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Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums zum Aufbringen auf den Boden mit einem Gehalt an oberflächenaktiven Stoffen.
In der Literatur sind schon Bodenkonditionierungsmittel mit oberflächenaktiven Eigenschaften beschrie- ben (z. B. brit. Patentschrift Nr. 889, 216), die mittelmässigvernetzte Kondensationsprodukte. darstellen, was durch das Opalisieren von deren wässerigen Lösungen bewiesen erscheint. Diese Mittel werden in verhält- nismässig konz. Lösungen - und daher hoher Viskosität - in den Boden eingebracht, wo sie in situ konden- siert werden und wobei die Bodenteilchen aggregieren und damit die Erosionswirkung des Windes ver- mindern. Auf Grund des Stickstoffgehaltes der bekannten Kondensationsprodukte, z. B. aus Harnstoff und
Formaldehyd, wird eine ähnliche Nährwirkung wie bei der gleichen Menge von Ammonnitrat-Kunstdünger erzielt.
Ziel der Erfindung sind Mittel, die die vegetative Entwicklung und/oder den Ertrag von Nutzpflanzen gün- stig beeinflussen, zum einfachen Aufbringen auf den Boden geeignet sind und auf Grund ihrer oberflächen- aktiven Eigenschaften sich an Phasengrenzflächen anreichern und dort die Oberflächenspannung verringern.
Sie haben kationenaktiven oder potentiell kationenaktiven Charakter und weisen eine oder mehrere reaktions- fähige Gruppen auf, die in saurem Medium und/oder bei erhöhter Temperatur zur Bildung raumvernetzter unlöslicher Produkte führen. Potentiell kationenaktiv ist eine Verbindung, die durch Säureaddition in eine Verbindung mit einer kationenaktiven Gruppe übergeht.
Die Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums zum Aufbringen auf den Boden mit einem Gehalt an oberflächenaktiven Stoffen gemäss der Erfindung sind dadurch gekennzeichnet, dass die oberflächenaktiven
Stoffe Kondensationsprodukte bzw. Derivate solcher Kondensationsprodukte sind, die durch Kondensation von a) mindestens einem Amin aus der Gruppe :
Äthylendiamin, Diäthylentriamin, Guanidin, Dicyandiamid,
Harnstoff, Phenylendiamin, Propylendiamin, Dipropylendiamin, N-Aminoäthylen-alkylamin, N-Ami- nopropylen-alkylamin, 1- Aminoäthylimidazolin, 1- Aminoäthyl-2-alkylimidazolin und b) Aldehyden oder c) Alkandihalogeniden oder Alkantrihalogeniden, in welchen die Alkangruppe höchstens 18 Kohlenstoff- atome enthält und 2 Halogenatome höchstens durch 10 Kohlenstoffatome voneinander getrennt sind, er- halten worden sind und hauptsächlich Amin-Endgruppen aufweisen sowie wasserlöslich sind, ferner
Derivate dieser Kondensationsprodukte, bei denen die Amin-Endgruppen vollständig oder teilweise al- kyliert oder mit einer Carbonsäure zu Alkancarbonsäure-amidgruppen umgewandelt worden sind,
ferner die mit Salzsäure oder Essigsäure ganz oder teilweise protonierten Derivate dieser Konden- sationsprodukte, wobei der Wirkstoff mit andern auf den Boden oder die Pflanzen wirkenden Stoffen und/oder inerten Verdünnungsmitteln kombiniert sind.
Ein Teil dieser Kondensationsprodukte und deren Herstellung sind in dem Buch von K. Lindner, Tenside, Textilhilfsmittel, Waschrohstoffe, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart [1964], auf den S. 1058 bis 1060, beschrieben. Die Herstellung dieser Produkte kann in an sich bekannter Weise erfolgen.
Das erfindungsgemässe Mittel kann zusätzlich anionische und/oder nichtionische und/oder kationische oberflächenaktive Stoffe enthalten.
Das erfindungsgemässe Mittel kann ferner bodenstabilisierende Flockungsmittel, wie Alginate oder deren Derivate, Cellulose- oder Stärkederivate, Carboxymethylcellulose, Cellulose- oder Stärkeätherderi- vate, Stärkeester, hydrolysiertes Polyacrylnitril, Polyacrylsäure oder deren Salze, Polyacrylamid, Acryl- amid- und Acrylsäurecopolymeren oder deren Salze, Polyvinylacetat, Copolymeren von Vinylacetat und Maleinsäureanhydrid, Polyvinylalkohol, lineare Carbamid-Formaldehyd-Harze, Polymethacrylsäure, Polyvinylpyrrolidon oder sulfonierte Harze enthalten.
Vorzugsweise ist der Wirkstoff auf organische oder anorganische Trägerstoffe adsorbiert bzw. aufgebracht.
Als Träger und Verdünnungsmittel können inerte Pulver mineralischen Ursprungs, beispielsweise Diatomeenerde, Quarzmehl, Bentonit bzw. Kaolin, Pulver geeigneter natürlicher organischer Substanzen, beispielsweise Torf, Humus, Mahlgut von Schalen von Steinobstkernen, Mahlgut von Kuttelfischpanzern und Knochenmehl, und künstlich hergestellte anorganische Stoffe, beispielsweise Kalksteinmehl, Kreidepulver, aktivierte Bentonite, Kieselgele, die bei der Phosphatkunstdüngerherstellung zurückbleibende kieselsäure- reiche Mutterlauge bzw. das daraus zu gewinnende Gel, dienen.
Die in den erfindungsgemässen Mitteln enthaltenen oberflächenaktiven Stoffe werden vom Boden gebunden.
Die Bindung an den Boden ist aus mehreren Gründen wichtig : a) Die Struktur sowie der Wasser- und Lufthaushalt des Bodens können günstig beeinflusst werden. Der
Boden wird krümelig bzw. die Undurchlässigkeit der Krümelchen steigt bedeutend an. In den tiefer liegenden Bodenschichten kann ein Versickern des Wassers verhindertundin der obersten Schicht das
Verdunsten und Austrocknen vermindert werden ; damit kanndienutzbarewasserkapazitäterhöhtwer- den.
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Schon dadurch allein, dass die von den Pflanzen nutzbare Wassermenge im Boden grösser wird und längere Zeit zur Verfügung steht, werden natürlich das vegetative Wachstum der Pflanzen und/oder der Ertrag gesteigert, insbesondere bei Trockenheit. b) Infolge der Verminderung der Oberflächenspannung wird die Nährstoffaufnahme wesentlich erhöht.
Bei Mais konnte beispielsweise im Falle von mit 14C markiertem Alanin eine Steigerung der Nähr- stoffaufnahme um 24% beobachtet werden. c) Es ist überraschend, dass die erfindungsgemässen Mittel an den Boden gebunden auch auf die Funktion der Bodenbakterien vorteilhaft einwirken. Nach dem Aufbringen auf den Boden steigert sich die Akti- vität der Bakterien (in einzelnen Fällen sogar um 20%) und die erhöhte Aktivität hält 6 bis 12 Wochen an. Am Ende des sechsten Monats ist sie immer noch um 10% höher, danach geht sie allmählich auf den ursprünglichen Wert zurück, unterschreitet diesen aber auch im weiteren Verlauf nicht.
Die Er- höhung der Aktivität der Bodenbakterien wirkt sich natürlich ebenfalls auf die Lebensprozesse der
Pflanzen aus und trägt zur Steigerung des vegetativen Wachstums und/oder des Ertrages bei. d) Die Bindung der oberflächenaktiven Stoffe an den Boden ist auch deshalb wichtig, weil sie nur im ge- bundenen Zustand eine anregende bzw. stimulierende Wirkung auf die Pflanzen ausüben. Es ist anzu- nehmen, dass zwischen den erfindungsgemässen Mitteln und einzelnen Bodenkomponenten eine solche
Wechselwirkung zustandekommt, durch welche der an den Boden gebundene Wirkstoff mit dem Boden zusammenwirkend die Entwicklung und/oder den Ertrag der Pflanzen steigert. Es wurde nämlich fest- gestellt, dass die erfindungsgemässen Mittel im an Böden gebundenen Zustand die Lebensprozesse der
Pflanzen anregen, nicht jedoch in wässeriger Lösung.
Durch die Wirkstoffe werden die Photosynthese (s. Tabelle 1), die Assimilation (s. Tabelle 2) sowie der Nucleinsäuregehalt der Pflanzen, u. zw. sowohl der an der DNS als auch der an der ribosomalen RNS (s. Tabelle 3) gesteigert.
Tabelle 1
Wirkung des im Beispiel 2 beschriebenen Wirkstoffes auf die Hill-Aktivität der Mais-chloroplasten
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<tb>
<tb> Zugegebene <SEP> Menge
<tb> in <SEP> bindiger <SEP> bzw. <SEP> schwerer
<tb> kg/ha <SEP> Sandboden <SEP> Boden
<tb> 0 <SEP> 230 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 48 <SEP> 258 <SEP> : <SEP> I <SEP> : <SEP> 37 <SEP>
<tb> 3 <SEP> 266 <SEP> ¯ <SEP> 66 <SEP> 231 <SEP> : <SEP> I <SEP> : <SEP> 24 <SEP>
<tb> 10 <SEP> 285 <SEP> 30 <SEP> 268 <SEP> 30 <SEP>
<tb>
Tabelle 2 Wirkung des im Beispiel 4 beschriebenen Wirkstoffes
EMI2.2
EMI2.3
<tb>
<tb> Gebundenes <SEP> CO
<tb> x
<tb> in
<tb> Wirkstoffzugabe <SEP> Mol <SEP> CO2/dm2 <SEP> Blattoberfläche <SEP> x <SEP> h
<tb> in <SEP> bindiger <SEP> bzw. <SEP> schwerer
<tb> kg/ha <SEP> Sandboden <SEP> Boden
<tb> 0 <SEP> 8,7 <SEP> 1, <SEP> 1 <SEP> 9, <SEP> 1 <SEP> :
<SEP> E <SEP> 1, <SEP> 8
<tb> 3 <SEP> 9,2 <SEP> ¯ <SEP> 1,3 <SEP> 10,8 <SEP> ¯ <SEP> 1,3
<tb> 10 <SEP> 9,4 <SEP> ¯ <SEP> 1,3 <SEP> 10,8 <SEP> ¯ <SEP> 1,3
<tb> 30 <SEP> 9, <SEP> 7 <SEP> ¯ <SEP> 1,1 <SEP> 10,4 <SEP> ¯ <SEP> 1,2
<tb> 100 <SEP> 8,9 <SEP> ¯ <SEP> 1,5 <SEP> 10,2 <SEP> ¯ <SEP> 1,8
<tb>
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Tabelle 3 Nucleinsäuregehalt der Keime von Mais, welcher auf mit dem im Beispiel 7 beschriebenen Wirkstoff behandelten Böden angebaut wurde
EMI3.1
<tb>
<tb> Nucleinsäuregehalt
<tb> in
<tb> mg/g
<tb> Dosierung
<tb> in
<tb> kg/ha
<tb> 0 <SEP> 5
<tb> Sandboden
<tb> Versuch <SEP> 1 <SEP> 0,89 <SEP> 1, <SEP> 07
<tb> Versuch <SEP> 2 <SEP> 0,93 <SEP> 1, <SEP> 12 <SEP>
<tb> Durchschnitt <SEP> 0,910 <SEP> 1,095
<tb> Bindiger <SEP> bzw.
<SEP> schwerer
<tb> Boden
<tb> Versuch <SEP> 1 <SEP> 1,01 <SEP> 1, <SEP> 15 <SEP>
<tb> Versuch <SEP> 2 <SEP> 0,82 <SEP> 1, <SEP> 08
<tb> Durchschnitt <SEP> 0,915 <SEP> 1, <SEP> 115 <SEP>
<tb>
Aus dem Obigen ist festzustellen, dass die Wirkung der erfindungsgemässen Mittel komplexistunddie einzelnen Wirkungen sich bei der Ausbildung des endgültigen Ergebnisses synergistisch zusammensetzen.
In der folgenden Tabelle 4 ist die anregende Wirkung eines oberflächenaktiven Stoffes der erfindungsgemässen Mittel der Wirkung von aus dem Schrifttum bekannten klassischen Bodenverbesserungsmitteln gegenübergestellt. Es ist der Mehrertrag an Mais auf Sandböden und auf braunen Waldböden angegeben.
Tabelle 4
EMI3.2
<tb>
<tb> Mais <SEP> ertrag <SEP>
<tb> Wirkstoffzugabe <SEP> in <SEP> %, <SEP>
<tb> in <SEP> bezogen <SEP> auf <SEP> den <SEP> unbehandelten <SEP> Blindeiher <SEP> Menge <SEP> von <SEP> bzw. <SEP> Kontrollversuchsboden <SEP>
<tb> einer <SEP> Menge <SEP> von. <SEP>
<tb>
1 <SEP> kg/ha <SEP> Sandboden <SEP> brauner <SEP> Waldboden
<tb> Ein <SEP> in <SEP> erfindungsgemässen <SEP> Guanidin-FormaldehydMitteln <SEP> enthaltener <SEP> -Kondensat <SEP>
<tb> wasserlöslicher <SEP> Wirkstoff <SEP> (Beispiel <SEP> 2) <SEP> 180 <SEP> 128
<tb> Carboxymethylcellulose <SEP> 119 <SEP> 86
<tb> Sulfoniertes <SEP> Harz <SEP> 119 <SEP> 81
<tb> Bekannte <SEP> Präparate <SEP> Natriumpolyacrylat <SEP> 81 <SEP> 103
<tb> Polyacrylamid <SEP> 80 <SEP> 90
<tb> Durchschnitt <SEP> 100 <SEP> 90
<tb>
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Aus der Tabelle 4 ist ersichtlich, dass die bekannten Bodenverbesserungsmittel auf Sandböden Im Durchschnitt keine ertragssteigernde Wirkung haben (durchschnittlicher Ertrag 100%) und auf Waldböden eine negative Wirkung ausüben (Durchschnitt : 90%). Mit den oberflächenaktiven Stoffen der erfindungsgemässen Mit-
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erreicht.
Obwohl nach der herrschenden technischen Auffassung die oberflächenaktiven Stoffe im allgemeinen zur biologischen Anregung ungeeignet sind, wirken die in den erfindungsgemässen Mitteln enthaltenen oberflächen- aktiven Stoffe nicht phytotoxisch, sondern führen im Gegenteil zu beschleunigtem Wachstum der Pflanzen und zu einer Erhöhung des Ertrages.
Eine solche Beeinflussung des Wassergehaltes der Böden, mit welcher neben der Erhöhung und Bewahrung des nutzbarenWassergehaltes auch die Aktivität der Bodenbakterien erhöht und eine direkte und vorteilhafte biologische Wirkung auf die Pflanzen ausgeübt werden kann, ist ein überraschendes Ergebnis.
Die Erfindung wird an Hand der folgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel l : Die eine Hälfte einer Versuchsparzelle, die einen zu 85% aus Quarzit bestehenden Sandboden (Bodenschichtdicke : 50 bis 70 cm, Grundwasserspiegel 1, 5 bis 2,0 m) hatte, wurde nicht behandelt und auf die andere Hälfte wurden 5 kg/ha eines auf einen (inerten) Kieselgurträger aufgebrachten Wirkstoffes (Dicyandiamid-Acetaldehyd-Kondensat) gestreut.
Der Wirkstoff ist wie folgt hergestellt worden : Es wurden in einen emaillierten Duplikator 140 l Wasser gefüllt und 1, 5 kMol Acetaldehyd, danach 2,6 kMol Dicyandiamid und schliesslich 2,4 kMol Natriumacetat zugesetzt. Die Temperatur wurde auf 80 bis 100 C erhöht und 20 min lang konstantgehalten. Danachwerden erneut 1, 2 kMol Acetaldehyd in den Reaktionsraum eingebracht und anschliessend wurde das Produkt noch 1 h zum Sieden erhitzt. Als die Viskosität der Substanz 90 bis 120 cP betrug, wurde die Umsetzung beendet. War die vorgeschriebene Viskosität noch nicht erreicht, dann wurde das Erhitzen zum Sieden so lange fortgesetzt, bis sie erreicht war.
Das erhaltene Endprodukt bestand aus Einheiten der Formel
EMI4.2
EMI4.3
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und hatte ein durchschnittliches Molekulargewicht von 4000 bis 5000.
Die Blindversuchsparzelle wurde gleichzeitig mit der Behandlung der Versuchsparzelle mit 150 l/ha reinem Wasser besprüht. Der Boden wurde mit Setzlingen von Kecskeméter Zwergtomaten der Sorte K-42-X
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Sorte MV-620 nach dem Quadratpflanzverfahren angebaut. Die bei der Verwendung derverschiedenen Kunstdünger erzielten Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle 5 zusammengestellt.
Tabelle 5
EMI5.3
<tb>
<tb> Ertrag <SEP> in <SEP> %,
<tb> bezogen <SEP> auf <SEP> die <SEP> BlindverKunstdünger <SEP> suchsparzelle
<tb> Ohne <SEP> Kunstdünger, <SEP> nur
<tb> Guanidin- <SEP> Formaldehyd- <SEP>
<tb> Kondensat <SEP> 118
<tb> Superphosphat <SEP> 128,5
<tb> Kalisalz <SEP> 120,7
<tb> NPK <SEP> 115,2
<tb> Ammonsalpeter <SEP> 121,8
<tb> Kalksalpeter <SEP> 125, <SEP> 1 <SEP>
<tb>
Aus der Tabelle 5 ist ersichtlich, dass die oberflächenaktiven Stoffe der erfindungsgemässen Bodenverbesserungsmittel die Kunstdünger nicht ersetzen und von diesen unabhängig ihre Wirkung ausüben. Bei gleichzeitigem Aufbringen kommt auch die Wirkung der Kunstdünger zur Geltung, wobei manchmal auch eine synergistische Wirkung auftritt.
Beispiel 4 : DerVersuch wurde auf einem aufLösslehm liegendenalkalischenBoden mit einer Schicht- dicke von 85 cm durchgeführt. Zusammensetzung des Bodens : 1, 68% Calciumcarbonat, 0, 75% Humus, 1, 07%
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Juni, 14 mm im Juli und 7 mm im August. Nach dem Tiefpflügen im Herbst und der Bodenkultivierung im Frühjahr wurde die Parzelle mit einer Lösung von 1 kg/ha eines Wirkstoffes (Dicyandiamid-FormaldehydKondensat) in 150 l/ha Wasser besprüht. Das Dicyandiamid-Formaldehyd-Kondensat ist ähnlich wie das im Beispiel 1 beschriebene Dicyandiamid-Acetaldehyd-Kondensat hergestellt worden.
Die Blindversuchsparzelle erhielt 150 l/ha reines Wasser. Die Wirkstofflösung bzw. das Wasser wurden 10 cm tief in den Boden eingearbeitet, danach wurde mit einer Handsäemaschine Mais der Sorte MV-620 gesät. In der behandelten Parzelle war der Ertrag an Maisstroh um 11% und der an Körnern um 21% höher als in der Blindversuchsparzelle.
Beispiel 5: Dieser Versuch wurde auf einem auf Löss liegenden 60 bis 70 cm dicken, carbonathal- tigen braunen Waldboden der folgenden Zusammensetzung durchgeführt : 1, 62% Humus, 1, 85% NH4 und 0, 80% NOg. Nach dem Tiefpflügen im Herbst und dem Eggen im Frühjahr wurden 10 kg/ha eines Kondensates von Diäthylentriamin und Acetaldehyd in einem Molverhältnis von 1 : 1 mit 15% N-Laurylendgruppen enthaltend, in Lösung in 150 l/ha Wasser als Bodenverbesserungsmittel aufgebracht, versprüht.
Der Wirkstoff ist wie folgt hergestellt worden : Es wurden in einem emaillierten Duplikator 2 kMol Di- äthylentriamin und 0, 3 kMol Dodecylamin in 600 kg Toluol gelöst. Die Lösung wurde auf 700C erwärmt und
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danach wurden unter sorgfältiger Beibehaltung der Temperatur nach und nach 2,0 kMol Acetaldehyd zuge- setzt, wobei 5 kMol Ammoniak durch die Flüssigkeit hindurchgeleitet wurden. Anschliessend wurde die Temperatur auf 1000C erhöht und das Reaktionsprodukt wurde 15 bis 20 min lang auf dieser Temperatur gehalten.
Danach wurde das Toluol unter Vakuum abgetrieben. Das durchschnittliche Molekulargewicht betrug 700.
Die Blindversuchsparzelle wurde mit 150 l/ha wirkstofffreiem Wasser besprüht. In der Parzelle wurde Mais der Sorte MV-620 nach demQuadratpflanzverfahren angebaut. Von der behandelten Parzelle wurde eine um 39,3% höhere Ernte als von der Blindversuchsparzelle eingebracht.
Beispiel 6 : Es wurde mit dem im Beispiel 5 beschriebenen Boden und unter gleichen Anbaubedingun- gen gearbeitet. Die Versuchsparzelle wurde in 5 Teile unterteilt. Ein Teil wurde als Blindversuchsparzelle belassen und die verbliebenen 4 Teile wurden mit einem solchen Diäthylentriamin-Formaldehyd-Kondensat, dessen eine Endgruppe über eine Säureamidbindung gebunden war, und bekannten Polyacrylamid-Bodenverbesserungsmitteln behandelt.
Der Wirkstoff ist wie folgt hergestellt worden : Es wurden 6 kMol Diäthylentriamin und 6 kMol Buttersäure in einen emaillierten Duplikator gefüllt und unter ständigem Rühren langsam auf 1500C erhitzt. Das Reaktionsgemisch wurde unter ständigem Absaugen so lange auf dieser Temperatur gehalten, bis die Säu- rezahl den Wert von 10 nicht unterschritt. Nach dem Kühlen auf 360C wurden unter ständigem Rühren 11,92 kMol genau auf einen pH-Wert von 8,5 eingestellter Formaldehyd zugesetzt. Der pH-Wert des Reaktionsgemisches wurde ständig kontrolliert und auf dem angegebenen Wert gehalten.
Unter kräftigem Rühren wurde das Reaktionsprodukt 3 b lang auf einer Temperatur von 400C gehalten. 80 bis 85% des Endproduktes hatten die Formel
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und 15 bis 20% des Endproduktes hatten die Formel
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Das durchschnittliche Molekulargewicht betrug 225.
Bei der Behandlung wurde zunächst der oberflächenaktive Stoff aufgebracht, u. zw. auf einem Gel, das aus einer bei derPhosphatkunstdüngerherstellung anfallenden Mutterlauge hergestellt worden ist, und danach wurden 150 l/ha einer das bekannte Bodenverbesserungsmittel enthaltenden Lösung versprüht. In der Blindversuchsparzelle wurde Kieselgel ohne reaktionsfähiges Tensid gestreutund reines Wasser gesprüht. Es wurde Roggen angebaut.
Die erreichten Erträge sind in der folgenden Tabelle 6 zusammengestellt.
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Tabelle 6
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<tb>
<tb> Mehrertrag <SEP> in <SEP> %,
<tb> bezogen <SEP> auf <SEP> die <SEP> unbeWirkstoffe <SEP> handelte <SEP> Parzelle
<tb> 10 <SEP> kg/ha <SEP> DiäthylentriaminFormaldehyd-Kondensat
<tb> mit <SEP> Butyrylendgruppe <SEP> 20,7
<tb> (oberflächenaktiver <SEP> Stoff
<tb> nach <SEP> diesem <SEP> Beispiel)
<tb> 10 <SEP> kg/ha <SEP> DiäthylentriaminFormaldehyd-Kondensat
<tb> mit <SEP> Butyrylendgruppe <SEP> 25,9
<tb> (oberflächenaktiver <SEP> Stoff
<tb> nach <SEP> diesem <SEP> Beispiel) <SEP> +
<tb> + <SEP> 5 <SEP> kg/ha <SEP> Polyacrylamidbodenverbesserungsmittel
<tb> 1 <SEP> kg/ha <SEP> DiäthylentriaminFormaldehyd-Kondensat
<tb> mit <SEP> Butyrylendgruppe <SEP> 4,4
<tb> (oberflächenaktiver <SEP> Stoff
<tb> nach <SEP> diesem <SEP> Beispiel)
<SEP> +
<tb> + <SEP> 2 <SEP> kg/ha <SEP> Polyacrylamidbodenverbesserungsmittel
<tb>
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und 10% des Wirkstoffes hatten die Formel
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100 kg des Wirkstoffes wurden mit etwa 500 kg Neuburger Kreide mit Teilchengrössen unter 6, 3 J. 1 und danach mit 1, 5 kg Hexaglykollaurylester verarbeitet. Der Ester bewirkte, dass das feste Sprühmittel in Suspension gehalten wurde.
Es wurde eine 5% igue Suspension hergestellt, von der 100 l/ha im März auf den Boden versprüht wurde.
Die Blindversuchsparzelle erhielt 100 l/ha reines Wasser. Wirkstoff bzw. Wasser wurden nach der Berieselung 6 cm tief in den Boden eingearbeitet. Es wurden Futtererbsen angebaut. In den behandelten Parzellen wurde ein Mehrertrag von 17% erhalten.
Beispiel 9 : Der Versuch wurde auf lehmigem Sandboden (Bindigkeitszahl : 36) durchgeführt. Der Humusgehalt betrug 1, 1% und der Grundwasserspiegel lag bei 2, 0 bis 2, 5 m. Das Wetterwar trockenundwarm.
Während der Vegetationszeit fielen insgesamt 118 mm Niederschlag, u. zw. 50 mm im April, 35 mm im Mai, 9 mm im Juni, 16 mm im Juli und 8 mm in der ersten Hälfte vom August. Die Durchschnittstemperatur war im April 11, 4 C, im Mal16, 6 C, im Juli 20, l C, im Juli 22, 3 C und in der ersten Hälfte vom August 22, 5 C.
Der Boden wurde mit einem Harnstoff-Guanidin-Formaldehyd-Kondensationsprodukt behandelt.
Der Wirkstoff ist wie folgt hergestellt worden : Der pH-Wert von 10 kMol Formaldehyd wurde auf genau 8,5 eingestellt und danach wurde eine Lösung von 5 kMol Harnstoff in 500 1 Wasser zugesetzt. Der pH-Wert wurde auf dem angegebenen Wert und die Temperatur auf 400C gehalten. Die Zugabe dauerte 1 h. Das Reaktionsgemisch wurde weitere 3 h bei der angegebenen Temperatur gerührt und danach wurde eine Lösung von 5 kMol Guanidin in 500 l Wasser zugegeben. Die Reaktion wurde durch ständige Probeentnahme kontrolliert und dann abgebrochen (durch Erhöhen des pH-Wertes auf 10 und Abkühlen auf 5 C), wenn die ersten wasserunlöslichen Niederschläge auftraten. Nach dem Abbrechen der Reaktion wurde das Gemisch 2 Tage bei niedriger Temperatur stehengelassen und danach wurde das Produkt abgesaugt.
Es bestand aus Einheiten der Formel
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worin x ein durchschnittlicher Wert von 3,2 ist.
Vom Wirkstoff wurde eine 570 ! ge Lösung zubereitet und in einer Menge von 100 l/ha versprüht. Es wurden Kartoffeln der Sorte Pierwiosnek angebaut. Die von den behandelten Parzellen eingebrachte Menge übertraf die von den unbehandelten Parzellen eingebrachte Menge durchschnittlich um 17,5%.
Beispiel 10 : Auf dem im vorhergehenden Beispiel angegebenen Boden und unter den ebenfalls dort beschriebenen Anbaubedingungen wurde gleichfalls mit Kartoffeln der Sorte Pierwiosnek ein Versuch mit N- (Propylol)-N'- (lauryl)-äthylendiamin durchgeführt.
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:abgekühlt, der gebundene Chlorwasserstoff bzw. das gebundene Chlorid wurde durch Durchleiten vom Ammoniak gefällt und der Niederschlag wurde abfiltriert. Der pH-Wert der reinen Lösung wurde auf 8, 5 eingestellt und danach wurden 2 kMol Propionaldehyd zugesetzt. Unter ständigem (3stündigem) Rühren wurde die
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Temperatur auf 40 C gehalten. Anschliessend wurde der Alkohol unter Vakuum abgetrieben und die nicht umgesetzten Produkte wurden aus dem Gemisch mit Wasser herausgewaschen.
Das Endprodukt hatte die Formel
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oder
EMI9.2
Das Molekulargewicht war 300.
Es wurden 3 kg/ha Wirkstoff aufgebracht. Die Ernte war in den behandelten Parzellen um 11% grösser als in den unbehandelten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums zum Aufbringen auf den Boden mit einem Gehalt an oberflächenaktiven Stoffen, dadurch gekennzeichnet, dass die oberflächenaktiven Stoffe Kondensationsprodukte bzw. Derivate solcher Kondensationsprodukte sind, die durch Kondensation von a) mindestens einem Amin aus der Gruppe :
Äthylendiamin, Diäthylentriamin, Guanidin, Dicyandiamid,
EMI9.3
atome enthält und 2 Halogenatome höchstens durch 10 Kohlenstoffatome voneinander getrennt sind, erhalten worden sind und hauptsächlich Amin-Endgruppen aufweisen sowie wasserlöslich sind, fer- ner Derivate dieser Kondensationsprodukte, bei denen die Amin-Endgruppen vollständig oder teil- weise alkyliert oder mit einer Carbonsäure zu Alkancarbonsäureamidgruppen umgewandelt wor- den sind, ferner die mit Salzsäure oder Essigsäure ganz oder teilweise protonierten Derivate die- ser Kondensationsprodukte, wobei der Wirkstoff mit andern auf den Boden oder die Pflanzen wir- kenden Stoffen und/oder inerten Verdünnungsmitteln kombiniert ist.