<Desc/Clms Page number 1>
Geber für Wellentelegraphie.
Nach vorliegender Erfindung findet bei einem Geber für Wellentelegraphie die Entladung durch einen kleinen Luftzwischenraum zwischen Metallf & chen statt, die sich mit grosser Geschwindigkeit gegeneinander bewegen. Eine der Flächen kann eine Scheibe sein, die sich mit einer Umfangsgeschwindigkeit von LOO Meter per Sekunde oder mehr dreht, während die andere Fläche feststeht oder gleichfalls aus einer rotierenden Scheibe bestehen kann ; im letzteren Falle braucht die Geschwindigkeit jeder Scheibe nicht so gross zu sein. wenn nur die gegenseitige Ge-
EMI1.1
getragen werden. Diese Kugeln sind mit einem Kondensator e und einer Induktanz. f verbunden.
Diese Leitung ist entweder, wie gezeigt, induktiv oder auch leitend an eine Antenne angeschlossen, die wie üblich geerdet oder mit einer Kapazität verbunden ist. Jede Belegs des Kondensators e ist unter Zwischenschaltung geeigneter Induktanzen oder Widerstände i mit einem Generator h verbunden. Die Kugeln können auch durch sich drehende Scheiben ersetzt werden.
In Fig. 2 sind die Kugeln oder Scheiben durch eine Scheibe c ersetzt, die der Scheibe a ähnlich sein kann, welche dann wie gezeigt, mit der Kondensatorleitung und den Induktanzen verbunden wird.
Nach Fig. 3 werden zwei in Reihe geschaltete Kondensatoren k vom Generator geladen und die äusseren Platten derselben sind über Induktanzen oder Widerstände 1 mit den Kugeln oder Scheiben c c verbunden, während die rotierende Scheibe b durch die Schwingungsleitung. welche die Induktanz. f und die Kapazität e enthält mit der Mitte des Kondensators k in Ver- bindung steht. Zweckmässig werden die Induktanz und der Widerstand der Schwingungsleitung klein gemacht, gegenüber jenen der beiden Zweige der den Kondensator k und die Kugeln oder
Scheiben c c enthaltenden Leitung. Statt zweier Kondensatoren k kann auch ein einzelner Kon- densator k verwendet werden.
Zur näheren Erklärung der in Fig. 3 dargestellten Schaltungsweise sei folgendes bemerkt :
Man denke sich zunächst die Kondensatoren fortgelassen. Da es unmöglich ist, die Scheibe a niitthpmatisch genau in der Mitte zwischen den Kugeln c c anzuordnen, so wird stets eine dieser
Kugeln der Scheibe näher stehen als die andere, es sei dies beispielsweise die mit dem negativen
Pol der Stromquelle verbundene linksseitige Kugel. Es wird daher auf der linken Seite der Scheibe a ein Ladungsfunke hervorgerufen und die mit der Scheibe verbundene Belegung des Kondensators e wird negativ geladen. Ist der Kondensator e geladen, so wird dieser Funke infolge der raschen Drehung der Scheibe unterbrochen, zur Lichtbogenbildung kommt es nicht.
Die mit der Scheibe a verbundene Belegung des Kondensators e ist dann negativ geladen und hat dasselbe Potential wie die linksseitige Kugel c, aber dieses Potential ist verschieden von dem der rechtsseitigen
Kugel c. Zwischen letzterer und der Scheibe a findet daher eine Entladung statt, wodurch die mit der Scheibe a verbundene Belegung des Kondensators e positiv geladen wird und dann wiederholt sich das Spiel, die Scheibe a wird daher selbsttätig abwechselnd positiv und negativ geladen ähnlich wie bei dem Experiment, wo ein Goldblatt selbsttätig zwischen zwei mit den Polen einer Trockent) atterie verbundenen Kugeln hin-und herschwingt.
Hat der Generator einen hinreichend geringen inneren Widerstand, so kann das Kondensator- paar oder der Kondensator k entfallen und der Kondensator e an die Mitte der Stromquelle an- geschlossen werden, während die Kugeln c an deren Polen liegen. In einzelnen Fällen kann, wenn der Kondensator k vorhanden ist, der Kondensator e entfallen. In jedem Falle wird der Konden- sator e von der Stromquelle abwechselnd im entgegengesetzten Sinne geladen, um sich hierauf über die Funkenstrecke zu entladen, bei der letzterwähnten Anordnung unter Fortlassung. des
Kondensators k findet dann die oszillatojische Entladung unter Dämpfung über die Stromquelle statt.
Bei der Anordnung nach Fig. 3 ist dieser Mangel vermieden, indem die oszi1latorische Entladung nicht über die Stromquelle stattfindet, sondern blos in den Schwingungskreisen.
Es sind bereits Einrichtungen zum Senden von telegraphischen Zeichen mittelt elektrischer Wellen bekannt, bei welchen die Entladungen zwischen rotierenden Kugeln stattfinden. Hin- sichtlich der Natur der vorliegenden Erfindung im Allgemeinen und ihrer Beziehung zu den be- kannten Einrichtungen ist zu betonen, dass bei den letzteren die Absicht bestand, ein Mittel
<Desc/Clms Page number 2>
zu schaffen, um die Abnützung der Funkenstrecke gleichmässig zu machen. Es war gefunden worden dass, wenn starke Entladungen zwischen feststehenden massiven Kugeln aus Messing oder Eisen stattfanden, die Oberfläche der Kugeln an der Entladungsstelle rasch zerstört wurde und Löcher in ihnen ausgefressen oder Metall auf ihnen in kleinen Warzen oder Klümpchen abgelagert wurde.
Dies hatte die Wirkung, dass die Länge der Funkenstrecke geändert wurde und verschiedene Unannehmlichkeiten entstanden. Um diesem Mangel zu begegnen wurde die Entladungsvorrichtung mit rotierenden Kugeln entworfen, was nach den bekannten Einrichtungen die Wirkung hatte, über alle diese Schwierigkeiten hinweg zu kommen.
Diese Kugeln wurden von Motoren mit geringer Geschwindigkeit gedreht und man fand nicht, dass irgend welche Vorteile aus der Benützung sehr hoher Geschwindigkeiten verwachsen könnhen. Wird ein Paar feststehender oder langsam rotierender Funkenkugeln oder Scheiben benützr, um eine einen Kondensator und eine Selbstinduktion enthaltende Leitung zu schliessen, wobei der Kondensator von einem Transformator oder einer Dynamomaschine geladen wird, so finden zwei Arten von Entladungen zwischen diesen Kugeln statt. Zunächst ladet der Transformator den Kondensator und wenn die Spannung hinreichend hoch wird, findet eine dem Kondensator ? iMchrende Entladung über die Funkenstrecke statt. Diese Entladung ist eine oszillatorische und kann als Funkenentladung bezeichnet werden.
In dem Augenblicke jedoch, wo die Funkenentladung einen leitenden Weg öffnet, beginnt der Transformator selbst eine Lichtbogenenthdung über die Funkenstrecke zu bilden und solange der Lichtbogen dauert, wird die Spannungsdifferenz zwischen den Kugeln auf einem niedrigen Wert gehalten, so dass der Kondensator nicht wieder geladen werden und eine neue oszillatorische
Funkenentladung geben kann, bis nicht die vom Transformator herrührende Lichtbogenentladung unterbrochen wird. Es sind verschiedene Wege vorgeschlagen worden'das letztere zu erreichen.
Einer durch Hindurchblasen eines Luftstromes durch die Funkenstrecke. Ein anderer und besserer
Weg ist der, die Funkenstrecke so lange zu machen, dass der Kondensatorfunken überspringen kann, wenn er von der Resonanz unterstützt wird, aber der Lichtbogen über diese Länge nicht aufrecht erhalten werden kann. Diese Methode hat jedoch den Nachteil, dass die Kondensatorentladungen etwas langsam aufeinanderfolgen weil die Kondensatorspannung durch aufeinander- folgende Schwingungen auf einen besonders hohen Wert gebracht werden muss, bevor ein Funke über die Funkenstrecke springt, die für die Lichtbogenentladung zu lang ist.
Man bemerkte nun dass, wenn sich zwei Metallflächen in sehr rascher gegenseitiger Bewegung befinden, es unmöglich ist, einen elektrischen Lichtbogen zwischen ihnen aufrecht zu erhalten, obgleich oszillatorische
Kondensatorentladungen zwischen ihnen aufrecht erhalten werden können. Daher benützt man nach vorliegender Erfindung eine Entladungsvorrichtung, welche sich von den bekannten dieser
Art dadurch unterscheidet, dass die Entladungakörper mit sehr hoher Geschwindigkeit umlaufen, und man ist so imstande, alle Schwierigkeiten zu vermeiden, welche durch die Überlagerung der Lichtbogenentladung über die Kondensatorentladung entstehen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Geber für Wellentelegraphi@, bei welchem die Entladung zwischen rotierenden Metall-
EMI2.1
Umfangsgeschwindigkeit von 100 Meter per Sekunde und darüber bewegen.