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In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass beim Verpressen zusätzlich ein feinkörniger, kompostierter Müll zugegeben wird.
Dadurch kann die Bindung der Briketts bzw. Pellets auf einfache Weise noch verbessert werden.
Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens, bei welcher ein Müllspeicher, mindestens eine Zerkleinerungseinrichtung, mindestens eine Sortiereinrichtung und mindestens eine Rotteeinrichtung vorgesehen sind, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Rotteeinrich- tung, vorzugsweise eine, insbesondere rotierende, Rottetrommel oder ein Rotteturm, zwischen dem Müllspeicher und der Sortier- bzw. Siebeinrichtung angeordnet ist, der vorzugsweise mindestens eine Brikettier- bzw. Pelletpresse nachgeschaltet ist.
Wenn mehrere Sortier- bzw. Siebeinrichtungen vorgesehen sind, ist es bevorzugt, die erste derselben unmittelbar der Rotteeinrichtung folgend anzuordnen.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnungen, in der ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Vorrichtung schematisch dargestellt ist, näher beschrieben. Es zeigen : Fig. l eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Vorrichtung und Fig. 2 ein Fliessschema des erfindungsgemässen Verfahrens.
Der von einem Transportfahrzeug --1-- angelieferte, unaufbereitete Müll, insbesondere Stadt-
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--2-- abgeladen."vorgezogenen" dynamischen Rotte unterzogen wird, in welcher eine thermische Hygienisierung des Produktes zufolge des biologischen, aeroben Prozesses erreicht wird. In dieser rotierenden Rottetrommel --4--, die von einer nicht dargestellten Antriebseinrichtung angetrieben wird, wird der Müll durch seine Eigenwärme bei einer Temperatur von etwa 600C unter Sauerstoff bzw. Luftzufuhr pasteurisiert. Durch die Trommelrotation wird der Müll gleichzeitig vorzerkleinert. Der solcherart aufbereitete Müll gelangt in eine erste Sortiereinrichtung --5--, die unmittelbar an die Rottetrommel --4-- angeschlossen ist, und in welcher der Müll in fein-bzw. mittelkörnige Anteile und in grobkörnige Anteile getrennt wird.
Die grobkörnigen Teile gelangen auf einen Förderer --6--, dem ein Fe-Abscheider --7--, z. B. ein Magnetabscheider zugeordnet ist. Mittels dieses Fe-Abscheiders --7-- werden die eisenhältigen Bestandteile des Mülls ausgeschieden und der verbleibende Grobmüll mit einer Korngrösse von z. B. grösser als 60 mm wird auf der Sortiereinrichtung --22-- von den Hartstoffen getrennt. Der Grobmüll wird in einer Ballenpresse --23-- zusammengepresst und die Hartstoffe gelangen zu einem Hartstoffsammler --8--.
Die fein-bzw. mittelkörnigen Anteile des Mülls fallen auf einen Förderer --9--, der sie an einem Fe-Abscheider --10-- vorbei zu einer zweiten Sortiereinrichtung --11-- bringt. In dieser zweiten Sortiereinrichtung --11--, die z. B. ein Rüttelabscheider sein kann, werden die fein- und mittelkörnigen Anteile voneinander getrennt. Die feinkörnigen Anteile gelangen zu einer Hartstoffseparierung --12-- und von dieser auf eine dritte Sortiereinrichtung --13--, die wie die Sortiereinrichtung --11-- ausgebildet sein kann. Von der Sortiereinrichtung --13-- wird ein Feinstanteil Müll abgeschieden, der auf eine Deponie --14-- zur Kompostherstellung gelangt.
Die von der zweiten Sortiereinrichtung --11-- abgetrennten mittelkörnigen Anteile des Mülls gelangen zu einem
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--15--,richtung --13-- ausgeschiedenen feinkörnigen Anteile des Mülls.
Die von der Hartstoffseparierung --12-- abgeschiedenen Hartstoffe fallen auf einen Förderer --18--, der auch die von der Sortiereinrichtung --11-- abgetrennten Hartstoffe aufnimmt.
Die Förderer 18-- fördern die Hartstoffe zu einem Hartstoffsammler --19--.
Die von den Fe-Abscheidern --7 und 10-gesammelten Fe-hältigen Stoffe gelangen auf einen Förderer --20--, der sie einem Fe-Sammler oder einer Presse --21-- zuführt. Das derart gesammelte Alteisen kann in üblicher Weise weiterverwendet werden.
In der Brikettpresse --17-- werden die Mittelkornanteile des kompostierten Mülls, und die Feinanteile des kompostierten Mülls mit der Korngrösse von z. B. 5 bis 20 mm zu Briketts verpresst.
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Zur Verbesserung der Bindung der Briketts bzw. Pellets kann ein gewisser Feinanteil (Korngrösse z. B. 0 bis 5 mm) der bereits kompostierten Stoffe (= Kompost) der Brikettierung zugegeben werden. Dies kann z. B. mittels eines mit strichpunktierten Linien angedeuteten Förderers --24-- erfolgen.
Der gewonnene Brennstoff hat einen Heizwert etwa gleich dem Heizwert von Braunkohle, jedoch einen um etwa 30% höheren Chlorgehalt und einen um etwa 50 bis 67% geringeren Schwefelgehalt als Braunkohle.
An Stelle der rotierenden Rottetrommel könnte auch eine andere Rotteeinrichtung, z. B. ein Rotteturm mit mehreren mit Müll beschichteten Etagen, die im Takt geöffnet, mit Luft beschickt und umgeschichtet werden, verwendet werden (sog. Etagerotteturm).
Wichtig ist bei allen Einrichtungen, dass im wesentlichen keine Vorzerkleinerung von Kunststoffmüll stattfindet, sondern dass dieser in seiner Grösse erhalten bleibt und nach der ersten Rotte stückig ausgeschieden werden kann. In der weiteren Folge kann dann aus dem Müll jene Fraktion herausgesiebt werden, die einen geringen Anteil an Chlor und Schwefel hat. Ausgangspunkt für das erfindungsgemässe Verfahren kann Müll oder Klärschlamm, oder auch ein Gemisch von Müll und Klärschlamm sein.
Beispiel : Es wurde der Heizwert von nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestelltem Brennstoff ermittelt.
Ausgangsprodukt war Stadtmüll einer österreichischen Stadt. Der Stadtmüll wurde nach dem erfindungsgemässen Verfahren aufbereitet und als Endprodukt lag ein körniger Brennstoff in der Körnung von 0 bis 13 mm vor. Der Anteil an Teilchen der Korngrösse von 0 bis 3 mm betrug 79% und der Anteil an Teilchen der Korngrösse 3 bis 13 mm betrug 21%.
Der Heizwert wurde nach DIN 51900 bestimmt und ergab einen unteren Heizwert von 5200 bis 5800 kJ/kg im Rohzustand (wasserfrei zirka 11200 kJ/kg, luftgetrocknet zirka 10400 kJ/kg).
Die chemische Zusammensetzung des aufbereiteten Mülls war folgende :
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<tb>
<tb> C <SEP> 18 <SEP> %
<tb> H <SEP> 2, <SEP> 3% <SEP>
<tb> 0 <SEP> 14 <SEP> %
<tb> H20 <SEP> 40 <SEP> %
<tb> Asche <SEP> 23 <SEP> %
<tb> S <SEP> 0, <SEP> 38% <SEP>
<tb> Cl <SEP> 0, <SEP> 11% <SEP>
<tb>
PATENTANSPRÜCHE :
1.
Verfahren zum Herstellen von Brennstoff-Briketts oder-Pellets aus Müll, bei welchem eine Speicherung, Zerkleinerung, Sortierung zwecks Ausscheidung von Eisen-Anteilen, Hartstoffen u. dgl., Siebung und Verrottung des Mülls erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Speicherung und Sortierung, insbesondere zur thermischen Hygienisierung des Produktes, der Müll einer dynamischen Rotte unterzogen wird, und dass das solcherart kompostierte und aufbereitete Produkt anschliessend, vorzugsweise ausschliesslich durch Druck-und/oder Märmeanwendung, d. h. fremdbindemittelfrei bzw. fremdklebemittelfrei, zu den Brennstoff bildenden Briketts bzw. Pellets verpresst wird.