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Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines Profilglases
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines Profilglases, dessen Profil aus einer Grundfläche und je einem zur Grundfläche geneigten Schenkel besteht, bei wel- chem ein ebenes Glasband über eine Rollenbahn bewegt wird und die Verformung der Schenkel durch zur Rollenbahn geneigte Aussenrollen erfolgt. Es sind Profile bekannt, die Schenkel aufweisen, die un- ter einem rechten Winkel zur Grundfläche stehen. Derartige Profilgläser werden aus einem Flachglasprofil durch Aufbiegen der Schenkel in geneigten Formungs- und Rollenbahnen geformt. Die Schenkel laufen dabei über immer steiler werdende Rollen, bis sie senkrecht stehen, und werden senkrecht stehend bis zur Erstarrung weitergeführt.
Dadurch, dass sie senkrecht stehen, ist die Gefahr einer Auswellung vor dem Erstarren sehr gering und praktisch vernachlässigbar. Durch Nebeneinanderverlegen der- artiger Glasprofile werden Glaswände hergestellt. Es ist dabei notwendig, die Schenkel mit Klammern zu versehen. Die Stossverbindungen zweier Schenkel werden üblicherweise ausgekittet. Da beide Schenkel parallel sind, verzahnen sich die Schenkel ineinander nicht, so dass es eines relativ grossen Aufwandes bedarf, die Glasbahnen nebeneinander so zu befestigen, dass sie nicht auseinanderfallen und nicht durchgedrückt werden können.
Es bestehen bei einem kontinuierlichen Herstellungsverfahren zur Erzeugung von Profilglas, bei welchem ein ebenes Glasband über eine Rollenbahn bewegt und die Verformung der Schenkel durch zur Rollenbahn geneigte Aussenrollen erfolgt, Schwierigkeiten, die durch die unerwünschte Wellung des noch plastischen Glases der Schenkel vor der Erstarrung hervorgerufen werden. Diese Schwierigkeiten treten bei einem senkrecht stehenden Schenkel nicht auf, wohl aber bei geneigten Schenkeln. Diese Schwierigkeit wird nach der Erfindung dadurch vermieden, dass sich die Aussenrollen, also die Rollen, auf denen die Schenkel laufen, mit einer grösseren Geschwindigkeit als die Rollen der ebenen Rollenbahn bewegen. Durch diese Massnahme werden die Schenkel dauernd unter einer Vorspannung gehalten.
Durch diese Spannung kommen die zwischen den Rollen liegenden Glasbahnen nicht dazu, durchzuhängen und wellig zu werden. Die Geschwindigkeit der Aussenrollen, die 450 zur Rollenbahn geneigt sind, ist dabei vorteilhaft um etwa 0,5-1, S% grösser als die Geschwindigkeit der Rollenbahn. Es hat sich an Hand von Versuchen herausgestellt, dass diese Voreilung ausreichend ist, um das Welligwerden zu verhindern und so das gewünschte Profilglas zu erzeugen. Durch das vorgeschlagene Verfahren ist es möglich, ein Produkt zu erhalten, bei dem das Profilglas aus einer ebenen Grundfläche besteht und sich auf jeder Seite der Grundfläche in gleich lange, unter 450 zur Grundfläche geneigte Schenkel fortsetzt.
Zweckmässig ist es, dass die Schenkel gleich lang sind und die Grundfläche eben ausgebildet ist.
Es ist dann möglich, zwei Glasbahnen hintereinander zu versetzen, u. zw. so, dass jeweils die Innenseite und die Aussenseiten der Grundfläche einander gegenüberliegen. Dadurch erhält man eine vollständige Verzahnung, und die Wandfläche ist gegen Druck von jeder Seite gesichert. Man erhält dadurch äusserst günstige statische Eigenschaften, die mit einem Profilglas, dessen Schenkel einen Winkel von 900 zur Grundfläche einschliessen, nicht erreichbar sind. Auch Dichtungseigenschaften werden dabei gehoben.
Die Erfindung ist an Hand der Zeichnungen näher erläutert, ohne sich darauf zu beschränken.
Fig. l zeigt in Schrägansicht ein fertiges Profil, Fig. 2 schematisch einen Schnitt durch eine aus erfindungsgemässen Profilen gebildete Wand und Fig. 3 eine Variante dazu. Die Fig. 4 zeigt in einem
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Schnitt durch ein Erzeugungsband die Rollenanordnung zur Formung des erfindungsgemässen Profils und die Fig. 5 eine Variante dazu.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass das Profil im Querschnitt aus einer ebenen Grundfläche und zwei zu dieser Grundfläche unter 450 geneigten Schenkeln besteht. Die Länge des Profils kann nach Erfordernissen gewählt werden und, wenn es notwendig ist, auf die übliche Weise auf die nötige Länge zurechtgeschnitten werden. Durch die unter 450 geneigten Schenkel wird die Festigkeit, vor allem die Knickfestigkeit und Steifigkeit und damit die Bruchsicherheit des Glasprofils, wesentlich erhöht, u. zw. bei gleicher Höhe senkrecht zur ebenen Grundfläche in im wesentlich grösseren Masse als bei Glasprofilen mit um 900 abgewinkelten Schenkeln. Die Fig. 2 zeigt nebeneinanderverlegte Glasprofile. Die Glasprofile sind so verlegt, dass die Schenkel aneinander stossen. Die durch die Oberseite der Grundfläche
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nach einer ändern Richtung.
Die Schenkel können sich gegenseitig aneinander abstützen. Die Wand be- kommt dadurch eine grosse Festigkeit und es sind praktisch keine weiteren Massnahmen zur Verankerung der Profile ineinander ausser dem üblichen Verkitten notwendig. Die Abdichtfläche ist im Verhältnis zu
Glasprofilen mit senkrechten Schenkeln vergrössert. Die Fig. 3 zeigt eine weitere Verlegungsvariante, nach der zwei in Fig. 2 gezeigte Wandflächen so zusammen verlegt sind, dass die Aussenseite und die
Innenseiten der Glasprofile jeweils zueinander sehen. Dadurch bekommt man eine noch bessere gegen- seitige Abstützung, die Dichtungsfläche wird wesentlich vergrössert und auch die Isoliereigenschaften verbessert.
Das Glasprofil wird aus einem Flachglasband gewonnen, welches in an sich bekannter Weise auf einer Überlaufglaswanne, beispielsweise durch Laufen des Glasbandes, zwischen zwei Walzen geformt wird. Das flache Glasband wird sodann einer Verformungsstrecke zugeführt, die in der Mitte ebene Grundrollen 3 besitzt und Aussenrollen, die eine Oberfläche aufweisen, die zur Oberfläche der Grundrollen 3 geneigt ist. Diese Oberflächenneigung wird von Rollenposition zu Rollenposition verstärkt, bis die gewünschte Neigung von 450 erreicht ist. Die Fig. 4 und die Fig. 5 zeigen zwei verschiedene Ausführungen von Rollenpositionen, bei denen die Aussenrollen eine Oberfläche aufweisen, die eine Neigung von 450 zur ebenenMittelrolle aufweisen. Wie aus den Fig. 4 und 5 ersichtlich ist, ist die ebene Mittelrolle 3 auf einer Achse mit einer konstanten Geschwindigkeit angetrieben drehbar.
Gemäss Fig. 4 bestehen die Aussenrollen 5 aus zwei Kegelstümpfen, die gleichfalls auf der Achse 4 drehbar sind.
Diese Kegelstümpfe 5 sind jedoch getrennt angetrieben, wobei eine Kopplung zwischen dem Antrieb der ebenen Rolle und der Kegelstümpfe besteht, so dass sich eine Voreilung der Fläche der Kegelstümpfe um etwa 0, 5-1, 5% gegenüber der Oberflächengeschwindigkeit der ebenen Mittelrolle ergibt. Dabei können entweder die Aussenrollen getrennt von der Mittelrolle angetrieben werden oder ein Übersetzungsgetriebe zwischen den Aussenrollen 5 und der ebenen Mittelrolle 3 angeordnet sein. Fig. 5 zeigt dazu eine Variante, bei der die Aussenrollen 6 als Zylinderrollen ausgebildet sind, die auf einer unter 450 zur Achse 4 geneigten Achse laufen. Die Geschwindigkeit der Aussenrollen 6 ist so gewählt, dass ihre Oberfläche eine um etwa 0,5-1, 51o grössere Geschwindigkeit als die Oberfläche der mittleren ebenen Rolle 3 besitzt.
Die Rollen 6 haben über ihre ganze Länge eine konstante Oberflächengeschwindigkeit, während die in Fig. 4 gezeigten Rollen 5 eine anwachsende Oberflächengeschwindigkeit haben, so dass weiter von der Grundfläche 1 entfernte Schenkelteile eine grössere Vorspannung durch ein grösseres Voreilen des entsprechenden Rollenteiles erfahren als die Teile des Glasprofils, die näher zur Grundfläche liegen. Durch entsprechende Variationen der Achsneigung und Verwendung von Kegelstümpfen mit gewünschter Mantelneigung kann man jede beliebige gewünschte Geschwindigkeitsvariation und Voreilungsverteilung in der Schenkelherstellung erzielen.
Die Erfindung lässt, was vor allem die Ausbildung des Antriebes der einzelnen Rollen betrifft, zahlreiche Variationen offen, die in den Schutzbereich der Erfindung fallen sollen. So kann jede einzelne Rolle getrennt angetrieben werden. Es kann eine Kopplung beispielsweise mit Zahnrädern durch Schneckengetriebe oder andere Getriebearten vorgesehen sein.
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