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Desinfektionsanlage, insbesondere für Bettzeug und sonstige Textilien
Die Erfindung betrifft eine Desinfektionsanlage, insbesondere für Bettzeug und sonstige Textilien, mit einem Drehgestell mit radial gestellten Kammern für das Desinfektionsgut und einem zylindrischen Gehäuse um das Gestell.
Um jedem Patienten bei der Einlieferung in ein Krankenhaus ein hygienisch einwandfreies, desinfiziertes Bett zur Verfügung stellen zu können, ist es notwendig, der Grösse des Krankenhauses entsprechend, eine gewisse Anzahl von fertig aufgerüsteten, desinfizierten Betten vorrätig zu halten.
In modernen Krankenhäusern wird aus diesen Gründen eine sogenannte Bettenzentrale eingeführt, in welcher grundsätzlich jedes Bett vor der Neubelegung in allen Teilen, wie Bettgestell, Matratzen, Wolldecken und Bettwäsche, desinfiziert wird.
Bisher werden diese Betten in der Regel im Krankenzimmer abgerüstet. Die Wäsche wird in einem Wäschesack zur Wäscherei gebracht ; die Matratzen zur Desinfektionsanlage und die Wolldecke in die Reinigung gegeben, oftmals aber nur ausgeklopft. Das Bettgestell wird mit einer Desinfektionslösung im Zimmer abgewaschen.
In Zukunft sollen alle benutzten Betten eines Krankenhauses, ohne sie abzurüsten, in die Bettenzentrale gebracht werden.
Hier werden sie abgerüstet und die einzelnen Teile in die Desinfektionsapparate bzw. Reinigungsmaschine gegeben. Die Wäsche kommt in die Wäscherei und die Bettgestelle in sogenannte Schleusen, wo sie mittels Dampf abgestrahlt werden.
Auf der reinen Seite, die durch eine Wand von der unreinen Seite getrennt ist, werden nun die sauberen, desinfizierten Betten wieder aufgerüstet und können hier oder in einem Nebenraum gelagert werden.
Die Einrichtung solcher Bettenzentralen, insbesondere in grösseren Krankenhäusern, wird mit steigender Zahl der Betten (bis zu 100 Betten täglich) bei Verwendung der bisher bekannten Desinfektionsapparate immer kostspieliger und wird wegen des verhältnismässig grossen Platz- und Personalbedarfes ein immer schwerer zu lösendes Problem.
Bisher werden Desinfektionsapparate verwendet, deren Innenraum von der einen "unreinen" Seite mit den Matratzen od. dgl. beschickt werden; auf der andern "reinen" Seite wird das Desinfektionsgut entnommen. Beide Seiten sind durch schwere, verriegelte, dem Dampfdruck gewachsene Türen verschliessbar. Da die Desinfektion etwa 1/2 - 3/4 h dauert und die Apparate im Interesse der gleichmässigen Beaufschlagung mit dem Desinfektionsmittel, der Vermeidung von Nesterbildung und damit der vollständigen Desinfektion nicht beliebig gross und für eine beliebige Anzahl von Betten ausgelegt werden können, müssen bei grossen Krankenhäusern viele dieser Apparate aufgestellt werden. Das erfordert nicht nur Raum, sondern auch entsprechendes Personal, das sich einer Desinfektionsprüfung unterziehen muss.
Es ist ein walzenförmiger Desinfektionsschrank bekannt, der sektorförmige Kammern besitzt, die gleichzeitig von Desinfektionsmitteln beaufschlagt werden. Diese Ausführung hat aber den Nachteil, dass in den einzelnen Kammern keine verschiedenen Behandlungsstufen durchgeführt werden können.
Ziel der Erfindung ist es, eine Desinfektionsanlage zu schaffen, die auf kleinstem Raum grösste
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Leistung bei einem Minimum an Personal erreicht.
Dies wird bei der eingangs erwähnten Desinfektionsanlage erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass das Drehgestell mit einem Antrieb versehen ist, der die Kammern von einer Behandlungsstationzuran- dern bringt und dass die Kammern in den verschiedenen Stationen an unterschiedliche Zu- und Ablei- tungen für Desinfektions- und Trockenmittel, z. B. Ammoniakdämpfe und Heissluft, angeschlossen sind.
Nach der Erfindung soll die Desinfektionseinrichtung mit umlaufenden Kammern arbeiten, die im
Takt beschickt, behandelt und entladen werden. Vorzugsweise werden die Kammern in einem Drehge- stell vereinigt. Die Drehachse kann lotrecht, aber auch waagrecht oder schräg liegen. Die Kammern können statt in einer Kreisbahn auch in beliebigen andern geschlossenen Bahnen taktweise bewegt werden.
Das Gestell wird jeweils um einen gewissen Winkel gedreht und wieder stillgesetzt. So entstehen eine Reihe von Haltestellen, Stationen, in denen die verschiedenen Behandlungen durchgeführt werden.
Dreht man beispielsweise jeweils um 450, so entstehen je acht Stationen, von denen die erste zum Be- laden, die zweite bis fünfte zur Behandlung mit dem Desinfektionsmittel (Dampf, Formaldehyd), die sechste und siebente zur Trocknung und Kühlung und die letzte zur Entnahme des fertigen Gutes benutzt werden können.
Setzt man die Behandlung je Station mit 5 min an, so dauert die Gesamtbehandlung einschliesslich Beladung und Entladung 40 min, es steht aber alle 5 min ein fertig desinfiziertes Bettzeug zur Verfügung, also pro Stunde zwölf, pro Acht Arbeitsstunden 72 Betten.
Dabei ist die Arbeit viel weniger mühevoll als bisher. Das Bettzeug kann der Beladestelle durch ein Förderband zugebracht werden. Der Bedienungsmann braucht keine Wege zurückzulegen, er belädt immer an derselben Stelle. Das gleiche gilt von der Entladeseite.
Das Bedienungspersonal braucht auch nicht geschult zu sein, da die Aufeinanderfolge der Behandlungen, das Öffnen und Schliessen der Ventile und die sonstigen Steuermassnahmen selbsttätig mit dem Eindrehen in die Stationen erfolgt. Statt der acht Stationen können auch sechs, zehn oder zwölf benutzt werden, je nachdem, welche Bettenleistung von der Anlage gefordert wird.
Das Drehgestell kann auf der reinen Seite der Anlage aufgestellt werden, nur die Beladestelle ist von der unreinen Seite her zugänglich. Die Trennwand kann glatt und damit gut desinfizierbar ausgeführt werden.
Im Drehgestell sind eine Anzahl von Kammern, entsprechend der Anzahl der Stationen, vereinigt.
Da Beladung und Entladung an der gleichen Seite vorgenommen wird, können die Kammern an der Rückseite, d. h. der zur Drehachse gekehrten Seite, geschlossen sein und werden entsprechend einfacher und billiger. Allerdings kann es sich empfehlen, eine der Kammern mit einem verschliessbaren Durchstieg an der Rückseite zu versehen, damit der zentrale Teil des Drehgestells besser zugänglich wird.
An die Stelle der Taktbewegung kann auch eine rein kontinuierliche Bewegung treten, wenn mit geringerer Drehgeschwindigkeit gearbeitet wird.
Das Gestell läuft in einem geschlossenen Gehäuse, welches aus einer Ringwand und einer Decke besteht. Dieses Gehäuse ist an der unreinen Seite mit einem Schraubverschluss versehen, damit während der Drehung des Gestells keine Luftverbindung zwischen unreiner und reiner Seite entsteht. Auch an der reinen Seite kann eine Tür angebracht werden.
Die Kammern sind an der Aussenseite ebenfalls verschliessbar, jedoch brauchen die Türen nicht mit den üblichen schweren Schraubverschlüssen versehen zu werden, es kann vielmehr eine Türbauart gewählt werden, bei der die Türen von der Ringwand zugehalten werden, beispielsweise über federnde Druckrollen.
Zwischen Aussentür an der unreinen Seite und der jeweils an der Beladestelle befindlichen Kammer wird durch Einschieben, Andrücken, Aufblähen oder Spreizen einer Dichtung eine Schleusenkammer gebildet. Durch diese Schleuse wird bei geöffneten Türen zwischen Ringwand und Vorderseite der Kammer rings um die Beladeöffnung abgedeckt.
Ist die Kammer beladen, so werden beide Türen geschlossen, und die zwischen beiden Türen und der Dichtung gebildete Schleusenkammer wird durch einen oder mehrere scharfe Dampfstrahlen desinfiziert. Danach wird die Dichtung ausser Arbeitslage gebracht, und die Drehung des Gestells mit der soeben beladenen und an der Aussenseite desinfizierten Kammer kann beginnen.
Es kommt der vereinfachten Türausbildung zustatten, wenn man überhitzten Dampf besonders niedriger Spannung, maximal bis 0, 1 atü, vorzugsweise O. 05 atü, im Kreislauf benutzt. Tatsächlich lässt sich mit einem im Kreislauf immer wieder überhitzten Dampf so minimaler Spannung eine völlige Desinfektion in bemerkenswert kurzer Zeit erreichen. Durch solche extrem niedrige Spannung
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vereinfacht sich naturgemäss auch die Abdichtung der Kammern.
Nach der weiteren Erfindung wird der Kreislauf des Dampfes durch Kammern und Überhitzer auf dem Drehgestell selbst durchgeführt. Zu diesem Zweck werden die zum Umlauf gehörigen Teile, also Ventilator, elektrischer oder sonstiger Überhitzer, Ventile und Rohrleitungen, auf dem Drehgestell montiert und laufen mit diesem um. Der Strom für die Ventilatormotoren und den Überhitzer, gegebenenfalls auch einen elektrischen Dampferzeuger, wird über zentrale Schleifleitungen in der Drehmitte zugeführt, der Frischdampf über eine Drehstopfbüchse. Gleichviel, ob das Drehgestell umläuft oder still- steht, der Kreislauf des Desinfektionsmittels, also Dampf, Heissluft, Formaldehyd- oder Ammoniakgas, wird ohne Unterbrechung durchgeführt, ein Umkuppeln von Leitungen oder die Benutzung von Schlauch- leitungen ist nicht erforderlich.
Getrennt von dem Dampfumlauf wird ein Trocken- und Kühlluftstrom durch einen auf dem Dreh- gestell befestigten besonderen Ventilator erzeugt, der die Luft zentral ansaugt und auch zentral durch die Drehmitte wieder abgibt.
Die Anwendung getrennter Ventilatoren für Dampf und Luft ergibt den Vorteil, dass gleichzeitig an mehreren Stationen desinfiziert und an andern Stationen getrocknet und gekühlt werden kann.
Auch wärmewirtschaftlich ist die neue Desinfektionseinrichtung von bedeutendem Vorteil. Die Dampfleitungen sind kurz und verlaufen sämtlich in einem durch die Ringwand umschlossenen Raum. DieRingwand wird zweckmässig wärmeisolierend ausgeführt. Der gesamte Innenraum bleibt gleichmässig warm ; der Dampfverbrauch sinkt.
Führt man die Kammern mit dem üblichen rechteckigen Querschnitt aus und ordnet sie im Drehgestell radial an, so bleiben zwischen ihnen sektorförmige Zwischenräume. Diese werden als Heizräume ausgenutzt.
Den Kammern und den Heizräumen werden Dampf und Luft über Ringleitungen zugeführt, die jeweils unten und oben im Drehgestell verlagert sind und die den Vorteil bieten, für jede Kammer insgesamt gleich lange Zu- und Ableitungen zu bieten und damit eine gleichmässige Beaufschlagung gewährleisten.
Weitere Eigenheiten und Abwandlungen der Erfindung werden an Hand der Zeichnungen erörtert.
In diesen zeigen Fig. 1 den Grundriss einer Bettenzentrale, Fig. 2 einen senkrechten Schnitt längs der Linie II-II, Fig. 3 eine Draufsicht, Fig. 4 eine Abwicklung des Rohrleitungssystems auf dem Drehgestell, Fig. 5 die Stellung der oberen Ventile, Fig. 6 die Stellung der unteren Ventile, Fig. 7 ein Schema für eine magnetische Ventilsteuerung, Fig. 8 schematisch eine Nockensteuerung für die Dampfventile, Fig. 9 die Temperaturkurve in einer Kammer, bezogen auf die von ihr durchlaufenden Stationen, Fig. 10-13 die Schleusenausbildung an der unreinen Seite.
Nach Fig. l laufen die benutzten Betten als Ganzes auf Förderern 101, 102,103 in die unreine Seite der Bettenzentrale. Bei 104 werden sie abgerüstet. Die Bettwäsche wird mit dem Aufzug 105 zu der meist im Kellergeschoss untergebrachten Grosswäscherei zugeführt. Die Bettgestelle rollen der Gestell-Dampfstrahlreinigung 106 zu, die Matratzen, Keilkissen u. dgl. werden auf einem Transport- band 107 zum Desinfektionsapparat 108 geführt, der nur einen schmalen Zugang 109 zur unreinen Seite aufweist, im übrigen aber auf der reinen, linken Seite der Zentrale steht.
Bei 1 wird das desinfizierte Bettzeug dem Apparat 108 entnommen und vom Förderer 111 zu der Bettenausrüstung und Speicherung 112 gebracht, von der es nach Bedarf abgeholt wird.
Die Fig. 2 und 3 zeigen den Aufbau des Apparates 108. Die Desinfektionskammern 1 - 8 sind radial angeordnet, zwischen ihnen liegen die sektorartigen Heizkammer 9-16. Alle diese Teile sind mit dem Drehgestell 17 verbunden, das um die senkrechte Achse 100 umläuft.
Seine Drehung erhält es vom Motor 19 über die Laufräder 18 auf den Schienen 20. Die Räder können mit Spurkränzen versehen oder leicht konisch ausgebildet sein, so dass sie sich zur Mittelachse J 00 zentrieren. Der Motor wird beispielsweise durch eine Programmsteuerung, durch Zeit-
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wand 21 nach oben und unten ab.
Jede Kammer 1-8 ist über einen der oberen Dreiweghähne ausgebildeten Ventile 34 - 41 mit einer oberen Umwälzdampf-Ringleitung 42 und einer oberen Luftringleitung 43 verbunden (Fig. 4). Mit einem der unteren als Dreiweghähne ausgebildeten Ventile z wird die Kammer mit der unteren Dampfringleitung 32 und der Luftleitung 33 verbunden. Ausserdem wird den
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Kammern 1-8 aus der Frischdampfzuleitung 60 Frischdampf über die Ventile 44 - 51 und den Räumen 9 - 16 aus derselben Leitung 60 Dampf über die Ventile 52 - 59 zugeführt. Das Kondensat wird nach Fig. 2 in der Rinne 74 aufgefangen und abgezogen.
Das Desinfektionsmittel, z. B. Wasserdampf oder Formalin-Ammoniak-Gemisch od. dgl., wird ständig im Kreislauf vom Ventilator 62 über den Überhitzer 90 (Fig. 4) zur Ringleitung 32, von dort zu den jeweils in den Stationen 130,140, 150 und 160 befindlichen Kammern, z. B. den Kammern 2,3, 4,5 und durch die Ringleitung 42 wieder zurück zum Ventilator 62 geführt. Die Dampfverluste werden in den Stellungen 130 und 140 von der Leitung 60 her ergänzt.
Der Frischdampf gelangt aus der feststehenden Zuleitung 70 zur Mittelsäule 72. Aus dem Drehkopf 71 strömt der Dampf durch die im Gestell 17 fest verlegte radiale Leitung 75 zu der bereits erwähnten Leitung 60. Im Innern der Säue 72 befindet sich eine feste Achse, die am Oberende die feststehenden Schleifringe 73 trägt. Stromabnehmer am Drehgestell führen den Strom zu den Motoren der Ventilatoren 61 und 62 und des Drehwerks sowie zu den Heizregistern des Überhitzers 90, gegebenenfalls auch zu den elektromagnetischen Ventilbetätigungen 68 (Fig. 7).
Die Trocken- und Kühlluft wird durch die Drehmitte 63 (Fig. 2) angesaugt, strömt in die Ringleitung 33, durch die jeweils in den Stationen 170 und 180 befindlichen Kammern, z. B. 6 und 7, und über die Leitung 43 zum zentralen Abzug 65.
Die Luft kann auch durch einen elektrischen Erhitzer geleitet werden.
Die einzelnen Funktionen sind folgendermassen auf die einzelnen Stationen verteilt :
Station 120 : Beladen der Kammer an der unreinen Seite. Alle Zu- und Ableitungen der Kammer sind geschlossen.
Stationen 130 und 140 : Die in diesen Stationen befindlichen Kammern werden mit Frischdampf erhitzt, ausserdem sind sie in die Dampfumwälzung eingeschaltet. Die Temperatur steigt an, wie aus dem Diagramm nach Fig. 9 ersichtlich ist.
Stationen 150 und 160 : Die Desinfektionstemperatur ist erreicht, der Frischdampf ist abgeschaltet, die Dampfumwälzung geht weiter.
Stationen 170 und 180 : Dampfzuführung und Dampfumlauf sind abgeschaltet, es wird Luft zum Trocknen und Kühlen zugeführt. Das Trocknen wird dadurch beschleunigt, dass der benachbarte Sektorenraum, z. B. 15, nochmals Frischdampf erhält.
Station 190 : Die Kammer ist wieder von allen Zu- und Ableitungen abgeschaltet und wird entla-
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dampfleitung 60 angeschlossen.
Für die Inbetriebsetzung und das Anlaufen der Anlage ist es zweckmässig, die selbsttätige Steuerung abzuschalten und die Fortschaltung des Drehwerks sowie die Zu- und Ableitungen für die Kammern von Hand schaltbar zu machen, damit Dampf und Luft nur in solche Kammern strömen, die bei der Inbetriebsetzung bereits mit Desinfektionsgut beschickt sind.
Die regelmässigenBetriebsschaltungen sind aus Fig. 4-8 zu entnehmen. Nach Fig. 5 werden die Ventile 34 - 41 an den Oberenden der Kammern vom feststehenden Ring 66 geschaltet. Sie laufen mit einem nicht näher dargestellten Gestänge an den Nocken 67 vorbei und werden durch diese um je 1/4 Drehung weitergedreht. Die Steuerflächen des Ventils können durchlaufen, wobei sie nach jeder halben Drehung wieder in dieselbe Lage gelangen.
Fig. 6 zeigt die Steuerung der unteren Dreiweghähne in der gleichen Weise.
Die Frischdampfventile 44 - 59 können durch eine Nockensteuerung in ähnlicher Weise betätigt werden. Nach Fig. 8 sind mit dem feststehenden Teil Auflaufkurven 69 verbunden, auf welche entsprechende Hebel der genannten Ventile auflaufen und dabei die Ventile betätigen. Statt die Ventile mechanisch zu bearbeiten, können z. B. durch Stifte oder Nocken auch Schalter betätigt werden, welche die elektromagnetische Ventilbetätigung 68 nach Fig. 7 ein-und ausschalten.
Da ein Teil des Drehgestells, vor allem die Aussenseite der Kammertüren an der Beladestelle mit der unreinen Seite in Berührung kommt, muss dafür Sorge getragen werden, dass diese Flächen nicht etwa auf dem Umweg über die Drehung des Gestells 17 Krankheitskeime bis zur reinen Seite bringen.
Ausserdem muss dafür Sorge getragen werden, dass nicht etwa ein direkter Luftzug von der unreinen zur reinen Seite auftritt, durch welchen Krankheitskeime in die reine Seite der Bettenzentrale gelangen können. Beides geschieht durch die Einrichtung nach den Fig. 10 - 13.
In Fig. 10 ist ein waagrechter Schnitt durch die Kammertür und die Schleusentür dargestellt. Jede Kammer ist-wie die Kammer 1 - mit einer Tür 7] ] versehen, welche um das Scharnier 72]
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schwenkbar ist. Die Türen können mit einer einfachen Verriegelung versehen werden, durch die sie an der Beladestelle] 20 vorläufig geschlossen gehalten werden. Auf ihrem Weg von der Stellung 120 bis zur Stellung 90 werden sie dadurch geschlossen gehalten, dass die Rollen 73] sich gegen eine
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Verschiebegestell 77 angebracht, das von den Zylindern 78 in und ausser Arbeitslage gebracht werden kann. Die Zylinder sind an der Aussenwand der Schleusenkammer 79 befestigt. Die Schleuse wird durch eine Tür 8] abgeschlossen, die um das Scharnier 82 schwenkbar ist.
Durch eine oder mehrere Düsen 83 kann das Innere der Kammer mittels scharfer Dampfstrahlen in kürzester Zeit des- infiziert werden. Die Arbeitsweise ist dabei die folgende :
Wenn nach Fig.]] eine Kammer in der Beladestelle ] 20 angekommen ist, so wird zunächst mit
Hilfe der Zylinder 78 die Dichtung 76 angepresst. Danach werden die Türen 81 und 7] 1 nach- einander geöffnet. Da die Öffnung durch die Dichtung 76 und den Rahmen 77 allseitig abgedeckt ist, kann keine Verbindung zur Station 190 entstehen, an der nun ebenfalls die Kammertür geöffnet werden kann. An der Station 190 ist eine Tür nicht unbedingt erforderlich, sie kann jedoch für ge- legentliche Arbeiten am Drehgestell trotzdem zweckmässig sein.
In der Stellung nach Fig. 11 wird die Kammer] beladen, danach werden die Türen 7] 1 und 8] geschlossen, wobei die Dichtung 76 immer in ihrer Arbeitslage bleibt.
Nach dem Schliessen der Tür ist die Schleusenkammer 79 nach allen Seiten hin geschlossen.
Wenn nunmehr aus der Düse 83 ein scharfer Dampfstrahl in diese Schleusenkammer geleitet wird, so ist eine Desinfektion schnell zu erreichen, da alle Flächen Metall- oder Kunststoffflächen sind, im Gegensatz zu dem Desinfektionsgut, das aus Textilien od. dgl. besteht, in denen sich Bakterien wesentlich besser halten können. Nach der Desinfektion der Schleusenkammer 79 wird die Dichtung 76 zurückgezogen und das Drehgestell 17 in Bewegung gesetzt. Die Tür der an der Endladestelle befindlichen Kammer 8 braucht nicht von Hand geschlossen zu werden, es kann dies bei geeigneter Ausbildung der Ringwand 2] auch dadurch geschehen, dass die Tür bei der Drehung des Gestells 17 an der kurvenartig ausgebildeten Ringwand entlanggleitet, bis die Rolle 731 von innen an der Wand anliegt.
Es steht nichts im Wege, an beliebigen Stellen und Stationen weitere Dampfstrahldüsen vorzusehen, um die Möglichkeit zu haben, bei etwaigen Undichtigkeiten das Gestell und insbesondere die Aussenwände der Kammern durch einen Dampfstrahl erneut zu desinfizieren.
Wie Fig. 13 zeigt, ist der Zugang an der Beladestation durch die Tür 81 hermetisch abgeschlossen, so dass auch beim Drehen des Gestells keine Luft von der unreinen Seite in das Innere des durch die Ringwand 2] abgeschlossenen Raumes gelangen kann. An der linken Seite der Fig. 13 ist die Tür 81 der besseren Deutlichkeit halber aufgeschnitten, damit die innere Tür 711 ersichtlich wird. Die im übrigen in Fig. 13 genannten Bezugszeichen stimmen mit denjenigen der bereits erläuterten Figuren überein.
PATENTANSPRÜCHE : ]. Desinfektionsanlage, insbesondere für Bettzeug und sonstige Textilien mit einem Drehgestell mit radial gestellten Kammern für das Desinfektionsgut und einem zylindrischen Gehäuse um das Gestell, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgestell mit einem Antrieb (J 9, ] 8) versehen ist, der die Kammern (J - 9) von einer Behandlungsstation zur andern bringt und dass die Kammern in den verschiedenen Stationen (] 20-190) an unterschiedliche und Ableitungen für Desinfektions- und Trockenmittel, z. B. Ammoniakdämpfe und Heissluft, angeschlossen sind.