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Die Erfindung betrifft einen Feuerbekämpfungsanzug mit mehreren Schutzschichten, zwischen denen ein
Atemgerät angeordnet ist und der mit Handschuhen versehen ist, die einheitlich mit seinen Armelteilen ausgebildet sind.
Derartige Feuerbekämpfungsanzüge werden vielfach getragen, wenn ein Brandherd mit einem
Handfeuerlöscher bekämpft werden soll, da der Wirkungsbereich von Handfeuerlöschern verhältnismässig klein ist und der Feuerwehrmann somit sehr dicht an den Brandherd herangehen muss. Ganz abgesehen davon, dass der
Feuerwehrmann hiebei durch das Tragen des Handfeuerlöschers stark behindert ist, ist auch die Bedienung desselben und die Betätigung der an seinem Schlauch angeordneten Löschpistole mit den in verhältnismässig dicken Handschuhen steckenden Händen äusserst schwierig, so dass bei der Inbetriebnahme des Handfeuerlöschers leicht Verzögerungen entstehen, durch die der Feuerwehrmann in Gefahr geraten kann.
Durch die deutsche Auslegeschrift 1235146 ist eine Schutzeinrichtung gegen Flammen und ander
Hitzequellen als Körperschutz für Personen bekanntgeworden, die aus einer mit Austrittsöffnungen versehenen flexiblen Hülle in Form eines Schutzanzuges besteht, der den Träger lose umgibt, wobei zwischen dem
Schutzanzug und dem Körper Schaum, wie er auch für Feuerlöschzwecke verwendet wird, eingefüllt ist, der gegebenenfalls durch das poröse Material nach aussen dringt und sich auf dessen Oberfläche ausbreitet. Der
Schaum, der ausserhalb des Schutzanzuges erzeugt wird, dient lediglich der thermischen Isolation und nicht zu
Löschzwecken.
Durch die USA-Patentschrift Nr. 2, 709, 667 ist ein aus einer von Hosenträgern gehaltenen Hose, einer Jacke und einem Helm bestehender Feuerbekämpfungsanzug bekanntgeworden, bei dem unter der Jacke ein Behälter eines Atemgerätes getragen wird. Der Anzug ist hiebei über einen kragenartigen Schutz mit dem Helm verbunden.
Alle bisher bekannten Schutzanzüge für die Brandbekämpfung hatten ausschliesslich passiven Charakter. Mit ihrer Hilfe wurde der Feuerwehrmann zwar gegen Brandeinwirkungen geschützt, sie trugen aber nicht zur aktiven
Bekämpfung des Brandes bei, sondern behinderten sie eher, als dass sie diese erleichterten. Dies hat dazu geführt, dass die Feuerbekämpfung mehr und mehr aus grosser Entfernung vom Brandherd mit entsprechend grossen
Wassermengen und hohen Wasserdrücken mit Hilfe aufwendiger, grosser Löschfahrzeuge betrieben wird.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, die Nachteile der bekannten Feuerbekämpfungsanzüge zu vermeiden und einen aktiven Feuerbekämpfungsanzug zu schaffen, mit dem der Träger bis nahe an den Brandherd vordringen und den Brand wirksam bekämpfen kann.
Bei einem Feuerbekämpfungsanzug der eingangs geschilderten Art ist erfindungsgemäss zwischen den
Schutzschichten, die in an sich bekannter Weise ein Löschmittel enthalten, ein eigener Behälter angeordnet, der einen Löschmittelvorrat zum Betrieb eines Feuerlöschgerätes aufweist, und in einem seiner beiden Handschuhe eine Löschpistole eingearbeitet, die über einen zwischen den Schutzschichten des Anzugärmels verlaufenden
Schlauch von dem Behälter mit Löschmittel versorgt wird.
Hiedurch wird erreicht, dass der den Feuerbekämpfungsanzug tragende Feuerwehrmann bei der
Bekämpfung eines Brandes von dem Feuerlöschgerät nicht behindert wird und das Feuerlöschgerät sofort nach Erreichen des Brandherdes leicht und ohne Zeitverlust in Tätigkeit setzen kann. Ausserdem kann auch die in den Handschuh eingearbeitete Löschpistole vom Inneren des Handschuhs aus leicht betätigt und auf den Brandherd gerichtet werden.
Vorteilhafterweise ist der Feuerbekämpfungsanzug mehrteilig ausgebildet und besteht in an sich bekannter Weise aus einer Jacke und einem darüber zu tragenden, bis über den Bereich der Beine des Anzugträgers reichenden Umhang, wobei die Behälter des Atemgerätes sowie der bzw. die Behälter des Feuerlöschgerätes gewichtsmässig und räumlich gleichmässig um den Rumpf des Anzugträgers verteilt zwischen den Schutzschichten der Jacke angeordnet sind.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind die Behälter des Feuerlöschgerätes und des Atemgerätes als Behälterbatterien ausgebildet, die, wie an sich bekannt, aus kleinen Gefässen bestehen, wobei diese mittels dazwischen angeordneter flexibler Leitungen oder Gelenken verbunden sind und sich daher auch bei Bewegungen der Körperform des Anzugträgers anpassen und wobei die Verbindungsleitungen und Funktionsschläuche zwischen den Behälter- und Geräteteilen als spiral- oder schleifenförmig geführte Abstandshalter und Kühlschlangen zwischen den Schutzschichten dienen.
Das An- und Ausziehen des Feuerbekämpfungsanzuges nach der Erfindung kann dadurch wesentlich erleichtert werden, dass der Umhang mit dem Krempenrand eines Kopfschutzes verbunden ist und zusammen mit dem Kopfschutz die Schulter- und Kopfpartie des Anzugträgers frontal und seitlich abdeckt, im Beinbereich längsgeschlitzt ist und im Knie- und Gesässbereich mit schnell klinkbaren Gurten ausgerüstet und am unteren Saum mit formgebenden elastischen Mitteln beschwert ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich an Hand der Zeichnungen, in denen einige Ausführungsbeispiele schematisch dargestellt sind. Fig. 1 zeigt einen die Jacke eines Feuerbekämpfungsanzuges nach der Erfindung tragenden Feuerwehrmann in Ansicht von vorn, Fig. 2 den Feuerwehrmann mit dem kompletten Feuerbekämpfungsanzug in einer der Fig. 1 entsprechenden Ansicht, Fig. 3 die Jacke des Feuerbekämpfungsanzuges im Querschnitt, Fig. 4 einen Feuerwehrmann mit einem Feuerbekämpfungsanzug nach
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einem weiteren Ausführungsbeispiel in Seitenansicht, Fig. 5 den in Fig. 4 dargestellten Feuerwehrmann in gebückter Stellung, Fig. 6 einen den Träger vollständig einhüllenden einteiligen Feuerbekämpfungsanzug, Fig.
7 einen mit einem üblichen Schutzanzug ausgerüsteten Feuerwehrmann, welcher zusätzlich eine mit Schutzärmeln und Löschleitung versehene Weste angelegt hat, auf deren Rückenteil ein Löschgerät wärmegeschützt befestigt ist, Fig. 8 eine Rückentrage mit wärmegeschützt angeordnetem Löschgerät sowie dazugehöriger Löschleitung und Schnellverbindungselementen und Fig. 9 einen mit Löschpistole versehenen Handschuh.
Der in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Feuerbekämpfungsanzug besteht, wie Fig. 3 erkennen lässt, aus zwei Schutzschichten, zwischen denen Behälter--3, 4,13 und 14--angeordnet sind, wobei ein eigener Behälter
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vorgesehenUmhang der mit dem Krempenrand--11--eines Kopfschutzes--12--verbunden ist. Die Behälter --3-- des Atemgerätes und der Behälter --4-- des Feuerlöschgerätes sind gewichtsmässig und räumlich gleichmässig über den Rumpf des Anzugträgers verteilt zwischen den Schutzschichten der Jacke angeordnet und als Behälterbatterien ausgebildet, die aus kleinen Gefässen --3, 4,13, 14--bestehen, die mittels dazwischen angeordneter, nicht näher dargestellter flexibler Leitungen bzw. Gelenken verbunden sind und sich daher auch bei Bewegungen der Körperform des Anzugträgers anpassen.
Zwischen den Schutzschichten der Jacke--9--ist eine entsprechend geschnittene Trägerschicht aus Material geeigneter Festigkeit angeordnet, an der Teile der Lösch- und Atemausrüstung befestigt sind.
Von den Behältern --3-- des Atemgerätes geht, wie in Fig. 1 dargestellt ist, eine flexible Atemluftleitung --5-- aus, die an ihrem Ende ein Atemmundstück--15--trägt. An Stelle des Atemmundstückes kann auch eine Halbmaske angeordnet werden.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, ist der Umhang--10--des Feuerbekämpfungsanzuges vorn und hinten im Beinbereich aufgeschlitzt und die Ränder der Schlitze sind mit zueinander passenden Verschlussteilen, z. B. mit den Teilen eines Druckknopf-oder Reissverschlusses, versehen. Mittels dieser Verschlussteile sind die an den Seiten befindlichen Umhangteile zu Hosenbeinen geschlossen. Wie in Fig. 2 ausserdem durch gezackte Linien --16-- angedeutet ist, sind in die Ränder der Umhangöffnungen an den Armen und Beinen elastische Mittel, z. B. Federn, derart eingenäht, dass die Ränder dicht schliessend an den Armen und Beinen anliegen.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 und 5 deckt der mit dem Krempenrand--11--des Kopfschutzes --12-- fest verbundene Umhang --17-- zusammen mit dem Kopfschutz --12-- die Schulter- und Kopfpartie des Anzugträgers frontal und seitlich ab. Am unteren Saum-18-ist der Umhang --17-- mit formgebenden elastischen Mitteln beschwert und im Knie- und Gesässbereich mit schnell klinkbaren Gurten --19-- ausgerüstet. Wie aus Fig. 5 hervorgeht, ist der Anzugträger durch diese Gurte in seiner Bewegungsfreiheit nicht behindert.
In Fig. 6 ist schematisch ein den Körper des Trägers vollständig einhüllender einteiliger Feuerbekämpfungsanzug dargestellt, bei dem die einzelnen Teile der Lösch- und Atemausrüstung auf einer Trägerschicht befestigt und auf der Aussenseite von einer Schutzschichtkombination abgedeckt sind. Je nach dem vorwiegenden Einsatzzweck besteht die Trägerschicht aus gasdichtem oder porösem oder netzförmigem Material.
Bei dieser Ausführung sind zwischen den Behälter- und Geräteteilen Verbindungs- und Funktionsschläuche - -20, 20'-- derart dimensioniert und spiral- oder schleifenförmig geführt, dass sie die Berührung der inneren Trägerschicht mit der äusseren Schutzschichtkombination verhindern, gleichzeitig als Kühlschlange wirken und als zusätzliche Behältnisse dienen.
Die Fig. 7 bis 9 zeigen das einfachste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Feuerbekämpfungsanzuges. Die Schutzärmel--22--sind mittels als Trägerelemente ausgebildeter Schulterbereiche--33--und seitlicher flexibler Schutzflächen--31--mit einer Rückentrage --21--, in der Löschausrüstungsteile unterbringbar sind, zu einem einheitlichen westenartigen Teil--32--verbunden, innerhalb dessen die bis zu
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--23-- reichendenLöschleitung --24--, die mittels federnder Bügel --25--, Schlaufen und sonstiger Schnellverbindungsmittel an den Anzugteilen befestigt wird, mit der Löschpistole an dem Handschuh--23--verbunden (Fig. 8 und 9).
Bei allen Ausführungen ist es vorteilhaft, für Selbstrettungszwecke zusätzlich Lösch-, Kühl- und Belüftungsmöglichkeiten zu schaffen. Hiezu weist der in Fig. 6 dargestellte Feuerbekämpfungsanzug innen und
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Anzugs bzw. gegebenenfalls mit Kühlmittelbehältern verbunden sind. Bei Gefahr können die zu den Umkehrdüsen--28--führenden Leitungen durch den Anzugträger z. B. mittels der Ventile--29--durch Druck oder Schlag geöffnet werden.
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Die Einsatzmöglichkeiten des Feuerbekämpfungsanzuges können nach einer vorteilhaften Weiterbildung dadurch verbessert werden, dass er griffgerechte, von aussen zugängliche, als Manteltaschen oder muffähnlich ausgebildete Kühltaschen --30-- an seinen Körper- und Beinteilen aufweist, die innen mit einer mit Wasser oder Kühlstoffen vom Löschmittelbehälter des Anzugs nachfüllbaren Kühlschicht versehen sind.
Vorteilhafterweise sind die mit Wasser oder Kühlstoff aufgefüllten, mit einer saugfähigen Schwamm- oder Schaumstoffschicht ausgekleideten, vom Löschmittelbehälter nachfüllbaren Kühltaschen --30-- mit einer die vorzeitige Verdunstung der Kühlmittel verhindernden, bei einer vorgegebenen Temperatur schmelzenden Schicht überzogen.
In Verbindung mit den Kühltaschen kann der Träger auch leichtere Fingerhandschuhe tragen, da er seine Hände bei zu starker Erwärmung von Zeit zu Zeit in diesen Taschen abkühlen kann. Es muss dabei berücksichtigt werden, dass nur ein kleinerer Zeitraum der gesamten Einsatzzeit für feinere Handarbeiten in überhitzten Gebieten bzw. den Flammen benötigt wird. In der übrigen Zeit kann der Anzugträger die Hände ähnlich wie in einer Manteltasche in diesen Kühltaschen unterbringen. Die Kühltaschen können auch für die Unterbringung von wärmeempfindlichen Materialien, z. B. Medikamenten und diffizilen Werkzeugen, ausgenutzt werden.
Das Kühltaschenprinzip ist nicht an die Form aufgenähter Taschen gebunden, sondern kann noch in mannigfachen Variationen bei Schutzanzügen verwendet werden. Besonders geeignet sind hiefür Kühltaschen in Form eines umhängbaren Kühlmuffs. Es ist offenbar, dass durch die Anwendung von Kühltaschen bzw. Kühlmuffen bei Schutzausrüstungen deren Einsatzbereich und Verwendungsmöglichkeit mit geringen Mitteln wesentlich erweitert werden kann. Die Ausnutzung dieser erfindungsgemässen Möglichkeit kann sogar für die Verhinderung von Katastrophen entscheidend sein, z. B. bei Schiffsbränden dadurch, dass nunmehr der Träger eines mit Kühltaschen ausgerüsteten Anzuges noch Brandhähne und Schotten, trotz der Behinderung durch Flammen und Überhitzung, schliessen kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Feuerbekämpfungsanzug mit mehreren Schutzschichten, zwischen denen ein Atemgerät angeordnet ist und der mit Handschuhen versehen ist, die einheitlich mit seinen Ärmelteilen ausgebildet sind,
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Löschmittel enthalten, ein eigener Behälter (4) angeordnet ist, der einen Löschmittelvorrat zum Betrieb eines Feuerlöschgerätes aufweist, und dass in einem seiner beiden Handschuhe eine Löschpistole (7) eingearbeitet ist, die über einen zwischen den Schutzschichten des Anzugärmels (6) verlaufenden Schlauch (8) von dem Behälter mit Löschmittel versorgt wird.
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