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Die Erfindung betrifft einen Eisstock zum Eisschiessen, bestehend aus einem Handgriff, einem Gehäuse zur Halterung von Gleit- und von Bremselementen und einer, die Unterseite des Gehäuses abdeckenden Bodengleitplatte, die gegebenenfalls mit Gleitstoppeln versehen ist, wobei ein Teil der Gleitfläche von einer Bremseinrichtung gebildet ist, deren Bremsfläche auf einem Träger befestigt in axialer Richtung des Eisstockes gegenüber dem übrigen Gleitflächenbereich verschiebbar und entgegen einer Federbelastung mit einstellbarer Bremswirkung in das Gehäuse zurückdrückbar ist.
Eisstockschiessen ist ein weitverbreiteter Winter-Volkssport, der zweifellos nach dem Skisport zu den beliebtesten Wintersportarten zählt und in den nördlicheren Breiten von fast allen Altersklassen ausgeübt werden kann. In jedem Land wird dieser Volkssport nach verschiedenen Überlieferungen oder nach internationalen Regeln gehandhabt. Demgemäss gibt es auch die unterschiedlichsten Stockformen, die vom primitivsten Schneestock bis zum genormten Einheits-Eisstock reichen.
Auf dieser Basis werden neben den unterschiedlichsten Kampfspielen auch schon seit vielen Jahrzehnten reguläre Meisterschaften mit regionalem, nationalem und internationalem Charakter nach festgelegten Regeln durchgeführt. Für die Austragung dieser Meisterschaften wurde ein Eisstocktyp mit bestimmten Normen (Abmessungen und Gewicht) geschaffen, der unter der Bezeichnung"Einheitsstock" bekannt ist. Neben den Meisterschaften weitaus verbreiteter sind jedoch arrangierte Treffen zwischen den einzelnen"Moarschaften"und vor allem die täglichen Wettkämpfe, die in beinahe jeder kleinen Ortschaft ausgetragen werden. Bei allen diesen Austragungen werden die verschiedenartigsten Stockkonstruktionen verwendet.
Alle Eisstöcke haben jedoch den Nachteil gemeinsam, dass sie nur sehr umständlich und materialaufwendig an die in der Praxis mit der Temperatur sich ändernde Gleitfähigkeit des Eises angepasst werden können.
In der Natur wechselt der physikalische Zustand des Eises ständig und kann innerhalb von Viertelstunden enorme Unterschiede der Gleiteigenschaften bewirken. Das erfordert bei den Eisschützen eine ständige Umstellung, da jeder die notwendige Kraftdosierung individuell in allen Nuancen und in jeder Situation (Stellung) mit optimalst möglichem Geschick beherrschen soll. Um diesen naturbedingten Gegebenheiten einigermassen gerecht zu werden, hat man verschiedene Hilfsmittel vorgesehen, die sich jedoch als unzureichend und zu umständlich erwiesen haben. Sie erlauben auch keine Feinheiten in der Anpassung und irritieren nur allzu oft die Schützen in ihrer Treffsicherheit.
Durch die DE-AS 1936435 sind regulierbare Bremssysteme zur Anpassung der Gleitfähigkeit von Rollstöcken an die jeweiligen Bahnverhältnisse bekannt geworden. Dieses Bremssystem wird von einer ringförmigen, rotationssymmetrisch zu der Rollstockachse angeordneten Bürste gebildet, die durch eine in einem Langloch verschiebbare Schraubbefestigung höhenverstellbar ist. Diese Vorrichtung ist für eine Feinregulierung von Gleitvorgängen nicht oder nur unzureichend geeignet.
Bei einem durch die DE-OS 2431364 bekannt gewordenen Eisstock ist innerhalb einer, mit einer Lauffläche ausgestatteten Ringscheibe eine Zylinderscheibe höhenverstellbar geführt, die laufflächenseitig einen Belag aufweist, welcher schlechtere Laufeigenschaften als die Lauffläche der äusseren Ringscheibe besitzt und damit gegenüber der äusseren Ringscheibe eine Bremswirkung hat. Die Zylinderscheibe steht unter der Belastung einer Mehrzahl auf einem konzentrischen Umfangskreis gleichmässig verteilter Federn, welche die Ringscheibe in die Bremsstellung hinauszudrücken trachten.
Die bekannte Ausgestaltung des Bremssystems mit einer einzigen konzentrischen Bremsscheibe hat den Nachteil, dass beim Überfahren von Unebenheiten der Eisfläche die Bremsfläche zum Teil von der Eisfläche abgehoben wird, wodurch beim Wiederaufsetzen der Bremsfläche eine ruckartige Bremswirkung einsetzt. Ausserdem tritt durch das Abheben eines Teiles der Bremsfläche eine Kippwirkung sowie eine Schrägstellung der Bremsfläche gegenüber der übrigen Gleitfläche ein. Durch die erwähnte Schrägstellung wird eine Klemmwirkung ausgelöst, so dass die Grösse des Herausragens der Bremsfläche aus der Gleitfläche nur gering sein darf.
Durch die DE-PS Nr. 820106 ist ein Eisstock bekannt geworden, welcher zentrisch symmetrisch angeordnete Gleitknöpfe aufweist, die in einem Tragkörper federnd gelagert sind. Diese Gleitknöpfe können nicht zu Bremszwecken verwendet werden.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung von Massnahmen, durch welche die erwähnten Nachteile der bekannten Konstruktionen beseitigt werden. Dieses Ziel wird dadurch erreicht, dass beim Eisstock der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäss die Bremseinrichtung aus mehreren, vorzugsweise zwei bis sechs um die Achse des Eisstockes zentrisch symmetrisch angeordneten, unabhängig voneinander auf einer in der Achsrichtung des Eisstockes verstellbaren, gemeinsamen Halterung begrenzt verschiebbar angebrachten Bremsflächenträgern besteht, wobei für jeden Träger eine eigene Federung vorgesehen ist.
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Durch die Aufteilung der Bremsfläche können Federn mit einer wesentlich flacher verlaufenden Federcharakteristik als bei den bekannten Konstruktionen verwendet werden, da ein grösserer Federweg zur Verfügung steht. Hiezu kommt noch, dass im Gegensatz zu diesen Konstruktionen die Bremswirkung durch die Änderung der Grösse des Herausragens der Bremsfläche aus der Gleitfläche eingestellt wird, und nicht durch Änderung der Vorspannung in der Feder, so dass beim Aufsetzen der Bremsfläche auf das Eis jedesmal die Bremswirkung von einer vorgegebenen, nur geringen Anfangsbremskraft aus bis zur vollen Wirkung gesteigert wird.
Um den Verstellweg der Bremsflächenträger in einfacher Weise begrenzen zu können, wird nach einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgeschlagen, dass die Halterung aus einem z. B. sternförmigen Trägerteil besteht, in welchem Kopfbolzen befestigt sind, auf denen die Bremsflächenträger mit dem Absatz einer mittigen Bohrung entgegen dem Druck einer zwischen ihrer Oberseite und dem Trägerteil eingelegten Feder höhenverstellbar aufsitzen.
Schliesslich wird zur Einstellung der Ausgangslage der Bremsflächenträger vorgeschlagen, dass in vorteilhafter Weise die Halterung einen an sich bekannten zentralen Rohrstutzen mit Innengewinde aufweist, in den eine Schraubspindel zur Verstellung der Halterung einschraubbar ist, welche Schraubspindel mit einer durchgehenden Bohrung versehen ist, die ein Schaft des Handgriffes durchsetzt, und dass der Griffschaft mit seinem mit einem Gewinde versehenen freien Ende in die sich mit dem Randbereich ihrer oberen Fläche am Gehäuse anstützende Bodenplatte eingeschraubt ist, wodurch sowohl die Bodenplatte am Eisstock festgelegt als auch die Halterung durch Lagerung des Handrades zwischen Griff und Oberseite des Gehäuses gegen eine Axialverschiebung im Gehäuse gesichert ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen, ausgebildeten Einheits-Eisstockes im Vertikalschnitt dargestellt.
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--2--,- und einem Stahlring --5-- ausgerüstet.
Die mechanische Bremsvorrichtung, die mittels einem randrierten Handrad --6-- nach einer Stricheinteilung --7-- oder nach einer sonstigen Einrichtung stufenlos in Mikro-Nuancen verstellbar ist, ist im Deckgehäuse --2-- und in der Bodengleitplatte --3-- eingebaut. Sie besteht aus einer Schraubspindel --8-- mit einem Handrad --6-- und einem Aussengewinde --9--, einer im Grundriss sternförmigen Halterung --10-- mit einer Innengewindebuchse zur verstellbaren Verbindung mit dem dazugehörigen Aussengewinde --9-- der Schraubspindel --8-- und mit Gewindelöchern zur Aufnahme von zwei bis sechs
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in jedem Einzelfall.
Durch die Schraubspindel --8-- ist der Griffschaft-17-- mit Gewindeende als Teil des Handgriffes-l-zur Verschraubung mit der Bodengleitplatte --3-- hindurchgeführt. Das Handrad --6-- ist mit einem fest verbundenen Zeiger --7-- ausgestattet, der mit einer Stricheinteilung --7-- zusammenwirkt.
Der erfindungsgemässe Eisstock besitzt wie beschrieben zwei bis sechs, u. zw. zweckmässig zwei, drei, vier oder sechs in einem Teilkreis angeordnete Bremsflächenträger --13--. Die Bremsbeläge --14-- der Träger --13-- bestehen in der Regel aus organischen oder anorganischen Filzprodukten beliebiger Art und Form (auch Bürsten), aus diversen Kunststoff- oder Gummiarten oder aus Kork. Der Querschnitt der Bremsflächenträger ist im allgemeinen kreisförmig, jedoch kommen fallweise auch elliptische oder beliebige eckige Querschnitte in Betracht. An Stelle der erwähnten mechanischen Mittel für die Einstellung des Bremssystems können hydraulische oder pneumatische Mittel treten.
Bei pneumatischen Mitteln ist die Kraftübertragung auf das Bremssystem überaus weich und die Bremsflächenträger reagieren auf Bodenunebenheiten mit extremer Elastizität und unter gegenseitigem Ausgleich. Der erfindungsgemässe Eisstock hat neben der einfachen, aber mit äusserster Präzision einstellbaren Lauftechnik weiters auch noch eine bahnschonende, bahnreinigende und auch stossdämpfende Wirkung. Die durchgeführten Testversuche brachten Ergebnisse, die von Fachleuten auf diesem Gebiet als hervorragend und gänzlich neuartig bezeichnet werden. Natürlich können auch Eisstöcke mit einer geringeren als der maximalen Gleitfähigkeit mit dem Bremssystem ausgerüstet werden.
Im allgemeinen wird man aber die Lauffläche mit
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maximaler Gleitfähigkeit ausstatten, da ja durch das Bremssystem ohnedies jede beliebige geringere Gleitfähigkeit eingestellt werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Eisstock zum Eisschiessen, bestehend aus einem Handgriff, einem Gehäuse zur Halterung von Gleit- und von Bremselementen und einer, die Unterseite des Gehäuses abdeckenden Bodengleitplatte, die gegebenenfalls mit Gleitstoppeln versehen ist, wobei ein Teil der Gleitfläche von einer Bremseinrichtung gebildet ist, deren Bremsfläche auf einem Träger befestigt in axialer Richtung des Eisstockes gegenüber dem übrigen Gleitflächenbereich verschiebbar und entgegen einer Federbelastung mit einstellbarer Bremswirkung in das Gehäuse zurückdrückbar ist, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Bremseinrichtung aus mehreren, vorzugsweise zwei bis sechs um die Achse des Eisstockes zentrisch symmetrisch angeordneten, unabhängig voneinander auf einer in der Achsrichtung des Eisstockes verstellbaren, gemeinsamen Halterung (10)
begrenzt verschiebbar angebrachten Bremsflächenträgern (13) besteht, wobei für jeden Träger (13) eine eigene Federung (15) vorgesehen ist.