AT260643B - Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger Beseitigung eisenhaltiger, stark salzsaurer Beizen - Google Patents

Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger Beseitigung eisenhaltiger, stark salzsaurer Beizen

Info

Publication number
AT260643B
AT260643B AT988963A AT988963A AT260643B AT 260643 B AT260643 B AT 260643B AT 988963 A AT988963 A AT 988963A AT 988963 A AT988963 A AT 988963A AT 260643 B AT260643 B AT 260643B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
chlorine
iron
waste
hydrochloric acid
recycling
Prior art date
Application number
AT988963A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Solvay
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Solvay filed Critical Solvay
Application granted granted Critical
Publication of AT260643B publication Critical patent/AT260643B/de

Links

Landscapes

  • Treating Waste Gases (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger
Beseitigung eisenhaltiger, stark salzsaurer Beizen 
Die Beseitigung von Abgasen mit niedrigem Chlorgehalt, wie sie z. B. in den chlorherstellenden und verarbeitenden Industrien auftreten, erfolgt entweder a) unter Zerstörung des Chlors oder b) unter Verwertung des Chlors. Bei einer Beseitigung unter Zerstörung des Chlors wird das sogenannte Abfall- oder
Restchlor in Kalkmilch oder entsprechende andere alkalische Reagentien geleitet, in denen es zu Hypo- chloriten, Chloriden und Chloraten umgesetzt wird.

   Die Verwertung gemäss b) erfolgt nach bisherigen Verfahren im allgemeinen durch Anreicherung, u. zw. entweder durch selektive Adsorption bei relativ niedrigen Temperaturen oder hohen Drucken an einem geeigneten Adsorbens und anschliessende Desorption des Chlors bei höherer Temperatur oder niedrigeren Drucken, oder durch Absorption des Abfallgases durch ein organisches Lösungsmittel, welches Chlor bevorzugt   löst (z.   B. Tetrachlorkohlenstoff, Tetrachloräthan usw. ) und anschliessende Trennung des resultierenden Gemisches. Aus wirtschaftlichen Gründen sind die unter b) angegebenen Verfahren unter Verwertung des Chlors im allgemeinen vorzuziehen. 



   Die vorstehend skizzierten konventionellen Verfahren unter Verwertung des Abfallchlors laufen über zwei Stufen. Ziel der Erfindung ist es nun, die Verwertung von Abfallchlor auf einfachere Weise durchzuführen und damit gleichzeitig eine Beseitigung und Verwertung eisenhaltiger salzsaurer Abfallbeizen zu verbinden. 



   Halbzeug- und Fertigwaren aus Metallen und Metallegierungen werden bekanntlich vor der Veredelung ihrer Oberfläche durch Anstriche, Emaille oder metallische Überzüge zweckmässigerweise gründlich gereinigt. Neben einer mechanischen Behandlung dienen zu diesem Zweck Lösungsmittel oder Alkalien zur Entfernung von Fett u. dgl., sowie anorganische Säuren, die   sogenannten" Beizen".   zur Entfernung vorhandener Oxydschichten. 



   Die hauptsächlichen Beizsäuren für Eisen und Stahl sind Schwefelsäure und Salzsäure. Salzsäure bietet beim Beizen von Eisen gewisse Vorteile, wie besseres Lösevermögen, niedrigere Temperatur, glatte helle Oberfläche usw. Die Beseitigung bzw. Verwertung der salzsauren Abfallbeizen, die als wesentliche Bestandteile pro Liter bis etwa 300 g Fecund bis etwa 100 g HC1 enthalten, gibt jedoch gegenüber den schwefelsauren Beizen auf Grund der unterschiedlichen Eigenschaften von   Eisen (II)-sulfat   und Eisen (II)-chlrid (letzteres ist stark hygroskopisch), besondere Probleme auf. 



   Es wurde nun gefunden, dass man die Beseitigung der salzsauren Abfallbeizen auf vorteilhafte Weise mit der Beseitigung von Abfallchlor koppeln kann. Die Erfindung betrifft demgemäss ein Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger Beseitigung eisenhaltiger, stark salzsaurer Beizen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Beize mit ihrem starken, z. B. bis zu   la10   betragenden Säuregehalt in an sich bekannterweise mittels Eisen abstumpft, und dann in die so erhaltenen nahezu neutralisierten Lösungen ein chlorhaltigesAbfallgas von geringem, bis höchstens   201o   betragenden Chlorgehalt einleitet.

   Dabei erfolgt in an sich bekannter Weise Oxydation des in der Beize vorhandenen Eisen (II)-   -chloridsFeCl   zum   Eisen (III)-chlorid FeCl, ;   die so erhaltene   FeCl,-Lösung   kann z. B. an Kläranlagen abgegeben werden, die sie zur Schlammabsetzung und zur Entfernung von Phosphaten verwenden. Infolge der Sauerstoffzehrung kann die ursprüngliche Abfallbeize, enthaltend   FeCl2'nicht   direkt verwen- 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 det werden. Gegebenenfalls   kani   die   FeCL-Lösung   auch auf festes FeCl3.6H2O aufgearbeitet werden. 



   Gemäss einem in der brit. Patentschrift Nr. 18417/1897 beschriebenen Verfahren zur Regenerierung von Eisen   chloridlösungen,   die an Stelle von freien Säuren zum Ätzen von Kupfer oder Kupferlegierungen verwendet wurden und nach erfolgter Regenerierung wieder zum Ätzen dienen sollen, wird die verbrauchte Ferrichloridbeize mit metalliscem Eisen behandlt, wobei einerseits das restliche Eisen (III)chlorid vollends in Eisen (II)-chlorid übergeführt und anderseits das in Lösung gegangene Kupfer auszementiert wird.

   In einer zweiten Stufe wird hierauf die erhaltene, von Kupfer   befreite Eisen (II)-   -chlordlösung mit einer chlorentwickelnden Mischung von Salzsäure und Kaliumchlorat oder einer andern chlorentwickelnden Substanz behandelt, wodurch Aufoxydation zu einer Eisen (III)-chloridlösung erfolgt, die erneut als Ätzmittel geeignet ist. Bei dem beschriebenen Verfahren, bei dem die direkte Verwendung von freien Säuren vermieden wird und auch ein Vorhandensein von Säure nicht erwähnt ist, kommt die dem Fachmann an sich bekannte Umsetzung zwischen der kleinen, bei der Hydrolyse von   Eisen (III) -chlorid   entstandenen Salzsäuremenge und dem metallischen Eisen nur in untergeordnetem Masse als Sekundärreaktion in Betracht. 



   Demgegenüber wird nach dem erfindungsgemässen Verfahren dieser Vorgang in einer stark salzsauren Metallbeize bewusst als Hauptreaktion herbeigeführt und die dabei erhaltene, im wesentlichen neutralisierte   Eisen (II)-chloridlosung,   zum Unterschied von einer chlorentwickelnden Mischung oder reinem Chlor, mit dem verdünnten chlorhältigen Abgas zu einem für andere Zwecke bestimmten Produkt umgesetzt, das insbesondere als Klärmittel in der Trinkwasseraufbereitung oder Abwässerbehandlung geeignet ist. Für das erfindungsgemässe Verfahren ist somit die   besondereAuswahl   einer andern Abfallbeize, nämlich einer Säurebeize, die Vornahme einer andern Reaktion des zugesetzten Eisens und die Auswahl einer andern Chlorquelle, nämlich eines chlorhältigen Abfallgases von geringem Chlorgehalt (maximal 20%) von wesentlicher Bedeutung.

   Eine Regenerierung der Säurebeize ist dabei nicht vorgesehen und bei dem erfindungsgemässen Verfahren auch nicht möglich. 



   Die salzsauren Abfallbeizen, von denen erfindungsgemäss ausgegangen wird, weisen im allgemeinen 
 EMI2.1 
 gendeAbfallchlor liegt im allgemeinen als Gemisch mit bis zu   201o   Chlor in Luft oder andern Gasen wie z. B. Stickstoff vor. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren kann bei Raumtemperaturen vorgenommen werden. Nach der Abstumpfung der Restsäure in der   FeCl-Lösung   mit Eisen führt man die Oxydation zweckmässig in einem Waschturm   od. dgl.   aus, der mit Füllkörpern, Prallplatten usw. versehen sein kann. Für eine intensive Berührung zwischen dem von Chlor zu befreienden Gasstrom und der Beizlösung ist sodann Sorge zu tragen. Ferner muss die Kontaktzeit zwischen Gasphase und flüssiger Phase ausreichend sein, was z. B. durch die Höhe der Flüssigkeitssäule, durch die das Gasgemisch geleitet wird, reguliert werden kann. Das Verfahren wird im allgemeinen diskontinuierlich   durchgeführt :   jedoch ist ein kontinuierliches Arbeiten unter entsprechenden Vorkehrungen ebenfalls möglich.

   Der Endpunkt, d. h. die vollständige Oxydation des 
 EMI2.2 
 100 cm) gegeben. Bei Raumtemperatur wurde in diese Säule ein aus 950/0 Stickstoff und   5%   Chlor bestehendes Gasgemisch mit einer Geschwindigkeit von 4, 2 l/min von unten eingeleitet. Der Reaktionsablauf wurde dann durch stündliche Bestimmung der    FeCl -Konzentration   im Wäscher bestimmt. Dabei ergaben sich folgende Werte : 
 EMI2.3 
 
<tb> 
<tb> Zeit <SEP> (h) <SEP> g <SEP> FeCl <SEP> ; <SEP> j/l <SEP> 
<tb> 0 <SEP> 300
<tb> 1 <SEP> 235
<tb> 2 <SEP> 190
<tb> 3 <SEP> 150
<tb> 4 <SEP> 110
<tb> 5 <SEP> 70
<tb> 6 <SEP> 35
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 
Nach 6 3/4 h war die FeCl2-Lösung vollständig erschöpft.

   Die Chlorabsorption war bis zu einer   FeCl-Konzentration   von etwa 10 g/1 quantitativ, wie durch Durchleiten des die Waschsäule verlassenden Gasstromes durch eine Kaliumjodidlösung nachgewiesen wurde.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger Beseitigung eisenhaltiger, stark salzsaurer Abfallbeizen, dadurch gekennzeichnet, dass man den starken, bis zu 100/0 betragenden Säuregehalt der Beizen in an sich bekannter Weise mit Eisen abstumpft und hierauf in die so erhaltenen Lösungen ein chlorhaltiges Abfallgas von geringem, bis höchstens 201o betragendem Chlorgehalt einleitet.
AT988963A 1962-12-18 1963-12-10 Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger Beseitigung eisenhaltiger, stark salzsaurer Beizen AT260643B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH260643X 1962-12-18

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT260643B true AT260643B (de) 1968-03-11

Family

ID=4473601

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT988963A AT260643B (de) 1962-12-18 1963-12-10 Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger Beseitigung eisenhaltiger, stark salzsaurer Beizen

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT260643B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0296147B1 (de) Verfahren zur Gewinnung bzw. Rückgewinnung von Säuren aus metallhaltigen Lösungen dieser Säuren
DE2451274A1 (de) Verfahren zur entfernung von stickoxiden aus stickoxidhaltigen gasen
DE2134716A1 (de) Verfahren zur Abtrennung von Quecksilber aus quecksilberhaltigen flüssigen Phasen
DE69415566T2 (de) Verfahren zur Herstellung von synthetischem Rutil
EP1521864B1 (de) Verfahren und vorrichtung zum recyceln von metall-beizbädern
DE102011083863A1 (de) Aufbereitung chloridhaltigen Eisenoxids
DE1943442A1 (de) Verfahren zur Entfernung von Stickoxyd aus Industriegasen,insbesondere Crackgasen
DE3338258A1 (de) Verfahren zur aufbereitung von eisen- und zinkhaltigen salzsaeurebeizen
DE2216549C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Titankonzentraten
DE1937948B2 (de) Verfahren zur Reinigung von Pyrit- und Magnetkiesabbranden
DE102019007087B3 (de) Verfahren, um Vanadium aus Sekundärrohstoffen zu entfernen
US3375069A (en) Process for removing zinc oxide from iron oxide flue dust by the use of spent pickle liquor
DE1014330B (de) Verfahren zur Herstellung eines gereinigten, fuer Lichtbogenschmelzung geeigneten Titanmetalls
EP0411162B1 (de) Verfahren zur Entfernung von Chlor aus Abgasen
AT260643B (de) Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger Beseitigung eisenhaltiger, stark salzsaurer Beizen
DE69804016T2 (de) Oxidierende auslaugung eisenhaltiger hüttenschlämme mit entfernung von zink und blei
CN119771841A (zh) 一种超声波辅助节省酸的多步酸洗精制石英砂的方法
KR0122328B1 (ko) 염화제이철 수용액의 제조방법
US1471514A (en) Process for the extraction of metals from ores
DE2302563A1 (de) Verfahren zur entfernung einwertiger anorganischer saeuren aus einer metallsalze der saeuren enthaltenden waessrigen loesung
EP0016996A2 (de) Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen organischer Art aus Phosphorsäure
CH413805A (de) Verfahren zur Verwertung von Abfallchlor unter gleichzeitiger Beseitigung eisenhaltiger salzsaurer Beizen
DE1667445C3 (de) Verfahren zum Auswaschen von Schwefeldioxid aus Abgasen
DE3719604A1 (de) Beizen von halbzeugen
CN113046557A (zh) 一种含锌含铁废盐酸综合回收利用方法