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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Armieren von Mauerputz an einer Mauerkante mit Hilfe eines aus nichtmetallischen Armierungsfäden, vorzugsweise aus kunststoffbeschichteten Glasfaserfäden, bestehenden Armierungsgitters in Form eines textilen Flächengebildes.
Insbesondere bei Bauwerken, deren Wände mit einem Vollwärmeschutzsystem ausgestattet sind, also mit aussenliegenden Dämmplatten, z. B. aus Schaumstoff, ergibt sich die Notwendigkeit, den auf die Dämmplatten aufzubringenden Verputz bzw. Klebemörtel durch Einlage von Armierungen zu verstärken, um Putzrissbildungen weitgehend zu verhindern, wobei von der Qualität der verwendeten Armierungsgitter auch die Schlagfestigkeit des Putzsystems abhängt. Üblicherweise werden für derartige Armierungen gitterförmige textile Flächengebilde, wie Gewebe, Gelege, Maschenware mit kunststoffbeschichteten Glasfaserfäden (Glasseidenfäden) verwendet.
Solche Armierungsgitter weisen aber den Nachteil auf, dass sie sich an Putzkanten, wie Fensterlaibungen, Sockelvorsprüngen od. dgl. sehr schwer verarbeiten lassen, denn an Mauerkanten jeglicher Art wölbt sich das Armierungsgitter und tritt an die Oberfläche oder ausserhalb zumindest der untersten für die Festigkeit des Verputzes aber in erster Linie verantwortlichen Putzschicht (Klebemörtel), womit die Armierungswirkung in diesem Bereich wesentlich beeinträchtigt wird.
Ausserdem kann mit den üblichen Armierungsgittern wegen deren Tendenz, sich im Kantenbereich zu wölben, nicht ohne weiteres eine exakte Kantenbildung erreicht werden. Zeitraubende Nachbearbeitungen sind dazu erforderlich.
Man könnte zwar an den Mauerecken die bekannten Schutzleisten mit angeformtem Armierungsgitter - bekannt sind auch solche mit angeformtem nichtmetallischem Armierungsgitter (DE-OS Nr. 2641585)-anbringen. Der hiefür erforderliche erhöhte finanzielle Aufwand ist aber nur für spezielle stärker beanspruchte Mauerkanten gerechtfertigt, nicht aber generell für alle Putzkanten eines Bauwerks.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine einfache und billige, aber doch exakte und funktionssichere Putzkantenarmierung bei Verwendung von Armierungsgittern mit nichtmetallischen, vorzugsweise kunststoffbeschichteten Glasfaserfäden zu schaffen.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass das Armierungsgitter vor seiner Aufbringung längs zumindest einer geraden Kante, vorzugsweise unter Wärme- und/oder Druckanwendung, gefaltet wird und anschliessend unter Öffnen der so entstandenen Faltschenkel auf dem zu verputzenden Kantenbereich aufgebracht wird.
Ein solches durch Falten vorbehandeltes Armierungsgitter legt sich mit seinen Faltschenkeln exakt parallel und wölbungsfrei an den zu verputzenden Kantenflächen an : Dadurch wird von vornherein eine genaue Einbettung des Armierungsgitters im Verputz bzw. Klebemörtel und somit ein zeitsparendes Verarbeiten des Armierungsgitters im Bereich von Putzkanten ermöglicht, unter Vermeidung von nachträglichen Kontrollen und eventuellen Nachbehandlungen. Es wird aber dank der erfindungsgemässen Massnahme nicht nur zeitsparend gearbeitet, sondern durch die exakte Einbettung des Armierungsgitters auch ein besonderes Mass an Rissfestigkeit des Verputzes im Bereich der stark gefährdeten Putzkanten erreicht.
Die erfindungsgemässe Faltung des Armierungsgitters erfolgt - wie ausgeführt - zweckmässig unter Wärme- und/oder Druckanwendung, wobei die Wärmeanwendung vorzugsweise bei einer Temperatur unterhalb des plastischen Fliessens der Kunststoffbeschichtung der Glasfaserfäden erfolgt, um sicher zu verhindern, dass die Faltschenkel des Armierungsgitter miteinander verkleben.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann unmittelbar an der Baustelle mit Hilfe von geeigneten Faltpressen angewendet werden, wobei das Falten an individuell zugeschnittenen Armierungsgitterstücken vorgenommen werden kann. In vielen Fällen ist es jedoch zweckmässiger und rationeller, bereits unmittelbar nach der Herstellung des Armierungsgitters und gegebenenfalls Abtrennens eines für die Anwendung bei Putzkanten üblicherweise entsprechend breiten Gitterstreifens das Falten des Armierungsgitters bzw. Gitterstreifens z. B. über eine Dubliervorrichtung mit beheizter Kantenfixiereinrichtung vorzunehmen, worauf das gefaltete Armierungsgitter aufgerollt und in diesem Zustand bis zum Einsatz an der Baustelle gelagert wird.
Durch diese Art der Lagerung, welche nicht nur platzsparend ist, bleibt der Faltenknick auch über eine längere Lagerungsdauer erhalten.
Ein Armierungsgitter welches sich für das erfindungsgemässe Verfahren besonders gut eignet,
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besteht aus Fäden mit einem Glasfaserkern, der mit mindestens einer Ummantelung aus thermoplastischem Kunststoff, z. B. PVC, versehen ist, wobei die äusseren Ummantelungen an den Kreuzungsstellen der vorzugsweise verwebten Fäden miteinander thermoverschweisst sind.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnungen durch Ausführungsbeispiele näher erläutert. Fig. 1 zeigt im Schnitt eine Bauwerkskante mit herkömmlicher Verlegung der Armierung.
Fig. 2 zeigt im Schnitt eine Bauwerkskante mit erfindungsgemässer Putzkantenarmierung. Fig. 3 zeigt in perspektivischer Ansicht eine Fensterlaibung mit erfindungsgemässer Putzkantenarmierung. Fig. 4 zeigt ein Armierungsgitter in Draufsicht vor dem Falten, Fig. 5 im Schnitt im gefalteten Zustand, Fig. 6 im gefalteten aufgerollten Zustand und Fig. 7 bei geöffneten Faltschenkeln. Fig. 8 zeigt schematisch eine Anlage zum Falten des Armierungsgitters.
Fig. 1 veranschaulicht die üblichen Verlegungsschwierigkeiten von Putzarmierungen im Bereich von Bauwerkskanten. Deutlich sind die gewölbten Bereiche A, B, C, D einer um eine Kante gelegten aus kunststoffbeschichteten Glasfaserfäden bestehenden Armierungsgitterbahn --1-- zu erkennen.
Dies führt zu einer Verlagerung des Armierungsgitters --1-- in der Klebemörtelschichte --2--
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Armierungswirkung beeinträchtigt ist. Man muss sich in diesen Fällen vielfach mit einer zusätzlichen Deckschichte --3-- aus Klebemörtel behelfen, was nicht nur zeitraubend ist, sondern auch die Funktion beeinträchtigt, wobei an diesen Stellen die Schichtdicke der äusseren Putzmörtel- schichte --4-- geschwächt wird. In Fig. 1 ist mit --5-- das Mauerwerk bezeichnet, an dem-wie beim Vollwärmeschutzsystem üblich - aussen wärmeisolierende Dämmplatten --6-- angebracht sind.
Demgegenüber zeigt Fig. 2 eine Putzkantenarmierung nach dem erfindungsgemässen Verfahren.
Im Bereich von Bauwerkskanten, wie Haus- und Mauerkanten, Mauervorsprüngen und -rück- sprüngen, Sockelkanten, Fenster- und Türlaibungen, werden auf die Isolierung vorgefaltete Armierungsgitterstreifen-7- aufgelegt, an die sich die grossflächige Armierungsgitterbahnen - für die ebenen Fassadenbereiche anschliessen. Die Schenkel zweier benachbarter Armierungsgitterstreifen --7-- bzw. der Schenkel eines Armierungsgitterstreifens --7-- und der benachbarten Armierungsgitterbahn --8-- überlappen sich zweckmässigerweise, wobei es gleichgültig ist, ob die Armierungsgitterbahn --8-- den Schenkel des vorgefalteten Armierungsgitterstreifens --7-von aussen überlappt oder umgekehrt.
Die so verlegte Armierung wird sodann in die Klebemörtelschichte --2-- eingebettet, die nunmehr im Kantenbereich keiner Korrektur mehr bedarf und deren Solldicke überall eingehalten werden kann. Schliesslich wird noch eine Putzmörtelschichte --4-- (in einer oder mehreren Lagen) aufgebracht.
Ein Verlegungsbeispiel für den Bereich einer Fensterlaibung zeigt Fig. 3. Demnach wird im Bereich jeder Fensterkante ein vorgefalteter Armierungsgitterstreifen --7-- angeordnet (in Fig. 3 ist dies nur für eine Fensterkante dargestellt). Der in die Fensterlaibung ragende Faltschenkel
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-10'-- ist sobahnen --8-- für die Fassade überlappt. In den Eckbereichen der Fensterlaibung sind zusätzliche vorgefaltete als Eckwinkelarmierung dienende Armierungsgitterabschnitte --7'-- angeordnet, die den Faltschenkel --10'-- des Armierungsgitterstreifens --7-- überlappen.
Der Armierungsgitterstreifen --7-- (wie auch die Armierungsgitterbahn --8--) besteht z. B. aus einem gitterförmigen Gewebe aus mit thermoplastischem Kunststoff, beispielsweise PVC umhüllten Glasfaserfaden, wobei die Kunststoffumhüllung an den Kreuzungsstellen verschweisst sein kann.
In Fig. 4 ist ein solcher Armierungsgitterstreifen --7-- in Draufsicht dargestellt. Der Armierungsgitterstreifen, der z. B. eine Breite von 30 cm aufweist, wird beispielsweise entlang der Mittellinie --9-- gefaltet. Fig. 5 zeigt den gefalteten Zustand im Schnitt, wobei in diesem Falle die beiden Faltschenkel --10-- gleich breit sind (je 15 cm). Im gefalteten Zustand kann der Armierungsgitterstreifen --7-- aufgerollt, gelagert und an die Baustelle geliefert werden (Fig. 6). An der Baustelle werden die gefalteten Armierungsgitterstreifen --7-- von der Rolle entsprechend den baulichen Gegebenheiten abgelängt ; sodann werden die Faltschenkel --10-- ge- öffnet (Fig. 7) und der Armierungsgitterstreifen --7-- auf der zu verputzenden Kante aufgelegt (Fig. 2).
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Das Falten der Armierungsgitterstreifen --7-- kann beispielsweise mit einer Anlage gemäss Fig. 8 erfolgen :
Vom Wickeldorn --11-- (oder direkt von der Webmaschine) wird der zunächst noch ungefaltete Armierungsgitterstreifen --7-- Uber eine Umlenkwalze --12-- einer Doubliereinrichtung --13-zugeführt und in dieser vorzugsweise zwischen zwei (eventuell eigens, z. B. durch andere Farbe, gekennzeichnete) Kettfäden und parallel zum Verlauf der Kettfäden gefaltet. In einer Umlenkeinrichtung --14-- wird der gefaltete Armierungsgitterstreifen aus der vertikalen Lage, die er nach der Doubliereinrichtung --13-- eingenommen hat, wieder in die horizontale Lage gebracht, und sodann einer Kantenfixiereinrichtung zugeführt.
Dort erfolgt in einer Heizeinrichtung --15-eine Erwärmung des gefalteten Armierungsgitterstreifens im Faltbereich, bei einer Temperatur, die deutlich unterhalb des Fliessbereiches des Kunststoffes der thermoplastischen Fadenumhüllung liegt. Zur Fixiereinrichtung gehören auch noch die weichen Presswalzen --16--, durch die ein leichter Druck - ohne die Glasfasern im Faltbereich zu brechen - auf die Faltstelle ausgeübt wird. Das erwärmte Armierungsgitter wird im gefalteten Zustand wieder abgekühlt und schliesslich - ebenfalls im gefalteten Zustand - auf dem Wickeldorn --17-- aufgewickelt. An Stelle oder zusätzlich zur Kantenfixierung mittels Wärme- und Druckanwendung käme auch das Aufbringen (Aufsprühen) eines Fixiermittels auf das gefaltete Armierungsgitter in Frage.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Armieren von Mauerputz an einer Mauerkante mit Hilfe eines aus nichtmetallischen Armierungsfäden, vorzugsweise aus kunststoffbeschichteten Glasfaserfäden, bestehenden Armierungsgitters in Form eines textilen Flächengebildes, dadurch gekennzeichnet, dass das Armierungsgitter vor seiner Aufbringung längs zumindest einer geraden Kante, vorzugsweise unter Wärme- und/oder Druckanwendung, gefaltet wird und anschliessend unter Öffnen der so entstandenen Faltschenkel auf dem zu verputzenden Kantenbereich aufgebracht wird.