AT308048B - Vorrichtung zur Erzeugung und/oder Aufnahme hoher Drücke - Google Patents

Vorrichtung zur Erzeugung und/oder Aufnahme hoher Drücke

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AT308048B
AT308048B AT268168A AT268168A AT308048B AT 308048 B AT308048 B AT 308048B AT 268168 A AT268168 A AT 268168A AT 268168 A AT268168 A AT 268168A AT 308048 B AT308048 B AT 308048B
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung und/oder Aufnahme hoher Drücke zwecks Unterdrucksetzung von Körpern, mit einem eine Reaktionszone aufweisenden Gehäuse und Einrichtungen zum Aufbringen eines Kompressionsdruckes auf die den zu behandelnden Körper in seinen Mittelbereich einschliessende Reaktionszone. 



   Eine solche Vorrichtung eignet sich insbesondere zur Umwandlung von Graphit oder andern kohlenstoffhaltigen Materialien in Diamant. 



   Bei bekannten Vorrichtungen der oben angeführten Art hängt die erreichbare Druckgrenze in erster Linie vom Material ab, welches für das Gehäuse und für die den Druck aufbringenden Druckelemente verwendet wird, und von der räumlichen Ausdehnung der Vorrichtung. Mit bekannten Vorrichtungen dieser Art können Drücke bis zu höchstens 4750   kg/mm2   bei einem sehr kleinen Volumen des zu behandelnden Körpers im Laboratorium erhalten werden. 



   Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, diese Druckgrenze zu überschreiten und den Druck über diesen Wert zu erhöhen. Weiters soll der Druck auf einen Körper von grösserem Volumen als bisher üblich ausgeübt werden. 



   Dies wird bei einer Vorrichtung der eingangs angeführten Art dadurch erreicht, dass der Raum zwischen der Reaktionszone und dem Gehäuse mit einem unter Normalbedingungen nicht fluiden, nach Wirksamwerden des hohen Druckes verformbaren Material gefüllt ist, wobei, wie an sich bekannt, druckerzeugende Einrichtungen nahe der Reaktionszone und/oder am Umfang des Gehäuses angeordnet sind. 



   Als nicht fluides Material eignet sich insbesondere ein schüttfähiges Gut, wie Sand oder Metallpulver, wobei das Gut vorzugsweise einen unterschiedlichen Körnungsgrad aufweist. Sand besitzt keine Zugfestigkeit aber eine nahezu unbegrenzte Druckfestigkeit. Eine Vergrösserung des Druckes bewirkt lediglich eine andere Ausrichtung der Körner. Er ist   fliessfähig,   überträgt aber nicht gleiche Drücke an sämtlichen Punkten, wie dies etwa bei Flüssigkeiten der Fall ist. Bei Auftreten des hohen Druckes wird dieser zwischen den Sandkörnern verteilt und auf Grund der Reibung zwischen den Sandkörnern zum Teil vernichtet, so dass nur ein Teil des in der Reaktionszone erzeugten Druckes vom Gehäuse aufgenommen werden muss. Aber auch duktile Metalle, wie etwa Blei, Gold oder Zinn, eignen sich als nicht fluides Material.

   Diese besitzen genügend innere Reibung, um dieselbe Wirkung wie schüttfähiges Gut zu erzielen. 



   Gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind um die Reaktionszone im nicht fluiden Material feste Körper, etwa aus keramischem Material, eingebettet. 



   Zum Aufbau der hohen Drücke können sämtliche bekannte Mittel zum Aufbringen von Aussendruck, von Vorkompression und von Innendruck herangezogen werden. 



   Durch Kühlung des äusseren Gehäuses der Vorrichtung mittels flüssigem Stickstoff vor Aufbau des Druckes kann die Vorkompression ebenfalls erhöht werden. 



   Durch Einschliessen des Gehäuses in einen hydraulischen Mantel, welcher hohem Flüssigkeitsdruck unterworfen ist, wird der Ausdehnung der einzelnen Teile der Vorrichtung entgegengewirkt und eine Vorkomprimierung des zu behandelnden Körpers erreicht. 



   Die Erfindung wird nun näher unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben : In den Zeichnungen   zeigen : Fig. 1   eine Schnittansicht durch eine erfmdungsgemässe Vorrichtung, Fig. 2 eine Teilansicht der Vorrichtung gemäss Fig. l im vergrösserten Massstab, die Fig. 3 und 4 zwei weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung, Fig. 5 eine Teilansicht der Vorrichtung gemäss Fig. 4 im vergrösserten Massstab und die Fig. 6 bis 8 Diagramme, welche zur Erklärung der Arbeitsweise der Vorrichtung gemäss Fig. 4 dienen. 



   Bei der Ausführungsform gemäss   Fig. 1   wird Graphit oder eine kohlenstoffhältige   Mischung --1-- von   einer   Hüllschicht--2--aus   Pyrophyllit od. dgl. umgeben, welche im Bezug auf die auftretenden Temperaturen beständig sind. An eine Seite dieser   Hüllschicht--2--ist   eine schalenförmige   Schicht --3-- angeordnet,   welche aus einem explosiven Material besteht. Die oben beschriebene Anordnung kann erforderlichenfalls in einem weiteren Hüllmaterial eingeschlossen sein, welches dehnbar oder selbsthärtend ist. 



   Die gesamte oben beschriebene Anordnung ist von einem unter Normalbedingungen nicht fluiden, nach Wirksamwerden des hohen Druckes verformbaren   Material--4--,   wie etwa Sand, umgeben. Das Ganze ist von einem kugelförmigen   Gehäuse --5-- eingeschlossen,   welches in der Praxis einen Durchmesser von mehreren Metern besitzt. 



   Vom   Gehäuse --5-- ragen   in das   Material --4-- mehrere   im Abstand voneinander angeordnete Keile 
 EMI1.1 
 und an den inneren   Enden--7--abgerundet.   



   Die   Keile--6--dienen   zur Vorkompression des   Materials--4--und   werden zu diesem Zweck durch 
 EMI1.2 
 die Reaktionszone angeordnet sind. Diese   Körper --10-- sind   näher der Reaktionszone angeordnet als die   Keile--6--.   Der Zweck dieser   Körper --10-- besteht   darin, den Druck zu erhöhen und ihn von den inneren   Enden--7--der Keile--6--in   Richtung zur Reaktionszone zu übertragen. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Im   Gehäuse-5--gegenüber   der schalenförmigen   Schicht --3-- aus   explosivem Material befindet sich eine Öffnung mit einem geeigneten Verschluss
Das Gehäuse umschliesst ferner eine   Hülle--12-,   welcher   Druckflüssigkeit --13-- über   den Einlass   --22-- zugeführt   wird. 



   Um den Graphit hohen Drücken und einer hohen Temperatur zu unterwerfen, werden die   Keile--6--   zunächst in das Material --4-- eingedrückt, um unterstützt von der   Druckflüssigkeit --13-- eine   Vorkompression der Reaktionszone zu erreichen. Das nicht fluide Material--4--absorbiert einen Grossteil des von der Reaktionszone nach aussen wirkenden Druckes auf Grund der zwischen den Teilchen des Materials   --4--   auftretende Reibung, so dass nun ein Bruchteil des in der Reaktionszone erzeugten Druckes vom äusseren Gehäuse aufgenommen werden muss. 



   Werden die   Keile --6-- nach   innen gedrückt, entsteht in der Nähe der inneren   Enden --7-- der   Keile ein hoher Druck. Dieser Druck wird auf die Reaktionszone übertragen und kann noch vergrössert werden, wenn man das   Material --4-- auch   zwischen den Körpern --10-- und der Reaktionszone anordnet. 



   Die chemische Reaktion zur Erzeugung der gasförmigen Produkte und des gewünschten Reaktionsdruckes kann elektrisch über Leitungen --16-- ausgelöst werden, welche durch das körnige Material --4-- führen und wenn durch die Reaktion nicht eine genügend hohe Temperatur erhalten wird, kann eine zusätzliche Erwärmung des Graphits auch durch einen elektrischen Stromfluss erzielt werden. An Stelle der chemischen Reaktion kann der Reaktionsdruck auch allein durch Erwärmung auf elektrischem Wege erzeugt werden. 



   Der resultierende von der Reaktionszone nach aussen gerichtete Druck wird durch den geometrischen Aufbau der Vorrichtung und durch die zwischen den Teilchen des Materials --4-- auftetende Reibung nach 
 EMI2.1 
 unmittelbarer Nähe der Reaktionszone angeordnet sind, müssen sie doch so ausgeführt sein, dass sie den hohen Drücken standhalten. Sie werden daher relativ dünn unter Vermeidung von unstetigen Konturänderungen ausgeführt. Sie sind vorzugsweise kreisförmig im Querschnitt. 



   Um den Temperaturgradienten bei hohem Druck zu stabilisieren, werden in der äusseren Zone des Materials   - 4--Kühlrippen--15--eingebettet,   welche die erzeugte Wärme nach aussen abgeben. 



   Nach der Umwandlung von Graphit in Diamant, wird der Druck schrittweise vermindert und darauf der   Verschluss --11-- an   der Öffnung des Gehäuses --5-- entfernt und das   Material--4--bis   zur Reaktionszone aufgebohrt, um zum Diamanten zu gelangen. 
 EMI2.2 
 aufweisen. Alle Schichten bestehen jedoch aus nach Wirksamwerden des hohen Druckes verformbaren Material, wobei die Schicht in der Nähe der Reaktionszone aus wärmebeständigem Material, etwa aus Oxyden von Metallen, wie etwa Magnesium, Kalzium oder Aluminium gebildet werden. In den äusseren Schichten können inkompressible Materialien, etwa Karbide oder seltene Erden verwendet werden. 



   Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung können auch Materialien hohen Drücken für längere Zeit wirtschaftlich ausgesetzt werden. 



   Gemäss einer andern in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform der Erfindung werden die explosiven Stoffe oder die andern druckerzeugenden Stoffe nicht in unmittelbarer Nähe der Reaktionszone angeordnet, sondern es ist die den hohen Druck erzeugende Quelle und die Reaktionszone über eine Druckleitung miteinander verbunden. 



   Die übertragung des hohen Druckes von einer Erzeugerquelle zur Reaktionszone war bisher durch die Zugfestigkeiten bekannter Materialien, aus denen die Druckleitungen gebildet wurden, beschränkt. Durch Verwendung eines unter Normalbedingungen nicht fluiden, nach Wirksamwerden des hohen Druckes verformbaren Materials in den Druckleitungen, wird eine wirkungsvolle Druckübertragung ermöglicht. 



   Diese Ausführungsform ist besonders nützlich bei Autoklaven oder Druckleitungen, welche in chemischen Anlagen verwendet werden, wobei die Druckleitung eine dünnschichtige Auskleidung aus einem teuren Material aufweist, welches von billigem Material--4--umgeben ist, das seinerseits von einem äusseren Gehäuse, beispielsweise aus Stahl, umschlossen ist. 



   Die Vorrichtung gemäss Fig. 3 besteht aus zwei kugelförmigen Teilen--40, 42--, welche durch einen zylindrischen   Teil --44-- miteinander   verbunden sind. Die   Teile--40,   42,   44--sind   mit einem körnigen   Material--4--,   wie etwa Sand, gefüllt. Der unter Druck zu setzende Körper befindet sich in einer Reaktionszone--41--innerhalb des   Teiles--40--.   Die   Reaktionszone--41--ist   über eine im Material 
 EMI2.3 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 
Bei der oben beschriebenen Anordnung kann die Vorkompression der Aufbau des Druckes oder die Verstärkung des Druckes und die Kühlung in ähnlicher Weise erfolgen, wie beim Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1. 



   Gemäss einer andern in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform der Erfindung kann das mit hohem Druck zu behandelnde Material kontinuierlich der Vorrichtung zugeführt werden. Es ist bekannt, dass Metalle durch Wärmebehandlung unter hohem Druck bestimmte Eigenschaften erhalten. 



   Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 4 ist das zu behandelnde Material eine Metallstange--100--, die in Richtung des Pfeiles--A-vorgeschoben wird. 



   Die in Fig. 4 gezeigte Vorrichtung arbeitet im wesentlichen in gleicher Weise wie die oben beschriebenen Ausführungsformen, doch besitzt die Reaktionszone die Form eines länglichen   Kanals --102-- aus   einem nachgiebigen Material, welches den auftretenden Drücken und Temperaturen standhält. 
 EMI3.1 
 Gehäuse --104-- umgeben ist. In das Material --110-- können zur Erhöhung des Druckes Keile--106-in das Material--110--eingetrieben werden. Die Erwärmung der   Metallstange --100-- erfolgt   auf 
 EMI3.2 
 zur Metallstange--100--bildet. 



   Fig. 5 zeigt eine Schnittansicht durch einen   Keil --106-- mit   den dazugehörigen Einrichtungen zum 
 EMI3.3 
 der   Stange --100-- einzustellen.   



   Es ist auch möglich, den Druck in Form einer Druckwelle auf die   Metallstange --100-- aufzubringen,   durch welche die Metallstange--100--gleichzeitig in Richtung des   Pfeiles--A--vorwärtsbewegt   wird. 



   Die in Längsrichtung in der Vorrichtung herrschende Druckverteilung ist bei einer sich nicht fortbewegenden   Stange --110-- graphisch   in Fig. 6 dargestellt, wobei statische Reibungskräfte den Druck ausgleichen. 
 EMI3.4 
 hinter dem Scheitel und das Druckdifferential in Vorwärtsrichtung ausreicht, um eine Bewegung der Stange   --100-- in   Vorwärtsrichtung sicherzustellen. 



   Die aufgebrachten Druckwellen sind graphisch in Fig. 8 mit ihren Momentscheiteln   bei--P. Ps   und Ps-gezeigt. In Fig. 7 reicht der   Druckgradient --#1-- nicht   aus, um eine Bewegung der   Stange --100-- nach   der 
 EMI3.5 
 dar. 



   In sämtlichen Ausführungsformen werden durch die Verwendung eines unter Normalbedingungen nicht fluiden nach Wirksamwerden des hohen Druckes verformbaren Materials Diskontinuitäten und eine daraus folgende Schwächung der den Druck aufbringenden, verstärkenden oder verteilenden Mitteln verhindert. Ferner kann eine kontinuierliche Zuführung des Materials zur Vorrichtung erfolgen. 

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Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Vorrichtung zur Erzeugung und/oder Aufnahme hoher Drücke zwecks Unterdrucksetzung von Körpern, mit einem eine Reaktionszone aufweisenden Gehäuse und Einrichtungen zum Aufbringen eines Kompressionsdruckes auf die den zu behandelnden Körper in seinen Mittelbereich einschliessende Reaktionszone, EMI3.6 <Desc/Clms Page number 4> ist, wobei, wie an sich bekannt, druckerzeugende Einrichtungen nahe der Reaktionszone und/oder am Umfang des Gehäuses angeordnet sind. EMI4.1 (2 ;
    102) aus deformierbarem feuerfestem Material zur Aufnahme des unter Druck zu setzenden Körpers vorgesehen ist. EMI4.2 bekannte druckerzeugende Mittel, etwa ein Sprengsatz, in dem den zu behandelnden Körper aufnehmenden Reaktionsraum angeordnet ist oder in einem getrennten Raum, welcher über eine vom nicht fluiden Material eingeschlossene Druckleitung mit dem den zu behandelnden Körper aufnehmenden Raum verbunden ist. EMI4.3 Umfangsbereich des nicht fluiden Materials in dieses eintreibbare keilförmige Körper (6) von in Richtung zum zu behandelnden Körper sich verengenden Querschnitt angeordnet sind. EMI4.4 zylinder- bis rotationsellipsoidförmig ausgeführt ist und die Reaktionszone mit dem zu behandelnden Körper im Bereich einer Längsachse des Gehäuses angeordnet ist (Fig. 4).
AT268168A 1967-03-17 1968-03-18 Vorrichtung zur Erzeugung und/oder Aufnahme hoher Drücke AT308048B (de)

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