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Die Erfindung beschreibt eine Verbesserung der Ausnützung von zwischen schritthaltend gesteuerten Fernsprechvermittlungsstellen vorhandenen Verbindungsleitungen, wobei für jede Verbindung zwei Sprechadern und zumindest eine Signalader vorgesehen sind und vorgegebene Schaltkennzeichen auf den Sprechadern und andere vorgegebene Schaltkennzeichen auf den Signaladern übertragen werden.
Auf Verbindungsleitungen zwischen Telephon-Vermittlungsanlagen werden die einzelnen Sprechkreise-ins- besondere bei kurzen Entfernungen - sehr häufig 3adrig geführt, wobei zwei Adern (a und b) das Gespräch und verschiedene Schaltkennzeichen übertragen, während die dritte Ader (c) lediglich Schaltkennzeichen gleichstrommässig überträgt. In den zwischen den einzelnen Vermittlungsanlagen einer Grossstadt verkabelten Bündeln derartiger Leitungen besteht heute meist akute Adernot. Die kostspielige Verlegung weiterer Kabel kann nur vermieden werden, wenn es gelingt, eine Möglichkeit zu finden, die vorhandenen Leitungen besser auszunützen. An sich sind verschiedene Einrichtungen bekannt, die mit einer geringeren Zahl von Adern pro
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Platz und arbeiten meist nicht mit zufriedenstellender Sicherheit.
Bei Fernsprechwählanlagen, in denen durch Register gesteuerte Schaltglieder angeordnet sind, ist es auch bereits bekannt, alle Vermittlungssignale über einen mehreren Sprechwegen gemeinsamen Signalkanal zu übertragen oder auch die Übertragung der Vermittlungssignale in verschiedener Weise zwischen den Sprechadern und einem gemeinsamen Signalkanal aufzuteilen (vgl. deutsche Patentschrift Nr. 1220903). Die Umstellung von einem schritthaltenden Wählsystem zu einem Registersystem bloss zum Zwecke der Vermeidung des Verlegens zusätzlicher Kabel steht natürlich aus Kostengründen völlig ausser Frage. In der Nachrichtentechnischen
Zeitschrift 1967, Heft 11, S. 667 oben rechts wird eine Verbesserung der Ausnützung eines vorhandenen, jedoch zentral gesteuerten, Fernsprechnetzes durch Verwendung von elektronischen Multiplexeinrichtungen angegeben.
An sich wurde auch bereits vor vielen Jahrzehnten vorgeschlagen, den verschiedenen Sprechkreisen zwischen zwei
Vermittlungsanlagen einen gemeinsamen Signalkanal zuzuordnen, dem an beiden Enden selbsttätige Schaltwerke zugeteilt sind, die in den beiden angeschlossenen Vermittlungsanlagen örtliche Signalstromkreise, die einzeln den verschiedenen Sprechkreisen zugeordnet sind, nacheinander in Verbindung mit den beiden Enden des Signalkanals bringen (vgl. deutsche Patentschrift Nr. 344048).
In Abänderung dieses Grundgedankens wurde auch bereits vorgeschlagen, die während der Herstellung und des Bestehens einer Verbindung erforderlichen Schaltvorgänge in an sich bekannter Weise über den zweiadrigen Sprechkreis durchzuführen, während der zur Einleitung der Auslösung der eingestellten Verbindungseinrichtungen erforderliche Schaltvorgang über eine mehreren Verbindungsleitungen gemeinsame Ader übertragen wird (vgl. deutsche Patentschrift Nr. 450088). Obwohl zum Zeitpunkt der Verlegung der heutigen überlasteten Kabel der letztgenannte Vorschlag in seinen beiden Modifikationen seit langem bekannt war, wurden die Leitungen in diesen Kabeln dennoch in der beschriebenen Art geschaltet, da die bei den bekannten Einrichtungen verwendeten mechanischen Multiplexverteiler im Vergleich zu ihrer bescheidenen Leistungsfähigkeit viel zu teuer gewesen wären.
Aus diesem Grunde wäre es auch sinnlos, nunmehr nachträglich zu dem bekannten System überzugehen, auch wenn hiedurch eine bessere Ausnützung der vorhandenen Leitungen ohne Änderung der Leitungen selbst oder des grundsätzlichen Wählsystems theoretisch möglich wäre.
Es wurde natürlich in dem seit der Ausgabe der deutschen Patentschrift Nr. 344048 vergangenen halben Jahrhundert die Möglichkeit der Multiplexübertragung wesentlich verbessert. Die zahlreichen in dieser Richtung gemachten Vorschläge laufen jedoch immer darauf hinaus, sowohl die niederfrequenten Sprechsignale als auch die der Vermittlung dienenden Gleichstromzeichen gemeinsam über eine geringe Anzahl von Leitungen zu übertragen. Dadurch ist zwar nur mehr eine sehr geringe Anzahl von Leitungen notwendig, doch ist die Übertragung auf diesen Leitungen mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Die Leitungsendeinrichtungen sind wegen der Abtastung und Codierung der Sprachsignale sehr aufwendig.
Die Übertragung der Sprechinformation bedingt ausserdem eine derart hohe Abtastfrequenz, dass auch bei kurzen Entfernungen bereits Zwischenverstärker, die sehr kostspielig sind, notwendig werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die bisher üblichen Ortskabel weiterverwendet werden sollten, weshalb dies ganz unwirtschaftlich wäre.
Die Erfindung sieht demgegenüber vor, dass wenigstens eine Signalader auf beiden Enden mit elektronischen Multiplexeinrichtungen versehen wird und dieser Signalader die Schaltkennzeichen auch von mehreren andern Signaladern zugeführt werden, so dass die dadurch freiwerdenden Signaladern als zusätzliche Sprechadern verwendbar sind. Durch die erfindungsgemässe Beschränkung der bekannten Zeit- oder Frequenzmultiplexübertragung lediglich auf die bereits im Wählsystem auf gesonderten Signaladern übertragenen Signale, können einerseits die bereits vorhandenen Leitungen optimal ausgenutzt werden, anderseits findet man mit relativ einfachen Zusatzeinrichtungen das Auslangen, ohne dass irgend ein Eingriff in das Wählsystem selbst erfolgen müsste.
Einzelheiten der Erfindung werden anschliessend an Hand eines Ausführungsbeispieles, auf das sich die einen schematischen Schaltplan darstellende Zeichnung bezieht, näher erläutert.
Die in der Richtung des Verbindungsaufbaues laufenden Kennzeichen auf den c-Adern werden durch die abgehenden Kennzeichenumsetzer--KUg--in binäre Signale umgesetzt, die von der nachfolgenden
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--Sp1.... Spn-- zwischengespeichert.wandeln die binären Signale wieder in die für die Vermittlungseinrichtung notwendigen Kennzeichen um.
Analog wird mit den in Rückwärtsrichtung laufenden Kennzeichen auf der c-Ader verfahren.
Die Signale auf den ab-Adern werden weiterhin direkt gleichstrommässig übertragen. Eine Abtastung und Verschlüsselung der Sprachsignale ist daher nicht notwendig.
Bei den üblichen Anwendungsfällen genügt für jede c-Ader die übertragung eines Bits mit einer Abtastfrequenz in der Grössenordnung von 500 Hz. Bei einer Kapazität der Einrichtungen von beispielsweise 120 c-Adern ergäbe dies eine Bitrate von rund 60 k bit/sec auf der Leitung. Diese Bitrate ist so niedrig, dass auf den in Frage kommenden kurzen Entfernungen im allgemeinen keine Zwischenverstärker notwendig sein werden.
Es entfallen damit auch die bei PCM-Einrichtungen notwendigen Schaltungen für die Fernspeisung der Zwischenverstärker und die Fehlerortung. Auch der Aufwand in den Endgeräten ist beträchtlich kleiner als der für die bekannten PCM-Einrichtungen.
Die durch die gemeinsame Führung der c-Adern-Schaltkennzeichen frei werdenden Adern können als ab-Adern neu zu schaffender Sprechkreise verwendet werden. Auf einem Leitungsbündel mit n-Adern können
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Zeitmultiplexeinrichtungen bedeutet. Es ergibt sich also bei relativ geringem Aufwand eine Verbesserung der Ausnutzbarkeit eines Bündels um den Faktor
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Ähnlich liegen die Verhältnisse, wenn von vornherein jedem Sprechkreis nicht nur eine Signalader, sondern deren mehrere zugeordnet sind. Hier ergibt sich natürlich eine noch grössere Einsparung als im dargestellten Fall.