<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Verbesserung der Fliessfähigkeit von Komgemischen aus elektrisch erschmolzenem Magnesiumoxyd und Vorrichtung hiezu
Bei der Fertigung von elektrischen Rohrheizkörpern wird als Füll- und Isolierstoff fast durchweg Pulver aus elektrisch erschmolzenem Magnesiumoxyd verwendet. Dieses Elektromagnesiapulver weist ein sehr gutes Elektroisoliervermögen auf und ist gleichzeitig gut wärmeleitend. In einer vorgegebenen Kornverteilung dient das Pulver zur Füllung des Zwischenraumes zwischen den Windungen der Heizwendel und des Raumes zwischen der Heizwendel und dem äusseren Metallrohr.
Gesteigerte Forderungen an die spezifische Belastung der Rohrheizkörper bei gleichzeitiger Verkleinerung ihrer Abmessungen erhöhen die Anforderungen an das in bestimmten Kornverteilungen vorgegebene Magnesiumoxyd, insbesondere in bezug auf die Fliessfähigkeit. Eine hohe Fülldichte ist für die Endverdichtung bei vorgegebener Reduktion der Rohre von ausschlaggebender Bedeutung, da die Endverdichtung der Wärmeleitfähigkeit direkt proportional ist. Eine gute Fliessfähigkeit des Pulvers ist für eine ungestörte Füllung der zum Teil sehr engen Rohre auch bei hoher Fülldichte unerlässlich.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Verbesserung der Fliessfähigkeit von ElektromagnesiaKorngemischen mit bestimmten Anteilen verschiedener Korngrössen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man die einzelnen Kornfraktionen aus einem Magnesiumoxydpulver ausklassiert, das vorher zwecks Abschleifung der einzelnen Körner in einem Wirbelbett behandelt wurde. Ein solches Elektromagnesia-Korngemisch mit bestimmten Anteilen verschiedener Korngrössen, welches erfindungsgemäss nur im Wirbelbett behandeltes Korn enthält, weist nun nicht nur ein besseres Fliessverhalten als ein bezüglich der Korngrössenverteilung analoges, aber unbehandeltes Korngemisch auf. Es lässt sich bei gleicher Kornverteilung auch mit grösserer Dichte einfüllen, d. h. die Fülldichte ist höher als die des unbehandelten Materials.
Dies stellt nun insofern primär keinen Vorteil dar, da sich die Fülldichte des Pulvers aus unbehandeltem Korn auch in gewissen Grenzen durch eine Erhöhung der feineren Anteile vergrössern lässt. Eine solche Veränderung des Kornaufbaues hat aber eine erhebliche Verschlechterung des Fliessverhaltens des Pulvers zur Folge. Dies kann so weit führen, dass insbesondere in sehr engen Röhren das Pulver praktisch nicht mehr fliesst.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ergibt sich daraus, dass der Abschliff der Einzelkörper im Wirbelbett untereinander, also praktisch nicht an metallischen Wänden u. dgl., erfolgt. Dies hat zur Folge, dass das gegen Verunreinigungen in seinen elektrischen Eigenschaften sehr empfindliche Magnesiumoxyd in der elektrischen Isolationsfähigkeit nicht beeinträchtigt wird.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung, die zur zweckmässigen Behandlung des Magnesiumpulvers, aus dem erfindungsgemäss die Korngrössen ausklassiert werden, geeignet ist.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung und ihre Wirkungsweise sollen an Hand der Zeichnung, in der ein Vorrichtungsbeispiel dargestellt ist, nachfolgend näher erläutert werden.
<Desc/Clms Page number 2>
Das Magnesiumoxydpulver wird mittels einer Förderschnecke-l-in eine MischdUse --2- ein- gepresst und mit Hilfe von Druckluft-3-- zerstäubt. In einem zylindrischen Gefäss --4-- wird das Pul- ver beschleunigt und über die düsenförmige Öffnung--5-- in einen waagrecht angeordneten Topf --7-- geschleudert. Infolge des Abpralls von den Wänden des Topfes und des Nachströmens neuen Pulvers entsteht ein intensives Wirbelbett mit einem starken Schleifeffekt der Körner untereinander. Die Pressluft entweicht über den Entlüftungsstutzen --8-.
Die Verweilzeit der Körner in dem Wirbelbett und damit auch das Mass des Abschleifens lassen sich einstellen durch denDruck der Pressluft und den über die Verstellschraube --6-- veränderlichen Abstand des Topfes von der Rohrverengung. Eine längere Verweilzeit führt dabei zu einer erhöhten Verbesserung des Fliessverhaltens der Körner. Aus dem Wirbelbett gelangt das Pulver in den Bunker --9--.
Die Vorrichtung kann sowohl kontinuierlich als auch satzweise betrieben werden. Bei dem kontinuierlichen Verfahren kann das behandelte Pulver aus dem Bunker --9-- durch die Öffnung --10--, z. B. über eine Dosierwalze, einen Drehteller, eine Vibrationsförderrinne od. dgl. ausgetragen werden. Dabei wird dieAbzugsgeschwindigkeit vorteilhaft so eingestellt, dass stets ein so grosser Pulveranteil im unteren Teil des Bunkers verbleibt, dass ein Ausblasen der Pressluft nach unten und damit ein Verstauben des Arbeitsraumes vermieden wird.
Beispiel : Elektrisch erschmolzenes Magnesiumoxyd wurde gemahlen und das entstandene Pulver in einer erfindungsgemässen Vorrichtung behandelt. Nach der Klassierung durch Siebung wurden die Korngrössen in einem solchen Verhältnis gemischt, dass die in der Tabelle unter 1 angegebene Kornverteilung vorlag. Dieses Korngemisch wies eine Fülldichte von 2, 50 g/cmS auf. Die Auslaufzeit von 100 g dieses Pulvers aus einer runden Öffnung mit 3, 2 mm 0 betrug 76 sec.
Wurde das unbehandelte rohe Pulver klassiert und ein Kornverteilung, wie sie in der Tabelle unter 1 angegeben ist, hergestellt, so betrug die Fülldichte nur 2,38 g/cmS und die Auslaufzeit von 100 g dieses Pulvers aus der runden Öffnung 81 sec.
In weiteren Versuchen wurden Korngemische aus dem erfindungsgemäss behandelten und klassierten Material mit höheren Anteilen an gröberen Körnern hergestellt. Es gelang dabei schliesslich bei der in der Tabelle unter 3 angegebenen Kornverteilung dieselbe Fülldichte von 2, 38 g/cmS zu erhalten, wie sie sich unter der Verwendung des unbehandelten Materials bei der unter 2 angegebenen Kornverteilung ergab. Die Auslaufzeit bei dieser Kornverteilung betrug nur 70 sec.
Das Beispiel zeigt, dass bei gleicher Kornverteilung im Falle der Verwendung des erfindungsgemäss im Wirbelbett behandelten Zone eine höhere Fülldichte und ein besseres Fliessverhalten erzielt wird als bei Verwendung des unbehandelten Korns. Ausserdem wird die Fliesszeit bei Verwendung des erfindungsgemäss behandelten Materials weiter verkürzt, wenn die gröberen Kornanteile soweit erhöht werden, bis die Fülldichte des Korngemisches gleich der des Korngemisches des unbehandelten Materials ist.
EMI2.1
<tb>
<tb>
Kornverteilung
<tb> 0-0,07 <SEP> 0,07-0,12 <SEP> 0,12-0,25 <SEP> 0,25-0,37 <SEP> AuslaufFülldichte <SEP> mm <SEP> mm <SEP> mm <SEP> mm <SEP> zeit
<tb> 1. <SEP> behandelt <SEP> 2,50 <SEP> g/cm3 <SEP> 10% <SEP> 10% <SEP> 40% <SEP> 40% <SEP> 76 <SEP> sec
<tb> 2. <SEP> unbehandelt <SEP> 2,38 <SEP> g/cm3 <SEP> 10% <SEP> 10% <SEP> 40% <SEP> 40% <SEP> 81 <SEP> sec
<tb> 3. <SEP> behandelt <SEP> 2,38 <SEP> g/cm3 <SEP> 4% <SEP> 12% <SEP> 42% <SEP> 42% <SEP> 70 <SEP> sec
<tb>
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verbesserung der Fliessfähigkeit von Korngemischen aus elektrisch erschmolzenem MagnesiumoxydmitbestimmtenAnteilenverschiedenerKorngrössen, dadurchgekennzeichnet, dass man die einzelnen Kornfraktionen aus einem Magnesiumoxydpulver ausklassiert, das vorher zwecks Abschleifung der einzelnen Körner in einem Wirbelbett behandelt wurde.