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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Injizieren von Pökellake in auf einer Auflagefläche liegendes Behandlungsgut, insbesondere Fleisch, mit zumindest einer Nadel, die in einer Halterung, vorzugsweise in einem Nadelkasten, längsverschiebbar entgegen der Wirkung einer Feder gehaltert und mit dieser Halterung relativ zur Auflagefläche hin- und herbewegbar ist, wobei die Nadel an eine Lakezuleitung angeschlossen ist und einen in einem Führungsstück längsverschiebbaren Nadelkörper aufweist, der mit einem in seiner Längsrichtung verlaufenden, zu im Bereich der Nadelspitze angeordneten Austrittsöffnungen für die Lake führenden Lakekanal versehen ist und zusammen mit dem Führungsstück ein den Lakestrom zu den Austrittsöffnungen steuerndes
Ventil bildet, das beim Auftreffen der Nadel auf das Behandlungsgut geöffnet wird.
Eine solche Konstruktion ist aus der USA-Patentschrift Nr. 3, 081, 691 bekanntgeworden. Bei der bekannten
Ausbildung ist das Ventil von einer auf den Nadelkörper aufgeschraubten Hülse gebildet, die mit einer radialen
Einströmbohrung für die Lake versehen ist und an ihrem vom Nadelkörper abgewendeten Ende geschlossen ausgebildet ist. Diese Hülse ist im Führungsstück derart verschiebbar gelagert, dass bei der Schliessung des Ventiles die Lakeeinströmbohrung von dem Führungsstück abgedeckt und dadurch abgeschlossen wird. Trifft die Nadel auf das Fleisch auf, so wird der Nadelkörper samt der auf ihn aufgeschraubten Hülse derart verschoben, dass die
Lakeeinströmbohrung wieder freigegeben wird.
Eine solche Konstruktion hat den Nachteil, dass schon geringe, an den Gleitflächen der Hülse bzw. des Führungsstückes auftretende Reibungen genügen, um das Ventil in einer bestimmten Stellung zu blockieren. Solche Reibungen können aber im Betrieb nicht ganz vermieden werden und sind z. B. dadurch bedingt, dass die Pökellake zur Krustenbildung neigt, insbesondere dann, wenn die Vorrichtung längere Zeit unbenützt stehen gelassen wird. Ausserdem besteht stets die Gefahr von auf die Nadel einwirkenden
Biegekräften, z. B. beim Auftreffen der Nadel auf einen Knochen.
Zwar weicht die Nadel gegen die Wirkung der
Feder in ihrer Halterung aus, sodass ein Bruch der Nadel vermieden wird, jedoch kann trotzdem die auf die
Nadel wirkende Biegekraft eine so starke Erhöhung der Reibung an den erwähnten Bauteilen zur Folge haben, dass die Funktion des Ventiles zumindest beeinträchtigt wird. Wird das Ventil in seiner Geschlossenstellung blockiert, so bedeutet dies einen Ausfall der Lakeeinspritzung in das Behandlungsgut, so dass dessen Qualität herabgesetzt wird. Eine Blockierung des Ventiles in der Offenstellung bedeutet einen unnützen Verbrauch an
Pökellake, wobei durch die über das Behandlungsgut rinnende Lake nicht nur eine unerwünschte Schaumbildung auftritt, sondern auch gegebenenfalls am Behandlungsgut anhaftende Verunreinigungen abgespült werden.
Da die
Lake üblicherweise im Kreislauf geführt wird, bedeutet dies, dass diese Verunreinigungen bei einem der nächsten
Arbeitsgänge in das Behandlungsgut injiziert werden, was gleichfalls dessen Qualität herabsetzt. Letzterer Nachteil kann zwar durch eine Filterung der Lake gemildert werden, jedoch bedeutet dies einen erhöhten konstruktiven Aufwand.
Die Erfindung setzt sich zur Aufgabe, diese Nachteile zu vermeiden und eine Konstruktion der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass eine Blockierung des Ventiles vermieden wird. Die Erfindung löst diese Aufgabe im wesentlichen dadurch, dass das Ventil in an sich bekannter Weise durch eine Feder in seine Schliesslage gedrückt ist, und dass die Federkraft dieser Feder schwächer ist, als die Federkraft der Feder der Halterung. Durch diese das Ventil belastende Feder wird das Ventil nach jedem Einstechvorgang sicher in die Schliesslage gedrückt, aus welcher es durch den Eindringwiderstand beim nächsten Einstechvorgang wieder in die Offenstellung geführt wird. Durch diese auf das Ventil wirkenden Kräfte werden allfällige Verkrustungen der Lake losgerissen bzw. abgeschabt, so dass es nicht zum Blockieren des Ventiles kommen kann.
Dadurch, dass die Federkraft der das Ventil belastenden Feder schwächer ist als die Federkraft der Feder, mit welcher die Nadel in ihrer Halterung nachgiebig gehaltert ist, wird gesichert, dass die das Ventil belastende Feder beim Auftreffen der Nadel auf das Behandlungsgut zusammengedrückt und dadurch das Ventil geöffnet wird, ohne dass es zu einer Zusammendrückung der Feder der Halterung kommt. Die Feder der Halterung wird erst dann zusammengedrückt, wenn die Nadel auf einen Knochen od. dgl. im Behandlungsgut trifft.
Gemäss einer Weiterbildung der Erfindung ist die das Ventil belastende Feder von einer Schraubenfeder gebildet, die an einem im Führungsstück angeordneten, von der Lake durchströmten Rohrstück geführt ist, das mit seiner Stirnfläche einen Anschlag für die Öffnungsbewegung des Ventiles bildet. Dadurch werden Schrägstellungen der Schraubenfeder vermieden, so dass deren Kraft stets in einer bestimmten Richtung auf den Schliesskörper des Ventiles wirkt. Durch den vom Rohrstück gebildeten Anschlag wird auch die Längsverschiebung des Nadelkörpers relativ zum Führungsstück begrenzt, so dass der Nadelkörper beim Auftreffen auf das Fleisch nur einen so langen Weg relativ zum Führungsstück verschoben zu werden braucht, als zur Aufsteuerung des Ventiles nötig ist. Damit wird der Tothub der Nadel auf ein Mindestmass herabgesetzt.
Weitere Kennzeichen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen im Zusammenhang mit einer Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der Erfindung, welches in den Zeichnungen schematisch dargestellt ist. Fig. 1 zeigt eine mit mehreren Nadeln versehene Vorrichtung in Seitenansicht, teilweise im Schnitt, während Fig. 2 ein Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 ist. Fig. 3 zeigt im grösseren Massstab die Aufhängung der Nadel an ihrer Halterung, während Fig. 4 im grösseren Massstab einen Schnitt durch die Nadel in ihrer Schliessstellung und Fig. 5 einen solchen Schnitt in der Offenstellung der Nadel zeigt.
Bei der Pökelvorrichtung nach den Fig. l, 2 und 3 liegt das zu pökelnde Behandlungsgut (insbesondere Fleisch) auf einer als Förderband ausgebildeten Auflagefläche--l--und wird von dieser unter eine Gruppe
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Stellung, die in Fig. 5 dargestellt ist, ist die radiale Borhung --44-- nicht mehr von den Wänden der Bohrung --36'-- abgedeckt, so dass die Lake aus der Lakezuleitung--3--durch die Borhung --45-- des Anschlussstückes--40--und die radialen Öffnungen --43-- in den Innenraum der Bohrung--38eintreten kann. Dort strömt die Lake an der Aussenwand des Flansches--42--, welche in Abstand von den
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aufrechterhalten, als die Nadel--3--in das Fleisch eingedrückt wird.
Beginnt der Nadelkasten--2-und damit die Nadel --3-- den Aufwärtsschub, so wird der Nadelkörper-32-durch den Reibungswiderstand, welchen die Wand des Nadelkörpers --32-- im Behandlungsgut vorfindet, festgehalten, während sich das Führungsstück-36-nach oben bewegt. Dadurch und durch die Wirkung der Feder --41-- wird der
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--44-- durch--36'-- abgedeckt ist.
Die Feder--14-- (Fig. 3) ist stärker bemessen als die Feder--41--, so dass also deren Federkraft
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entsprechend gesteuert wird.
Es ist zweckmässig, die das Ventil--46--belastende Feder--41--einstellbar auszubilden. Dadurch kann vermieden werden, dass das Ventil flattert. Die Einstellung des Federdruckes kann z. B. durch entsprechende Einschraubung des Anschlussstückes--40--in das Gewindeende der Bohrung--38--erfolgen. Es wäre auch möglich, die Feder --41-- aussen an der Nadel anzubringen, jedoch ist dann diese Feder nicht in so geschützter Lage wie in der Bohrung--38--.
Selbstverständlich müssen die Nadeln --3-- nicht vertikal angeordnet sein, sondern können beliebige Richtungen aufweisen. Die Lakeaustrittsöffnungen--34--können auch im Konusbereich der Nadelspitze --32'-- angeordnet sein, um eine möglichst frühzeitige Einspritzung der Lake zu gewährleisten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Injizieren von Pökellake in auf einer Auflagefläche liegendes Behandlungsgut, insbesondere Fleisch, mit zumindest einer Nadel, die in einer Halterung, vorzugsweise in einem Nadelkasten, längsverschiebbar entgegen der Wirkung einer Feder gehaltert und mit dieser Halterung relativ zur Auflagefläche hin- und herbewegbar ist, wobei die Nadel an eine Lakezuleitung angeschlossen ist und einen in einem Führungsstück längsverschiebbaren Nadelkörper aufweist, der mit einem in seiner Längsrichtung verlaufenden, zu im Bereich der Nadelspitze angeordneten Austrittsöffnungen für die Lake führenden Lakekanal versehen ist und zusammen mit dem Führungsstück ein den Lakestrom zu den Austrittsöffnungen steuerndes Ventil bildet, das
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