelbar hintereinander ;
3. Keine Manipulation an der Sperreinrichtung, aber verzögerte Kenntonabgabe durch erhebli- che Verlängerung der Vortaktzeit (d. i. die Zeit vom Auftasten des Wagensenders bis zum
Beginn der Kenntonabgabe).
Um diesem Übel abzuhelfen, wurden drei Methoden zur Fernüberprüfung bekannt :
1. Der Zentralsender wird abfallverzögert (Sperrträgerverlängerung). Dadurch wird (für das geschulte Ohr) eine wiederholte Kenntonabgabe hörbar gemacht. Dies führt in der
Praxis zu folgenden Nachteilen : a) In zirka 90% der Fälle kommt es beim ersten Versuch zu keiner Kennton-Auswertung, da durch Ansprechverzögerungen in den Sperreinrichtungen mehr als ein Wagen gleich- zeitig senden kann. Dies ergibt eine erheblich verlangsamte Auftragsvergabe (bis zur 3fachen Auswertezeit). b) Es ist nicht zu erkennen, ob die erste (korrekte) oder die zweite Tonfolge (die nicht ident sein muss) gerade vom Auswerter angezeigt wird.
2. Bei gelegentlichen Kontrollen wird der Zentralesender extrem lange abfallverzögert, um eine manipulierte Sperreinrichtung im Wagen nachzuweisen. (Wagen sendet und wird vom
Auswerter angezeigt, obwohl der Zentralesender noch gar nicht abgefallen ist.) Diese
Methode hat die Nachteile, dass sie nur sehr selten praktiziert werden kann, da sie die
Auftragsvergabe sehr behindert, und dass sie von vielen Teilnehmern "rechtzeitig" er- kannt wird und dadurch nach kurzer Zeit sinnlos wird.
3. Es wird eine Zeitmessung vom Zentralesenderabfall (ausgelöst von der Zentrale selbst) bis zum erneuten Auftasten durch eine Wagenmeldung durchgeführt. Eine zu kurze Zeit- spanne bzw. ein Ausbleiben des Zentralesenderabfalls vor dem erneuten Auftasten durch einen Wagen kann nun von einer Kontrolleinrichtung registriert werden, ohne die Auftrags- vergabe zu behindern. Diese Einrichtung erfasst aber nur diejenigen (manipulierten) Teil- nehmer, die ihren Sendebetrieb vor dem ersten Trägerabfall starten.
Eine verzögerte Kenntonabgabe kann auf keine der beschriebenen Arten festgestellt werden,
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da ein ungesperrtes (verfrühtes) Auftasten ausgeschlossen und keine zweite Kenntonfolge hörbar ist. Für den Teilnehmer bringt es aber den Vorteil, während der langen Vortaktzeit einem andern, gleichzeitig sendenden Teilnehmergerät die gesamte Kenntonfolge durch HF-Überlagerung zu stören, um nachher den eigenen Kennton auszusenden.
Ziel der Erfindung ist es, eine Kontrolleinrichtung zu schaffen, die mit relativ geringem schaltungstechnischen Aufwand in der Lage ist, alle drei vorstehend beschriebenen Manipulationen gleichermassen nachzuweisen. Dies wird bei der eingangs näher beschriebenen Kontrolleinrichtung erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass in der Prioritätsfunkstelle zur Zeitmessung ein Zeitglied vorgesehen ist, an dessen Eingang das Signal für die Trägerauftastung bzw. ein diesem ent- sprechendes Signal angelegt ist, welches Zeitglied, beginnend mit jedem Auftastzeitpunkt der Priori- tätsfunkstelle, an seinem Ausgang einen Impuls von einer vorbestimmten, gegebenenfalls einstell- baren, zeitlichen Dauer an einen dem Zeitglied nachgeschalteten, gesteuerten Speicher abgibt, wobei am Ausgang dieses Speichers, an dem eine Kontrollanzeige od. dgl.
angeschlossen ist, nur dann das am Eingang des Speichers anliegende Signal auftritt, wenn am Steuereingang des
Speichers ein die abgeschlossene Kennungsauswertung anzeigendes Signal von der Auswerte- schaltung vorliegt. Gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann das an den Eingang des Zeitgliedes anlegbare Signal aus einem in der Zentrale vorgesehenen, gesonderten Hilfsempfänger, vorzugsweise einem Nebenfunkstellen-Empfänger, gewonnen sein.
Es erfolgt dabei eine Zeitmessung, beginnend bei jedem Auftasten (gleichgültig ob durch einen Wagen oder durch die Zentrale selbst) des Zentralesenders bis zur abgeschlossenen Kenntonauswertung. Es wird somit bei jedem Auftasten ein Zeitglied erneut gestartet und dadurch ein Zeitkontrollsignal erzeugt. Eine korrekte (Kennton-) Auswertung kann nur vor Ablauf (Rücksetzung) des Zeitgliedes stattfinden ; wird nach Ablauf des Zeitgliedes ausgewertet, kann es sich nur um eine der vorher beschriebenen Manipulationen handeln. Die Einstellung des Zeitgliedes lässt sich aus der maximal gestatteten Vortaktzeit plus der maximalen Tonfolgelänge plus einer Zugabe für eventuelle Verzögerungen und Toleranzen ermitteln. Die eingestellte Zeit muss kleiner als 2 minimale Kenntonlängen plus 2 minimale Vortaktzeiten sein.
Da diese Grenzen nicht eng beisammen liegen, ist die erforderliche Genauigkeit der Zeitmessung selbst sehr unkritisch (Toleranzen bis 10%).
Es wird dabei gleichzeitig auch die Länge der Vortaktzeit überprüft.
Es wird im Augenblick der Auswertung das Zeitkontrollsignal in einen dafür vorgesehenen Speicher übernommen und kann dann (z. B. mit einer Lampe oder LED) angezeigt werden. Die Senderabfallverzögerung kann auf sehr kurze Zeiten eingestellt werden oder ganz entfallen. Somit wird bei ununterbrochener Kontrolle die Auftragsvergabe in keiner Weise behindert. Durch die gleichzeitige Übernahme von Auswerter-Speicher und Kontrollanzeige-Speicher wird jede Fehlanzeige ausgeschlossen. Es würde der Rahmen der Erfindung nicht verlassen werden, wenn das gewonnene Kontrollsignal (eventuell zusätzlich) für andere Zwecke z.
B. zur Auslösung einer Dokumentation mit Hilfe eines Druckers und/oder zur Löschung der Auswerteranzeige verwendet würde, oder wenn zur Gewinnung des Kontrollsignals abgeleitete oder auf irgendeine Weise auch unvollständig nachgebildete oder rekonstruierte Signale verwendet würden. Beispielsweise kann das Zentralesendersignal zur Einsparung zusätzlicher Übertragungseinrichtungen oder für mobilen Betrieb über die Rauschsperre eines Hilfsempfängers gewonnen werden. Verzichtet man auf die Überprüfung der ersten Meldung, könnte man auch die Zentraleempfänger-Rauschsperre eventuell mit Nachbildung der Sperrträgerverlängerung verwenden. Das Auswerte-Signal ist beispielsweise zeitlich verzögert an der üblichen Hell-Dunkelsteuerung der Auswerteranzeige abzunehmen.
Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf ein in den Zeichnungen dargestelltes Ausführungsbeispiel näher erläutert ; in diesen zeigen : Fig. l ein Blockschaltbild der Zentral- bzw. Prioritätsfunkstelle mit der erfindungsgemässen Kontrolleinrichtung und die Fig. 2 bis 4 verschiedene Signalverläufe in der erfindungsgemässen Kontrolleinrichtung.
Fig. 1 zeigt das Blockschaltbild der Zentralfunkstelle --1--, der Auswerteschaltung--2-und der Kontrolleinrichtung--3--. Der Empfangsteil--4--der Zentralfunkstelle--1--liefert das empfangene NF-Signal 5 und das Wagen-Tast-Signal 6. In der Sendersteuerung--7--werden Jas Wagen-Tast-Signal 6 mit dem Zentrale-Tast-Signal 8 logisch oder verknüpft und abfallverzögert, wodurch das Sende-Tast-Signal 9 entsteht, das dazu dient, den Sendeteil--10--aufzutasten.
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Das NF-Signal 5 wird den Tonstufen 11 in der Auswerteschaltung --2-- zugeführt. Die Ausgangssignale der Tonstufen 11 werden zugleich dem Zwischenspeicher --12-- und der Steuerlogik--13-zugeführt,
welche die Ausgangssignale der Tonstufen 11 in zeitlich richtiger Reihenfolge im Zwischenspeicher--12-- (meist Schieregister) abspeichert. Die Steuerlogik --13-- erzeugt ausserdem das Auswerte-Signal 14, um am Ende eines brauchbaren NF-Signals 5 (Tonfolge) den Inhalt des Zwischen speichers --12-- in den Anzeigespeicher --15-- und von dort auf die Anzeigeeinheit --16- zu übertragen. Das Sende-Tast-Signal 9 wird dem Zeitglied --17-- der Kontrolleinrichtung - zugeführt. Das Zeitglied --17-- erzeugt das Zeitkontroll-Signal 18, das bei Erscheinen des Auswerte-Signals 14 auf den Ausgang --19-- des Speichers --20-- und von dort auf die Kontrollanzeige --21-- übertragen wird.
Die Fig. 2,3 und 4 zeigen den zeitlichen Verlauf der jeweiligen Signale. Die Pegel sind in üblicher Weise mit L und H bezeichnet. Sender aufgetastet entspricht dem Pegel H. Bei korrekter Meldung erscheint am Ausgang --19-- der Pegel H, ansonsten der Pegel L ; die Signale, die auch in Fig. 1 angeführt sind, werden wie folgt abgekürzt :
EMI3.1
<tb>
<tb> Zentrale-Tast-Signal <SEP> 8 <SEP> ZT
<tb> Sende-Tast-Signal <SEP> 9 <SEP> ST
<tb> Wagen-Tast-Signal <SEP> 6 <SEP> WT
<tb> NF-Signal <SEP> 5 <SEP> NF
<tb> Auswerte-Signal <SEP> 14 <SEP> AW
<tb> Zeitkontroll-Signal <SEP> 18 <SEP> ZK
<tb> Ausgang-Signal <SEP> 19 <SEP> AUS
<tb>
Fig. 2 zeigt den Signalverlauf bei einer korrekten Meldung.
Zum Zeitpunkt 101 wird von der Zentrale --ZT 208-- auf den Pegel H gelegt (um einen Auftrag auszurufen), wodurch die Signale ST 209 und ZK 218 ebenfalls den Pegel H annehmen. Zum Zeitpunkt 102 kippt (nach abgelaufener Zeit) ZK 218 wieder auf den Pegel L zurück. Beim Zeitpunkt 103 geht (wegen Beendigung des Funkspruches) das Signal ZT 208 wieder auf den Pegel L. Das Signal ST 209 geht wegen der Abfallverzögerung erst zum Zeitpunkt 104 wieder auf den Pegel L. Zum Zeitpunkt 105 geht durch die Wagenmeldung das Signal WT 206 zum Pegel H ; das bewirkt, dass auch das Signal ST 209 zum Pegel H und in weiterer Folge das Signal ZK 218 zum Pegel H geht. Die vom sich meldenden Wagen empfangene NF 205 löst zum Zeitpunkt 106 einen AW-Impuls 214 aus, der eine Speicherung des
EMI3.2
es liegt eine korrekte Wagenmeldung vor.
Fig. 3 zeigt den Signalverlauf bei verzögerter oder wiederholter Kenntonaussendung. Zum Zeitpunkt 107 geht das Signal ZT 308 auf den Pegel L ; dadurch fällt (verzögert) zum Zeitpunkt 108 das Signal ST 309 auf den Pegel L. Beim Zeitpunkt 109 kommen durch das auf dem Pegel H befindliche Signal WT 306 auch das Signal ST 309 und das Signal ZK 318 wieder auf den Pegel H. Zwischen dem Zeitpunkt 110 und dem Zeitpunkt 111 ist auf der Signalzeile NF 305 eine gestörte Kenntonfolge dargestellt ; es wird somit in der Signalzeile AW 314 kein Impuls erzeugt. Zum Zeitpunkt 112 fällt das Signal ZK 318 auf den Pegel L zurück. Zwischen dem Zeitpunkt 113 und dem Zeitpunkt 114 liefert die Zeile NF 305 ein brauchbares Signal, welches zum Zeitpunkt 114 den Impuls in der Signalzeile AW 314 erzeugt.
Dieser bewirkt eine Speicherung des L-Zustandes in der Signalzeile ZK 318 nach AUS 319, d. h. dass dieser L-Zustand eine manipulierte Nebenfunkstelle anzeigt.
Fig. 4 zeigt den Signalverlauf bei verfrühtem Auftasten. Zum Zeitpunkt 115 geht das Signal ZT 408 auf den Pegel L. Ab dem Zeitpunkt 116 wird wegen WT 406 = H der H-Zustand von Signal ST 409 verlängert (würde normalerweise, d. h. ohne WT=H, wegen konstanter Verzögerung erst zum Zeitpunkt 117 wieder auf den Pegel L zurückkehren). Zum Zeitpunkt 118 löst das Signal NF 405 den Impuls in der Signalzeile AW 414 aus, der eine Speicherung des L-Zustandes der Signal-
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zeile ZK 418 nach der Signalzeile AUS 419 veranlasst, wobei dieser L-Zustand eine manipulierte Nebenfunkstelle anzeigt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Zeitmessende Kontrolleinrichtung zur Fernüberprüfung der Sendesperreinrichtungen für Nebenfunkstellen bei Funksystemen mit einer Prioritätsfunkstelle (Zentrale) und mehreren, vorzugsweise ortsbeweglichen Nebenfunkstellen (Taxis), wobei in der Prioritätsfunkstelle eine Kennungsauswertung zur Identifizierung der jeweils sendenden Nebenfunkstelle und eine Aussendung der Trägerfrequenz zu Sperrzwecken für alle übrigen Nebenfunkstellen vorgesehen ist, wobei gegebenenfalls die Aussendung des Sperrträgers für alle Nebenfunkstellen nach einem Ruf der Prioritätsfunkstelle oder einer Nebenfunkstelle verlängert ist, dadurch gekennzeichnet, dass in der Prioritätsfunkstelle zur Zeitmessung ein Zeitglied (17) vorgesehen ist, an dessen Eingang das Signal (9) für die Trägerauftastung bzw.
ein diesem entsprechendes Signal angelegt ist, welches Zeitglied (17), beginnend mit jedem Auftastzeitpunkt der Prioritätsfunkstelle, an seinem Ausgang einen Impuls (18) von einer vorbestimmten, gegebenenfalls einstellbaren, zeitlichen Dauer an einen dem Zeitglied (17) nachgeschalteten, gesteuerten Speicher (20) abgibt, wobei am Ausgang dieses Speichers (20), an dem eine Kontrollanzeige (21) od. dgl. angeschlossen ist, nur dann das am Eingang des Speichers (20) anliegende Signal (18) auftritt, wenn am Steuereingang des Speichers (20) ein die abgeschlossene Kennungsauswertung anzeigendes Signal (14) von der Auswerteschaltung (2) vorliegt.