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Steuersystem für Mähdrescher
Die Erfindung bezieht sich auf ein Steuersystem für Mähdrescher zum Steuern der Fortschreitbewegung desselben durch den Fruchtstand, enthaltend eine Einrichtung zum Einstellen der Fahrgeschwindigkeit in Abhängigkeit eines Signals, das die Belastung des Mähdreschers darstellt.
Die Geschwindigkeit, mit der mit Mähdreschern gefahren bzw. ein Fruchtstand gemäht werden kann, wird im wesentlichen von der Leistungsfähigkeit der Dreschtrommel begrenzt. Wird ein Mähdrescher bei einer bestimmten Dichte, Höhe, Stärke und Feuchtigkeit des Fruchtstandes zu schnell in diesen eingefahren, so kann die Dreschtrommel verstopft werden. Es ist dann erforderlich, die Dreschtrommel freizulegen und zu reinigen.
Um ein zu oftmaliges Reinigen und damit Stillsetzen des Mähdreschers zu vermeiden, wird von vornherein nur mit einer Geschwindigkeit gefahren, die ein seltenes Auftreten von Verstopfungen der Dreschtrommel gewährleistet. Selbst für einen geübten Fahrer ist es jedoch schwierig, die optimale Geschwindigkeit zu bestimmen, so dass entweder die Geschwindigkeit niedriger gewählt wird, als sie sein könnte, oder doch zu oft eine Verstopfung der Trommel auftritt.
Es ist ein Steuersystem bekanntgeworden, bei dem ein Steuersignal auftritt, das den Anfall an Dreschgut darstellt, der in den Drescher eintritt, und dieses Signal wird zur Einstellung der Fahrgeschwindigkeit der Maschine verwendet, indem beispielsweise die Einstellung des kontinuierlich veränderbaren Getriebes geändert wird. Dieses System kann jedoch die Maschine nicht vor Verstopfungen bewahren, weil die Ansprechzeit zu gering ist, um die Belastung der Maschine zu vermindern, ehe sich die Verstopfung aufgebaut hat.
Die Erfindung behebt diesen Mangel. Das erfindungsgemässe Steuersystem ist dadurch gekennzeichnet, dass das die Belastung darstellende Signal dem Drehmoment an der Dreschtrommel direkt proportional ist und zwischen dem Maschinenantrieb und den Antriebs- (Fahr) rädern bzw. dem die Frucht befördernden Förderer eingeschaltete Kupplungen vorgesehen sind, die beim Übersteigen eines Schwellwertes des Drehmomentes auslösen.
Es wird also erstens ein Steuersignal ausgewertet, das das Drehmoment der Dreschtrommel selbst darstellt, und zweitens die Belastung der Trommel unmittelbar dadurch vermindert, dass der Förderer ausgekuppelt wird, der das Gut der Trommel zuführt. Gleichzeitig werden auch die Fahrräder der Maschine vom Antrieb abgekuppelt, um eine übermässige Zunahme der Gutanhäufung am Förderer zu verhindern.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun an Hand der ein Blockschema darstellenden Zeichnung beschrieben.
Der mit 1 bezeichnete Block stellt die Antriebsmaschine des Mähdreschers dar und er betreibt die Dreschtrommel 2 über das Getriebe 3. Dazwischen liegt ein Drehmoment-Messgerat 4, das bekannten Typs sein kann. Vorteilhaft kann es aus einer federbelasteten, auf einem Treibriemen des Getriebes reitenden Rolle bestehen.
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Die Antriebsmaschine treibt weiters die Fahrräder 5 über ein System an, das aus einem kontinuierlich veränderbaren Getriebe, z. B. einem Keilriementrieb, und einem Stufengetriebekasten 7 üblicher Ausführung mit einigen willkürlich einstellbaren Übersetzungen besteht. Vorteilhaft wird die Verstellung dieser Getriebeanordnung hydraulisch oder elektrisch ausgeführt.
Der mit 9 bezeichnete Block enthält Einstellmittel für ein normalerweise gefahrenes Drehmo- ment des Dreschtrommelantriebes. Dieses Drehmoment wird in einem Addierer 10 mit dem gemessenen Drehmoment verglichen. und das Differenzsignal wird zur Verstellung des kontinuierlich verstellbaren Getriebes 6 benutzt, so dass der gemessene Wert aufeinemvorbestimmten Mittelwert gehalten wird. Der Grenzwertanzeiger 11 zeigt an, wenn das veränderliche Getriebe 6 eine seiner Grenzstellungen erreicht.
Die Antriebsmaschine betreibt weiters über ein Getriebe 13 und eine Kupplung 14 einen Förderer 12, der die gemähte Frucht zur Dreschtrommel befördert.
Das gemessene Drehmoment wird überdies dazu verwendet, um über eine Schwellwerteinrichtung 15 die Kupplungen 8 und 14 zu betätigen. Wenn das Drehmoment über einen eingestellten Schwellwert ansteigt, werden beide Kupplungen selbsttätig gelöst. Dies kann in bekannter Weise z. B. durch eine auf den Auslösemechanismus dieser Kupplungen einwirkende hydraulische Zylinder-Kolbenanordnung erreicht werden, die mit Steuerventilen versehen ist, die die hydraulische Anordnung in der Auslöserichtung beaufschlagen, und die auch Nadelventile enthält, die den Auslass aus dem Kolben steuern, derart, dass ein sanftes Wiedereinrücken der Kupplungen stattfindet, wenn die Kolbenbeaufschlagung beendet wird. Diese Nadelventile sind derart eingestellt, dass die Kupplung 14, die den Förderer betätigt, schneller einrückt als die die Fahrräder antreibende Kupplung 8.
Dies sichert, dass der Förderer früher in Tätigkeit tritt, als neuer Fruchtstand gemäht wird.
Im Betriebe wählt man die geeignete Übersetzung im Getriebekasten 7, und man beginnt den Mähdrescher in den Fruchtstand einzufahren. Die tatsächliche Fahrgeschwindigkeit stellt sich innerhalb der Grenzen des Getriebes 6 auf Grund der Differenz der Signale von der Drehmoment-Messeinrichtung 4 und der Voreinstelleinrichtung 9 derart ein, dass das an der Dreschtrommel auftretende Drehmoment auf dem eingestellten Mittelwert verbleibt. Wenn der Mähdrescher auf einen Feldabschnitt gerät,-in dem der Fruchtstand stärker ist, und die Trommel demnach mehr belastet wird, steigt das Drehmoment und regelt das Getriebe 6 zurück, so dass die Vorschubgeschwindigkeit der Maschine sinkt.
Wenn hingegen der Fruchtstand schwächer wird und die Maschine schneller arbeiten könnte, regelt das Getriebe 6 mitabnehmendemDrehmoment an der Trommel die Geschwindigkeit hinauf.
Sollte dennoch die Regelung übertrieben werden, was geschehen kann, wenn der Mähdrescher niedergeschlagene oder durchfeuchtete Feldabschnitte durchfährt, so überschreitet das Drehmoment an der Trommel den eingestellten Schwellwert 15. Die Folge ist, dass die Kupplungen 8 und 14 plötzlich ausrücken, die Maschine stillgesetzt und damit die Zufuhr von Frucht zur Dreschtrommel schlagartig unterbrochen wird. Nach einem kurzen Zeitraum rückt die Kupplung 14 wieder langsam ein, so dass die auf dem Förderer stehende Frucht zur Dreschtrommel gebracht wird, während etwas später die Kupplung 8 einrückt und der Schnitt neuerlich beginnt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Steuersystem für Mähdrescher zum Steuern der Fortschreitbewegung desselben durch den Fruchtstand, enthaltend eine Einrichtung zum Einstellen der Fahrgeschwindigkeit in Abhängigkeit eines Signals, das die Belastung des Mähdreschers darstellt, dadurch gekennzeichnet, dass das die Belastung darstellende Signal dem Drehmoment an der Dreschtrommel (2) direkt proportional ist und zwischen dem Maschinenantrieb und den Antriebs- (Fahr) rädern (5) bzw. dem die Frucht befördernden Förderer (12) eingeschaltete Kupplungen (8, 14) vorgesehen sind, die beim Übersteigen eines Schwellwertes des Drehmomentes auslösen.