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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schrägstanzen von Profilen, insbesondere U-förmigen Profilen, bei denen der Stanzgrat im Profilinneren liegt und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Bisher konnte man Profile nur senkrecht zur Hauptebene des Bleches mit einer Stanzmesserform die gerade oder in der bekannten Spatenform ausgebildet war, schneiden. Wollte man Profile
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werden, was beim späteren Lackieren des fertigen Rahmens oder Gebildes, das aus diesen Profilen aufgebaut wurde, Probleme schaffte, optisch kaum befriedigend gelöst werden konnte. Aus diesem
Grunde verwendete man für sichtbare Gehrungen ein anderes Verfahren. Man sägte die Profile, was sehr teuer und aufwendig ist, wenn man so schön und masshaltig sägen will, dass man diesen
Schnitt direkt verwenden kann. Daher verfiel man auf folgendes Verfahren.
Man sägte mit grosser
Zugabe und verband die Profile anschliessend mittels Stumpfschweissens, während des Stumpf- schweissens wurden die Profile gegeneinander bis zur Masshaltigkeit vorgeschoben, die dabei ent- stehende aussen und innenliegende Schweissraupe wurde aussen abgeschliffen, die dabei entstehenden
Unebenheiten verspachtelt und grundiert und in diesem Zustand oder auch fertig lackiert weiter verwendet. Dieses Verfahren ist nicht befriedigend. Erstens bringt die grosse thermische Beeinflussung in einem weiten Bereich rund um die eigentliche Schweissnaht einen staken Verzug des Profils mit sich. Ausserdem leidet im Gebiete der Schweissnaht, die bei diesen Profilen fast immer vorgesehene
Verzinkung und so wird hier bereits der Keim für zukünftige Korrosionsprozesse gelegt.
Die bisherigen Versuche U-förmige Profile schräg zu stanzen, wobei der Stanzgrat ins Profil- innere ragen soll, misslangen regelmässig. Da durch die Nebenbedingung der Lage des Grates die
Stanzrichtung - von aussen nach innen vom Profil aus gesehen - in groben Zügen festgelegt ist, versuchte man schwalbenschwanzförmige Stanzmesser zu verwenden, was aber durch die Zusammen- drängung des zu stanzenden Materials am Grunde des Schwalbenschwanzes scheiterte. Auch Versuche mit zwei Stanzwerkzeugen scheiterten.
Aus der GB-PS Nr. 1, 538, 252 ist eine Vorrichtung bekannt, die es ermöglicht, Profile mit komplizierten auch mehrfach zusammenhängenden Querschnitten einwandfrei zu stanzen, d. h. abzu- längen. Diese Vorrichtung gestattet es aber nicht, die Profile schräg zur Profillängsachse zu stanzen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren anzugeben, das das Schrägstanzen von Profilen, insbesondere U-förmigen Profilen, gestattet und den Stanzgrat im Profilinneren erzeugt.
Erfindungsgemäss geschieht dies dadurch, dass das Stanzen in zwei Schritten erfolgt, wobei jeder Schritt aus so vielen Stanzvorgängen besteht, wie Stanzwerkzeuge vorgesehen sind, min- destens jedoch aus zwei Stanzvorgängen, die zeitlich aufeinanderfolgend schräg zu den Profilkanten in verschiedenen Richtungen und vom Profil aus gesehen, von aussen nach innen derart ausgeführt werden, dass spätestens nach Durchführung des letzten Stanzvorganges eines Schrittes der gesamte
Profilquerschnitt mindestens einmal erfasst worden ist, und jeder Stanzbereich zumindest zum Teil mit mindestens einem weiteren Stanzbereich ein gemeinsames Gebiet aufweist und der zweite Schritt nach einem geringen Vorschub des Profils in seiner Achsenrichtung, vorzugsweise um die Profil- wandstärke erfolgt, wobei während jedes Stanzvorganges das U-förmige Profil,
vorzugsweise an seinem Steg und vom Profil aus gesehen, von aussen nach innen fixiert wird.
Weiters umfasst die Erfindung eine Stanzvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit einer Matrize und einem dazugehörigen Kern, einem Festhalter und einer Vorschubeinrichtung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass in einer Ebene die mit der Längsachse des Profils den gewünsch- ten Gehrungswinkel einschliesst, mindestens zwei Stanzmesser liegen, dass das Profil in einem
Schlitz zwischen einer Matrize und einem Matrizenkern ruht, wobei der Matrizenkern spielfrei mit dem Profilinneren vorgesehen und ein Niederhalter das Profil nur an seinem Steg und nur in einer
Richtung von aussen nach innen festhält und dass sich beide Stanzbereiche teilweise überschneiden.
Die Erfindung wird beispielsweise an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch die erfindungsgemässe Vorrichtung. Fig. 2 eine Ansicht der erfindungsgemässen
Vorrichtung von vorne, d. h. in Richtung der Profillängsachse auf die Ebene in der die beiden
Stanzwerkzeuge liegen. Man sieht in den Zeichnungen eine Matrize-l-und ihren Kern --2--.
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Die schmale spaltartige Ausnehmung zwischen diesen beiden Teilen dient zur Aufnahme des zu stanzenden Profils --3--. In Fig. 1 ist ein Niederhalter, in seiner Gesamtheit mit --4-- bezeichnet, zu sehen. Ein Teil --5-- dieses Niederhalters - in Klotzform dargestellt-wird beim Betätigen des Niederhalters --4-- gegen das Profil --3-- gedrückt und fixiert es am Kern der Matrize. In
Fig. l sieht man weiters die schräge Schnittfläche mit der die Matrize begrenzt ist. Diese Schnitt- fläche ist um einen Winkel --9-- gegen die Längsachse des Profils gedreht. In dieser Schnittebene bzw. parallel dazu liegt ein Stanzwerkzeug --6-- und dessen Führung --8--. In Fig. 2 sieht man in Richtung der Profillängsachse auf die Schneideebene.
Die beiden Stanzwerkzeuge sind mit --6 und 7-- bezeichnet, ihre Führungen jeweils mit --8--. In dieser Darstellung ist der Durchlass für das Profil --3-- zwischen der Matrize --1-- und ihrem Kern --2-- deutlich zu sehen. Die beiden Stanzwerkzeuge-6 und 7--besitzen Wirkungsbereiche--10 und 11--, die zum Teil über- lappen. Dieses Überlappungsgebiet ist mit --12-- bezeichnet. Die beiden Stanzwerkzeuge--6 und 7-- werden auf herkömmliche Art hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch einzeln angetrieben. Die
Form der Matrize im dargestellten Beispiel ist so gewählt, dass ein und dieselbe Matrize für zwei verschiedene Profile verwendet werden kann. Es wäre aber selbstverständlich möglich, für jedes
Profil eine extra Matrize oder auch für mehr als zwei Profile eine gemeinsame Matrize zu benutzen.
Letzteres nur dann, wenn die Abstände der verschiedenen Durchlässe für die zu stanzenden Profile weit genug auseinanderliegen, um keine Schwächung des auf Abscheren beanspruchten Matrizen- kernes --2-- zu verursachen. Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern kann in verschiedenster Form abgewandelt werden. So kann z. B. die Form der einzelnen Stanzwerkzeuge in an sich bekannter Weise variiert werden und es ist auch möglich, beim Stanzen sehr grosser Profile mehr als zwei Stanzwerkzeuge zu verwenden. Wesetlich ist dabei nur, dass jeweils zwei Arbeitsbereiche einander teilweise überlappen, wie es im vorliegenden
Falle die Gebiete --10 und 11-- im Bereich --12-- tun. Dieser Bereich darf nicht nur ein Gebiet im Profilinneren umfassen, sondern muss auch tatsächlich ein Stück des Profils selbst bedecken.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Schrägstanzen von Profilen, insbesondere U-förmigen Profilen, bei denen der Stanzgrat im Profilinneren liegt, dadurch gekennzeichnet, dass das Stanzen in zwei Schritten erfolgt, wobei jeder Schritt aus so vielen Stanzvorgängen besteht, wie Stanzwerkzeuge vorgesehen sind, mindestens jedoch aus zwei Stanzvorgängen, die zeitlich aufeinanderfolgend schräg zu den Profilkanten in verschiedenen Richtungen und vom Profil aus gesehen, von aussen nach innen derart ausgeführt werden, dass spätestens nach Durchführung des letzten Stanzvorganges eines Schrittes der gesamte Profilquerschnitt mindestens einmal erfasst worden ist,
und jeder Stanzbereich zumindest zum Teil mit mindestens einem weiteren Stanzbereich ein gemeinsames Gebiet aufweist und der zweite Schritt nach einem geringen Vorschub des Profils in seiner Achsenrichtung, vorzugsweise um die Profilwandstärke erfolgt, wobei während jedes Stanzvorganges das U-förmige Profil, vorzugsweise an seinem Steg und vom Profil aus gesehen, von aussen nach innen fixiert wird.