<Desc/Clms Page number 1>
Weichmacherhaltige Polyvinylbutyralfolien, die zur Herstellung von Sicherheitsverbundglas dienen, sind wenig widerstandsfähig gegen Verzerrungen und besitzen bereits in der Kälte eine ungewöhnlich hohe
Klebrigkeit, deren Beseitigung für eine einwandfreie Weiterverarbeitung der Folien unerlässlich ist. Man beseitigt die Klebrigkeit allgemein dadurch, dass man die Folien nach deren Herstellung mit einer Oberflächenrauhung oder Oberflächenmattierung versieht. Ein bekanntes Verfahren dafür ist z. B. das Behandeln der Folien in der Wärme mit gerauhten Kalanderwalzen. Bei der praktischen Anwendung dieser Methode treten jedoch grosse
Schwierigkeiten auf, weil die Folien in Folge ihrer hohen Klebrigkeit sich nur schwer von den Kalanderwalzen ablösen lassen, wodurch es zu Verzerrungen kommt.
Abgesehen davon gelingt es praktisch nicht, beide
Folienseiten gleichzeitig zu mattieren. Es müssen vielmehr zuerst die eine Folienseite und anschliessend in einem zweiten Arbeitsgang die andere Folienseite mattiert werden. Die Erwärmung der Folien beim zweiten Arbeitsgang beseitigt jedoch durch thermische Rückstellung den Matteffekt der zuerst mattierten Seite ganz oder teilweise.
Durch die nachstehend näher beschriebene Erfindung werden die erwähnten Mängel überraschenderweise beseitigt. Die Erfindung besteht in einem Verfahren zur Beseitigung der Oberflächenklebrigkeit von weichmacherhaltigen Polyvinylbutyralfolien durch Mattieren derselben mittels Kalanderwalzen, wobei die Folien durch den Spalt zweier Walzen hindurchgeführt werden, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass die Polyvinylbutyralfolie in einem eine Temperatur zwischen 50C über der Prägbarkeitsgrenze und 140 C aufweisenden Flüssigkeitsbad mattiert wird. Als Prägbarkeitsgrenze gilt dabei die Temperatur, bei der bei Durchführung der Folie zwischen zwei Kalanderwalzen praktisch keine Rauhung mehr eintritt. Vorteilhaft arbeitet man bei Temperaturen zwischen 80 und 110 C, z.
B. bei etwa 85 bis etwa 1000C. Bei gleichzeitiger Rauhung beider Folienseiten erhitzt man zweckmässig nur das Bad und bei getrennter Rauhung der Seiten nur die Mattierwalzen direkt, wobei man zwischen deren Temperatur und der Temperatur des Bades ein starkes Gefälle einstellt und aufrechterhält.
Das Flüssigkeitsbad selbst besteht zweckmässig aus Wasser, in dem gegebenenfalls zur Erhöhung des Siedepunktes dafür bekannte Stoffe gelöst sind. Solche Stoffe sind z. B. wasserlösliche Polyalkohole oder Salze, wie Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Natriumsulfat od. dgl.
Das Bad kann auch aus wasserlöslichen mehrwertigen Alkoholen allein bestehen, z. B. aus Äthylenglykol, Propylenglykol od. dgl.
Falls man nicht in Wasser allein arbeitet, empfiehlt sich ein anschliessendes Waschen der gerauhten Folien.
Bevorzugt ist es, die Polyvinylbutyralfolie in einem Wasserbad bei einer zwischen 650C und der Siedetemperatur liegenden Temperatur zu mattieren.
Das Mattieren kann in bekannter Weise auch unter besonders starker Rauhung der Folien in der Weise erfolgen, dass beim Mattieren die Folien gereckt und danach mittels Warmluft oder in einem Heisswasserbad wieder geschrumpft werden. Das Reckungsverhältnis beträgt hiebei beispielsweise 20 bis 200%, vorteilhaft etwa 80 bis 100%, und die Schrumpfung wird beispielsweise bis etwa auf die Ausgangsmasse zurückgeführt.
EMI1.1
Wasser verwendet, dessen Temperatur durch ständigen Zufluss von Frischwasser auf etwa 75 C gehalten wird.
Das Wasserbad kühlt die dampfbeheizten Mattierwalzen--l und 2--auf eine Oberflächentemperatur von knapp 100 C herunter. Mit der Vorrichtung --1, 3-- wird zuerst die Folienseite mit der Vorrichtung --2, 4-- später die andere Folienseite--y--mattiert. Während des Mattierprozesses für die zweite Folienseite--y--ist die zuvor mattierte erste Folienseite--x--infolge des unmittelbaren Kontaktes mit dem kälteren Wasserbad ausgezeichnet gegen eine thermische Rückstellung geschützt. Es wird auf diese Weise ohne Verzerrung der Folie eine gleichmässige Oberflächenmattierung beider Folienseiten erreicht.
Beispiel 2 : Eine zu mattierende Polyvinylbutyralfolie in der Dicke von 0, 8 mm wird gemäss Fig. 2 durch die Kalandriervorrichtung geführt, welche aus zwei gummibelegten, gerauhten Mattierwalzen--6 und 7--sowie aus einer Umlenkwalze--8--besteht. Letztere kann man auch weglassen und die Folie direkt um die Walze--6 oder 7--dem Spalt zwischen den Walzen zuführen. Das Wasserbad--9--wird durch einen Tauchsieder auf eine Temperatur von etwa 950C gebracht. Die erforderliche Temperierung der Folien und der Mattierwalzen erfolgt durch das Wasserbad. Die Mattierwalzen selbst besitzen keine eigene Heizung. Es wird auf die geschilderte Weise ohne Verzerrung der Folie und in einem Arbeitsgang eine gleichmässige Mattierung beider Folienseiten erreicht.
Beispiel 3 : Eine zu mattierende Polyvinylbutyralfolie in der Dicke von 0, 8 mm wird gemäss Fig. 2 durch die Kalandriervorrichtung geführt, welche aus einer gerauhten Mattierwalze aus Edelstahl und einer gerauhten gummibelegten Mattierwalze besteht. Das Glycerinbad wird durch einen Tauchsieder auf eine Temperatur von etwa 100 C gebracht. Die erforderliche Temperierung der Walzen erfolgt durch das Bad. Die Mattierwalzen selbst besitzen keine eigene Heizung. Anschliessend wird die Folie mit Wasser gewaschen. Auf die geschilderte Weise wird ohne Verzerrung der Folie in einem Arbeitsgang eine gleichmässige Mattierung beider Folienseiten erreicht.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
etwa 300C gehalten wird.
Das Wasserbad kühlt die dampfbeheizten Mattierwalzen--l und 2--oberflächlich stark herunter. Vom Beginn der teilweisen Umschlingung dieser Walzen durch die Polyvinylbutyralfolie an erhöht sich die Oberflächentemperatur der Walzen wieder, bis beim Eintritt des Oberflächensegmentes in den
Walzenspalt diejenige Temperatur (etwa 90 C) erreicht ist, die zur Erzielung eines Folienmatteffektes auf derjenigen Folienseite, die der Edelstahlwalze anliegt, zweckmässig ist. Zuerst wird mit der Anordnung --1, 3-- die eine Folienseite, dann mit der Anordnung-2, 4- analog die andere Folienseite mattiert.
Während des
Mattiervorganges für die zweite Folienseite ist die zuvor mattierte Folienseite infolge des unmittelbaren
Kontaktes mit dem kälteren Wasserbad ausgezeichnet gegen eine thermische Rückstellung geschützt. Es wird auf diese Weise ohne Verzerrung der Folie eine gleichmässige Oberflächenmattierung beider Folienseiten erreicht.
Beispiel 5 : Eine zu mattierende weichmacherhaltige Polyvinylbutyralfolie in der Dicke von 0, 8 mm wird direkt und ohne Umschlingung einer Walze durch eine Kalandriervorrichtung geführt, die aus einer feinmatten Edelstahlwalze und einer feinmatten gummibelegten Walze besteht. Die Vorrichtung wird in einem 95 C heissen Wasserbad betrieben. Die Walzen selbst sind unbeheizt. Die Rotationsgeschwindigkeit der
Kalanderwalzen ist so eingestellt, dass die Polyvinylbutyralfolie eine Reckung um etwa 30% in Längsrichtung erhält. Gleichzeitig wird der Polyvinylbutyralfolie durch den Druck im Walzenspalt beidseitig in einem Arbeitsgang die erwünschte feinmatte Oberfläche gegeben.
Anschliessend an den Kalandriervorgang wird die Folie in loser Schleife durch einen zweiten Behälter mit etwa 800C heissem Wasser so geführt, dass die Verweilzeit etwa 90 sec beträgt. In dieser kurzen Zeit stellt sich die Folie praktisch auf die Ausgangsmasse zurück und erhält ausserdem beidseitig die erwünschte grobe und matte Oberflächenstruktur.
Beispiel 6 : Eine zu mattierende weichmacherhaltige Polyvinylbutyralfolie in der Dicke von 0, 4 mm wird durch eine Kalandriervorrichtung geführt, die aus einer feinmatten Edelstahlwalze und aus einer feinmatten gummibelegten Walze besteht. Die Vorrichtung wird in einem Wasserbad von etwa 40 C betrieben, wobei diese Temperatur durch ständigen Zufluss von Frischwasser gehalten wird. Die gummibelegte Walze wird nicht beheizt ; die Edelstahlwalze wird beheizt mit Dampf von etwa 1600C. Durch das relativ kalte Wasserbad werden die Walzen auf eine Oberflächentemperatur heruntergekühlt, die zum Mattieren der Polyvinylbutyralfolie nicht ausreicht, sofern die Folie ohne Umschlingung der Edelstahlwalze nur durch den Walzenspalt geführt wird.
Umschlingt hingegen die Polyvinylbutyralfolie die Edelstahlwalze teilweise, so steigt deren Oberflächentemperatur auf 85 bis 95 C, so dass ein Oberflächenmatteffekt auf derjenigen Seite, die der Edelstahlwalze zugekehrt ist, erzielt wird. Die Rotationsgeschwindigkeit der Kalanderwalzen ist so eingestellt, dass die Polyvinylbutyralfolie eine Reckung von etwa 50% in Längsrichtung erhält.
Mit einem analogen Walzenpaar wird anschliessend unter identischen Bedingungen auch die andere Seite der Polyvinylbutyralfolie feinmattiert.
Anschliessend an den Kalandriervorgang wird die Folie in loser Schleife durch einen zweiten Behälter mit etwa 80 C heissem Wasser so geführt, dass die Verweilzeit etwa 90 sec beträgt. In dieser Zeit stellt sich die Folie praktisch auf die Ausgangsmasse zurück und erhält ausserdem zusätzlich zu der Feinmattstruktur beidseitig die erwünschte grobe Grundstruktur.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Beseitigung der Oberflächenklebrigkeit von weichmacherhaltigen Polyvinylbutyralfolien
EMI2.2