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Die Erfindung bezieht sich auf eine Dübellochbohrmaschine für den Möbelbau zum stirnseitigen und flachseitigen Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke mit mindestens einem mit vertikalen Bohr- spindeln versehenen und mit vertikalem Vorschub arbeitenden Bohrspindelbalken für das flachseitige
Bohren und einem weiteren, mit horizontalen Bohrspindeln versehenen und mit horizontalem Vor- schub arbeitenden Bohrspindelbalken für das stirnseitige Bohren, mit einer Werkstückauflage und mit einer Anschlageinrichtung für das Werkstück.
Für die Bearbeitung plattenförmiger Werkstücke, beispielsweise Spanplatten im Möbelbau haben sich Mehrspindelbohrmaschinen bzw. Mehrspindelbohrautomaten weitgehend durchgesetzt. Bekannte derartige Bohrmaschinen erlauben es beispielsweise, beliebige lineare Bohrbilder einzustellen und damit genau reproduzierbar eine Vielzahl von Werkstücken zu bearbeiten. Die einzelnen Bohrköpfe können dabei unabhängig von ihrer Zahl und Stellung durch einen einzigen, eine Antriebswelle bewegenden Motor betrieben werden.
Der Nachteil der genannten Bohrautomaten liegt darin, dass sie lediglich ermöglichen, ein
Werkstück in einem Arbeitsgang an einer Seite zu bearbeiten. Zumeist ist es aber erforderlich, das gleiche Werkstück an seinen Stirnseiten und an seiner Flachseite zu bearbeiten. Für diese
Aufgabe sind ebenfalls eine Anzahl von Lösungen bekanntgeworden, die aber insgesamt noch nicht befriedigen, insbesondere wenn zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen ein vielseitiges Bohrge- rät gewünscht wird. So sind beispielsweise Grossmaschinen bekannt, die mit fix montierten, nach den jeweiligen Bedarfszwecken verschieden ausgerichteten Bohrsätzen ausgerüstet sind.
Geräte dieser
Art erlauben zwar das stirn- und flachseitige Bearbeiten von Werkstücken in einem Arbeitsgang, scheiden aber, bedingt durch die hohen Anschaffungskosten, für die meisten Betriebe aus und fin- den ausschliesslich für die Bearbeitung von Grossserien Einsatz.
Wird die Lösung der genannten Aufgabe mit einem kleineren, entsprechend preisgünstigeren
Gerät versucht, so ist es erforderlich, dass der sogenannte Bohrbalken dieser Maschine schwenkbar ausgeführt ist. Zwangsläufig führt diese konstruktive Lösung von umschwenkbaren Maschinen zu einer komplizierteren Bauart. Dazu kommt, dass der manuelle bzw. maschinelle Aufwand die Umstellung in Kauf genommen werden muss, der gleichermassen einen Zeitverlust darstellt und eine vergrösserte Anforderung an die Aufmerksamkeit des Bedienungspersonals mit sich bringt. Letztlich unterliegen die Geräte der genannten Bauart einem erhöhten Verschleiss, der zunächst an den Lagerstellen der schwenkbaren Bohrbalken auftritt und zu wachsenden Ungenauigkeiten im Arbeitsergebnis führt.
Eine Verbesserung des vorstehend beschriebenen Systems wird erzielt, indem die Führungsstücke, in denen die Bohrer gelagert sind, mit je zwei Bohrern ausgerüstet sind, die in einem Winkel von 900 zueinander versetzt sind. Bei Dübellochbohrmaschinen, die mit derartigen, sogenannten Zwillingsbohrköpfen ausgerüstet sind, erübrigt sich das Schwenken des Bohrbalkens zwischen 0 und 90 . Die über Kreuzführungen geführten Bohrbalken können in die flach-bzw. stirnseitige Arbeitsposition verschoben werden, so dass ohne Zeitverlust Bohrungen in zwei Ebenen möglich sind.
Da das Auflegen der Werkstücke auf die Bohrmaschine und das Abnehmen des fertig gebohrten Stückes zumeist von Hand erfolgt, ist es wünschenswert, möglichst viele Arbeitsgänge an dem Werkstück, das auf die Bohrmaschine aufgelegt wurde, vorzunehmen ; insbesondere wird vielfach das flächenseitige Bohren und die Bearbeitung an den beiden Stirnseiten gewünscht. Zu letzterem Zweck muss das Werkstück normalerweise händisch von der Bohrmaschine abgestapelt, um 1800 gewendet und der Bohrvorgang wiederholt werden. Die dabei anfallenden manuellen Tätigkeiten sind verhältnismässig aufwendig, da sie ein erneutes Ausrichten des Werkstückes bedingen.
Eine beträchtliche Einsparung des beschriebenen Aufwandes ist demgegenüber erzielbar, wenn sämtliche der genannten Bohrvorgänge in einem Arbeitsgang erfolgen können ; wenn also das Werkstück lediglich einmal ausgerichtet werden muss und in dieser Lage sämtliche Bearbeitungsschritte erfolgen können.
Die Aufgabe, deren Lösung sich die Erfindung zum Ziel setzt, besteht darin, eine Bohrmaschine zu schaffen, um ein Werkstück an drei Seiten, also beispielsweise flächenseitig und an den beiden Stirnseiten zu bearbeiten, ohne dass ein Abstapeln und Wenden des Werkstückes erforderlich wird. Die zu schaffende Maschine soll bei geringen Einstellzeiten und mit einfacher Bedienung
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arbeiten.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Bohrspindelbalken für das stirnseitige Bohren auf Führungsstangen Zwillingsbohrköpfe trägt, die auf diesen Führungsstangen in bekannter Weise seitlich verschiebbar und in gewählter Lage fixierbar sind, und die jeweils mit zwei auf einer i geraden liegenden, aber in entgegengesetzte Richtungen weisenden horizontalen Bohrern versehen sind, deren Antrieb in bekannter Weise über Winkelgetriebe mittels einer mehrkantigen Antriebs- welle erfolgt, und dass der Bohrspindelbalken mit den Zwillingsbohrköpfen unter die Arbeitsebene der Werkstückauflage absenkbar ist, aber in der Arbeitsebene mit horizontalem Vorschub in den zwei einander entgegengesetzten Richtungen der Bohrer bewegbar ist und bohrt.
Die erfindungsgemässe Ausstattung des Gerätes mit horizontal arbeitenden Zwillingsbohrköpfen ermöglicht es, beim Durchzug des Werkstückes an dessen beiden Seiten die stirnseitigen Bohrungen auszuführen, ohne dass das Abstapeln und Wenden erforderlich wird. Die Ausstattung des Gerätes mit den in vertikaler Ebene arbeitenden Bohrspindeln ermöglicht die Bearbeitung des Werkstückes an dessen Flächenseite.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass in der Arbeitsebene der Werkstückauflage zwei Anschlag- lineale vorgesehen sind, die abnehmbar bzw. aus der Arbeitsebene abklappbar sind, wobei die
Anschlaglineale normal zueinander ausgerichtet sind.
Die beschriebene Maschine, die in ihrer Dimensionierung ein mittelgrosses Gerät bleibt, bringt für das Bedienungspersonal eine bedeutende Arbeitserleichterung, verbunden mit einer beträchtli- chen Zeiteinsparung.
Die im folgenden beschriebenen Zeichnungen zeigen ein Beispiel einer erfindungs- gemässen Diibellochbohrmaschine. Die Erfindung beschränkt sich aber nicht auf das gezeigte
Beispiel ; dieses steht nur stellvertretend für alle denkbaren Ausführungsformen der Erfindung.
Die Fig. l und 2 zeigen je ein schematisch gehaltenes Schaubild einer erfindungsgemässen
Dübellochbohrmaschine.
In den Zeichnungen zeigt-l-ein Anschlaglineal für das Werkstück --6--. Das Anschlag-
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auf das Anschlaglineal-l-, ebenfalls in der Arbeitsebene der Werkstückauflage --10--, liegt ein zweites Anschlaglineal-12- (Fig. 2). Zum Fixieren des an einem Anschlaglineal-l bzw.
12-- ausgerichteten Werkstückes --6-- dienen die beispielsweise pneumatisch betriebenen Haltezylinder --5--.
Der Bohrspindelbalken --11-- mit den Bohrspindeln --3-- arbeitet mit vertikalem Vorschub.
Senkrecht auf die Vorschubebene dieses Bohrspindelbalkens --11-- und der Bohrspindeln --3-- ist
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--7-- der Zwillingsbohrköpfe --8-- ausgerichtet.- verschieblich und fixierbar. Die Verwendung von zwei Führungsstangen --9--, die beidseitig einer beispielsweise als Sechskantwelle gestalteten Antriebswelle für die Zwillingsbohrköpfe - verlaufen, gewährleistet ein verkantungsfreies Verschieben und sicheres Feststellen der Zwil- lingsbohrköpfe --8--. Der Antrieb der Bohrspindeln --3 bzw. 7-- erfolgt vorzugsweise über Winkelgetriebe.
Die Einrichtungen zum Ausrichten der Zwillingsbohrköpfe --8-- für die jeweils gewünschten Bohrbilder sind nicht gezeigt, da sie nicht Teil der Erfindung sind.
In einem Ausführungsbeispiel trägt der Bohrspindelbalken --11-- sechsundzwanzig Spindeln Bei einem Raster von 32 mm ergibt sich daraus ein Taktmass von 832 mm und somit ein ideales Teilmass für den Möbelbau. Der Hub des Bohrbalkens --11-- erfolgt über Gleichlaufgestänge, welche an den Bohrbalkenenden eingreifen und so eine verkantungsfreie Belastbarkeit ermöglichen.
In der ersten Arbeitsphase der flachseitigen Bearbeitung eines Werkstückes --6-- wird das
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--10-- desschlaglineals --1-- ist die Gewähr für ein präzises Anliegen des Werkstückes --6-- gegeben. Das ausgerichtete Werkstück --6-- wird in der Regel in diesem Fall nur flächenseitig bearbeitet. Während dieser Arbeitsphase sind die Zwillingsbohrköpfe --8-- unter die Arbeitsebene --10-- des Gerätes
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versenkt, der Bohrspindelbalken -11-- ist im Einsatz, um das flächenseitige lineare Bohrbild her- zustellen.
Ist eine Bohrreihe gebohrt, wird das Anschlaglineal-l- (das Anschlaglineal 12 ist dabei von der Maschine abgehoben) verschoben und an die hinteren Anschlagklötze angelegt und fixiert.
Nun kann durch Anheben der bzw. des Bohrspindelbalkens --11-- die zweite Lochreihe gebohrt werden.
Das Anschlaglineal-l-kann an der Rückseite der Maschine versenkt werden.
Zur Herstellung eines Möbelkorpusses wird das Anschlaglineal --12-- an der Maschine befe- stigt, wobei Vorrichtungen vorgesehen sind, die den korrekten Winkel bestimmen. Das Werkstück - wird, entlang des Anschlaglineals-12-ausgerichtet, an der ersten Auflage aufgelegt, wobei die Position des Werkstückes --6-- in bezug auf den Bohrbalken --11-- durch eigene nicht gezeigte
Anschläge bestimmt wird. Auf diese Art und Weise können nun im Durchschiebeverfahren an belie- bigen Stellen des Werkstückes --6-- Bohrlochreihen angebracht werden.
Die dazu passenden deckungsgleichen Bohrlöcher, die an den jeweiligen Stirnseiten des dazu passenden Werkstückes -6-- gebohrt werden, werden durch die Zwillingsbohrköpfe --8--, nachdem diese in die Arbeitsebene angehoben wurden, gebohrt.
Üblicherweise wird zuerst entgegen der Einschieberichtung gebohrt und dann werden die Lö- cher, nachdem das Werkstück -6- durchgezogen wurde, in einem zweiten Arbeitshub in die der ersten gegenüberliegenden Stirnseite, u. zw. in der Einschieberichtung gebohrt.
Flach- und stirnseitige Bohrungen können dabei auf verschiedenen Werkstücken --6--, oder auch, und das in einem Arbeitszug, auf dem gleichen Werkstück --6-- gebohrt werden.
Die notwendigen Auflage-und Haltevorrichtungen werden aus Gründen der Übersichtlichkeit in den Zeichnungen nur teilweise angedeutet.
Während des Bohrvorgangs wird das Werkstück --6-- mittels der Haltezylinder --5-- auf die Werkstückauflage-10-gepresst.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Dübellochbohrmaschine für den Möbelbau zum stirnseitigen und flachseitigen Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke mit mindestens einem mit vertikalen Bohrspindeln versehenen und mit vertikalem Vorschub arbeitenden Bohrspindelbalken für das flachseitige Bohren, und einem weiteren mit horizontalen Bohrspindeln versehenen und mit horizontalem Vorschub arbeitenden Bohrspindelbalken für das stirnseitige Bohren, mit einer Werkstückauflage und mit einer Anschlageinrichtung für das Werkstück, dadurch gekennzeichnet, dass der Bohrspindelbalken für das stirnseitige Bohren auf Führungsstangen (9) Zwillingsbohrköpfe (8) trägt, die auf diesen Führungsstangen (9) in bekannter Weise seitlich verschiebbar und in gewählter Lage fixierbar sind, und die jeweils mit zwei auf einer geraden liegenden,
aber in entgegengesetzte Richtungen weisenden horizontalen Bohrern (7) versehen sind, deren Antrieb in bekannter Weise über Winkelgetriebe mittels einer mehrkantigen Antriebswelle erfolgt, und dass der Bohrspindelbalken mit den Zwillingsbohrköpfen (8) unter die Arbeitsebene der Werkstückauflage (10) absenkbar ist, aber in der Arbeitsebene mit horizontalem Vorschub in den zwei einander entgegengesetzten Richtungen der Bohrer (7) bewegbar ist und bohrt.