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Verfahren zur Herstellung von Flaschen für unter dem Druck eines Treibgases stehende Füllungen
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Flaschen.
Flaschen dieser Art sind aus einem einzigen Stück stranggepressten Aluminiumshergestellt worden, aber sie haben keine hohe mechanische Festigkeit und vor allem keine genügende chemische Beständigkeit gegen den Angriff agressiver Säuren, die im Gas oder auch in den Füllungen enthalten sind."Freon" z. B. enthält Chlor und Fluor und erzeugt in Berührung mit wässerigen Partikeln Salzsäure und Fluorwasserstoffsäure und diese greifen die Innenwände der Flaschen an. Anderseits sind die Produkte auf wässeriger Grundlage viel wirtschaftlicher als jene auf alkoholischerGrundlage, so dass sie letzteren vorgezogen werden. Zudem kann man auch bei letzteren stets Spuren von Wasser feststellen. Oberflächenbehandlungen des Aluminiums, wie Anodisieren oder Lackieren (mitepoxydischen od. ähnl.
Lacken) haben keine zufriedenstellenden und sicheren und noch weniger konstante Resultate ergeben.
Man griff auch zu Flaschen, die aus verzinnten Blechstreifen hergestellt sind. In der Bauweise mit seitlich gelötetem Mantel und angebördeltem Deckel und Boden erhält man Behälter, die abgesehen davon, dass sie ein wenig zufriedenstellendes ästhetisches Aussehen haben, teuer sind wegen der zahlreichen für die Herstellung nötigen Arbeitsgänge, und wenig widerstandsfähig wegen der angebördelten Böden, die dem Innendruck nachgeben, auch wenn sie relativ kleine Abmessungen haben. Die Begrenzung der Abmessungen und der Form, die wegen der Seitennaht notwendigerweise auf zylindrische oder konische Oberflächen beschränkt ist, bringt praktisch nicht immer erträgliche Einschränkungen.
Der Nachteil eines über die sonstige Oberfläche der Flasche vorstehenden Bördelrandes ist auch bei Flaschen vorhanden, die nach einem praktisch kaum durchführbaren Verfahren dadurch hergestellt wer-
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werden, u. zw. der eine nach aussen und der andere, einen grösseren Durchmesser aufweisende Rand nach innen, die beiden U-förmigen Bördelungen ineinandergesteckt und mittels Hartlots miteinander verbunden werden.
Es sind auch Flaschen aus verzinnten Streifen bekannt, die in Glockenform tiefgezogen und mit einem angebördelten Boden versehen sind. Jedoch bringt die Tiefe des tiefgezogenen Teiles Schwierigkeiten bei der Bearbeitung mit sich und vor allem eine Oberflächenveränderung der Verzinnung, die das Blech ebenfalls gegen chemische Angriffe empfindlich macht, weiters hat der angebördelte Boden die schon erwähnten Nachteile.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Flaschen für unter Druck eines Treibgases stehende Füllungen, das die Nachteile der bekannten Verfahren vermeidet und überdies gegenüber dem nur zylindrische Formen zulassenden Strangpressverfahren, eine grössere Freiheit in der Wahl der Form gewährt und im Vergleich zum oberflächenbehandelten Aluminium eine bessere chemische Wider-
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standsfähigkeit gewährleistet.
Sie erreicht dies dadurch, dass zwei durch Tiefziehen aus verzinntem
Blech od. dgl. hergestellte Teile, von denen in an sich bekannter Weise der eine einen Halsteil bildet und unter allfälliger Zwischenschaltung zylindrischer Teilstücke mit dem andern, den Boden aufweisen- den Teil zur vollständigen Flasche zusammensteckbar ist, durch Einführen von Zinnlot in den Überlap- pungsbereich der Flaschenteilränder verbunden werden, wobei die Lotmenge für jede Überlappungsstelle so gross gewählt wird, dass ein Lotüberschuss entsteht, der auch die Kante des in der Überlappungszone innen zu liegen kommenden Behälterteilrandes überdeckt.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann automatisch ausgeführt werden, indem die ineinanderge- steckten Flaschenteile während des Fliessens des geschmolzenen Lots um ihre gemeinsame Achse ge- dreht werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren bietet zahlreiche Vorteile für Druckgas-Flaschen, seien sie aus
Aluminium oder aus verzinnten Blechstreifen mit Bodenstücken, oder aus verzinnten Streifen mit dop- peltem Boden und gelötetem Mantel hergestellt.
Erstens ist bei gleicher Gesamthöhe der Flasche das Strecken der Platinen- die verzinnt oder irgendwie oberflächenbehandelt sind-beim Tiefziehen selbst viel geringer im Vergleich zu der Streckung und der gewaltsamen Behandlung, denen das einzige napfförmige Element bei den heute bekannten ein- teiligen Flaschen mit angebördeltem Boden ausgesetzt ist, mit der Folge, dass die Verzinnung od. dgl. ohne Abschilferung des Oberflächenschutzes erhalten bleibt.
Zweitens ist die Verbindung der Teile mittels Lötens, wie erwähnt, viel widerstandsfähiger als die Verbindung durch Bördeln, und daher bestehen keine Grenzen für den Querschnitt der Flaschen, insofern als es keine angebördelten Bodenstücke gibt, die nachgeben könnten.
Drittens ist zu beachten, dass, da das angebördelte Bodenstück fehlt, man nicht den ästhetischen Nachteil des sichtbaren Bördelrandes hat.
Viertens ist zu beachten, dass das Tiefziehen in jeder irgendwie gestalteten Form erfolgen kann, ohne dass man an eine rein zylindrische Form (wie im Fall des Strangpressens aus Aluminium) oder an eine höchstens konische Form (wie bei gerolltem und seitlich gelötetem Mantel und angebördeltem Dekkel) gebunden ist. Auch gegenüber der Ausführung mit tiefgezogenem Napf und Bodenstück hat man eine grössere Formfreiheit bezüglich des Profils insofern, als zwei oder mehr tiefgezogene Teile, die die Flasche bilden, viel grössere Freiheit der Formgebung über den gesamten Axiallängsschnitt gestatten, als ein einziger tiefgezogener Teil, dem durch das Tiefziehverfahren bestimmte Grenzen für die Form des Profils auferlegt sind.
Insbesondere kann man durch Vergrössern eines Zwischenstückes und Verringerngen und Vergrösserungen des Durchmessers in den Querschnitten längs der Achse der Flasche selbst eine Durchmesservariation erhalten.
Fünftens ist zu beachten, dass keine Verzinnung und innere Lackierung nötig sind, da die Schnittkante des Randes des eingeschobenen Teilstückes durch die Lötung infolge der Kapillarwirkung abgedeckt ist.
Das Verfahren ist besonders wirtschaftlich und gestattet auch, eine hohe Mechanisierung der verschiedenen Arbeitsgänge zu erreichen, auch was das Löten betrifft ; dieses kann während des Rollens der zusammengesteckten Teile der Flasche ausgeführt werden.
Bei Verwendung von mehr als zwei Teilen, die in der beschriebenen Art durch Löten miteinander verbunden werden, ist man in der Flaschenlänge nicht begrenzt, hat aber nicht die Nachteile, die zuvor für die bekannte Lösung mit seitlich gelötetem Mantel und einem Paar von Bodenstücken geschildert wurden.
In den Zeichnungen sind schematisch einige mögliche Ausführungsformen der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigen Fig. l im Schaubild eine erste Ausführungsform, Fig. 2 die Seitenansicht teilweise im Schnitt, Fig. 3 einen Querschnitt längs der Linie III-III in Fig. 2, Fig. 4 eine Variante zu der Ausführung nach Fig. 2, wobei die nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellte Flasche aus drei Elementen besteht, und Fig. 5 eine vergrösserte Einzelheit der Lötzone zwischen zwei Teilen eines Flaschenmantels.
Wie in den Fig. 1 - 3 und 5 dargestellt ist, wird eine Flasche aus zwei Teilen A, B gebildet, wobei der Oberteil A so geformt ist, dass er eine Schulter und einen Hals sowie einen Hohlraum für das Ventil od. dgl. bildet. Die beiden Teile A und B können durch Tiefziehen in einem oder mehr Ziehgängen hergestellt werden und aus verzinnten Blechstreifen oder anderem geeignetem und widerstandsfähigem Werkstoff bestehen. Obwohl in der in den Zeichnungen vorgesehenen Ausführung die fertige
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ohneDie beiden Teile A, B sind an ihren glattgeschliffenen Rändern miteinander dadurch verbunden, dass der Rand des einen in den Rand des andern eingeführt ist.
Insbesondere ist nach diesem Ausführungbeispiel vorgesehen, den Rand B des Unterteiles B so weit einzuziehen, dass er in den Rand des Oberteiles A eingeführt werden kann, ohne dass dadurch infolge der doppelten Wandstärke eine Stufe in der Wand der Flasche entstünde.
Die muffenartig zusammengefügten Ränder werden durch Zinnlötung verbunden, wie mit C in
Fig. 5 angegeben. Die Lötung wird derart ausgeführt, dass das Lötmaterial infolge der Kapillarwirkung in den Zwischenraum zwischen den beiden Rändern eindringt und einen inneren wulstförmigen Lötüberschuss Cl bildet, der die sonst freiliegende Kante des Behälterteilrandes B 1 schützt. Ausserdem bildet das Zinnlot C einen äusseren Ring C,, der entsprechend behandelt wird, um die Lötung im Mittelteil der Flaschenwand unsichtbar zu machen.
Das Verfahren nach der Erfindung gestattet, das Löten praktisch automatisch auszuführen, indem die ineinandergesteckten Flaschenteile A und B während des Fliessens des geschmolzenen Zinnlots um ihre gemeinsame Achse gerollt werden, wobei dieses infolge der Kapillarwirkung eindringt und sich gemäss Cund C in Fig. 5 verteilt.
Nach der in der Fig. 4 dargestellten Variante wird die Flasche aus drei Teilen, nämlich einem Oberteil D, einem Mittelteil E und einem Unterteil F gebildet. Die Teile D und F sind in der schon beschriebenen Weise tiefgezogen ; das Mittelstück E ist ein rohrförmiger Teil, der ebenfalls durch Tiefziehen und dann durch Entfernen des Bodenstückes gebildet werden kann oder von einem Rohr abgetrennt wird oder aus einem Streifen zu einem rohrförmigen Mantel gewickelt und mit einer Längsnaht verlötet wird. Man kann aber eine Flasche auch aus mehr als drei Teilen bilden.
Auf jeden Fall können die zwei oder drei oder mehr Teile, die die Flasche bilden, jede Form erhalten, die durch Tiefziehen oder auf andere Weise herstellbar ist, wobei nur zu beachten ist, dass das vorher oberflächenbehandelte Material, z. B, ein verzinnter Blechstreifen oder ein anderes, für den Verwendungszweck der Flasche, d. h. deren Füllung, geeignet ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Flaschen für unter Druck eines Treibgases stehende Füllungen, d adu rch gekennzeichnet, dass zweidurch Tiefziehen aus verzinntem Blech od. dgl. hergestellte Teile (A, B), von denen in an sich bekannter Weise der eine einen Halsteil (A) bildet und unter allfälliger Zwischenschaltung zylindrischer Teilstücke mit dem ändern, den Boden aufweisenden Teil (B) zur vollständigen Flasche zusammensteckbar ist, durch Einführen von Zinnlot (C) in den Überlappungsbereich der Flaschenteilränder verbunden werden, wobei die Lotmenge für jede Überlappungsstelle so gross gewählt wird, dass ein Lotüberschuss (C) entsteht,
der auch die Kante des in der Überlappungszone innen zu liegen kommenden Behälterteilrandes (bzw überdeckt.