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Die Erfindung betrifft einen Fussboden, welcher aus einem tragenden Boden, z. B. einem Altboden oder einer Betondecke, aus in Abstand über diesem angeordneten, die begehbare Fläche bildenden Blechplatten sowie aus einer zwischen dem tragenden Boden und den Blechplatten vorgesehenen, auf dem tragenden Boden ausgehärteten Polyurethanschaumstoffschicht besteht.
Bei den bekannten, in Leichtbauweise hergestellten Fussböden werden die Blechplatten durch tragende Elemente verschiedener Form in vorgegebenem Abstand auf und über dem tragenden Boden gehalten. Bei diesen tragenden Elementen handelt es sich um Beton-, Holz-oder Kunststoffleisten, um aus Kunststoff geformte Montageplatten, um Stützen mit geringem Querschnitt, wie Zylinder oder Kugeln, um in dem tragenden Boden eingetriebene Bolzen usw. Diese tragenden Elemente werden einzeln auf dem tragenden Boden angeordnet und verlegt. Dies erfordert einen hohen Lohnaufwand. Dieser steigt bei einer unebenen oder nicht horizontal verlaufenden Oberfläche des tragenden Bodens. Diese muss durch Auflegen von Kunststoffplatten, Ausspachteln u. dgl. egalisiert werden.
Die auf die tragenden Elemente aufgelegten Blechplatten sind mit diesen durch Schrauben, Nageln, Kleben und gegebenenfalls auch Schweissen verbunden. Auch dies erfordert Zeit- und damit Lohnaufwand. Bei nicht vollständiger Verbindung der Blechplatten mit den tragenden Elementen können sich die Blechplatten gegebenenfalls leicht durchbiegen und auch aneinander anschlagen. Dies führt zu Stoss-und Klappergeräuschen. Dies erfordert Massnahmen zur Geräusch- und Trittschalldämmung. Unter Umständen müssen zusätzlich auch wärmedämmende Massnahmen getroffen werden.
Bekannt ist ein Fussboden der eingangs genannten Gattung, bei dessen Herstellung Deckplatten, wie z. B. Blechplatten, durch Klötzehen od. dgl. in einem Abstand von der Rohdecke justiert und gehalten werden und darauf der Raum zwischen diesen Deckplatten und der Rohdecke ausgeschäumt wird (DE-OS 1779986). Bekannt ist weiter ein Verfahren zum Verlegen von Bodenbelägen auf einen Untergrund, wobei Nivellierlatten und Streifen aus Dämmstoff od. dgl. in Abständen auf diesen aufgelegt und die Zwischenräume mit flüssiger Schaummasse ausgegossen werden. Auf die reagierende und langsam aufsteigende Schaummasse wird der Bodenbelag aufgelegt (DE-OS 2148220).
Bei einem weiteren bekannten Verfahren zum Herstellen eines dämmenden Fussbodens wird eine Ausgleichsschicht mit einem Schaumgerät auf eine Rohdecke aufgeschäumt, und in die noch frische Ausgleichsschicht werden Kunststoffschaumplatten eingedrückt. Ein Fussbodenbelag wird sofort auf diesen befestigt (DE-PS Nr. 62676).
Bekannt ist schliesslich noch ein plattenförmiges Raumheizelement, z. B. für Bodenheizungen, aus einer Wärmedämmplatte, in Nuten der Platte eingelegten Heizrohren und einem auf die Wärmedämmplatte aufliegenden Wärmeleitblech, welches die Wärme auf einen darauf aufzubringenden Belag überträgt, wobei die Heizrohre in parallelen Schleifen verlegt sind (DE-AS 2346155 und DE-GM 1923137). Bei einer aus diesen Elementen aufgebauten Fussbodenheizung umschliessen die Wärmeleitbleche die Heizrohre annähernd formschlüssig, um damit einen guten Wärmeübergang zu erreichen. Mit dem grösseren Teil ihrer Fläche liegen die Wärmeleitblech jedoch flach auf den aus Polyurethanschaum bestehenden Wärmedämmplatten auf.
Eine aus diesen plattenförmigen Raumheizelementen aufgebaute Bodenheizung verlangt eine Einzelverlegung der einzelnen Elemente oder Platten. Die Platten verlangen ihrerseits einen ebenen Untergrund. In die Nuten der Platten sind die Heizrohre einzulegen. Dabei wird der Abstand der einzelnen Stränge der Heizrohrschleifen durch den Abstand und die Form der Nuten vorgegeben. Der Abstand der Stränge der Heizrohrschleifen kann daher nicht entsprechend den örtlichen Gegebenheiten und dem örtlichen Wärmebedarf frei gewählt werden. Auf die Wärmedämmplatten und die in deren Nuten befindlichen Heizrohre werden in einem weiteren Arbeitsgang die Wärmeleitblech aufgelegt. In einem noch weiteren Arbeitsgang müssen diese befestigt werden. Eine bekannte Bodenheizung dieser Art ist daher mit hohen Montagekosten verbunden.
In der Wahl der Belegungsdichte bzw. der Heizleistung pro Fläche ist man weiter beschränkt und auf die sich aus dem Abstand der Nuten ergebenden Werte festgelegt.
Hievon ausgehend stellt sich für die Erfindung die Aufgabe, einen Fussboden zu schaffen, der sich mit geringem Montageaufwand und damit niedrigen Kosten herstellen lässt und der seinem Erbauer grosse Freizügigkeit beim Bestimmen der Heizleistung pro Fläche entsprechend dem örtlichen Wärmebedarf lässt.
Die Lösung für diese Aufgabe ergibt sich bei einem Fussboden der eingangs genannten Gattung nach der Erfindung dadurch, dass in die Polyurethanschaumstoffschicht Kunststoffheizschläuche samt ihren Halterungen eingeschäumt sind.
Ein solcher Fussboden hat bei seiner Herstellung den Vorteil, dass das Verlegen und Befestigen von einzelnen Platten entfällt, wobei diese Platten an den Rändern des Bodens, bei unregelmässigen
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Bodenflächen usw. noch einzeln auf Mass geschnitten werden müssen. Die eingeschäumte Polyurethanschaumstoffschicht füllt unregelmässige Flächen u. dgl. ohne besonderen Aufwand aus. Ebenso geht sie sofort eine Bindung oder Haftung mit den die begehbare Fläche bildenden Blechplatten ein, so dass diese nicht besonders befestigt zu werden brauchen. Die die Kunststoffheizschläuche haltenden Halterungen, wie z.
B. auf Schienen od. dgl. aufgedrückte Bügel, lassen sich frei anordnen, so dass der Abstand benachbarter Kunststoffheizschläuche frei entsprechend dem örtlichen Wärmebedarf bestimmt werden kann.
Gleichzeitig bilden diese Halterungen Stützen für die Blechplatten. Durch die Wahl der Schichtdicke der die Kunststoffheizschläuche einschliessenden Polyurethanschaumstoffschicht lässt sich auch eine gute Vergleichmässigung der Wärmeabgabe an die Blechplatten erreichen, und eine örtliche Überhitzung wird vermieden.
In einer zweckmässigen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass dem Polyurethanschaumstoff wärmeleitende Stoffe, wie z. B. Sand, Kies, Metallteile, beigemischt sind.
Der erfindungsgemässe Fussboden vereint in sich somit die Vorteile verschiedener bekannter Konstruktionen. Der eine Vorteil ergibt sich aus der Polyurethanschaumstoffschicht, die auf Böden beliebiger Form aufgebracht werden kann und in sich tragende, wärmeleitende und verbindende Eigenschaften aufweist. Der weitere Vorteil liegt in dem Einschäumen der Kunststoffheizschläuche zusammen mit ihren Halterungen. Im Unterschied zu in Platten vorgesehenen Nuten lassen sich diese Halterungen frei anordnen und sind keinen Beschränkungen hinsichtlich ihrer Lage unterworfen. Damit lassen sich auch die Kunststoffheizschläuche mit einer Belegungsdichte anordnen, die ausschliesslich auf den örtlichen Wärmebedarf abgestimmt werden kann.
Das für die Herstellung der Polyurethanschaumstoffschicht benötigte Polyurethangemisch verschäumt zwischen dem tragenden Boden und den aufgelegten Blechplatten. Dabei wird das Polyurethangemisch, bezogen auf seine Sollhöhe, zweckmässig mit einem geringen Mengenüberschuss aufgegossen. Damit wird erreicht, dass der gesamte Raum zwischen dem tragenden Boden und den Blechplatten mit Sicherheit durch das Gemisch ausgefüllt wird. Hohlräume werden dadurch vermieden.
Die für die Herstellung des Polyurethangemisches erforderlichen Ausgangsbestandteile sind Handelsprodukte, die im Einstufen- oder auch Direktverfahren bzw. im Zweistufen- oder auch Präpolymerverfahren verarbeitet werden. Für die Zwecke der Erfindung werden Hartschaumstoffe benötigt, die vorwiegend nach dem Einstufenprozess aus der Isocyanat-Komponente und der Polyol-Komponente gewonnen werden. Als Isocyanat-Komponente wird neben Diisocyanatotoluol insbesondere 4, 4'-Diisocyanatodiphenylmethan eingesetzt, und als Polyol-Komponente werden gewöhnlich OH-Gruppen enthaltende Polyester oder Polyäther benutzt, die durch Zusatz einer genau dosierten Wassermenge das notwendige CO erzeugen. Dabei bilden sich kettenverlängernde Harnstoffgruppen.
Man arbeitet dabei zur Herstellung von Hartschäumen mit hohe OH-Zahlen aufweisenden Polyestern oder Polyäthern, die relativ stärker verzweigt sind. In der Regel werden zusätzlich Treibmittel, insbesondere Halogenalkane, mitverwendet. Es kann sich empfehlen, einen erfindungsgemässen Fussboden flammfest zu machen. Dann hat man die Möglichkeit, die flammfestmachenden Substanzen dem zu verschäumenden Gemisch aus Isocyanatund Polyol-Komponente direkt beizugeben.
Es gibt verschiedene Methoden, das Reaktionsgemisch zu schäumen. Grundsätzlich unterscheidet man die Giessmethode, bei der das Reaktionsgemisch vor dem Aufschäumen als Flüssigkeit vorliegt, die Vorschäummethode, bei der es bereits als blasenhaltige, sahnige Masse aus dem Mischkopf austritt, und die Spritzmethode, bei der es nach dem Austritt aus der Maschine in Form fein zerteilter Tröpfchen vorliegt. Die Spritzmethode ist für das Schäumen von Flächen besonders vorteilhaft und bietet sich dementsprechend für die Herstellung erfindungsgemässer Fussböden an.
Die mechanischen Eigenschaften von Polyurethan-Hartschaumstoff sind im wesentlichen abhängig von dem Raumgewicht bzw. der Enddichte des Hartschaumstoffes.
Neben den guten mechanischen Eigenschaften und der hohen Isolierfähigkeit des im erfindungsgemässen Fussboden vorgesehenen Polyurethanschaumstoffes ist dessen gute Haftung sowohl an Metall als auch auf Holz und auf vielen Kunststoff-Materialien hervorzuheben. Dies ist insbesondere von Vorteil bei Altbau-Renovierung, wenn man auf das Material des tragenden Bodens keinen Einfluss mehr nehmen kann.