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Das Verfahren des Setzens, bei dem die Pflanzen in Waldschulen grossgezogen und mittels verschiedener Handwerkzeuge umgepflanzt werden, ist seit langem in der Waldwirtschaft bekannt. Dieses Verfahren ist biologisch zufriedenstellend, aber sehr teuer. Auf Grund der zunehmenden Mechanisierung auf dem Gebiet der Abholzung und des Treibens ist es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, Personal für händisches Pflanzen zu bekommen und obendrein ist diese Arbeit äusserst anstrengend.
Es ist auch vorgeschlagen worden, Waldbaumsamen mit der Hand zu säen. Dieses Verfahren gibt biologisch annehmbare Resultate, aber die finanziellen und personellen Probleme sind die gleichen wie beim händischen Pflanzen. Die Sämlingsbestände müssen gelichtet werden, was teuer ist und abgesehen davon ist diese Methode auch etwas anfällig, wenn es friert.
Auch mechanisches Säen von Waldbaumsamen ist versucht worden. Diese Methode ist jedoch biologisch gesehen ungewiss, da sie von dem zur Zeit des Säens vorherrschenden Wetter abhängt, und der Samen nicht in den Boden kommt. Diese Methode hat jedoch den Vorteil, dass das Säen mit einem Minimum an händischer Arbeit zu bewerkstelligen ist ; die Sämlingsbestände sind dann allerdings durch kostspielige Arbeitskraft zu bearbeiten. Ausserdem ist der Samenverbrauch ziemlich gross, was bei dem hohen Preis von Waldsamen zu bedenken ist. Es gibt auch gewisse Probleme mit der Wahl der Herkunft.
Aus der österr. Patentschrift Nr. 216283 ist eine Samenpflanzeinheit bekanntgeworden, die aus einem vorzugsweise plattenförmigen Körper aus porösem, verwitterungsfähigem Material, wie Zellstoff, Pappe oder Torf besteht und eine Aussparung oder Durchbrechung aufweist, die einen oder mehrere Baumsamen enthält und mit feuchtigkeits- sowie mechanisch empfindlichem Material, wie eine Papierfolie abgeschlossen ist. In der Körpermasse oder in der Aussparung kann dabei Nährstoff für die entstehende Jungpflanze enthalten sein.
Der Einsatzerfolg dieser Pflanzeinheit hängt von sehr vielen Faktoren ab. Bei feuchtem Wetter wird das Umhüllungsmaterial sehr bald verrottet sein und das Material des Körpers wird bald mit Feuchtigkeit völlgesaugt sein. Eine nachfolgende Trockenperiode wird aber ein ebenso rasches Austrocknen des Körpermaterials zur Folge haben, der Keimling ist dann der Trockenheit ausgesetzt.
Bei länger andauernder Trockenheit wird die Papierhülle und der Torfkörper stark austrocknen, wodurch bekanntlich Hydrophobie entsteht, d. h. die Pflanzeinheit wird dann auch bei länger andauernder Feuchtigkeit nur sehr langsam diese aufnehmen können.
Das Anlocken von Wild und Schädlingen soll gemäss diesem Stand der Technik durch Anstrich mit einer Tarnfarbe oder durch unregelmässige Umrissausbildung vermieden werden, was aber nur einen unvollkommenen Schutz bedeutet.
Die Erfindung vermeidet diese Nachteile durch die Kombination folgender Massnahmen :
Die Hülle besteht aus Kunststoff oder einem ähnlichen verdunstungshindernden Material und hat an ihrer Unterseite mindestens eine Öffnung zur Aufnahme von Bodenwasser und an ihrer Oberseite eine oder mehrere Öffnungen, die z. B. die Form eines kreuzförmigen Schlitzes aufweisen, den die Keimlinge durchstossen können.
Unter den Öffnungen ist ein Verdunstungsschutz für die in der Masse absorbierte Feuchtigkeit vorgesehen, welcher aus einer Schaumkunststoffschicht besteht, die eine ziemlich grosse Oberfläche bedeckt und eine Anzahl von z. B. parallel zueinander angeordneten Schlitzen aufweist, die der Keimling durchstossen kann ; schliesslich wird der Samen oder die Samen gegen Beschädigung durch Nagetiere, Vögel u. dgl. durch eine mechanische Schutzschicht geschützt, die vorzugsweise die Form von parallel verlaufenden Eisendrähten aufweist.
Gemäss einer weiteren Ausführungsform ist die mechanische Schutzschicht und der Verdunstungsschutz über den Samen und der Masse durch eine überlappende Schicht befestigt, die z. B. aus Papier besteht und mit Löchern versehen ist, die der Keimling durchstossen kann. Die mechanische Schutzschicht, der Verdunstungsschutz und die überlappende Schicht, insbesondere aus einem Papierband, sind vorzugsweise Teile eines kohärenten, aus diesen Bestandteilen bestehenden Gewebes, die abgeschnitten wurden und an der Masse fixiert sind.
Einzelheiten der Erfindung werden an Hand eines Ausführungsbeispieles einer keimung-un keimlingsfördernden Trägereinheit in den Zeichnungen näher beschrieben. Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht einer keimung-un keimlingsfördernden Trägereinheit. Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1.
Die dargestellte Trägereinheit besteht aus einer feuchtigkeitsabsorbierenden Masse-10--, vorzugsweise Torf oder einem andern Faser-oder sonstigen Material mit den unten genauer besprochenen Eigenschaften. Auf der Masse-10--, die im beschriebenen Fall aus einer stark gepressten Torfplatte mit einer Mulde-11besteht, liegt die erforderliche Anzahl von Samen-12- ; sie ist an ihrer Oberfläche zumindestens teilweise durch einen Verdunstungsschutz --13-- abgedeckt, der seinerseits durch einen mechanischen Schutz-14bedeckt ist. Die Schutzschicht --14-- besteht aus nebeneinander angeordneten Eisendrähten, und hat den Zweck, Wald-und Wühlmäuse, sowie Vögel u. dgl. von den Samen abzuhalten.
Die Verdunstungsschicht-13-- und der mechanische Schutz-14-können durch eine Schicht die z. B. aus Papier besteht, an der plattenförmigen Masse --10-- angebracht werden ; die Schicht --15-- weist über den Samen-12mindestens ein Loch oder einen Schlitz auf. Der Papierstreifen-15-kann ein gewöhnlicher Bandstreifen mit Löchern oder Schlitzen sein.
Die erwähnten Bestandteile der Trägereinheit liegen in einer Hülle-16-, die z. B. aus Kunststoff
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besteht. Diese Hülle ist abgesehen von mindestens einer Öffnung --17-- an der Unterseite und einem kreuzförmigen Einschnitt--18--an der Oberfläche, durch die die Pflanze heraustreiben kann, ganz geschlossen.
Wie oben erwähnt, besteht die Masse--10--vorzugsweise aus gepresstem Torf, der gut gedüngt sein kann. Ausserdem kann die Masse langzeitig wirkenden Stickstoff enthalten, humusabbauende Bakterien und andere, für die Keimung und das Pflanzenmilieu vorteilhafte Substanzen, sowie solche, die der Entwicklung von Pilzen entgegenwirken. Die Masse kann auch durch Mischen hergestellt werden.
Es empfiehlt sich, die Samen --12--, die von Fall zu Fall hinsichtlich der Herkunft u. dgl. ausgewählt werden können, mit Pilz, Vögel, Nager u. dgl. abstossenden Mitteln zu behandeln ; die letzten beiden Behandlungen scheinen jedoch von sekundärer Bedeutung zu sein, da die Trägereinheit ja, wie oben ausgeführt, vorzugsweise mit einem mechanischen Schutz versehen ist, in der besprochenen Ausführungsform mit den Eisendrähten--14--, die Vögel, Waldmäuse u. dgl. abhalten.
Die obere Seite der Hülle --16-- sollte so ausgeführt sein, dass die beste Wärmeabsorption gewährleistet
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Material der Hülle kann auch mit Ausschnitten od. dgl. versehen sein, um die Wärmeabsorption zu verbessern. In südlichen Ländern, wo Wärmeabsorption mitunter vermieden werden soll, kann es manchmal wünschenswert sein, die Oberseite ganz weiss zu halten.
Es wurde bereits erwähnt, dass die Samen --12-- von Fall zu Fall hinsichtlich der Herkunft u. dgl. ausgewählt werden sollten. Die Zahl der Samen pro Trägereinheit kann verschieden sein. In manchen Fällen genügt ein Samen pro Trägereinheit, manchmal sind jedoch zwei bis fünf Samen notwendig. Die derzeitigen Ergebnisse weisen auf eine starke natürliche Selektion, so dass kein Sortieren notwendig ist. Das gilt insbesondere für Baumarten, die viel Licht benötigen.
Die Hülle --16-- dient natürlich als primärer Verdunstungsschutz. Nachdem die Masse --10-- eine gewisse Menge an Feuchtigkeit absorbiert hat und der Sämling beträchtlich aufgeschwollen ist, besteht ein Risiko des Verdunstens durch die Öffnung-18-der Hülle. Aus diesem Grund sollte die Trägereinheit mit dem Verdunstungsschutz--13--versehen sein, der zweckmässig aus einem sehr fein porösen Schaumkunststoff besteht. Eine Schaumkunststoffschicht von etwa 0, 3 bis 5, 0 mm Dicke versehen mit Schlitzen, die voneinander einen Abstand von etwa 0, 3 bis 5, 0 mm haben, damit die Pflanzen durchkönnen, ist geeignet. Die Schlitzabstände hängen zu einem gewissen Grad von der Dicke der Schaumkunststoffschicht und von der Art des Samens ab.
Die Schaumkunststoffschicht mit den Schlitzen soll natürlich derart ausgeführt sein, dass sie, ohne die Pflanzen am Emporwachsen zu hindern, den besten Schutz gegen Verdunstung gewährt.
Der mechanische Schutz, der Attacken auf die Samen verhindern soll, kann eine Vielzahl von Formen haben. Es hat sich erwiesen, dass parallellaufende dünne Drähte aus Eisen oder einem andern oxydierenden Material sehr geeignet sind. Diese Drähte, die im Abstand von 0, 5 bis 5, 0 mm voneinander angeordnet und mit ihren Enden befestigt sein können, geben einen guten Schutz gegen Nagetiere, Vögel, u. dgl., die Sämlinge haben reichlich Platz und werden in keiner Weise beschädigt, da die Drähte zu guter Zeit wegrosten.
Beim Herstellungsverfahren werden die Eisendrähte-14--, ein als Verdunstungsschutz wirkender Schaumkunststoffstreifen mit in gleichen Abständen voneinander angeordneten Schlitzen und ein Bandstreifen --15-- mit in gleichen Abständen voneinander angeordneten Löchern zu einem kohärenten Gewebe vereinigt, das in Stücke geschnitten wird, die dann derart angebracht werden, dass ein vorzugsweise plattenförmiger Samenträger von gepresstem Torf geteilt wird. Auf diese Weise wird die Position der Eisendrähte zueinander fixiert und ausserdem wird eine Befestigung an der Torfplatte erreicht.
Da die Samen sozusagen in der Trägereinheit mechanisch eingekapselt werden, erhält man für die Samen gute Lager- und Transportbedingungen. Die Samen können über eine sehr lange Periode aufbewahrt werden und erleiden beim Transport faktisch keine Beschädigungen.
Die Transportkosten der beschriebenen Trägereinheiten sind äusserst gering. Da durch die Kompression fast das ganze Wasser verschwindet, beträgt das Gewicht einer Trägereinheit mit einer Grösse von etwa 100 X 100 mm nur 50 g und das Volumen ist auch sehr gering.
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Die Trägereinheiten können zu jeder Jahreszeit auf verschiedene Weise verteilt werden. Der Transport von der Fabrik oder vom Lager geschieht mittels eines Lastkraftwagens, wenn die Wege in gutem Zustand sind und im Winter kann der Transport mittels Schneemotorrad stattfinden. Die Trägereinheiten können vorteilhaft am Schnee deponiert werden, aber bald nach dem Schmelzen des Schnees ist es am vorteilhaftesten, um das Schmelzwasser zu nutzen. Die Trägereinheiten werden händisch deponiert, vorteilhaft jedoch mit Hilfe eines besonderen, mechanischen Auswerfers, der an einem Traktor befestigt werden kann.
Es ist auch möglich, die Trägereinheit in vorher präparierte Höhlen oder auf der Humusschicht abzulegen, in welchem Fall es günstig ist, wenn die Masse-10-humusumformende Bakterien oder Herbicide enthält.
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Die Trägereinheit wird so niedergelegt, dass das Loch-17-am Boden zu liegen kommt, damit die Trägereinheit so Grundwasser aufnehmen kann ; das Wasser wird absorbiert und kann nicht verdunsten, so dass die Keimung, die Entwicklung des Sämlings und das Wachstum unter den günstigsten Bedingungen stattfinden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Keimungs- und keimlingsfördernde Trägereinheit für die Waldkultivierung, bestehend aus einer in einer Hülle angeordneten, feuchtigkeitsabsorbierenden Masse in Plattenform, vorzugsweise aus gepresstem Torf, die in einer Aussparung einen oder mehrere Waldbaumsamen enthält, gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale : die Hülle (16) besteht aus Kunststoff oder einem ähnlichen verdunstungshindernden Material und hat an ihrer Unterseite mindestens eine Öffnung (17) zur Absorption von Bodenwasser und an ihrer Oberseite eine oder mehrere Öffnungen (18), die z.
B. die Form eines kreuzförmigen Schlitzes aufweisen, den die Keimlinge durchstossen können ; ein Verdunstungsschutz ist für die in der Masse (10) absorbierte Feuchtigkeit unter den Öffnungen (18) vorgesehen, welcher aus einer Schaumkunststoffschicht besteht, die eine ziemlich grosse Oberfläche bedeckt und eine Anzahl von z. B. parallel zueinander angeordneten
Schlitzen aufweist, die der Keimling durchstossen kann, und dass der oder die Samen (12) gegen
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