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Die Erfindung betrifft ein Sattelzugfahrzeug mit einem Sattelauflieger, der einen an seinem vorderen Ende über eine Sattelkupplung mit einem Zugwagen verbundenen und an seinem hinteren Ende mindestens eine Radachse mit einem Paar Räder aufweisenden Tragrahmen besitzt, auf dem ein nach hinten und nach beiden Seiten kippbarer Kippbehälter gelagert ist, der mittels einer in der vertikalen Längsmittelebene des Fahrzeuges angeordneten druckmittelbetätigbaren Hubvorrichtung anhebbar ist, wobei zum seitlichen Kippen des Kippbehälters zu dessen beiden Seiten wenigstens je ein ein- und ausrückbares Schwenkgelenk vorgesehen ist.
Sattelzugfahrzeuge mit nach hinten und nach beiden Seiten kippbarem Kippbehälter werden im allgemeinen als Dreiseitenkipper bezeichnet.
Bei den bekannten Dreiseitenkippern sind zumeist ein oder zwei etwa in der Fahrzeuglängsmitte am Kippbehälter angreifende Hubvorrichtungen vorgesehen. Diese Anordnung ist wenig stabil, und die Rahmen werden stark auf Biegung beansprucht. Ausserdem ist eine grosse Hubkraft erforderlich.
Bei Sattelzugfahrzeugen, bei denen der Kippbehälter nur nach hinten, nicht aber auch nach beiden Seiten gekippt werden kann, ist es bekannt, die Hubvorrichtung in der Längsmittelebene des Fahrzeuges anzuordnen und die Hubvorrichtung an der Vorderseite des Kippbehälters gelenkig zu lagern (US-PS Nr. 2, 846, 267). Bei dieser bekannten Anordnung wird jedoch im gekippten Zustand nur eine ungenügende Stabilität erreicht.
Aus der DE-OS 2537187 ist ein Dreiseitenkipper bekannt, bei dem die Hubvorrichtung etwa in der Längsmitte des Kippbehälters angelenkt ist. Ausserdem ist nur eine einzige Hubvorrichtung vorhanden. Diese Ausführung ist gleichfalls im gekippten Zustand nur ungenügend stabil.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und ein Sattelzugfahrzeug mit nach hinten und nach beiden Seiten kippbarem Kippbehälter zu schaffen, das in jeder Kippstellung eine gute Stabilität besitzt und einen möglichst geringen Kraftaufwand zum Kippen benötigt.
Dies wird gemäss der Erfindung bei einem Sattelzugfahrzeug der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass die Hubvorrichtung in an sich bekannter Weise an der Vorderseite des Kippbehälters angelenkt ist, dass zumindest zwei der einander gegenüberliegenden Schwenkgelenk, wie an sich bekannt, zwischen dem Kippbehälter und dem Tragrahmen innerhalb der seitlichen Begrenzung des Kippbehälters angeordnet sind, und dass eine weitere druckmittelbetätigbare, am Kippbehälter angreifende Hubvorrichtung vorgesehen ist, die in der vertikalen Längsmittelebene des Fahrzeuges angeordnet ist und im Bereich der hinteren Radachse des Sattelaufliegers am Tragrahmen, vorzugsweise mittels eines kardanischen Gelenkes, gelenkig gelagert und vorzugsweise gemeinsam mit der an der Vorderseite des Kippbehälters angelenkten Hubvorrichtung betätigbar ist.
Bei dieser Ausbildung erfordert die Hubvorrichtung nur einen geringen Kraftaufwand zum Kippen und gewährleistet gleichzeitig eine gute Stabilität der Anordnung. Die Biegebeanspruchung des Tragrahmens und des Sattelaufliegers ist gering, so dass diese Bauteile schwächer als bei den bekannten Ausführungen dimensioniert werden können, wodurch eine Gewichtsersparnis und damit eine höhere Nutzlast des Fahrzeuges erzielt wird.
Die Anlenkung der Hubvorrichtung an der Vorderseite des Kippbehälters ist dabei von Zweiseitenkippern gemäss der CH-PS Nr. 490262 und der GB-PS Nr. 2,046, 957 bekannt.
In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die an der Vorderseite des Kippbehälters angelenkte Hubvorrichtung am Zugwagen gelenkig gelagert ist, wobei die gelenkige Lagerung vorzugsweise, wie an sich bekannt, in Fahrtrichtung im Abstand von der Sattelkupplung angeordnet ist.
Es ist vorteilhaft, dass die zwischen dem Kippbehälter und dem Tragrahmen vorgesehenen Schwenkgelenk in an sich bekannter Weise im wesentlichen horizontal und parallel zur Fahrtrichtung verlaufende Schwenkachsen aufweisen, die in am Kippbehälter vorgesehenen Führungen quer zur Fahrtrichtung verschiebbar gelagert und in einem am Tragrahmen befestigten Ausleger vorgesehenen Schwenklager einrückbar bzw. aus diesem ausrückbar sind.
Hiebei ist es günstig, dass die Schwenkgelenk zum Ein- und Ausrücken, gegebenenfalls über einen Lenker, mit einem Betätigungshebel verbunden sind.
Zum Erzielen einer tiefen Schwerpunktslage ist es günstig, wenn der Tragrahmen in an sich bekannter Weise aus einem vorderen, an die Sattelkupplung angeschlossenen Rahmenteil und einem
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zurachse --15-- angeordnet. Die Hubvorrichtung --18-- kann z. B. gleichfalls ein mit Drucköl oder Druckluft betätigbarer Hubzylinder sein und kann gleichzeitig mit der Hubvorrichtung --9-- beaufschlagt, d. h. betätigt werden. Es ist möglich, beide Hubvorrichtungen --9, 18-- mittels einer gemeinsamen Betätigungseinrichtung zu betätigen, wobei eine einzige Druckpumpe vorgesehen ist.
Zum Kippen des Sattelaufliegers --5-- samt dem Kippbehälter --6-- nach beiden Seiten desselben sind beidseitig des Kippbehälters --6-- je zwei Schwenkgelenke-20, 21-- angeordnet. Hiebei sind die Schwenkgelenke-20-im Bereich der Sattelkupplung --4-- und die Schwenkgelenke --21-- im Bereich der hinteren Radachse --7-- des Sattelaufliegers --5-- vorgesehen. Die Schwenkgelenke-20, 21-- sind als in Achsrichtung verschiebbare, im wesentlichen horizontale und parallel zur Fahrtrichtung F angeordnete Schwenkachsen ausgebildet, die als sogenannte Kippbolzen bezeichnet werden.
Die Schwenkgelenke-20-werden mittels eines Hebels --22-- betätigt, der um eine Achse --23-- schwenkbar und bei --24-- mit den Schwenkgelenken --20-- gelenkig verbunden ist. Mittels dieses Hebels --22-- können die Schwenkgelenke --20-- in Lager --25-- des Kippbehälters --6-- ein- und ausgerückt werden. Die Lager --25-- sind an den stirnseitigen Enden einer im wesentlichen quer zur Fahrtrichtung F verlaufenden Pendelwelle --26-- vorgesehen.
Die im Bereich der hinteren Radachse --7-- des Sattelaufliegers --5-- vorgesehenen Schwenkgelenke --21-- werden mittels eines Betätigungshebels --27-- betätigt, der bei --28-- an einem der Schwenkgelenke-21-schwenkbar gelagert ist und mittels eines Lenkers --29-- mit dem an-
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der mit dem Achsrahmenteil-16-- fest verbunden und damit mit dem Rahmenteil --16'-- gelen- kig in Verbindung steht. Die Schwenkgelenke-21-sind hiebei in Führungen --32--, die am Kippbehälter --6-- angebracht sind, verschiebbar gelagert.
Die Schwenkgelenke --20, 21-- können auch anders, z. B. als Steckbolzen, ausgebildet sein.
In jedem Falle sind die Schwenkgelenke --20, 21-- im Abstand unterhalb der Ladefläche des Kipp- behälters --6-- bzw. des Sattelaufliegers --5-- angeordnet.
Zum Rückwärtskippen werden die beiden vorderen Schwenkgelenke --20-- mit Hilfe der Hebel - gelöst und die hinteren Schwenkgelenke --21-- bleiben eingeschoben. Nach Einschalten der Druckpumpe werden beide Hubvorrichtungen --9, 18-- mit Druckmedium beschickt. Da die hintere Hubvorrichtung --18-- durch die Verbindung beider Ausleger --31-- nicht ausfahren kann, hebt die vordere Hubvorrichtung --9-- den Kippbehälter --6-- vorne über die horizontale Querachse --15-- und die hintere Radachse --7-- auf. Bei Erreichen eines Winkels von 500 schaltet die Hydraulik über ein Abschaltventil, welches von der vorderen Hubvorrichtung --9-- angesteuert wird, aus.
Nach Lösen eines Rücklaufventils kann der Kippbehälter --6-- wieder gesenkt werden.
Zum Seitenkippen müssen jeweils auf einer Seite alle Schwenkgelenke-20, 21-- gelöst und auf der andern Seite alle eingeschoben bleiben. Nach Einschalten der Druckpumpe wird der Kippbe- hälter --6-- nach der Seite gekippt, wobei die Kräfte vorne und hinten gleich aufgeteilt werden.
Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Dreiseitenkippern, wo der Kippstempel in der Nähe der Mitte des Kippers befestigt ist, besteht darin, dass beim Rückwärtskippen ein tiefer Drehpunkt erzielt wird, da die hintere Radachse --7-- als Kippachse dient und ein geringer Kraftbedarf der Hubvorrichtung erforderlich ist, da nur die halbe Last gehoben werden muss. Der Tragrahmen und der Aufbaurahmen brauchen nur einen Bruchteil des Biegemomentes aushalten, den sie bei den bekannten Ausführungen aushalten müssen, wodurch sich eine Gewichtsersparnis und dadurch eine höhere Nutzlast des Fahrzeuges ergibt.
Die Kippstellungen sind in den Fig. l bis 3 mit strichlierten Linien dargestellt. Bei der Kippbewegung des Sattelaufliegers --5-- mit dem Kippbehälter --6-- nach hinten bewegt sich die hintere Radachse --7-- des Sattelaufliegers --5-- nach vorne, wie dies mit strichlierten Linien angedeutet ist. Es ist ersichtlich, dass der Hubhebelarm der vorderen Hubvorrichtung --9-- gross ist im Vergleich zum kurzen Lasthebelarm, so dass mit einem relativ geringen Kraftaufwand das Auslangen gefunden werden kann.
Bei der in den Fig. 5 bis 7 dargestellten Variante ist am heckseitigen Ende des Tragrahmens
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den Fig. 1 bis 4.
Während bei der Ausführung gemäss den Fig. 1 bis 4 der Tragrahmen --14-- mittels der hori- zontalen Querachse-15-mit dem die hintere Radachse-7-- tragenden Achsrahmenteil-16-- schwenkbar verbunden ist, ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäss den Fig. 5 bis 7 die hintere Radachse --7-- mit den Rädern --8-- von dem Tragrahmen --14'-- getragen. Die hintere Hubvorrichtung --18-- ist mittels des kardanischen Gelenkes --19-- in diesem Tragrahmen --14'-- ge- lagert.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Sattelzugfahrzeug mit einem Sattelauflieger, der einen an seinem vorderen Ende über eine Sattelkupplung mit einem Zugwagen verbundenen und an seinem hinteren Ende mindestens eine Radachse mit einem Paar Räder aufweisenden Tragrahmen besitzt, auf dem ein nach hinten und nach beiden Seiten kippbarer Kippbehälter gelagert ist, der mittels einer in der vertikalen Längsmittelebene des Fahrzeuges angeordneten druckmittelbetätigbaren Hubvorrichtung anhebbar ist, wobei zum seitlichen Kippen des Kippbehälters zu dessen beiden Seiten wenigstens je ein ein- und aus- rückbares Schwenkgelenk vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubvorrichtung (9) in an sich bekannter Weise an der Vorderseite des Kippbehälters (6) angelenkt ist, dass zumindest zwei der einander gegenüberliegenden Schwenkgelenk (21),
wie an sich bekannt, zwischen dem Kippbehälter (6) und dem Tragrahmen (14 ; 14') innerhalb der seitlichen Begrenzung des Kippbehälters (6) angeordnet sind, und dass eine weitere druckmittelbetätigbare, am Kippbehälter (6) angreifende Hubvorrichtung (18) vorgesehen ist, die in der vertikalen Längsmittelebene des Fahrzeuges angeordnet ist und im Bereich der hinteren Radachse (7) des Sattelaufliegers (5) am Tragrahmen (14 ; 14'), vorzugsweise mittels eines kardanischen Gelenkes (19), gelenkig gelagert und vorzugsweise gemeinsam mit der an der Vorderseite des Kippbehälters (6) angelenkten Hubvorrichtung (9) betätigbar ist.
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